
Action und Spannung pur
Produkt:
Gegen die Uhr (Nance, John)
Datum: 20.03.01, geändert am 20.03.01 (105 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr spannend, mit Sachverstand geschrieben, gute Darstellung der Charaktere
Nachteile: viele Klischees
"Gegen die Uhr" (im Original "Pandora's Clock") ist ein actiongeladener Flugzeug-Thriller und dürfte einigen durch die sehr originalgetreue Verfilmung unter dem Titel "Pandora's Clock - Killerviren an Bord der 747" bekannt sein.
Absolut nichts ist über den Autor zu finden, deshalb kann ich hier leider nur die Information bringen, die auch im Buch abgedruckt ist:
DER AUTOR:
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John J. Nance wurde 1943 geboren. Er war Air-Force-Pilot und Flugkapitän auf kommerziellen Fluglinien mit über 10.000 Flugstunden und ist heute ein international bekannter Sicherheitsexperte des Luftverkehrs. Er ist Autor verschiedener Romane und Sachbücher, die alle das Thema Luftverkehr und Flugzeuge behandeln. John J. Nance lebt in Tacoma, Washington.
SEINE ROMANE:
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Gegen die Uhr
Die letzte Geisel
Das Medusa-Projekt
INHALT:
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Es ist zwei Tage vor Weihnachten. Ein Jumbo ist mit 250 Passagieren unterwegs von Frankfurt nach New York, als sich an Bord ein Zwischenfall ereignet: Professor Helms erleidet einen Herzinfarkt und muß so schnell wie möglich ärztlich versorgt werden. Kapitän Holland ersucht in London um Landeerlaubnis. Diese wird zunächst genehmigt, dann aber wieder zurückgezogen. Die britische Regierung wurde informiert, daß sich dieser Professor Helms mit einem gefährlichen Grippevirus infiziert hat und fürchtet die Ansteckungsgefahr.
Holland wird angewiesen, nach Deutschland zurückzukehren, dort er erhält aber für den deutschen Luftraum keine Freigabe. Nachdem auch Amsterdam keine Genehmigung zur Landung erteilt, sickern so nach und nach weitere Informationen durch. Es handelt sich nicht um ein Grippevirus, sondern um ein 100% tödliches Virus, daß von den Russen zu militärischen Zwecken entwickelt wurde und nun an ein deutsches Forschungsinstitut verkauft wurde. Durch einen Unfall wurde es dor
t freigesetzt.
Nachdem es mißlang, den Jumbo auf einem amerikanischen Militärstützpunkt in Großbritannien landen zu lassen, gelingt es schließlich, sie in Island auf den Boden zu bringen, um sämtliche Insassen dort in Quarantäne zu halten.
Nachdem die Passagiere dort mit spärlichen Informationen versorgt werden, ereignet sich ein Zwischenfall. Doch auch dies ist noch nicht das Ende der Reise. Die Maschine scheint verloren, als ein Attentäter darauf angesetzt wird, den Jumbo abzuschiessen.
MEINE MEINUNG:
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Dieses Buch ist einer der Fälle, wo die pauschale Sternbewertung versagen muß. Deshalb sind die drei Sterne nicht als solche zu verstehen, sondern einfach als Defaultwert.
Betrachtet man das Buch als einen Roman, der nur unterhalten soll, sind fünf Sterne absolut selbstverständlich. Schon lange habe ich kein solch spannendes Buch mehr gelesen. Ohne lange Einleitung kommt der Autor mit unglaublichem Tempo gleich zur Sache. So packend ist sein Schreibstil, daß ich die zweite Hälfte des etwa 400 Seiten engbedruckten Werkes an einem Stück gelesen habe.
John Nance baut hier ein Szenario auf, daß beklemmende Gefühle aufkommen lässt, da es in ähnlicher Form durchaus einmal Realismus werden könnte.
Wenn ich jetzt aber den Inhalt des Buches nochmals auf andere Art schildere, dann wird jedem klar, was mir an diesem Buch nicht gefällt:
Die bösen Russen verkaufen den Deutschen ein Killervirus, und diese schlampigen verantwortungslosen Deutschen lassen das Virus aus ihren Labors entkommen. Die Briten kriegen natürlich sofort Panik, als sie hören, daß ein Virus auf ihre abgeschottete Insel kommen könnte, und bei den Amis versucht eine Behörde die andere mit blindem Aktionismus auszustechen. Nun kommt eines der hohen Tiere bei der CIA auf die Idee, sich ohne Rücksicht auf Verluste profilieren zu wollen und gegen die eigene Organisation zu arbeiten. Doch ein kleiner Mitarbeite
r hat was gemerkt. Aber natürlich glaubt ihm keiner, und so wird er nun zum Gejagten. Währenddessen entwickelt sich der Flugkapitän des Jumbos vom Befehlsempfänger zum denkenden Helden und verliebt sich auch noch in eine Passagierin. Leider gibt es auch ein unschuldiges Opfer, da das Militär ja immer nur das macht, was ihm befohlen wird. Und jetzt wird sicher keiner mehr überrascht sein, daß es schließlich noch zu einem Happy-End kommt.
Es ist deutlich zu merken, daß hier jemand schreibt, der etwas vom Thema versteht. Detailgenau, doch ohne fachspezifische Ausdrücke werden die Flugszenen so dargestellt, daß man sie förmlich miterleben kann. Die Charaktere werden sehr genau beschrieben. Aufgrund der vielen Klischees ist es überraschend, daß die Figuren dennoch nicht rein gut oder böse sind. Selbst der Attentäter und der Verräter werden mit einigen positiven Zügen ausgestattet.
Die Ereignisse werden streng chronoligisch, aber mit vielen Szenenwechseln geschildert. Der Autor orientiert sich dabei an der in Fliegerkreisen üblichen Zulu-Zeit (auch als Greenwich-Zeit bekannt).
Etwas störend wirkt sich beim Lesen aus, daß sämtliche Anführungszeichen falsch herum gedruckt wurden, also: «Direkte Rede» statt »Direkte Rede«. Doch auch dies gerät durch den Spannungsverlauf in Vergessenheit und stört nur bei mehrfachem Vorkommen in einem Absatz.
FAZIT:
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Ein actiongeladener, spannender Thriller. Ideal für jeden, der einfach mal abschalten will und sich fesselnd unterhalten lassen will. Aber auch nicht mehr. Warnung: Nichts für Leser mit Flugangst.
Fazit:
Name des Mitglieds: Sulli2
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


15.04.01
So ist das mit schlechten Verfilmungen: Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, dass die Quelle für jenen miesen TV-Langweiler durchaus spannend sein könnte. Werde da mal was nachholen...