Die Vergessenen Welten - Band 7 - Das Vermächtnis - Robert A. Salvatore
ein irrsinniger Meuchelmörder - Die Vergessenen Welten - Band 7 - Das Vermächtnis - Robert A. Salvatore Belletristik
ein irrsinniger Meuchelmörder - Die Vergessenen Welten - Band 7 - Das Vermächtnis - Robert A. Salvatore Belletristik

Erhältlich in: 6 Shops

Kurzbeschreibung: Genre: SciFi / Fantasy / Autor(en): R. A. Salvatore, Rainer Gladys / Erscheinungsdatum: Januar 1995 bei Blanvalet

 
 

ein irrsinniger Meuchelmörder

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Die Vergessenen Welten - Band 7 - Das Vermächtnis - Robert A. Salvatore

Datum: 18.10.07

Bewertung:

Vorteile: -

Nachteile: -

Wer die Saga vom Dunkelelf gelesen hat, wird die Geschichte kennen, die in sechs Bänden erzählt, wie der Dunkelelf Drizzt Do’Urden in der unterirdischen Stadt Menzoberranzan aufgewachsen und ausgebildet worden ist. Drizzt ist ein ungewöhnlicher Dunkelelf und kommt in der durch die Spinnengöttin Loth bestimmte Gesellschaft seiner Artgenossen nicht klar. Diese sind nämlich ähnlich kriegerisch und gut gelaunt wie Klingonen, profitsüchtig wie Ferenghi und loyal wie eine Truppe Orks. Kurz und gut: fies und unsympathisch bis zum geht nicht mehr, regiert von den Oberpriesterinnen der Loth und einer perversen Art von Moral. Nachdem Drizzt sich zu einem großartigen Säbelkämpfer gemausert hat, kratzt er die Kurve und schlägt sich an die Oberfläche durch, um dort ein anderes Leben zu führen. Während dies den Niedergang seiner Familie bedeutet und einige mächtige Dunkelelfen mit den Zähnen knirschen, findet Drizzt am Ende in dem Zwergenkönig Bruenor und dessen menschlicher Adoptivtochter Cattie-Brie endlich Freunde.

Möglicherweise hat man dann auch noch „die Vergessenen Welten“ 1-6 gelesen, in denen man Drizzt, Bruenor und Cattie-Brie etwa 20 Jahre später wieder trifft. Hinzu kommen der feige aber pfiffige Halbling Regis, der einen geheimnisvollen Rubin besitzt und später der Barbar Wulfgar. Nachdem in diesen Bänden ein mächtiges Artefakt „der gesprungene Kristall“ aus den Händen fieser Kreaturen entrissen wurde, berichtet die Geschichte, wie Bruenor Drizzt dazu überredet, nach der sagenhaften Mithrilhalle zu suchen, einer Zwergenstadt, in der Bruenor geboren wurde. Einst wurden die Zwerge dort vertrieben und vergaßen den Weg zurück. Bruenor als König will seine Heimat zurück erobern und Drizzt zieht eher unwillig mit ihm.
Ich habe diesen Einstieg gewählt, um deutlich zu machen, daß R. A. Salvatores „Das Vermächtnis“ (The Legacy) als weiterer Band (nämlich Teil 7) der „Vergessenen Welten“ (Forgotten Realms) kein Buch für „Quereinsteiger“ ist. Zumindest sollte man die ersten sechs Teile kennen, wenn nicht sogar alle Teile. Ansonsten glaube ich nicht, daß man die vollen Zusammenhänge versteht, besonders da diese sich wieder mit Drizzt Leben in Menzoberranzan beschäftigen.

Das Buch stammt von Blanvalet, kostet ursprünglich € 8,00 und hat knapp 400 Seiten. Unten habe ich nochmal die einzelnen Bände aufgeführt.
Während die Dunkelelfsaga sich zunächst auf Drizzt konzentriert hat, waren in den ersten 6 Bänden auch Drizzts Gefährten wichtig geworden. Die Figur von Drizzt war zwar immer noch die vordergründigste, trotzdem musste sie zu Gunsten von Wulfgar, Cattie-Brie, Bruenor und Regis etwas zurücktreten, eigentlich nicht schlimm, denn sie machen alle Spaß. Trotzdem hat es mir gefallen, daß in „das Vermächtnis“ Drizzt wieder der Mittelpunkt wurde, inklusive der Passagen, in denen er die Geschichte selbst kommentieren wird – auch wenn diese Kommentare meiner Ansicht nach überflüssig sind und dem Leser nur unnötig ein wenig Denkarbeit abnehmen.

Zu Beginn des Buches nun macht sich Langeweile bei den kampferprobten Figuren breit. Mithrilhalle ist erobert und Bruenor als König muß nun das Leben der Zwerge dort einrichten, dabei holt ihn ein wenig der Alltag ein. Cattie-Brie und Wulfgar wollen heiraten, aber es hängt bereits jetzt der Haussegen schief. Sie ist schließlich als zwergisch erzogen und eine unabhängige junge Frau, während der Barbar Wulfgar auf einmal einen Machokomplex entwickelt. Drizzt bummelt zwischen Mithrilhalle und der Stadt Silbrigmond hin und her, was dazu führt, daß der allgemeine Tratsch ihm eine Liebelei mit der Zauberin Alustriel andichtet. Unerwartet taucht Regis wieder auf – der hatte sich eigentlich als Oberhaupt einer Diebesgilde weit im Süden angesiedelt, scheint aber mal wieder etwas ausgefressen zu haben, was er niemals zugeben würde. Und genau hier wird die Geschichte merkwürdig. Es geschehen seltsame Dinge, die einst guten Freunde geraten in Streit, Regis geht Drizzt aus dem Weg, bekommt Sachen, die ihm sonst lagen nicht mehr hin, stürzt sich aber dafür mit Freuden in jedes Kampfgetümmel und begleitet schließlich sogar freudig Drizzt in die Tiefen der Mithrilhalle um eine verschwundene Zwergenpatrouille zu suchen. Gerade sind er und Drizzt verschwunden, als bei Bruenor das Denken einsetzt – mit Regis stimmt doch was nicht! Und da Dunkelelf und Halbling sich nicht zurückmelden, ziehen auch Bruenor, Cattie-Brie und Wulfgar in die Unterwelt – endlich wieder was zu tun.
Hier passiert endlich das, was ich in den ersten Teilen vermisst habe: Drizzts Artgenossen kriechen wieder aus ihren Löchern und schon wirkt die Grundatmosphäre des Buches um einiges dunkler. Seine nach dem Sturz des Hauses Do’Urden komplett irrwitzig gewordene Schwester Vierna hat Drizzt eine Falle gestellt. Nach wie vor ist er nämlich ein Kandidat für ein wunderbares Kopfgeld und ein begehrtes Opfer zu Ehren der ollen Loth. Wie irrwitzig Vierna ist, zeigt ihre seltsame Allianz mit dem Söldner Jarlaxle und Drizzts Erzfeind Artemis Entreri.

Die Geschichte entwickelt sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Katze und Maus immer wieder die Rollen tauschen, besonders weil sich Vierna, Entreri und Jarlaxle nicht sonderlich grün sind. Ich mag solche Handlungen ganz gern, vor allem da sich die Geschichte zwischen Drizzt und Entreri sich weiter entwickelt, wie in den Bänden zuvor. Diesmal irren aber fast schon zu viele Figuren auf der Suche nach einander durch ein düsteres Labyrinth. Manchmal kommt man sich vor wie in einer durchgedrehten Pacman-Version, mit allerlei Säbelgerassel. Bruenor sucht Drizzt aber auch dessen Feinde, dessen Feinde suchen Drizzt und sich gegenseitig, Drizzt will eigentlich die Kurve kratzen, muß aber Regis retten, seiner Schwester aus dem Weg gehen und Entreri verhauen, der mittlerweile seine eigenen Wege geht, aber auch nicht wirklich entschlossen ist, was besser ist, wieder an die Oberfläche zu kommen oder Drizzt zu piesacken. Etwas wirr, aber gut – dürfte aber auch nicht wirklich länger werden, weil es doch irgendwann mal nervt.
Etwas was auch für Entreri gilt. Der Meuchelmörder hatte mir vorher schon sehr gut gefallen, stellt er doch sozusagen Drizzt negatives Spiegelbild dar. Er hat die fixe Idee, besser zu sein, weshalb er ihn in einem Duell töten muß. Drizzt sieht das anders, aber Entreri hängt ihm an den Hacken, wie die Fliege an einem taufrischen Kuhfladen. Leider ist aber hier auch Schluss mit lustig. Drizzt und Entreri fechten das x-te Duell ohne neue Erkenntnisse – interessant ist die Art von Respekt mit der sie sich behandeln. Aber Entreri macht einfach keinen Spaß mehr, die Figur ist einfach ausgenudelt. Faszinierend dagegen ist undurchsichtige Jarlaxle. Eigentlich ein ausgestoßener unter den Dunkelelfen, als Führer einer Söldner- und Schmugglertruppe aber ein schillernder und mächtiger Mann, der immer für eine Überraschung gut ist.

Auch auf der guten Seite erfolgen Veränderungen. Leider bricht Wulfgars Charakter völlig zusammen. Ich fand den superstarken jungen Barbaren immer schon ein wenig öde, naiv und hohlbirnig – aber so eine hohle Frucht ist er zuvor nicht gewesen. Kein Wunder, dass Cattie-Brie einen dicken Hals hat und lieber mit Drizzt abhängt. Für Stimmung sorgt dagegen ein zwergischen Neuzugang, der Schlachtenwüter Thibbledorf Pwent. Bereits Bruenor ist ein urtümlicher Zwerg, der gern einmal draufhaut und danach erst diskutiert, aber Thibbledorf ist nicht zu bremsen und mäht alles nieder solange er nur heranreicht.
Drizzt, Regis und Cattie-Brie sind dagegen die, die man bereits kennt. Drizzt wird von den üblichen Selbstzweifeln geplagt, will er doch ein lieber Dunkelelf sein, nur man lässt ihn halt nicht – außerdem ist das ja auch langweilig. Cattie-Brie ist immer noch schwer einzuordnen, weil sie so am Rande mitschwimmt. Der Autor hat sich mit dieser Figur noch nicht nennenswert beschäftigt, ich greife aber vor und sage, das wird noch kommen. Regis ist der altbekannte durchtriebene Strolch. Ein kleiner Feigling, der immer erst im Notfall über sich hinauswächst und ein Talent hat, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Er hat aber diesen merkwürdigen Charme, der ihm auch wieder da raushilft.

Auch wenn Salvatore dem Leser die Figuren wirklich nahe bringen kann, finde ich es aber weiterhin störend, daß die Charaktere des öfteren nicht wirklich zu 100 Prozent wieder zu erkennen sind. Ich habe das schon bei Drizzt beobachtet und diesmal bei Wulfgar.
„Das Vermächtnis“ erzählt eine weitere spannende Geschichte aus den vergessenen Welten, die Spaß macht und es versteht mitzureißen und einfach zu unterhalten. Spätestens jetzt habe ich auch begriffen, daß man einfach Band um Band lesen muß, um von Salvatore Antworten zu bekommen. Schließlich warte ich seit 5 Bänden darauf, was mit dem gesprungenen Kristall passiert, der seit dieser Zeit unter einer Schlammlawine verschüttet liegt. Kann doch nicht alles gewesen sein, oder?

Abschließen will ich einmal erwähnen, daß uns Mädelz ja die Abbildungen von Drizzt auf den Buchtiteln gar nicht gefallen. Im Buch steht der soll gut aussehen, also bitte!

Die Saga vom Dunkelelf /Darkelf Trilogy
1) Der dritte Sohn
2) Im Reich der Spinne
3) Der Wächter im Dunkel
4) Im Zeichen des Panthers
5) In Acht und Bann
6) Der Hüter des Waldes

Die Vergessenen Welten / Icewind Dale Trilogy
1) Der gesprungene Kristall
2) Die verschlungenen Pfade
3) Die Silbernen Ströme
4) Das Tal der Dunkelheit
5) Der Magische Stein
6) Der ewige Traum
Die Vergessenen Welten weitere Teile
7) Das Vermächtnis
8) Nacht ohne Sterne
9) Brüder des Dunkels
10) Die Küste der Schwerter
11) Kristall der Finsternis
12) Schattenzeit.
13) Der schwarze Zauber
14) Die Rückkehr der Hoffnung
15) Der Hexenkönig
16) Die Drachen der Blutsteinlande

Die Rückkehr des Dunkelelf
1) Die Invasion der Orks
2) Kampf der Kreaturen
3) Die zwei Schwerter

Fazit: So muss das sein!

Name des Mitglieds: Vampire-Lady

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