Wo ist Kriemhild
Produkt:
Die Fehde der Königinnen - Eva Maaser
Datum: 18.03.10
Bewertung:
Vorteile: schöne Geschichte
Nachteile: Titel ist irreführend
Allgemeine Infos:
448 Seiten,
8,95Euro (D)
Piper Verlag
ISBN: 978-3-492-25344-4
Erschienen: 26. Juni 2009
Autor (Klappentet):
Eva Maaser, geboren 1948 in Reken (Westfalen), studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie und Kunstgeschichte in Münster. Bisher veröffentlichte sie die erfolgreichen historischen Romane »Der Moorkönig«, »Die Astronomin«, »Der Paradiesgarten«, und zuletzt »Die Fehde der Königinnen«, sowie mehrere Krimis und Kinderbücher.
Inhalt (Klappentext):
Europa im Jahr 566: Königin Brunichild führt einen erbitterten Kampf mit ihrer Schwägerin Fredegunde. Seit Jahren tobt nun schon die Fehde zwischen den beiden Königinnen um Gebietsansprüche, Macht und Ansehen. Brunichild jedoch hat Wittiges, einen jungen Landadeligen, als Verbündeten und treuen Vasallen an ihrer Seite. Er hat sein Herz in der ersten Stunde an die Königin verloren, doch müssen sie ihre unstandesgemäße Beziehung verbergen ... Wie weit wird er in seiner Liebe für sie gehen? Ein lebendiger historischer Roman aus einer Zeit, um die sich bis heute viele Geheimnisse ranken.
Fazit:
"Die Fehde der Königinnen" ist ein historischer Roman, welcher die Geschichte des jungen Landadligen Wittges im 6. Jahrhundert erzählt, der sich mittellos an den Hof des Westgotischen Königs begibt um dort sein Glück zu machen. Dort verliebt er sich in die Prinzessin Brunichild, welche aus politischen Gründen dem fränkischen König Sigibert angetraut wird. Durch die leiseste Hoffnung auf Erwiderung der Gefühle veranlasst macht sich Wittges zusammen mit dem Brautzug auf den Weg in seine neue Heimat. Dort wird er schnell in persönliche und politische Intrigen des Fränkischen Hofes verwickelt. Doch immer wieder beweist er sich aber als treuer Vasall und wird mit einem eigenen Landgut belohnt, wo er sich versucht ein neues Leben fernab der Heimat aufzubauen. Zusammen mit seiner Frau Aletha, welche er aus Strafe für seine anhaltenden Gefühle für Brunichilde heiraten musste, Alexander, einem kastrierter Musiker, und Pontius, ein beinahe-Mönch, baut er sein Gut wieder auf und gibt seinen Untergebenen ein neues Zuhause. Doch dann bricht der Krieg zwischen den fränkischen Brüdern, Sigibert und Chilperich, aus und alles verändert sich.
Das Buch lässt sich gut lesen. Die Zusammenhänge sind unkompliziert hergestellt und die verschiedenen Handlungen kunstvoll miteinander verwoben. Passgenau fügen sch die einzelnen Schicksale ineinander. Mehr kann und soll man nicht von einem historischen Roman erwarten. Leider sah der Herausgeber die beschriebene Handlung wohl nicht als spannend genug an. Warum sonst hätte er im Klappentext und der Beschreibung auf dem Buchrücken eine Verbindung zum Nibelungenlied aufbauen sollen? Ich finde nicht, dass ein Königinnenstreit der Aufhänger der Geschichte ist. Mag ja sein, dass das Nibelungenlied auf die gotischen Bruderkriege zurückgeht aber eine Verbindung mit dem Buch besteht wohl nur indirekt. Umso peinlicher wirkt es, wenn eine künstliche Bindung über die Namen geschaffen werden soll. Wieso muss Wittges als Drachentöter bezeichnet werden? Und der Brautschatz wird auch ein bisschen zu oft erwähnt. Schade, denn diese aufgebaute Erwartungshaltung kann in dem Buch nicht erfüllt werden und wahrscheinlich fanden viele das Buch gut, waren aber enttäuscht, weil sie eine andere Geschichte erwartet hatten.
Fazit: Manchmal ist keine Erwartung besser
Name des Mitglieds: kockritz
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