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Kurzbeschreibung: Genre: Romane / Jahr: 2006 / Von wegen romantisches Picknick! Damit wollte Heike ihren Freund im Wald überraschen. Statt dessen erwischt sie ihn in flagranti, als er seine angeblich lesbische Sekretärin vernascht. Um ihr angeschlagenes Ego aufzupolieren, ... mehr
Schauspielerin, Diplomatin, Geheimagentin...FRAU eben...
Produkt:
Frauen rächen besser - Kim Schneyder
Datum: 15.03.09
Bewertung:
Vorteile: Frauen eben
Nachteile: keine
*Von wegen romantisches Picknick! Damit wollte Heike ihren Freund im Wald überraschen. Statt dessen erwischt sie ihn in flagranti, als er seine angeblich lesbische Sekretärin vernascht. Um ihr angeschlagenes Ego aufzupolieren, sinnt Heike auf Rache. Das Angebot eines türkischen Ferienclubs kommt da gerade recht - schräge Leute und peinliche Situationen all inclusive. Vor allem aber will sie eines wissen: Gibt es noch Männer auf der Suche nach ihrer Traumfrau, am besten einer Blondine mit gesundem Appetit? Die Antwort liegt näher, als sie gedacht hätte ... *
(Klappentext)
Und damit
hallo allen Frauen,
die Ihr eine Anleitung zur Bestrafung untreuer Ehemänner, Lebensgefährten, Liebhaber, Bettteiler oder anderer Männlichkeiten braucht
und auch hallo allen Männern,
die mithilfe dieses Buches endlich erfahren, wie es ist, wenn man die Frau, die sich einem mit Liebe und Hingabe widmet, verrät und ihr untreu wird.
Euch allen sei gesagt:
_/_/_/_/_/_/__/_/_/_/Frauen rächen besser _/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
...behauptet zumindest die Schriftstellerin Kim Schneyder und zumindest im Falle der Hauptfigur ihres kleinen heiteren Romanes hat sie Recht.
Nicht mal ich hatte ansatzweise eine Ahnung, WIE raffiniert sich Frau wirklich für Fehltritte und Lügen rächen kann.
Aber von vorn.
Das Buch in nackten Fakten:
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Kim Schneyder
Frauen rächen besser
Piper Verlag München 2006
Taschenbuchroman mit 222 Seiten, erschienen bei Piper Boulevard
1. Ausgabe 2006
ISBN-13: 978-3-492-26188-3
Preis: 7,95 Euro
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Die Schriftstellerin Kim Schneyder, Jahrgang1967, war unter anderem auch als Eheberaterin tätig, so dass sie uns evtl eine Geschichte aus ihrem Nähkästchen erzählt. Und was für eines!
Schaun wir mal, worum es geht.
Der Sachverhalt ist tausendfach bekannt.
Frau, also Heike, packt Picknickkorb und will ihren Liebsten auf der einsamen Waldlichtung überraschen, auf der sie sich in seinem Auto regelmässig heiss und intensiv vergnügen. Abwechslung zum Bett muss ja sein und auf diese Waldlichtung fährt Robert eigentlich nur, wenn er eben diese Abwechslung mit Heike braucht.
Der Plan ist, dass Heike ihn anruft und auf die Lichtung lockt - nur leider, sein Auto steht schon da. Und der Knabe ist schon intensiv mit Höhlenforschung beschäftigt, nur eben nicht mit der Frau, die er nach eigenem Bekunden heiss und innig liebt und die er zu heiraten gedenkt.
Oh nein, Robert ist eindeutig mit der rothaarigen Schlampe aus seinem Vorzimmer beschäftigt. Mit der, von der er Heike gegenüber behauptet, sie möge sich keine Sorgen machen, weil der rothaarige Vamp doch lesbisch ist! Hat sich was mit lesbisch!
Heike schäumt und schwört Rache.
Aber nicht einfach so Rache, sondern ein ausgeklügelter Plan muss her. Einer von der Sorte, an die man noch ewig denkt.
(Seite 27):
*Ich wollte mehr. Ich wollte an ihm ein Exempel statuieren, das die Frauenwelt wachrütteln und allen treulosen Männern eine Warnung sein sollte, und um das verwirklichen zu können, bedurfte es nicht bloss einer einzelnen Strafaktion, sondern eine ganze Reihe von vorbereitenden Massnahmen, bei denen nichts, aber auch gar nichts schiefgehen durfte.
Ich musste Schauspielerin, Diplomatin, Geheimagentin und Sadomasochistin in einer Person sein. Und eine mit allen Wassern gewaschene Lügnerin.
Wobei die vorherigen Funktionen das meistens ohnehin schon beinhalten.
Mit anderen Worten: Ich musste mich in den nächsten Tagen verhalten wie ein Politiker.
Aber selbst das war es mir wert.*
Und nun das Rezept der Rache:
Man nehme:
- Freundinnen und 3 Einzelzimmer in einer Touristenhochburg weit entfernt des Ausgangspunkte
- Vortäuschen von Migräne und anderen körperlichen Unannehmlichkeiten
- das mieseste Tattoo-Studio der ganzen Stadt, das dem Deliqenten Heikes Namen quer über den Hintern tätowiert
- Nacktfotos eines Mannes, der soeben nach der Sauna aus dem Kaltwasserbecken steigt
- eine komplette Adressliste aller Freunde des Deliquenten, getarnt als Gästeliste zur Verlobung
- die moderne Technik wie Computer und Kopierer
- das Wissen, dass die Mutter des Deliquenten ausrasten wird, wenn sie die Fotos der Frucht ihrer Lenden sehen wird
Das alles mixt man, verlasse sich auf die gelbe Schneckenpost und darauf, dass bei Handys, die ausgeschaltet sind, maximal die Mailbox vollläuft und lege los.
Denkt Ihr etwa, ich verrate Euch, was bei diesem Rezept rauskommt?
Natürlich kommt RACHE dabei raus, richtige Rache.
Rache, bei der Frau voller Schadenfreude feststellen kann, dass es dem Deliquenten nicht gut gehen wird, dass er der Lacherfolg bei Freunden und Bekannten ist.
Soviel aber dann doch, denn sonst wäre ich eine schlechte Berichterstatterin:
Heike hat ihre Rache an ihrem untreuen Fast-Verlobten und sie hat sie richtig. Und sie hat ihren Urlaub mit den Freundinnen in der Türkei, also weit genug entfernt von Robert.
Nur ob ihr die Rache letztendlich wichtig ist, ist eine ganz andere Frage. Und die Tatsache, dass nicht alle Männer von gleichem Schlage wie der verlogene Robert sind und es auf dieser Welt durchaus auch nette treue Menschen gibt und einer davon für Heike bestimmt ist, wird sie erkennen.
So wie einige andere Dinge mehr.
Aber sie hatte ihre Rache - und ganz ehrlich, Robert hat sein Leiden verdient. Er ist das Schwein im Roman.
Manchmal braucht halt ein Roman ein Schwein. So eines wie diesen untreuen Cassanova, der seine Säfte und Hormone nicht kontrollieren kann. Und angreifbar ist. Was die Sache einfacher machte.
Eines wollen wir aber dabei am Rande nie vergessen: Es gibt auch den umgekehrten Fall. Nämlich dass Frauen die untreuen Luder sind, die ihren treuen Lebenspartner betrügen. Kein Thema.
Hier aber eben auch grad kein Thema. Drum ist es auch nur eine Randnotiz, zumindest heute bei diesem Buch.
Fazit:
Frauen rächen besser. Sagt zumindest Kim Schneyder.
Nun gut. Ich gestehe, ich möchte nicht der Mann sein, der ich eh nicht bin, an dem diese Heike sich rächt.
Ich möchte aber auch das Ganze nicht pauschal sehen. So ein Roman umreisst ja nicht jede Lebensart.
Aber er ist witzig. Wirklich witzig. Das ist einer von den Badewannenromanen, wie ich sie mag. Leicht, aber witzig, amüsant und flüssig lesbar.
Kein grosser Roman der Weltliteratur, bei dem man aus dem Denken nicht rauskommt. Aber das war ja nicht zu erwarten, bei dem Titel.
Ich denke, das ist einer von den Romanen, die Frauen in einem Ruck durchschmökern, wenn sie was zum herzhaften Lachen brauchen.
Männer werden ihn nicht lesen. Oder doch. Um vorgewarnt zu sein. Es könnte eine Frau geben, die dieses Rache-Rezept zur Anregung nimmt.
Darum habe ich es nicht näher beschrieben.
Ich werde mich hüten, mehr zu erzählen.
Allen Männern, deren Frauen dieses Racherezept nachkochen, sei gesagt, ich bin gut rechtsschutzversichert. Lasst es also einfach, mich verklagen zu wollen.
Ihr könnt mich auch nicht als Ersatz für Eure verlassene Liebe kriegen.
Das würde ich Euch auch nicht empfehlen. Ich könnte noch raffinierter und subtiler sein.
Und ob ihr das dann wollt?
Frauen rächen besser.
Ein empfehlenswertes Buch der Leichtigkeit. Und des lauten Lachens.
Die Bücherrezensionen bei Amazon.de sprechen für sich. Und sie sprechen eine empfehlende Sprache.
Mein kleiner Bericht endet hier. Ganz einfach, weil ich nicht mehr verraten will, sondern Euch schlicht neugierig machen. Ich finde, man darf nie alles verraten, Ihr wollt ja doch noch lesen. Und um für Euch ein Buch-Bild zu zeichnen, habe ich ja schon mal einiges verraten.
Die Worte drumherum müsst Ihr schon selber zusammenfügen.
Und in meiner KS stehen Zuckerkuchen und Kaffee bereit für die netten Kommentatoren. So wie sich das für einen Sonntag Nachmittag gehört.
In diesem Sinne einen schönen selbigen....:)
Liebe Grüsse,
Anette
Fazit: Das Fazit denkt über das Rache-Rezept intensiv nach
Name des Mitglieds: AnetteW
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


03.04.09
Irgendwie hast Du Dir den falschen Nicknamen gesucht, definitiv....