Entrissen - Katrin Behr
Katrin Behr auf der Suche nach ihrer Identität - Entrissen - Katrin Behr Belletristik
Katrin Behr auf der Suche nach ihrer Identität - Entrissen - Katrin Behr Belletristik

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Kurzbeschreibung: Genre: Biografien & Erinnerungen / Jahr: 2011 / Der Tag, als die DDR mir meine Mutter nahm

 
 

Katrin Behr auf der Suche nach ihrer Identität

Produkt:

Entrissen - Katrin Behr

Datum: 07.11.11

Bewertung:

Vorteile: siehe text

Nachteile: siehe text

Am 14. Oktober 2011 war ich zur Lesung mit Katrin Behr - eine starke Frau, die auch Gefühle zeigt und mich sehr beeindruckt hat.

Ich habe mal wieder eine biografische Erinnerung gelesen, eine Aufarbeitung des Erlebten und ein Stück deutscher Geschichte. Davon möchte ich euch berichten.

Daten zum Buch:
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Droemer (1. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342627566X
ISBN-13: 978-3426275665
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2,6 cm
PREIS: 16,99 Euro

Die Autoren:
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Katrin Behr
wurde 1967 in Gera geboren und lebt heute in Berlin. 2007 gründete sie den Verein "OvZ-DDR e.V. - Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen". Seit 2010 arbeitet sie bei dem Dachverband der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. als hauptamtliche Beraterin für den Fachbereich DDR-Zwangsadoptionen.

Peter Hartl Jahrgang 1961, studierte Journalistik und Geschichte in München und Paris. Seit 1991 ist er als Filmautor und Redakteur an den großen Dokumentarreihen der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte beteiligt. Neben der Fernsehtätigkeit ist er Herausgeber und Verfasser von Büchern, Buchbeiträgen und Presseartikeln.
Quelle: amazon.de

Inhalt und Gliederung:
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Wir befinden uns im Jahr 1972 in Gera zu tiefsten DDR-Zeiten. Unsere Autoin Katrin Behr ist gerade mal vier Jahre alt. Sie wird ihrer Mutter weggenommen, ohne zu wissen, was hier passiert. Man steckt sie gegen den Willen der Mutter in ein Heim. Immer hofft sie, dass ihre Mutter sie da raus holt. Aber das Gegenteil passiert. Sie wird adoptiert und eine Familie, die streng nach dem DDR-Regime lebt, soll nun ihre neuen Eltern werden.

Es muss erst die Mauer fallen, als Katrin Behr nach ihrer Mutter suchen kann. Sie sucht nicht nur ihre Mutter, sie sucht auch ihr Leben, ihre Identität.

Sie erinnert sich, dass es ein kalter Morgen war, als die Männer kamen und ihre Mutter mitnahmen. Auch ihrem Bruder ging es wie ihr, er kam in ein Heim.

Nach dem Fall der Mauer, als sie ihre Mutter sucht und alles Mögliche unternimmt, um Spuren aufzudecken und schließlich zu der Frau findet, die ihre Mutter ist, muss sie feststellen, dass diese Frau so viel mitmachen musst, körperlich und seelisch, dass sie nicht mehr die ist, die sie damals in den 70ern war. Auch findet sie viele viele Schicksale ähnlich ihrem, die ihr während der Suche nach ihrer Identität in den Weg kommen.

Wie viele Kindern sind es, die damals ihren Eltern zwangsweise weggenommen wurden? Ein schreckliches ein erschreckendes Kapitel, welches die Autorin hier anhand ihrer Biografie aufdeckt und sicher viele persönlich anspricht, die gleiches oder ähnliches erleben mussten.

meine Meinung zum Buch:
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Ich finde es sehr gut, dass Frau Behr sich aufgerafft hat, ihre Erlebnisse und Gefühle niederzuschreiben, weil so ein Unrecht nicht in Vergessenheit geraten darf. Zwei Leben wurden hier völlig aus der Bahn geworfen - ja, zerstört. Die Familie wurden beiden genommen und sie mussten so leben, wie der Staat damals es wollte und für sie bestimmte, obwohl die Mutter doch garnichts unrechtes getan hatte ...

Wenn man darüber nur nachdenkt, bekommt man schon eine Gänsehaus ob so viel Ungerechtigkeit.

Katrin Behr erinnert sich von ihrer Kindheit bis in die heutige Zeit hinein und zeigt auf, wie es ihr erging, sie schreibt von ihren Sorgen und Nöten, vom ständigen Hoffen,dass die Mutter sie doch irgendwann dort rausholt und vom Fall der Mauer, als die Suche beginnt.

Das viele noch heute nach ihren wahren Familien suchen ist einfach Wahnsinn.

Ich finde, dass das Buch sehr spannend und aufrüttelnd geschrieben ist.
Es ist nicht nur Biografie einer Frau, sondern es ist ein Stück Geschichte der DDR und des Heute, die aufgearbeitet wird, die nicht unbedingt hasserfüllt, sondern einfach traurig ist, gefühlvoll und herzlich, ehrlich schreibt Katrin Behr, was ihr widerfahren ist, wie es ihr in der neuen Familie erging und wie die Hoffnung an ihr zehrte. Es ist erschütternd, was man zu lesen bekommt und Gänsehaut überfährt einen.

OFfen und ehrlich erzählt uns die Autorin, dass sie sogar in psychotherapeutische Behandlung musste, um alles verkraften zu können, schließlich verlor sie nicht nur die Eltern, sondern auch ihren Bruder, der zu anderen Adoptiveltern gegeben wurde.

Dieses Buch ist ein bewegendes und ehrliches Zeugnis und wir können froh sein, dass es geschrieben wurde.

Prädikat: sehr wertvoll !!!

Fazit: leseempfehlung

Name des Mitglieds: HEIDIZ