Die letzte Flucht - Wolfgang Schorlau
Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall - Die letzte Flucht - Wolfgang Schorlau Belletristik
Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall - Die letzte Flucht - Wolfgang Schorlau Belletristik

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Kurzbeschreibung: Genre: Krimi / Thriller / Jahr: 2011

 
 

Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall

Produkt:

Die letzte Flucht - Wolfgang Schorlau

Datum: 05.10.11

Bewertung:

Vorteile: spannend, sympathische Charaktere, interessantes Thema

Nachteile: manchmal leicht einseitige Betrachtungen

Allgemeine Informationen:
Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall
Broschiert: 351 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (15. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462042793
ISBN-13: 978-3462042795


Klappentext:
Spannung und Aufklärung - diese einzigartige Kombination ist das Markenzeichen der Kriminalromane um den Stuttgarter Privat ermittler Georg Dengler. Beiden Ansprüchen wird Wolfgang Schorlau auch in seinem neuen Roman, in dem es um die Machenschaften der Pharmaindustrie geht, glänzend gerecht. Der sechste Fall führt Georg Dengler nach Berlin. Professor Dr. Bernhard Voss, Arzt an der Charité, wird eines schrecklichen Verbrechens verdächtigt. Sein Verteidiger bittet Dengler um Unterstützung. Dieser steht plötzlich vor einem Abgrund an Manipulationen. Fast beiläufig erzählt Schorlau zugleich eine Geschichte über den Widerstand gegen Stuttgart 21, in dem Denglers Sohn Jakob aktiv ist. "Zwei Jahre lang habe ich über die Pharma - industrie recherchiert", schreibt Schorlau im Nachwort. "Ich kann es nicht anders sagen: Diese Industrie wird von einer beispiellosen kriminellen Energie getrieben."


Über den Autor:
Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den fünf "Dengler"-Krimis "Die blaue Liste (KiWi 870), "Das dunkle Schweigen" (KiWi 918), "Fremde Wasser" (KiWi 964), "Brennende Kälte" (KiWi 1026) und "Das München-Komplott" (KiWi 1114) hat er den Roman "Sommer am Bosporus" (KiWi 844) veröffentlicht und den Band "Stuttgart 21. Die Argumente" herausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. 2010 erschien seine Biografie "Das brennende Klavier. Der Musiker Wolfgang Dauner" bei der Edition Nautilus.


Rezension (zuvor von mir veröffentlicht auf lovelybooks.de):
Inhalt: Der Privatermittler Gregor Dengler kommt grade von einer Fortbildung aus den USA zurück nach Stuttgart, als er von einem Anwalt aus Berlin angerufen wird. Dieser bittet ihn um Unterstützung im Fall Voss. Dr. Bernhard Voss ist angeklagt die junge Jasmin Berner entführt, vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Anwalt, Dr. Lehmann, ist jedoch ein guter Freund von Dr. Voss und davon überzeugt, dass dieser nicht der Täter sein kann, auch wenn das Sperma an Jasmins Leiche eindeutig von ihm ist und zudem Faserspuren einer seiner Anzugjacken an der Leiche gefunden wurden. Dengler entschließt sich den Fall zu untersuchen und fliegt nach Berlin. Dort erfährt er von Lehmann weitere Details zu dem Fall und Dengler muss fesstellen, dass die Ermittler in dem Fall sher gut gearbeitet haben und Voss eigentlich glasklar der Täter sein muss.
Außerdem wird der Europachef des Pharmaunternehmens Peterson&Peterson, Dirk Assmuss, in Berlin entführt. Dieser wird in einem Keller festgehalten und ein maskierter Mann stellt ihm viele Fragen zu dem was sein Unternehmen verkauft und warum. Assmuss wundert sich zwar warum er solche fragen stellt, hofft jedoch möglichst schnell frei zu kommen, da sein Entführer behauptet, dass er ihn laufen lässt, wenn er seine Fragen wahrheitsgemäß beantwortet.

Stil: Der Roman ist in viele sehr kurze Kapitel unterteilt, was die Geschichte zum einen beim Erzeugen der Spannungskurve unterstützt, da man recht schnell wieder aus einzelnen Situationen rausgerissen wurde. Zum anderen steigert es die Geschwindigkeit des Romans, da die Szenen sich so schnell abwechseln. Des Weiteren sind die Beschreibungen relativ bildhaft, aber nicht zu detailliert und die Themen die behandelt werden auf jeden Fall ziemlich interessant, da auch ein gewisser Anteil an politischen und wirtschaftlichen Themen angeschnitten wird.

Meinung: Auch wenn die Informationen, die Schorlau über die Pharmaunternehmen gibt teilweise sehr stark schwarz-weiß gezeichnet sind, finde ich trotzdem, dass das Buch ziemlich gut gemacht ist, denn vor allem die Geschichte, die erzählt wird, d.h. die zwei Kriminalfälle rund um die Entführung von Assmuss und die Nachforschungen Denglers rund um den Fall Voss. Ich fand es richtig interessant langsam immer mehr über die Pharmaunternehmen herauszufinden, denn viele der Infromationen stimme ja weitestgehend schon, auch wenn sie, wie ich durch andere weiß, in vielen Fällen nur die schwarzen Schafe beschreibt und nicht die, die es so handhaben, wie es erlaubt ist.
Auch die Informationen, die neben der Hauptgeschichte zu Stuttgart-21 gegeben werden sind ehrlich interessant und wenn es wirklich so gewesen sein sollte, wie es beschrieben wird, ziemlich schockierend. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich finde, dass die ganze Geschichte um Stuttgart-21 ein wenig verloren im Kontext der gesamten Geschichte wirkt, da es eigentlich gar nichts mit den beiden Fällen zu tun hat und so nebenher erzählt wird. Daher hätte man die ganze Sache auch einfach irgendwie weg lassen können und es hätte an dem Buch eigentlich nicht wirklich etwas gefehlt.
Zudem finde ich es auch richtig gut, dass es in dem Roman noch ein paar sehr lustige Stellen gibt und die Charakter, insbesondere die Hauptcharaktere, wie Dengler, sehr sympathisch sind. Auch der Fall Voss ist sehr interessant gemacht, da gleichzeitig die Beweislast erdrückend scheint und er zum anderen aber eindeutig ein Alibi zu haben scheint, was nur leichte Lücken aufweist, die in irgendweiner Weise dafür sorgen, dass er überhaupt als Täter in frage kommt und es immer noch so viele Kleinigkeiten gibt, die dazu führen könnten, dass sich der Verdacht gegen Voss als haltlos erweist. Alles in allem ist man daher bis zum Ende damit beschäftigt zu rätseln, wer wirklich hinter dem Mord an Jasmin Berner steckt und zudem was wohl die Enführung von Assmuss mit der ganzen Geschichte zu tun hat oder ob die beiden Fälle überhaupt nicht zusammen hängen.
Alles in allem ist es auf jeden Fall ein Krimi, bei dem man richtig gut miträtseln kann und der einem viel neues über die Pharmaunternehmen beibringen kann, auch wenn man nicht alle Informationen für bare Münze und die 100%ige Wahrheit nehmen sollte.

Fazit: Ein echt toller Krimi, bei dem man noch so manches lernen kann.

Name des Mitglieds: Themistokeles