Ein Paradies für alle - Justus Pfaue
Lebendige Geschichte - Ein Paradies für alle - Justus Pfaue Belletristik
Lebendige Geschichte - Ein Paradies für alle - Justus Pfaue Belletristik

Erhältlich in: 5 Shops

Kurzbeschreibung: Genre: Romane / Jahr: 2010

 
 

Lebendige Geschichte

Produkt:

Ein Paradies für alle - Justus Pfaue

Datum: 03.02.11, geändert am 26.09.11 (108 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: interessanter historischer Hintergrund, lebendige Charaktere

Nachteile: leider manchmal etwas klischeehaft

Heute möchte ich mal wieder einen Roman vorstellen, auf den ich durch eine Leseprobe aufmerksam wurde. Diese weckte mein Interesse am gesamten Buch und deshalb orderte ich das Exemplar ganz spontan. Mittlerweile habe ich es gelesen und kann nun von meinen Eindrücken berichten.


|| Buchdaten ||


Ein Paradies für alle
Justus Pfaue und Philip Tempel
441 Seiten
gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
erschienen 2010
im Marion von Schröder Verlag
ISBN: 978-3-547-71168-4
Euro: 19,95 (D) 20,60 (A)


Voraussichtlich im November 2011 erscheint die Taschenbuchausgabe des Buchs.


|| Die Autoren ||


Den Autoreninformationen auf dem Schutzumschlag kann man entnehmen, dass Justus Pfaue Jura und forensische Psychatrie studierte. Er arbeitete zunächst als Journalist. Sein erster Roman erschien als Justus Pfaue 25 Jahre alt war. Es folgten zahlreiche Jugendromane, die auch verfilmt wurden. Dazu gehören: "Anna", "Patrick Packard", "Timm Thaler", "Clara" oder "Die Wicherts von nebenan". Das sind aber nur einige Beispiele. Die Auflistung seiner Erfolge ist damit noch nicht vollständig.

Die Informationen zu Philip Tempel sind sehr knapp. Man erfährt aus den Autoreninformationen lediglich, dass der Autor in München lebt und seit 1990 Drehbücher und Romane schreibt.

Quelle: Autorenporträt auf dem Schutzumschlag


|| Inhalt ||


Berlin, 1931

Georg Wertheim, Vorstandsvorsitzender der Wertheim AG, steht auf dem Höhepunkt seines geschäftlichen Erfolges. Die Familie Wertheim betreibt in Berlin ein Kaufhaus, das Luxus für alle Bevölkerungsschichten anbietet. Wer bei Wertheim einkauft, kann sich sicher sein etwas von Wert in sein Heim zu tragen. Die Angestellten sind angewiesen alle Kunden gleich zu behandeln, egal ob es sich um reiche oder arme Käufer handelt. Wertheim gilt als das größte Kaufhaus der Welt und bietet nahezu alles an, was man für Geld erwerben kann. Bei Wertheim wird auch das Personal gut behandelt. Das Betriebsklima ist angenehm und die Bezahlung höher als bei anderen Unternehmen.

Hanna Berger ist die langjährige Lebensgefährtin von Georg Wertheim. Sie ist seine rechte Hand und unterstützt ihn bei der Führung des riesigen Geschäftsimperiums. Den Grund, warum aus den beiden kein Ehepaar werden konnte, halten sie geheim. Nicht einmal der engste Familienkreis soll Hannas Geheimnis kennen.

Die Familie Wertheim ist jüdisch. Diese Abstammung wird dem Familienunternehmen mit Hitlers Machtergreifung zum Verhängnis...


|| Meine Meinung ||


In diesem Roman erzählen Justus Pfaue und Philip Tempel die Geschichte des Wertheim-Konzerns. Zahlreiche Protagonisten dieser Handlung haben also tatsächlich gelebt. Die Autoren weisen in der Nachbemerkung allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sie sich einige Freiheiten für ihre Romanhandlung genommen haben.

Aufgrund der Inhaltsbeschreibung hatte ich erwartet, dass die Handlung sich ausschließlich mit der Machtergreifung Hitlers und den damit verbundenen Auswirkungen für die jüdische Kaufmannsfamilie befassen würde. Dem ist allerdings nicht so. Die Handlung startet zwar im Jahr 1931 und gewährt einen Blick in das erfolgreiche Berliner Kaufhaus, doch in später folgenden Kapiteln blickt man zurück bis zu den Anfängen des Familienimperiums. Man erfährt von den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Familie lebte und durchlebt gemeinsam mit den Protagonisten die einzelnen Stationen zum Erfolg. Dabei gelingt es den Autoren, die jeweiligen Abschnitte eindrucksvoll zu schildern. Man spürt die Atmosphäre der damaligen Zeit und kann sich die beschriebenen Begebenheiten gut vorstellen. Außerdem kann man sich in die Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen fühlen.

Die Erzählung wirkt auf mich eher ruhig, aber keinesfalls langweilig, sondern durchgehend interessant. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Protagonisten haben ihre speziellen Eigenarten, dadurch wirken sie facettenreich und lebendig. Man verfolgt interessiert ihre Handlungen und hat, trotz den eigenen geschichtlichen Kenntnisse, immer die Hoffnung, dass alles ein gutes Ende nimmt.

In die Handlung eingeflochten ist Georg Wertheims große Liebe zu seiner Lebensgefährtin Hanna. Vom ersten Augenblick fühlt er sich zu ihr hingezogen. Sie spielt nicht nur im Privatleben eine große Rolle für ihn, sondern auch im geschäftlichen Bereich. Hanna scheint unfehlbar und unersetzlich zu sein. Trotz all dieser Tugenden wirkt sie sympathisch und neben dem eher zurückhaltenden Georg geradezu erfrischend normal. Das große Geheimnis, das beide an einer Heirat hindert, wird natürlich im Verlauf der Handlung gelüftet. Die Auflösung hatte ich schon vorher befürchtet. Leider konnte sie mich nicht überzeugen, sondern wirkte auf mich eher klischeehaft und unglaubwürdig.

Insgesamt gesehen konnte mich das Buch allerdings durch den interessanten historischen Hintergrund und die lebendigen Charaktere überzeugen. Ganz nebenbei lernt man noch etwas über den Aufstieg und das spätere Ende des Wertheim-Konzerns. Ich bewerte den Roman mit vier von fünf Sternen und empfehle ihn gerne weiter.





Meine Rezensionen erscheinen auf weiteren Portalen unter dem gleichen Nick. Ausnahme LovelyBooks, da bin ich als "Ani" unterwegs.

Fazit: Das Fazit träumt vom größten Kaufhaus der Welt....

Name des Mitglieds: KimVi