

Kurzbeschreibung: Genre: SciFi / Fantasy / Autor(en): R. A. Salvatore, Imke Brodersen / Erscheinungsdatum: Februar 1997 bei Blanvalet
Bob druckst ziemlich herum
Produkt:
Das Lied von Deneir - Band 3 - Die Masken der Nacht - Robert A. Salvatore
Datum: 22.06.09
Bewertung:
Vorteile: die Felsenschulters
Nachteile: schlappe Mörder
R. A. Salvatores "das Lied von Deneir" - Reihe gammelte längere Zeit ungelesen in meinem Regal rum. Ich hatte mich mal entschlossen, auch die anderen Reihen des Meisters zu lesen, weil mich seine Dunkelelfenbände ziemlich begeistert hat. Die Deneir-Reihe spielt in der gleichen Welt den "Forgotten Realms" / "Vergessenen Welten" und in späten Bänden der Dunkelelfenreihe wird noch einmal ein Bezug zu den Deneir-Bänden und deren Figuren hergestellt. So finde ich also ein paar alte Bekannte wieder.
Mittlerweile lese ich den letzten Band der Reihe und es kommt ein wenig Wehmut auf, denn man merkt deutlich, dass der Autor in seinen älteren Werken mehr Schwung in der Feder hatte. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Deneir-Reihe ein gutes Bild von Bob Salvatore als Autor liefert. Jeder Band zeigt eine Facette.
Leider zeigt der dritte Teil "Die Masken der Nacht" nicht die spannendste. Das hat mich ein wenig enttäuscht, weil Teil 2 nach einem eher tranigen Einstieg ein wirklich launiges Büchlein war.
Kurz ein paar Worte zur Vorgeschichte:
Im Zentrum der Handlung steht wieder der junge Kleriker Cadderly. Dieser wuchs als Waise in der "erhebenden Bibliothek" (ein Mittelding aus Kampfschule, Bibliothek, Universität und Kloster verschiedener Götter) auf und führte dort ein etwas langweiliges aber äußerst behütetes Leben. Cadderly ist ein charmanter und neugieriger Lausbube, was ihn als Hauptfigur nicht wirklich spannend machte. Cadderlys langweiliges Leben und seine Kindheit enden mit einer Intrige einer Handvoll von Zauberern die auf der fernen Burg Trinitatis unter der Leitung von Aballister mal wieder die Weltherrschaft planen. Cadderly kann die Folgen dieser Intrige zwar eindämmen, fühlt sich aber schuldig, weil er als Werkzeug diente. Außerdem kämpft er mit der Tatsache, dass er seinen Feind getötet hat, wenn auch mehr aus Versehen. Danach ist Cadderlys Leben nicht mehr das gleiche, seine kindliche Unschuld beginnt zu bröckeln. Als Aballisters Schergen die Elfen bedrohen, zieht er in den Krieg. Der friedliebende junge Kleriker lernt Tod und Verwüstung kennen, womit er als Priester nur schwer umgehen kann. Gleichzeitig beginnen seine magischen Kräfte zu wachsen, die ihm aber fremd bleiben. Und mangels Kampferfahrung fühlt er sich mehr als fehl am Platze.
In Band 3 nun hat sich Cadderly in die Stadt Carradoon zurück gezogen, während seine Freund weiter im Elfenwald kämpfen. Cadderly erlebt einen Abnabelungsprozess, weshalb er sich in der Bibliothek nicht mehr heimisch fühlt. Langsam lernt er seine einzigartigen Fähigkeiten kennen, die ihm der Gott Deneir als seinen Auserwählten auferlegt hat. Dieser Status wird ein Fluch und ein Segen sein, wie er bald merken wird.
Aballister hat von den jungen Priester nun so richtig den Kanal voll. Cadderly muss weg und dafür engagiert man die berüchtigten Nachtmasken, eine Assassinengilde, die ihm mit 20 Mann Besetzung auf den Pelz rücken soll. Während die Assassinen um Cadderly herum in Stellung gehen, hockt dieser ahnungslos und meditierend in seinem Kämmerlein und so ist es ein Glücksfall, dass seine Geliebte Danica und die kampfwütigen Zwergenbrüder Felsenschulter sich zu ihm aufmachen, um nach dem Rechten zu sehen.
Auch wenn das Buch kein solcher Actionkracher ist, wie der zweite Band, sorgen auch hier allen voran die Felsenschulters wieder für dicke Augen. Ihrem Ruf gemäß wüten sie sich im Wechsel durch die Feinde oder liefern dem Leser durchgeknallte Slapstickeinlagen. Auch Danica zeigt ihre übliche Durchsetzungskraft und - was man fast nicht mehr zu hoffen wagte - Cadderly kommt endlich aus dem Quark. So quasi mit Learning bei Doing kommt er seinen wahren Kräften näher und erkennt dessen Quelle Deneir und damit seine Berufung. Ab diesem Teil wurde mir seine Figur dann auch endlich sympathisch. Leider aber wird man von Cadderlys plötzlich recht rasanter persönlicher Entwicklung und seinem drastischen Machtzuwachs ein wenig erschlagen. Für Salvatore ist das aber fast typisch - entweder wandeln sich die Figuren fast rasant, oder aber er lässt sich damit so 5-10 Bände Zeit.
Was mir wenig gefällt, ist aber das Grundthema des Buches - die Bedrohung Cadderlys durch die Nachtmasken. Man stelle es sich mal vor, die Nachtmasken sind eine uralte Assassinengilde, mit ellenlanger Meuchelerfahrung, die 20 Mörder losschickt - durch die sich die Helden des Buches mähen, wie durch Grashalme. Kann man so blöde sein? Ich verstehe weder die Vorgehensweise der Nachtmasken, noch die Notwendigkeit vorher ewige Zeiten hinter Cadderly herum zu spionieren. Da kann man sich doch gleich eine Schild umhängen und "böser Mordgeselle" drauf schreiben. Wenn man diese Art der "Rollenspielliteratur" liest, stimmen des öfteren die Machtverhältnisse nicht ganz. Die Helden hauen sich einfach im Schlaf durch das Fußvolk. Das kann man als Leser durchaus ab und an genießen und meistens kriegt Salvatore das auch ganz gut ausbalanciert, aber hier funktioniert das nicht. Da geht mein Logikalarm an. Ein wenig verschenkt ist daher auch Geist. Geist ist der Anführer der Gruppe und die Idee hinter der Figur finde ich klasse, hätte ihn gern öfter in den Vergessenen Welten gesehen. Geist hat die Fähigkeit mittels eines magischen Artefaktes seine Seele in andere Körper zu versetzen und die ursprünglichen Eigentümer zu verdrängen. Der psychopathische Geist hat sich so eine besonders perfide Methode ersonnen, wie er seine Opfer um die Ecke bringt. Dieser Charakter wäre aber besser zur Geltung gekommen, hätte man auf seinen Anhang verzichtet und ihn als Einzelkämpfer in den Ring geschickt.
Ich glaube, dieser dritte Band musste sein, um Cadderly erwachsen werden zu lassen und dem Leser zu verdeutlichen, dass er nun soweit ist, den großen Aufgaben, die er zu bewältigen hat, wirklich gegenüber zu stehen. Trotzdem hätte es mir besser gefallen, wären die Ereignisse in gestraffterer Version in der Buchreihe aufgegangen, weil die ganze Handlung in "die Masken der Nacht" ein wenig bemüht und in die Länge gezogen wirkt.
Das Lied von Deneir (The Cleric Quintet)
Vol. 1: Canticle, 1991 Band 1: Das Elixier der Wünsche
Vol. 2: In Sylvan Shadows, 1992Band 2: Die Schatten von Shilmista
Vol. 3: Night Masks, 1992 Band 3: Die Masken der Nacht
Vol. 4: The Fallen Fortress, 1993 Band 4: Die Festung des Zwielichts
Vol. 5: The Chaos Curse, 1994 Band 5: Der Fluch des Alchemisten
Fazit: Das Fazit meutert auf der Bounty!
Name des Mitglieds: Vampire-Lady
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


22.06.09
Ich mag Fantasy ja sehr gern aber ich habe mir fest vorgenommen keine neuen Reihen mehr anzufangen...na ch der Beschreibung muss ich das auch nicht unbedingt. Allerdings stand die Dunkelelfen-Sag e schon länger auf meiner Leseliste. Ich warte aber schon ewig auf die Fortsetzung von Martin Scotts "Die Geheimnisse von Turai" der hat sich in seiner Geschichte scheinbar so verzettelt dass er selbst keine Ahnung hat wie er sie entwirren soll *grummel* Grüße von der Katz