Wenn Welten aufeinander treffen, kann etwas Neues entstehen
Produkt:
Der Wüstenprinz - Patrick Poivre d'Arvor
Datum: 16.02.12
Bewertung:
Vorteile: Nett und flüssig geschrieben. Macht nachdenklich.
Nachteile: Hat mich nicht so vom Hocker gerissen.
Mit dem Erwachsenwerden beschäftigen sich ja recht viele Bücher und da ich selber zwei Söhne beim Großwerden begleitet habe, interessiert es mich schon sehr, wie andere Menschen ihre Kinder behandeln und auf die Welt mit ihren diversen Herausforderungen vorbereiten.
Ich muss gestehen, dass ich zum Glück nie auf den Gedanken verfallen bin, unsere eigenen Kinder könnten einmal unsere Freunde werden. Mir war ziemlich bald bewußt, dass man allerhöchstens irgendwann eine allmähliche Umkehrung des Verantwortungsgefühls füreinander erreichen kann und das das schon eine Menge Arbeit, gegenseitiges Wohlwollen und regelmäßigen Dialog erfordert. Außerdem müssen die "Alten" natürlich auch bereit sein, sich von den Jüngeren umsorgen zu lassen, wenn es notwendig ist. Nicht ganz einfach in unserer heutigen Gesellschaft, die darauf programmiert zu sein scheint, auch mit 80 noch jung, knackig und aktiv zu wirken.
Ich gestehe, ich geniesse es langsam, nicht mehr alles können zu müssen und manches unseren Jungs überlassen zu können. Als sie jung waren, konnten sie sich umgekehrt schließlich aber auch felsenfest darauf verlassen, dass Mama und Papa immer für sie da waren. Wohlgemerkt, ich habe nie das Gefühl gehabt, auf etwas verzichten zu müssen wegen der Kinder, aber ich hätte es ohne mit der Wimper zu zucken getan, wäre es notwendig gewesen. Das Ambiente, in dem der Protagonist des nachfolgend vorgestellten Buches aufwächst, ist mir allerdings fremd und ich denke auch, das das gut so ist. Bilde sich aber jeder seine eigene Meinung. Ich erhebe ganz sicher nicht den Anspruch, als Mutter immer alles richtig gemacht zu haben. Aber meine Familie und meine Kinder hätte ich auf jeden Fall über irgendwelche Abenteuer gestellt.
Doch zunächst:
***Die sachlichen Buchdaten***
Autor: Patrick Poivre d'Arvor
Titel: Der Wüstenprinz
Originaltitel: Petit Prince du Désert
Erschienen: 1. Januar 2009
Verlag: Thiele
ISBN 10: 3851790790
ISBN 13: 978-3851790795
Seitenanzahl: 128
Einband: HC
***Autorenportrait***
Patrick Poivre d'Arvor (* 20. September 1947 in Reims, Frankreich) ist ein französischer Journalist, Autor und Fernsehmoderator.
Nach seiner Schulzeit studierte Poivre d'Arvor am Institut d'études politiques de Paris in Paris Rechtswissenschaften und orientalische Sprachen am Institut national des langues et civilisations orientales. Nach seinem Studium wurde Poivre d'Arvor als Journalist tätig. 1971 erhielt er seine erste Anstellung als Journalist im Hörfunkprogramm von France Inter. 1974 wechselte er zum öffentlich-rechtlichen, französischen Fernsehsender France 2. Von 1975 bis 1983 war er dort als Nachrichtensprecher und Fernsehmoderator tätig. Nach einer kurzen Anstellung am Fernsehsender Canal+ ab 1983 wechselte Poivre d'Arvor 1986 zum Fernsehsender TF1.
Poivre d'Arvor moderierte seit August 1987 die Abendnachrichten Journal de 20 heures auf dem französischen Fernsehsender Télévision Française 1. Das Journal de 20 heures ist in Frankreich die meistgesehene tägliche Nachrichtensendung. Poivre d'Arvor moderierte in Wechsel mit der Journalistin Claire Chazal. 2008 wurde Poivre d'Arvor als Nachrichtensprecher des Journal de 20 heures gekündigt. Seine Nachfolgerin wurde die französische Journalistin Laurence Ferrari. Poivre d'Arvor ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn. Aufgrund der Bulimie eines seiner Töchter und ihres Selbstmordes im Alter von 19 Jahren in einer Pariser Metrostation 1995 engagiert sich Poivre d'Arvor als Autor und Journalist zu diesem Thema.
Seit 2007 ist er UNICEF-Botschafter für die frankophonen Staaten.
Quelle: Wikipedia
***Buchcover und allgemeine Gestaltung***
Ein gut in der Hand liegendes Format. Ansprechendes Coverbild, welches zum Inhalt passt.
Eine Leseprobe ist hier zu finden: www.thieleverlag.com/cms/upload/leseproben/pdf/Les eprobe_Wuestenprinz.pdf
***Mit meinen Worten***
Der Roman "Der Wüstenprinz" von Patrick Poivre d 'Arvor wurde mir freundlicherweise vom Thiele-Verlag, der für seine excellente Auswahl besonderer Bücher bekannt ist, zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.
Der fast 13jährige Jacques vergöttert seine schöne Mutter Yella, die der reizvolle, aber kapriziöse Mittelpunkt jeder öffentlichen Veranstaltung ist. Sein Vater, ehemaliger Eliteflieger der französischen Armee im ersten Weltkrieg und jetziger Chef der Aéropostale in Rabat, und seine Frau Yella lernen anläßlich eines Balls des Generals in Casablancades, zu dem auch Jacques mit darf, Charles Lindbergh kennen, dem vor kurzem der Atlantiküberflug geglückt ist und dem besonders die Frauen zu Füßen liegen.
Dieser Abend bedeutet einen dramatischen und traumatischen Höhepunkt im Leben des jungen Jacques, der sich sogar in zeitweisen Fieberschüben physisch bemerkbar macht. Denn seine Mutter brennt mit Charles Lindgergh durch, sein untröstlicher Vater eröffnet ihm im betrunkenen Zustand, dass er gar nicht sein wirklicher Vater ist. Weiterhin erzählt er ihm, dass seine Mutter ihn als Kleinkind bei Pflegeeltern ließ und ihn im Grunde nur liebt, wie man ein exklusives Schmuckstück oder einen Teddybären liebt. Problemen oder Schwierigkeiten, geschweige denn Verantwortungsgefühlen sei Jacques Mutter einfach nicht zugänglich, da sie selbst zu lebenshungrig sei und ihren Sohn schon bekommen habe, als sie eigentlich selbst noch ein Kind gewesen sei.
Jacques will das einfach nicht glauben und fasst den gefährlichen Entschluß, sich in einem Postsack eines Postflugzeugs zu verstecken, um seiner Mutter nachzureisen und sie zurück zu holen.
Er läuft dabei Gefahr, aus Versehen mit dem Postsack abgeworfen zu werden, erlebt ungesehen hautnah ein Treffen der Piloten mit Antoine de Saint-Exupéry und zu guter Letzt muss das Flugzeug nach einem Unwetter sogar in der Wüste notlanden, wo ein Stamm Tuareg die Besatzung und die Ladung - ergo auch Jacques Postsack - kapert, um Lösegeld zu erpressen und Jacques durch ein Tuaregmädchen, Aman Dina, die erste zarte, selbstlose Liebe erfährt.
***Stilistische Besonderheiten***
Der Roman ist aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers geschrieben und wechselt ins Präsens, wenn es um Jaques geht. Es wird aber nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, was für eine innere Distanz des Lesers sorgt. Man schüttelt denn auch über die kindliche Naivität des Jungen, sich ausgerechnet im Postsack zu verstecken, der ja durchaus früher einfach aus der Flughöhe abgeworfen wurde, den Kopf und zittert mit, ob das alles gut geht. Andererseits rührt aber auch das unerschütterliche Selbstvertrauen des Protagonisten in sich selbst und in einen guten Ausgang seines Abenteuers den Leser an und man wünscht, ihn irgendwie vor Gefahren beschützen zu können.
***Fazit***
Ein ganz guter Roman, der schon ziemlich spannend ist, flott zu lesen und einige Lebensweisheiten unaufdringlich herüber bringt. Manche vergleichen diesen Roman mit "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Beide Romane haben aber nicht so sehr viel gemeinsam, finde ich. Der kleine Prinz ist ja in eine Rose verliebt bzw. will ihr alles recht machen...das ist aber auch das Einzige, was ihn mit dem Jungen Jacques verbindet. Ansonsten ist Jacques ein mehr oder weniger normales Kind wie jedes andere, dem man gerade den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Er handelt einfach, will zu seiner Mutter, ohne sich die Konsequenzen zu überlegen, während der kleine Prinz dem Leser schon fast weiser erscheint als man es je selbst erhoffen kann zu werden.
Das Buch "Der kleine Prinz" ist allerdings meiner Meinung nach ein literarisches, märchenhaft poetisches Werk, was mit normalen Romanen rein gar nichts zu tun hat. Der vorliegende Roman dagegen ist vermutlich und hoffentlich Fiktion, hat aber als Hintergrund ein gesellschaftliches Milieu, welches mir zumindest nicht unbedingt erstrebenswert für das Heranwachsen von Kindern erscheint. Die Erziehungsberechtigten von Jacques sind offensichtlich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um überhaupt wahrzunehmen, was ein Kind für Bedürfnisse hat und erst bei den Tuareg lernt er sowas wie eine Familie kennen und Zuneigung.
Nach dem Lesen ist es schon erstaunlich, wieviel dieses recht schmale Büchlein "Der Wüstenprinz" dann aber doch inhaltlich zu bieten hatte. Es ist - neben der abenteuerlichen und spannenden Seite, die der Roman birgt - eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Liebe in ihren diversen Ausformungen und darüber, was das Loslassen damit zu tun hat. Also ist er eher ein Entwicklungsroman eines Jungen und nicht so sehr ein weises Märchen.
Lesenswert ist er allemal und von mir bekommt er eine Empfehlung für die Lese-Fans unter uns, die sich nicht so mit dicken Büchern anfreunden können oder wollen. Mir fehlt allerdings doch ein wenig der Tiefgang und ich fühlte mich im Ganzen nicht so gepackt von der Geschichte.
Hinweis: Meine Berichte erscheinen auch auf anderen Plattformen, erfüllen deren AGBs in vollem Umfang und dürfen ohne meine ausdrückliche Zustimmung weder in Teilen noch als Ganzes kopiert und veröffentlicht werden.
Herzlichen Dank für das Lesen und Bewerten meines Berichts
Hedwig_2010
Ich muss gestehen, dass ich zum Glück nie auf den Gedanken verfallen bin, unsere eigenen Kinder könnten einmal unsere Freunde werden. Mir war ziemlich bald bewußt, dass man allerhöchstens irgendwann eine allmähliche Umkehrung des Verantwortungsgefühls füreinander erreichen kann und das das schon eine Menge Arbeit, gegenseitiges Wohlwollen und regelmäßigen Dialog erfordert. Außerdem müssen die "Alten" natürlich auch bereit sein, sich von den Jüngeren umsorgen zu lassen, wenn es notwendig ist. Nicht ganz einfach in unserer heutigen Gesellschaft, die darauf programmiert zu sein scheint, auch mit 80 noch jung, knackig und aktiv zu wirken.
Ich gestehe, ich geniesse es langsam, nicht mehr alles können zu müssen und manches unseren Jungs überlassen zu können. Als sie jung waren, konnten sie sich umgekehrt schließlich aber auch felsenfest darauf verlassen, dass Mama und Papa immer für sie da waren. Wohlgemerkt, ich habe nie das Gefühl gehabt, auf etwas verzichten zu müssen wegen der Kinder, aber ich hätte es ohne mit der Wimper zu zucken getan, wäre es notwendig gewesen. Das Ambiente, in dem der Protagonist des nachfolgend vorgestellten Buches aufwächst, ist mir allerdings fremd und ich denke auch, das das gut so ist. Bilde sich aber jeder seine eigene Meinung. Ich erhebe ganz sicher nicht den Anspruch, als Mutter immer alles richtig gemacht zu haben. Aber meine Familie und meine Kinder hätte ich auf jeden Fall über irgendwelche Abenteuer gestellt.
Doch zunächst:
***Die sachlichen Buchdaten***
Autor: Patrick Poivre d'Arvor
Titel: Der Wüstenprinz
Originaltitel: Petit Prince du Désert
Erschienen: 1. Januar 2009
Verlag: Thiele
ISBN 10: 3851790790
ISBN 13: 978-3851790795
Seitenanzahl: 128
Einband: HC
***Autorenportrait***
Patrick Poivre d'Arvor (* 20. September 1947 in Reims, Frankreich) ist ein französischer Journalist, Autor und Fernsehmoderator.
Nach seiner Schulzeit studierte Poivre d'Arvor am Institut d'études politiques de Paris in Paris Rechtswissenschaften und orientalische Sprachen am Institut national des langues et civilisations orientales. Nach seinem Studium wurde Poivre d'Arvor als Journalist tätig. 1971 erhielt er seine erste Anstellung als Journalist im Hörfunkprogramm von France Inter. 1974 wechselte er zum öffentlich-rechtlichen, französischen Fernsehsender France 2. Von 1975 bis 1983 war er dort als Nachrichtensprecher und Fernsehmoderator tätig. Nach einer kurzen Anstellung am Fernsehsender Canal+ ab 1983 wechselte Poivre d'Arvor 1986 zum Fernsehsender TF1.
Poivre d'Arvor moderierte seit August 1987 die Abendnachrichten Journal de 20 heures auf dem französischen Fernsehsender Télévision Française 1. Das Journal de 20 heures ist in Frankreich die meistgesehene tägliche Nachrichtensendung. Poivre d'Arvor moderierte in Wechsel mit der Journalistin Claire Chazal. 2008 wurde Poivre d'Arvor als Nachrichtensprecher des Journal de 20 heures gekündigt. Seine Nachfolgerin wurde die französische Journalistin Laurence Ferrari. Poivre d'Arvor ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn. Aufgrund der Bulimie eines seiner Töchter und ihres Selbstmordes im Alter von 19 Jahren in einer Pariser Metrostation 1995 engagiert sich Poivre d'Arvor als Autor und Journalist zu diesem Thema.
Seit 2007 ist er UNICEF-Botschafter für die frankophonen Staaten.
Quelle: Wikipedia
***Buchcover und allgemeine Gestaltung***
Ein gut in der Hand liegendes Format. Ansprechendes Coverbild, welches zum Inhalt passt.
Eine Leseprobe ist hier zu finden: www.thieleverlag.com/cms/upload/leseproben/pdf/Les eprobe_Wuestenprinz.pdf
***Mit meinen Worten***
Der Roman "Der Wüstenprinz" von Patrick Poivre d 'Arvor wurde mir freundlicherweise vom Thiele-Verlag, der für seine excellente Auswahl besonderer Bücher bekannt ist, zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.
Der fast 13jährige Jacques vergöttert seine schöne Mutter Yella, die der reizvolle, aber kapriziöse Mittelpunkt jeder öffentlichen Veranstaltung ist. Sein Vater, ehemaliger Eliteflieger der französischen Armee im ersten Weltkrieg und jetziger Chef der Aéropostale in Rabat, und seine Frau Yella lernen anläßlich eines Balls des Generals in Casablancades, zu dem auch Jacques mit darf, Charles Lindbergh kennen, dem vor kurzem der Atlantiküberflug geglückt ist und dem besonders die Frauen zu Füßen liegen.
Dieser Abend bedeutet einen dramatischen und traumatischen Höhepunkt im Leben des jungen Jacques, der sich sogar in zeitweisen Fieberschüben physisch bemerkbar macht. Denn seine Mutter brennt mit Charles Lindgergh durch, sein untröstlicher Vater eröffnet ihm im betrunkenen Zustand, dass er gar nicht sein wirklicher Vater ist. Weiterhin erzählt er ihm, dass seine Mutter ihn als Kleinkind bei Pflegeeltern ließ und ihn im Grunde nur liebt, wie man ein exklusives Schmuckstück oder einen Teddybären liebt. Problemen oder Schwierigkeiten, geschweige denn Verantwortungsgefühlen sei Jacques Mutter einfach nicht zugänglich, da sie selbst zu lebenshungrig sei und ihren Sohn schon bekommen habe, als sie eigentlich selbst noch ein Kind gewesen sei.
Jacques will das einfach nicht glauben und fasst den gefährlichen Entschluß, sich in einem Postsack eines Postflugzeugs zu verstecken, um seiner Mutter nachzureisen und sie zurück zu holen.
Er läuft dabei Gefahr, aus Versehen mit dem Postsack abgeworfen zu werden, erlebt ungesehen hautnah ein Treffen der Piloten mit Antoine de Saint-Exupéry und zu guter Letzt muss das Flugzeug nach einem Unwetter sogar in der Wüste notlanden, wo ein Stamm Tuareg die Besatzung und die Ladung - ergo auch Jacques Postsack - kapert, um Lösegeld zu erpressen und Jacques durch ein Tuaregmädchen, Aman Dina, die erste zarte, selbstlose Liebe erfährt.
***Stilistische Besonderheiten***
Der Roman ist aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers geschrieben und wechselt ins Präsens, wenn es um Jaques geht. Es wird aber nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, was für eine innere Distanz des Lesers sorgt. Man schüttelt denn auch über die kindliche Naivität des Jungen, sich ausgerechnet im Postsack zu verstecken, der ja durchaus früher einfach aus der Flughöhe abgeworfen wurde, den Kopf und zittert mit, ob das alles gut geht. Andererseits rührt aber auch das unerschütterliche Selbstvertrauen des Protagonisten in sich selbst und in einen guten Ausgang seines Abenteuers den Leser an und man wünscht, ihn irgendwie vor Gefahren beschützen zu können.
***Fazit***
Ein ganz guter Roman, der schon ziemlich spannend ist, flott zu lesen und einige Lebensweisheiten unaufdringlich herüber bringt. Manche vergleichen diesen Roman mit "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Beide Romane haben aber nicht so sehr viel gemeinsam, finde ich. Der kleine Prinz ist ja in eine Rose verliebt bzw. will ihr alles recht machen...das ist aber auch das Einzige, was ihn mit dem Jungen Jacques verbindet. Ansonsten ist Jacques ein mehr oder weniger normales Kind wie jedes andere, dem man gerade den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Er handelt einfach, will zu seiner Mutter, ohne sich die Konsequenzen zu überlegen, während der kleine Prinz dem Leser schon fast weiser erscheint als man es je selbst erhoffen kann zu werden.
Das Buch "Der kleine Prinz" ist allerdings meiner Meinung nach ein literarisches, märchenhaft poetisches Werk, was mit normalen Romanen rein gar nichts zu tun hat. Der vorliegende Roman dagegen ist vermutlich und hoffentlich Fiktion, hat aber als Hintergrund ein gesellschaftliches Milieu, welches mir zumindest nicht unbedingt erstrebenswert für das Heranwachsen von Kindern erscheint. Die Erziehungsberechtigten von Jacques sind offensichtlich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um überhaupt wahrzunehmen, was ein Kind für Bedürfnisse hat und erst bei den Tuareg lernt er sowas wie eine Familie kennen und Zuneigung.
Nach dem Lesen ist es schon erstaunlich, wieviel dieses recht schmale Büchlein "Der Wüstenprinz" dann aber doch inhaltlich zu bieten hatte. Es ist - neben der abenteuerlichen und spannenden Seite, die der Roman birgt - eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Liebe in ihren diversen Ausformungen und darüber, was das Loslassen damit zu tun hat. Also ist er eher ein Entwicklungsroman eines Jungen und nicht so sehr ein weises Märchen.
Lesenswert ist er allemal und von mir bekommt er eine Empfehlung für die Lese-Fans unter uns, die sich nicht so mit dicken Büchern anfreunden können oder wollen. Mir fehlt allerdings doch ein wenig der Tiefgang und ich fühlte mich im Ganzen nicht so gepackt von der Geschichte.
Hinweis: Meine Berichte erscheinen auch auf anderen Plattformen, erfüllen deren AGBs in vollem Umfang und dürfen ohne meine ausdrückliche Zustimmung weder in Teilen noch als Ganzes kopiert und veröffentlicht werden.
Herzlichen Dank für das Lesen und Bewerten meines Berichts
Hedwig_2010
Fazit: ...schaut auf das Fazit im Text
Name des Mitglieds: Hedwig_2010




25.02.12
huch....ich wollte natürlich "gratulier e" schreiben