

Kurzbeschreibung: Genre: Romane / Jahr: 2002
Krieg auf den Trauminseln.....
Produkt:
Die Südsee - James A. Michener
Datum: 30.04.11
Bewertung:
Vorteile: realistisch, packend, authentisch
Nachteile: sehr pro-amerikanisch, oft auch Nebensächlichkeiten schildernd
James A. Michener Südsee
mit diesem Werk hat Michener seine Erlebnisse als Soldat im Zweiten Weltkrieg aufgearbeitet. In relativ kurzen geschichten ebschreibt er die Gefühle und Stimmungen, aber auch die Abenteuer, die die amerikanischen Soldaten bei ihren Vorbereitungen auf die großen Invasionen auf die Inseln des Pazifiks, v.a. natürlich auf Japan, erlebt und gefühlt haben. Es sind zum Teil lediglich kleine Felsen auf denen sie sitzen und Nachschubwege bereithalten, ohne daß etwas geschieht, wir erleben in diesem Buch aber auch blutige Schlachten, Ängste und Tod.
Ich will in wenigen sätzen auf die einzelnen Kapitel des Buches eingehen. Alle sind unabhängig voneinander,können also auch ducheinander gelesen werden. Sie geben aber doch insgesamt ein beeindruckendes Bild der damaligen Situation.
James A. Michener hat den Pulitzer-Preis für dieses Buch erhalten.
Meuterei - hier beschreibt Michener die Insel Norfolkisland Sie besteht v.a. Aus Nachfahrern der Bounty-Mannschaft ( nicht der Kokosriegel ist gemeint! Meuterei auf der Bounty,
s geht v.a. um die Notwendigkeit für eine Flugzeugpiste die schönsten bäume der Insel abzuholzen. Die Einwohner wehren sich, der Soldat hat seine Pflicht zu tun....
Alligator - wir erleben die Vorbereitung einer großen Invasion der Kuralei- Insel unter diesem Namen. De Name der Insel ist ein Synonym, wahrscheinlich wollte Michener hier keine Geheimnisse preisgeben.Wie das große Inselhopping geheim vorbereitet wird, wie berechnet wird wieviele Kopf- und Bauchschüsse erwartet werden, wie die Lazerettschiffe berechnet werden usw.... die Logistik die hinter einzelnen Operationen steckt, wird erahnbar...
Unsere Heldin - hier wird beschrieben wie die Krankenschwester Nellie irgendwo auf den Neuen Hebriden arbeitet und mit dem Alltag dort zurechtkommen muß. Wie sie in Gefahr ist , angesichts der überwältigenden Männerwelt, wie sie sich für einen Mann entscheidet und doch wieder sehr in Zweifel verfällt....
Trockenfäule - wir sind mit Joe auf einem großen Felsen im Pazifik, der eigentlich nur aus einer großen Landebahn besteht. Salz- und Wassermangel quälen die Soldaten und sorgen für Hautprobleme. Joe verzweifelt fast, er sitzt tatenlos herum, erlebt aber durch die Nachrichten und durchziehende Soldaten, was sich sonst auf der Welt für Heldentaten ereignen. Es fällt ihm schwer zu akzeptieren, dass auch er ein kleines Rädchen in diesem ganzen Weltgeschehen ist. Um sich die Zeit totzuschlagen beginnt er Brieffreundschaften mit Frauen aus den Staaten.
Leidenschaft - hier geht's darum, dass ein abgestürzter aber geretteter Flieger seine Erlebnisse gerne nach Hause mitteilen will. Gleichzeitig ist er als Zensor tätig und ist entsetzt über die sexuellen Inhalte die ein Soldat an seiner Frau zuhause im Brief mitteilt. Er ist prüde und findet dessen Briefinhalt als unanständig, erlebt aber gleichzeitig seinen eigenen Schreibstil im Vergleich dazu als mickrig.....
Das Rollfeld auf Konora - her sind wir dabei wie ein ehrgeiziger Plan gemacht und schließlich auch umgesetzt wird: in 15 Tagen soll auf einer von Japanern besetzten Insel ein Rollfeld entstehen um den Angriff auf Kuralei ( → Alligator) einzuleiten. Recht detailliert werden wir Zeuge der Planung und Durchführung des Unternehmens und des Baues der Lande- und Startbahn.
Wie sie sich verbrüderten - dieses Kapitel ergänzt "Unsere Heldin" um wichtige Informationen. Wir treffen wieder viele Beteiligte aus jenem Kapitel und es geht um beziehungen Im Krieg. Zu einheimischen Inselbewohnerinnen. Um die Schwierigkeiten in jender Zeit, um die Einsamkeit der Männer deren Frauen ja weit weg sind....
Frisco - der Angriff auf Kuralei beginnt. Wir sind an Bord des Landungsbootes LH- 108 und erleben die letzten Stunden vor dem Sturm auf die bewaffneten Stellungen. Wir hören was die Soldaten reden, von was sie träumen, wie sie die verdammte Anspannung verdrängen....
Die Landung auf Kuralei - ist ein detaillierter Bericht der Handlungen während des Angriffes und der Verteidigung der kleinen Insel.Sehr anschaulich schildert Michener weviel Glück letztlich dazugehört ob jemand überlebt oder nicht. Deutlich wird auch das Unausweichliche bei so einem Einsatz. Selten las ich eine dermaßen realistische Schilderung eines Kampfeinsatzes....
Ein Friedhof auf Hoga-Point - nach der Schlacht besucht der Erzähler den amerikanischen Soldatenfriedhof und macht sich seine Gedanken über die Soldaten die da liegen. Ein Friedhofswärter, auch er Armeeangehöriger, quasselt ihn voll .....es geht um Recht und Unrecht, um die Auswahlkrieterien des Todes, um Sterben, um das Ende des Lebens und den sinn den das alles hat oder auch nicht.
Fazit: ein Buch, das schnell dahinfliesst, wegen den relativ kurzen Kapiteln. Michener ist Partei: die Amerikaner wollen die Demokratie, die Japaner (Japse) sind hinterhältig und gemein. Trotzdem wird insgesamt mal wieder sie Sinnlosigkeit des Krieges deutlich. Aber auch die Unausweichlichkeit, wenns dann mal soweit ist. Ich stelle es mir schrecklich vor, wenn du in einem Landungsboot sitzt und auf eine Insel zuschwimmst und dann kommt der Befehl: "alle raus und stürmen!" und schon prasseln die Kugeln gegen die Schotte die sich langsam senken......und genau davon handelt dieses Buch.
Beeindruckend auch, was man sonst nicht so liest in Kriegsromanen, die langen Passagen die die öde und normale Alltagswelt zwischen den eigentlichen Kampfhandlungen schildern. Die endlosen Vorbereitungen von Unternehmen. Soldaten, die fast verzweifeln weil sie da halt rumsitzen müssen und ein Stück Piste beaufsichtigen während andere kämpfen (dürfen).
Oder auch das ganz normale Leben, das auch fern der Heimat weiterzugehen scheint: Paare suchen und finden sich, Eifersucht und Neid schlägt durch, Sexualität drängt nach Erfüllung.
Fazit: gibt ein gutes Bild des Geschehens
Name des Mitglieds: Jatue
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


11.06.11
Ich habe alle Bücher von Michener verschlungen - schade, dass er gestorben ist