Spannende Verfolgungsjagd auf den Straßen Londons
Produkt:
Fürchtet mich - Simon Kernick
Datum: 16.02.12
Bewertung:
Vorteile: Pageturner, spannende Unterhaltung
Nachteile: mir fehlt die "Message"
Ich bin ein Gelegenheits-Thriller Leser. Das heißt, ich habe meistens einen Krimi oder ein Thriller am Lesen, ich bin aber völlig offen und schnuppere gerne in möglichst viele Autoren rein. Auf meiner Lieblingsbuchplattform "Buechertreff.de" war ein Gewinnspiel zu "Fürchtet mich" von Simon Kernick ausgeschrieben. Da mich das Cover angesprochen hat und mir der Name des Autors bekannt vorkam, habe ich mitgemacht und das Buch gewonnen.
=== Buchdaten ===
Titel: Fürchtet mich
Original: A Good Day to Die
Autor: Simon Kernick
Taschenbuch, 464 Seiten
Erschienen: Oktober 2011
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453434936
Preis: 8,99 Euro
=== Autor ===
Simon Kernick, 1966 geboren, lebt in der Nähe von London und hat zwei Kinder. Mit Gnadenlos gelang ihm international der Durchbruch, mittlerweile zählt er zu den erfolgreichsten Thrillerautoren und wurde für mehrere Awards nominiert.
(Verlagsinfo)
=== Inhalt ===
Ein paradiesischer Tag auf den Philippinen. Dennis Milne, Londoner Ex-Cop, wollte eigentlich nicht mehr töten. Aber das Schicksal hat anders entschieden. In einer abgelegenen Schlucht erschießt er den Mörder seines Freundes: präzise, gnadenlos. Doch das ist erst der Anfang seines Rachefeldzugs. Um an die Hintermänner zu gelangen, die seinen Freund auf dem Gewissen haben, muss Milne zurück nach London: ein Selbstmordkommando jenseits aller Grenzen.
(Verlagsinfo)
=== Meine persönliche Meinung ===
"Fürchtet mich" ist der zweite Teil der Serie um den Ex-Cop Dennis Milne, der die Seiten gewechselt hat und als Auftragskiller mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, die Welt von wirklich bösartigen Gaunern befreit. Die Handlungen der bisherigen zwei Bände, "Vergebt mir" und "Fürchtet mich" sind in sich abgeschlossen und können voneinander unabhängig gelesen werden. Allerdings wird durch die Tatsache, dass Dennis Milne im vorliegenden Buch noch am Leben und auf den Philippinen untergetaucht ist, das Ende des ersten Bandes ein Stück weit vorweggenommen. Mehr wird aber nicht verraten, soweit ich das einschätzen kann. Im Idealfall ist natürlich wie immer zu empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten.
Der dritte Teil der Serie trägt den Titel "Erlöst mich" und erscheint im Mai 2012.
Der Einstieg in den Fall gelingt mühelos. In einer Rückblende wird im Prolog von einem Auftragsmord an einem Kinderschänder in Manila erzählt, durch den das Umfeld der weiteren Geschichte bereits etwas umrissen wird. Das Buch führt aus der Perspektive des Ich-Erzählers von den Philippinen ins winterlich, schmuddlige London, wo der Fall in einer rasanten Jagd praktisch im Alleingang von einem extrem widerstandsfähigen aber auch tragischen Helden gelöst wird.
Die Spannung bleibt über das ganze Buch hinweg konstant hoch, die Entwicklungen erfolgen Schlag auf Schlag und sind relativ unerwartet.
Die Beschreibungen der Handlungsorte sind gut gelungen. Sie sind nicht ausufernd und dennoch so, dass man sich die Stimmung an den Schauplätzen sehr gut vorstellen kann. Kernick ist zur Recherche für den ersten Teil auf die Philippinen gereist und ich denke, man spürt beim Lesen, dass er das Land lieben gelernt hat. Die Teile, die in London spielen sind relativ genau verortet, sodass man dem Plot praktisch auf dem Stadtplan folgen kann. Erinnerungen ans Brettspiel "Scotland Yard" werden wach.
Die Handlung wird von zwei Hauptpersonen bestritten, die recht genau charakterisiert und beschrieben sind. Von den Nebenfiguren erhält man ein ausreichend genaues Bild, dass man sich die Geschehnisse vorstellen kann, wird jedoch nicht übermäßig mit Charakterstudien belastet, so dass das Buch mit seinen gut 440 Seiten sehr schnell gelesen werden kann. Die sehr flüssige sprachliche Ausdrucksweise und die Einteilung in überschaubare Kapitel tragen ebenfalls dazu bei, dass das Buch auch ein idealer Begleiter auf einer Reise sein kann, weil es einem nicht schwer fällt, für den Plot genügend Aufmerksamkeit aufzubringen.
Ich fühlte mich durch dieses Buch sehr gut unterhalten. Ich empfand es durchwegs als spannend, auch wenn ich mich mit den Figuren nicht wirklich identifizieren konnte. Stellenweise fließt sehr viel Blut, ich hätte mir da teilweise etwas mehr Mitgefühl mit den Opfern und Tiefgang im Umgang mit der Thematik gewünscht.
Fazit: Ein wirklich spannendes Buch, das man schnell mal nebenbei konsumieren kann, nicht mehr - aber auch nicht weniger.
Fazit: Ein schnelles Buch, ideal fürs Reisegepäck.
Name des Mitglieds: allegra1805




16.02.12
Sehr gut geschrieben, Saludos Negerle