Die Welt im Sturm erobert - Tania Aebi
ein aussergewöhnlicher Weg der Erziehnung - Die Welt im Sturm erobert - Tania Aebi Belletristik

Erhältlich in: 4 Shops

Kurzbeschreibung: Genre: Belletristik, Reise & Sport / Jahr: 2004 / Tania Aebi - erste und jüngste amerikanische Weltumseglerin - erzählt erfrischend und geradezu hinreißend die Geschichte ihrer erstaunlichen und in jeder Hinsicht bewegenden 27 000-Meilen-Reise. Sie ist ein ... mehr

Die Welt im Sturm erobert - Tania Aebi ... ein flippiger New Yorker Teenager, der mit seiner Clique die Nächte in den Discos herumhängt, als ihr Vater sie vor die Wahl stellt: ab aufs College oder Weltumseglung - allein. Die 18-Jährige nimmt die Herausforderung an. Aus purer Abenteuerlust, aber auch, um dem Vater zu beweisen, dass sie sehr wohl Stehvermögen hat. Ihre Slup VARUNA ist knapp acht Meter lang. Vom Segeln weiß sie nicht viel mehr als das, was sie sich an Bord der väterlichen Yacht auf einer Atlantik-Überquerung abgeguckt hat. Doch was aus Abenteuerlust begann, wird zu einer Reise der Selbsterfahrung: Stürme, eine Kollision, eine Beinahe-Kenterung, Verletzungen - sie will durchhalten, um jeden Preis, und sie schafft es. Obwohl sie mehrfach in Versuchung gerät, endgültig aufzugeben. Und sie verliebt sich zweimal. Oliver, ein junger Schweizer, ebenfalls einhand unterwegs, ist es schließlich, der Tania, als sie nach New York zurückkehrt, dort bereits erwartet. Sie hat nicht nur ihn, sondern im doppelten Sinne "die Welt im Sturm erobert".

 
 

ein aussergewöhnlicher Weg der Erziehnung

Produkt:

Die Welt im Sturm erobert - Tania Aebi

Datum: 18.01.06

Bewertung:

Vorteile: mitfühlend geschrieben, amüsant

Nachteile: teilweise zieht es sich ein bisschen

Mein zuletzt gelesenes Buch ist das Abenteuer- Buch von Tania Aebi " die Welt im Sturm erobert"
Das Buch las zuerst meine Freundin, aber da ich ja derzeit meine Lesewut habe, fiel mir dieses Buch in die Hände. Tania Aebi war die erste und jüngste amerikanische Weltumseglerin, als Sie im zarten Alter von 18 Jahren in New York Ihre lange Reise startet.
Der Titel der amerikanischen Originalausgabe ist " Maiden Voyage" und wurde von Ingeborg Eggert ins Deutsche übersetzt.

Das Buch kostet bei allen geläufigen Internet- Kaufhäusern ( Amazon ; Bol.de ; Weltbild, etc. ) derzeit 12 Euro. Erschienen ist das Buch im Delius Klasing Verlag, Bielefeld.
Die dritte Auflage des Buches kam im September 2004 auf den deutschen Markt., die erste Auflage kam bereits 1992 in den Buchhandel.

Das Deckblatt des Buches zeigt das Gesicht von Tania Aebi wie es in den blauen Himmel schaut, im oberen Drittel steht der Titel des Buches.

Insgesamt besteht das Buch aus 350 Seiten und unterteilt sich in 11 Kapitel, sowie ein Prolog, einen Epilog, sowie einer kurzen Danksagung. Der Text wird mit insgesamt 19 Farbfotos unterstützt, die sie während Ihrer Reise gemacht hat. Die Bilder sind teils auch von den verschiedenen Landausflügen die sie in den jeweiligen Häfen unternommen hat. Auf den ersten Seiten des Buches ist eine Weltkarte in welcher Sie den Weg gekennzeichnet hat welchen Sie für Ihre Weltumrundung wählte. Außerdem steht dort wie lange Sie für welche Teilstrecke benötigte.

Im Prolog beschreibt Sie Ihre letzten 880 Seemeilen bis sie wieder zu Hause in New York anlegen wird. Sie beschreibt die Gefühle die Sie überkamen nach knapp 3 Jahren auf Weltreise, wie Sie in Ihrem alten zu Hause zurecht kommen wird.

Ihre gewählte Reiseroute war vom Startpunkt New York aus auf die Bermudas , St. Thomas, Panama ( durch den Panama- Kanal), Galapagos- Inseln, Marquesas, Tahiti, Moorea, Samoa, Wallis , Futuna, Vanuatu, Cairns, Thursday Islands, Bali, Christmas Islands, Sri Lanka, Djibouti, Port Sudan, Suez ( Durchquerung des Suez Kanals), Kreta, Malta, Gibraltar und zurück nach New York.

Tania war ein "normaler" New Yorker Teenager, der mit Freunden in Kaufhäusern, Cafés und McDonalds Filialen rumhängte und nicht so recht wusste was sie in Ihrem Leben machen wollte. Als Sie 18 Jahre alt war stellte Sie Ihr Vater vor die Wahl sich endlich ein Collage zu suchen oder eine Weltumrundung mit einen Segelboot zu machen. Um Ihren Vater zu beweisen das Sie keine Angst vor dem Leben habe, wählte Sie die Alternative des Segeltörns. Nach kurzer Suche war ein kleines passendes Segelboot gefunden.
Ohne große Segel- und vor allem Navigationskenntnisse ( alles was Sie vom Segeln wusste , war das sie als Teenager mit Ihrem Vater den Atlantik überquerte). Als einzigen Begleiter eine Katze die Sie " Ginghi" taufte". In Ihrem ersten Hafen eingelaufen machte Sie auch schon erste Bekanntschaften mit anderen Seglern um die Welt und stellte in einen Gespräch fest, das es reines Glück war diesen Hafen angelaufen zu haben, da Ihre Navigation mit den Sextanten falsch war. Den richtigen Umgang mit dem Sextanten lernte Sie also erst nach und nach während Ihrer Reise.

Während Ihrer Reise, die sie allein etwa ein Jahr lang durch die Südsee führte ( allein in Tahiti blieb Sie 4 Monate) verliebte Sie sich zweimal, wobei die erste Liebschaft ohne große Zukunft war, da ihr angebeteter bereits verheiratet war und auch schon ein Kind hatte. Seine Frau war allerdings nicht mit an Bord. Viele Häfen liefen Sie gemeinsam an, bis in einen Hafen in der Südsee seine Frau dazu stieß, in der Tania eine gute Freundin fand.

Während Ihrer Reise verstarb Ihre Mutter nach einen langen Krebsleiden in New Jersey, kurz vor deren Tag unterbrach Sie Ihre Reise um nach New Jersey zurück zu fliegen um die Mutter noch mal zu sehen. Doch auch der Tod Ihrer Mutter konnte Sie nicht abbringen Ihre Reise fortzuführen.

Auch der Tod Ihrer Katze "Dinghi" während eines Landganges, auch sie erlag eines Krebsleiden, war ein weiterer Schock für Tania. Sie hatte aber bereits in einen Hafen vorher ein Katzenbaby an Bord genommen, welches Ihr über Ihren Kummer hin weg half.

Im weiteren Verlauf Ihrer Reise lernte Sie Olivier kennen, einen Schweizer ( Ihre Familie selbst ist schweizer Abstammung), der kreuz und quer durch die Weltmeere segelte , quasi auf einen Selbstfindungs- Trip.
Die beiden kommen sich schon bald sehr Nahe und Olivier begleitete Sie auf Ihrem Weg aus der Südsee bis nach Malta. Er war es auch, der Sie unter anderem bei Ihrer Wiederankunft in New York in die Arme nahm.

Sie erlitt immer wieder Rückschläge in Form einer Kollision mit einer befreundeten Segelyacht bei welcher Ihr Bugkorb beschädigt wurde, oder bei Stürmen welche Segel oder sonstige aufbauten des Schiffes zerstörten , einen Motor der mehr kaputt war als funktionsfähig, mal verletzte Sie sich auf den Boot, was sie beim steuern des Bootes stark beeinflusste. Mehrfach dachte sie kurzzeitig ans aufgeben, doch sie raffte sich immer wieder auf und pflickte Ihr Boot immer wieder zusammen, meist auch unter Mithilfe von Freunden anderer Yachten.
Wenn es wirklich gar nicht mehr weiter ging , kam auch mal Ihr Vater per Flugzeug in die jeweiligen Häfen in der sie mit Ihrem Boot lag, um Ersatzteile, Ersatzsegel oder sonst was zu bringen, meist half er auch gleich bei den nötigen Reparaturarbeiten.

Nachdem Sie in Malta Abschied genommen hat von Olivier, der hier sein Boot wieder an den Eigner übergeben musste, setzte Sie das letzte Teilstück Ihrer Reise wieder allein zurück. Eine beinahe Katastrophe ereignete sich im Mittelmeer als sie beinahe mit einen riesigen Übersee- Tanker kollidierte. Ihr Boot wurde dabei so stark beschädigt das sie ein Seenot- Rettungssignal absetzte, was aber von den in der Nähe befindlichen Schiffen nicht aufgenommen wurde. Mit letzter Kraft und Anstrengung brachte Sie Ihr Boot noch mal halbwegs in Ordnung um noch bis an die spanische Küste zu gelangen. Von dort aus kontaktierte Sie Ihren Vater, der binnen weniger Tage
Mit den nötigen Ersatzteilen vor Ort war um das Boot für die letzte Etappe, der Atlantiküberquerung, wieder herzustellen..

Die Atlantiküberquerung stellte noch mal eine große Herausforderung für Sie dar, da sich starke Stürme mit immer wieder tagelangen Flauten abwechselten.

Um während der ganzen Reise bei Kasse zu bleiben, schrieb Sie Berichte Ihrer Weltumrundung die Sie dem Magazin " Cruising World" zur Verfügung stellte und dafür entlohnt wurde.

Es ist interessant zu lesen, wie Tania im Laufe Ihrer Reise immer reifer wurde, anfangs gestartet mit dem typischen jugendlichen Dickkopf , nach dem Motto " meinen Vater zeige ich es" ging Sie die Probleme immer
Sachlicher an , sie lernte Eigenverantwortung zu übernehmen und die Konsequenz Ihrer Entscheidungen zu tragen. Sie lernte Probleme mit menschlicher Vernunft anzugehen und zu lösen. Sie lernte Ihre erste Liebe kennen, sie musste sich mit dem Kummer auseinander setzen einer geplatzten Liebe, um später Ihren Mann fürs Leben kennen zu lernen.

Es ist mit Sicherheit ein sehr ungewöhnlicher Reifeprozess den Sie durchmachte, und ich denke nicht jeder Vater würde seine 18jährige Tochter allein über alle Weltmeere schicken um diese in das Leben der Erwachsenen einzugliedern. Dieser Vater hat es zwar getan, konnte mich aber nicht bewegen einen ähnlichen Weg für meine Tochter mir auszudenken :)




Fazit:

Durch die Schreibweise, in der Sie immer mal wieder Ihre Gedankenwelt abtaucht, während Sie allein auf der See umhersegelt ist es nicht immer ganz einfach der Geschichte zu folgen, gerade wenn man wie ich viel im Zug auf dem Weg zur Arbeit liest, ist es gar nicht so einfach irgendwo aufzuhören und später an diesem Punkt wieder ins Geschehen reinzukommen. Den Preis für dieses Buch von 12 Euro ist okay und nicht übertrieben.

Das Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen fällt mir nicht ganz so leicht. Ein klassischer Reisebericht ist es nicht, da es auch viel um Ihr Leben, um Ihre Gefühle um Ihr erwachsen werden geht. Ein klassischer Segelroman ist es auch nicht das Sie auch sehr viel auf Ihre Landgänge eingeht. Wobei ich es auch nicht als klassischen Reiseführer einstufe, da sie weniger auf die Länder eingeht als viel mehr auf Ihre Erlebnisse in den Ländern. Es ist wohl viel eher ein , wie ich es immer nenne, " so machte ich dies und das "- Roman.

Es ist ein Buch das sich an einigen Stellen für meinen Geschmack ein bisschen hinzieht. Wer auf solche Erfahrungsberichte steht, wird an diesem Buch mit Sicherheit viel Gefallen finden, die Geschichte ist durchaus interessant, eine 18 jährige Teenagerin , ohne große Segel- Ausbildung geht mit einen kleinen Boot auf eine Weltumrundung, man kann an vielen Stellen echt mitfühlen wie Sie sich gefühlt haben muss.
Aber es bestimmt kein Buch für jedermann, man muss schon solche Bücher mögen.

Fazit: bestimmt kein Buch für jedermann

Name des Mitglieds: zeberus