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Kurzbeschreibung: Autor: Henning Mankell / Genre: Krimi / Thriller / In Wallanders achtem Fall geht es nicht nur darum, ein Computerverbrechen aufzudecken, sondern auch die Brandmauern, die Menschen um ihr Innerstes aufrichten, zu durchbrechen. Zwei junge Mädchen überfallen ... mehr
Wallanders letzter Fall
Produkt:
Die Brandmauer - Henning Mankell
Datum: 06.10.03, geändert am 06.10.03 (114 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Spannend wie immer bei Mankell
Nachteile: ---
Wer meine bisherigen Meinungen zu den Kurt Wallander-Krimis von Henning Mankell gelesen hat, der weiß, daß ich ein großer Fan dieser Reihe bin. Mankell ist in meinen Augen einer der besten zeitgenössischen Krimiautoren (vielleicht sogar der Beste, aber diesen Titel muß er sich wohl mit Ian Rankin teilen). Nachdem ich über alle Romane, die ich bisher von ihm gelesen habe (und das war eigentlich die komplette Reihe um Kommissar Wallander), hier bei dooyoo berichtet habe, wird es nun Zeit für eine neue Rezension. Am 25.09.2003 erschien endlich das letzte Buch aus dieser Reihe als Taschenbuch; natürlich schlug ich gleich zu. Der Titel des Buches ist "Die Brandmauer"; es ist wie die anderen Bücher der Reihe im dtv-Verlag erschienen und hat die ISBN-Nr. 3423206616. Das Buch kostet 11 Euro.
Ehe ich mit einer kurzen Beschreibung des Inhaltes beginne, möchte ich meine Verwunderung über den Titel des Buchs ausdrücken. Natürlich hat der englische Begriff "Firewall" originär die gleiche Bedeutung wie der deutsche Begriff "Brandmauer" - beide bezeichnen eigentlich eine besonders feuersichere Wand, die i.d.R. dann einzuziehen ist, wenn zwei Gebäude direkt aneinander gebaut werden. "Firewall" hat aber zwischenzeitlich auch eine andere Bedeutung, da man damit auch spezielle Sicherheitssysteme bezeichnet, welche Server vor unbefugtem Eindringen von Außen schützen sollen. Der deutsche Begriff "Brandmauer" hat sich hierfür jedoch nicht durchgesetzt. Insofern ist es schon fragwürdig, einen Roman, in dem es um Computerkriminalität geht, "Die Brandmauer" zu nennen. Aber gut...
Kommen wir nun jedoch zum Inhalt.
Eine Reihe von Verbrechen hält die Polizei von Ystad in Atmen:
Zwei 14- und 19- jährige Mädchen rauben einen Taxifahrer aus und verletzten ihn dabei so schwer, daß er wenig später stirbt.
Eine der beiden Täterinnen wird kurze Zeit später in einer der wichtigsten Umspannwerke Ska
nes Tod aufgefunden; ihr dabei bis zur Unkenntlichkeit verbrannter Körper löst einen gewaltigen Stromausfall aus.
Ein Computerexperte wird tot vor einem Geldausgabeautomanten gefunden. Wenig später verschwindet seine Leiche aus der Pathologie und wird abermals am Geldautomaten abgelegt; gleichzeitig hinterläßt der Leichendieb auf der Bahre im Leichenschauhaus ein elektrisches Bauteil, welches mit denen im o.g. Umspannwerk identisch ist.
Kurz darauf wird der Freund der toten 19jährigen ebenfalls tot aufgefunden; er liegt total verstümmelt und um die Antriebswelle gewickelt im Maschinenraum der Fähre von Swinemünde nach Ystad.
Wallander und sein Team kombinieren, daß zwischen all diesen seltsamen Todesfällen ein Zusammenhang bestehen muß. Aber welcher? Lange tapsen die Polizisten im Dunkeln, aber immer deutlicher stellt sich heraus, daß der gemeinsame Nenner irgendwo auf den Rechnern des verstorbenen Computerexperten zu finden sein muß. Nach und nach lüftet sich das Geheimnis und ein schier unvorstellbarer Fall von Computerkriminalität, der durchaus geeignet wäre, die Welt ins Chaos zu stürzen, offenbart sich...
Henning Mankell schafft es mit "Die Brandmauer" wieder einmal, den Leser an das Buch zu fesseln. Hat man es einmal begonnen, so will man es nicht wieder aus der Hand legen. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, daß die größten Verbrechen heute nicht mehr unbedingt mit der Pistole in der Hand verübt werden müssen, sondern daß man sie durchaus auch am Computer verüben kann. Die Verwundbarkeit unserer Zivilisation durch die globale Vernetzung ist sicher kein Einfall Mankells, aber er schafft es, diese Verwundbarkeit hervorragend herauszuarbeiten. Für mich ist "Die Brandmauer" einer der besten Romane von Henning Mankell.
Gleichzeitig markiert dieses Buch auch das Ende einer Ära, denn es ist der letzte Roman über Kurt Wallander. Dies bedeutet jedoch nicht, daß man zukünftig auf Krimis aus Ystad und
Umgebung verzichten müsste, denn zum Ende des Buchs hin offenbart Linda, Wallanders Tochter, ihrer Vater, daß sie in seine Fußstapfen treten und ebenfalls Polizistin werden will. Man darf also gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Den ersten Roman mit Linda Wallander in der Hauptrolle gibt es bereits: "Vor dem Frost". Ich werde bei Gelegenheit sicher hier meine Meinung dazu kundtun.
Fazit:
Name des Mitglieds: squarerigger
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


08.10.03
squarerigger - Ich bin auf alle Fälle dabei, ob ich's einhalten kann? Kommt drauf an ... es gelingt mir nicht immer.