Getäuscht - James Siegel
36 Kondome mit Kokain im Bauch - Getäuscht - James Siegel Belletristik
36 Kondome mit Kokain im Bauch - Getäuscht - James Siegel Belletristik

Erhältlich in: 1 Shop

Kurzbeschreibung: Genre: Krimi / Thriller / Jahr: 2008

 
 

36 Kondome mit Kokain im Bauch

Produkt:

Getäuscht - James Siegel

Datum: 19.01.12

Bewertung:

Vorteile: Stil, Spannung, Grundthema, Schluss

Nachteile: nix

==36 Kondome mit Kokain im Bauch==

Hallo und einen wunderschönen guten Tag.

Wie auch sonst so oft, möchte ich euch heute meine letzte Errungenschaft aus den weiten des Buchmarktes vorstellen. "Getäuscht" von James Siegel. Dieses Buch steht nun gut ein Jahr in meinem Buchregal und wartete darauf endlich gelesen zu werden. Der Grund dafür liegt daran, dass ich dieses Werk bei einem Weihnachtswichteln geschenkt bekommen habe, es mich jedoch optisch so wenig ansprach, dass ich nicht mal den Klappentext las. Hätte mein Mann nicht dieses Werk zum Lesen herausgegriffen, um mir meine Qual der Wahl zu erleichtern, ich hätte es noch immer nicht gelesen. Wie mein Leseabenteuer geendet ist, ob mit Lust oder Frust, das könnt Ihr hier lesen!

===Über Autor/in===
James Siegel studierte in New York an der Universität, um im Anschluss Karriere als Werbefachmann zu machen. Seine Kampagnen bekamen zahlreiche Auszeichnungen. 2001 veröffentlichte er seinen ersten Roman "Verschollen", dem 2003 "Entgleist" folgte. Letzter wurde sogar verfilmt und sorgte für einen regelrechten Hype um James Siegel. Nach seinem 2005er Erfolg "Getäuscht", erschien 2006 noch das Werk "Lügenspiel".

===Optischer Eindruck===
Optisch kommt das Buch eher schlicht daher. Schwarzer Hintergrund der bei genaueren Hinsehen immer wieder das Wort Thriller hervorspuckt. Der einzige Hingucker ist das grüne Puzzle-Teil, welches sozusagen noch eingesetzt werden muss. Ohne das Buch zu kennen ein schlichtes Cover. Mit dem Hintergrundwissen am Ende des Buches muss ich zugeben, dass mir das Cover richtig gut gefiel. Es spiegelt das letzte fehlende Puzzle-Stück wieder.

===Zitierter Klappentext===
Paul und Joanna wollen ein Baby. Daher reisen sie nach Kolumbien, um ein Kind zu adoptieren.
Doch was wie ein Märchen beginnt, wird zu einem Alptraum.
Joanna und das Kind geraten in die Gewalt des Drogenkartells. Und Paul wird vor eine Entscheidung gestellt: Seine Überzeugungen aufzugeben. Ein Verbrechen zu begehen. Alles aufs Spiel zu setzen, was er besitzt.
Und dann geht die Sache schief ...

===In eigenen Worten===
Paul und Joanna gehen beide auf die 40 zu und haben seit Jahren nur einen Wunsch - endlich ein Baby. Da es auf natürlichem Wege bei beiden Probleme gibt, bleibt nur der Weg einer Adoption. China, Afrika oder Thailand würden jedoch vier weitere Jahre Papierkrieg bedeuten. Kurzer Hand entschließen sie sich für ein Mädchen aus Kolumbien. Binnen weniger Wochen wird ihr Traum zur Wirklichkeit. Sie halten ihr Mädchen, Joelle, in den Armen. Doch der Traum ist nur von kurzer Dauer. Erst verschwindet die Amme mit dem Kind und danach wird Joanna das Gefühl nicht los, dass die Amme ihr ein falsches Baby wiedergebracht hat. Aus dem Verdacht wir brutale Wirklichkeit. Joelle wurde vom Widerstand entführt. Auch Paul und Joanna werden entführt. Paul soll für sie 36 Kondome mit Kokain im Wert von zwei Millionen Dollar in die USA schmuggeln, um seine Frau und seine Tochter im Austausch zu bekommen. Damit beginnt für Paul eine Zeit voller Panik, Angst und Schrecken. Der Flug hat Verspätung, der amerikanische Zoll ist auch nicht zu verachten, dann gerät er in eine Prügelei, und zu guter Letzt ist das Haus, wo die Übergabe stattfinden soll, letzte Nacht abgebrannt. In seiner Panik, dass die Übergabe platzt und er seine Frau verliert, wendet sich Paul an den einzigen Menschen, den er sich anvertrauen kann, dem Anwalt, der die Adoption regelt. Miles Goldstein setzt alles daran ihm zu helfen. Das dieser bis zum Hals mit drin steckt, erkennt Paul viel zu spät und gerät damit nicht nur einmal in tödliche Gefahr.

Wie es weitergeht solltet ihr nun selbst lesen, denn sonst verrate ich zu viel.

Sie hatten ihn gezwungen, sich selbst zwei Einläufe zu machen, im Abstand von einer Stunde. Während er darauf wartete, dass die Wirkung des zweiten Einlaufs einsetzte, starrte er auf die zweiunddreißig gefüllten Kondome, die bereits in der Mitte des Tische bereitlagen, wobei er versuchte, gegen die aufsteigende Übelkeit anzukämpfen. (Zitat S. 95)

Dieses Zitat habe ich als kleinen Vorgeschmack gewählt. Es zeigt einen guten Eindruck des bildhaften, authentischen und schonungslosen Stils, den der Autor an den Tag legt, und der mich während des Lesens stets gefesselt hat.

===Sarahs Meinung===
James Siegel ist mir trotz seines verfilmten Erfolges "Entgleist" völlig unbekannt. Hätte ich dieses Buch nicht in einem Wichtelpaket geschenkt bekommen, ich hätte nie was von ihm gehört. Ich muss sogar zugeben, dass ich an "Ralph Siegel" dachte, als ich den Nachnamen las. Doch mit diesem hat der Autor nichts zu tun.

James Siegel hat einen Stil an sich, der seine Leser von der ersten Seite in den Bann zieht. Leicht, aussagekräftig, beschreibend und auf das Wesentliche beschränkt. Man ist von der ersten Minute an mitten im Geschehen. Obwohl die Protagonisten noch fremd erscheinen, hatte ich sofort das Gefühl sie zu kennen. Dieses Gefühl baut sich während des gesamten Thrillers immer mehr aus. Siegel weiß, wie er Personen zu beschreiben hat. Lebendig, einfühlsam, mit eigenen Macken - kurz gesagt sie sind echt. Man kann sich mit ihnen identifizieren, ihre Gedanken nachvollziehen und Handlungen begreifen. Man zittert mit ihnen und spürt den Kampfgeist in jeder Zeile. Zudem entwickeln sich die Charaktere im Verlauf des Buches und werden immer mutiger. Dabei wirkt es jedoch nicht übertrieben.

Auch der Inhalt sorgt für jede Menge Action. Selbst ohne Klappentext ahnt der Leser schon bald, dass es sich hierbei um eine Entführung des Drogenkartells handelt. Die Hintergründe werden jedoch erst mit dem Lesen verständlich. Das eine solche Idee nicht gerade ohne Action verläuft ist jedem klar. Während es am Anfang noch etwas seicht ist, wird es spätestens mit dem Auftauchen der Amme immer rasanter. Immer neue Puzzle-Teile sorgen für überraschende Wendungen, actionreiche Szenen oder turbulente Ereignisse, die sich überschlagen. Langweilig wird es an keiner Stelle. Schließlich kämpft Paul nicht nur um sein Überleben, sondern auch das seiner Familie. Je mehr Informationen des Puzzles an den Tag kommen, desto mehr glaubt der Leser zu wissen wie es ausgeht. Doch James Siegel sorgt auch hier für überraschende Wendungen. Dadurch sorgt er bis zur letzten Seite für Nervenkitzel pur. Abgeschlossen wird die interessante Story, durch einen logischen, interessanten und passenden Schluss. Offene Fragen, die eventuell beim Lesen entstanden sind werden aufgeklärt, sodass man dieses Buch wirklich zufrieden aus der Hand legen kann. Zwar lässt der Autor für eigene Gedankengänge noch etwas Spielraum, aber die beziehen sich eher auf das Grundthema "Adoptionen aus armen Ländern". So etwas wie unnötige Längen konnte ich im gesamten Buch nicht finden, wodurch das Lesen wirklich ein Genuss voll Spannung ist.

Gerade dieses Grundthema hat der Autor perfekt umgesetzt. Eine gute Recherche und interessante Ansätze, regen definitiv zum Nachdenken an. Er sorgt dafür, dass Personen, die mit dem Gedanken spielen nicht nur das Positive, dass sie ein Kind retten, sehen, sondern auch das Negative - sie rauben dem Land den Nachwuchs und sorgen für Wut auf Ausländer, sehen lernen.

Der Aufbau ist dem Autor in meinen Augen sehr gut gelungen. Zuerst spielt die Geschichte komplett in Kolumbien. Im Verlauf des Buches erfährt der Leser jedoch die Sichtweise von Paul in den USA oder Joanna in Kolumbien. Dadurch ist der Leser viel mehr in die Geschichte involviert. Zeitgleich werden bestimmte Hintergründe in kleinen Extra-Kapiteln in Form von Rückblenden erzählt. Eine schlüssige Handlung durch diesen guten Aufbau.

Die Geschichte hat mir so viel Spaß bereitet, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch wenn es nicht mehr ganz aktuell ist, kann ich das Buch jedem, der sich für einen guten Thriller interessiert, ohne wenn und aber empfehlen. Mich konnte der Autor mit diesem Werk so sehr überzeugen, dass wenn mein Stapel mit ungelesenen Büchern wieder weniger geworden ist, ich mir sicherlich ein anderes Werk aus seiner Feder holen werde. Das spricht definitiv für sein Können.

===Sarahs Fazit===
"Getäuscht" ist ein spannender Thriller der seine Leser bis zur letzten Seite fesseln wird. Actionreich basierend auf einem ernsten Thema, weiß Siegel mit seinem authentischen Stil Ängste zu schüren. Ein Buch das jeden Stern verdient.

Pro: Stil, Umsetzung, Schluss, Grundthema
Contra: nichts
Empfehlung: 100%

===Buchdaten===
Autor: James Siegel
Titel: Getäuscht
Originaltitel: Detour
Verlag: Ehrenwirth
Erschienen: 2006
ISBN-10: 3431036988
ISBN-13: 9783431036986
Seiten: 413
Kosten: 6,95Euro Amazon

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene, Spannungsliebhaber
Lesedauer: 2 Tage

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© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.

Fazit: Daumen Hoch für Thriller Fans

Name des Mitglieds: CyberQueeny