Der Ruf des Kiwis - Sarah Lark
Heimweh nach Kiward  Station - Der Ruf des Kiwis - Sarah Lark Romane & Erzählungen

Erhältlich in: 3 Shops

Neuester Testbericht: ... Lesefreude nimmt. Denn natürlich gibt es in den Nachfolgebände häufig handlungserklärende Rückblicke. ### Die Autorin ### Die Autorin... mehr

Heimweh nach Kiward Station
Der Ruf des Kiwis - Sarah Lark

KimVi

Name des Mitglieds: KimVi

Produkt:

Der Ruf des Kiwis - Sarah Lark

Datum: 20.06.09, geändert am 19.06.10 (2444 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: schöne Familien-Saga, flüssiger Schreibstil

Nachteile: einige Längen und Wiederholungen...

In meinem heutigen Bericht möchte ich wieder ein Buch vorstellen. Ausnahmsweise geht es mal nicht um einen Thriller, sondern um den dritten Band einer neuseeländischen Familiensaga. Diesen Band hatte ich mir bereits kurz nach seinem Erscheinen gekauft, doch dann wurde er auf meinem riesigen Stapel ungelesener Bücher geparkt. Dort fiel er mir vor ein paar Tagen, als willkommene Abwechslung zu den von mir bevorzugten Thrillern, wieder in die Hände.


### Buchdaten ###


Sarah Lark
Der Ruf des Kiwis
Taschenbuch
erschienen im April 2009
Bastei Lübbe Taschenbücher
Verlagsgruppe Lübbe
830 Seiten
ISBN: 978-3-40-16261-1
Euro 9,95


### Die Bestsellertrilogie ###


Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten, in sich abgeschlossenen Band einer Bestsellertrilogie. Die Trilogie schildert eine neuseeländische Familiensaga, deren Hauptprotagonisten ihre Wurzeln auf der riesigen Schaffarm Kiward Station, in den Canterbury Plains haben.

Band I. Im Land der weißen Wolke - ISBN 978-3-404-15713-6 - Euro 8,99

Lady Gwyneira ist die Tochter eines walisischen Landadligen. 1852 bricht sie in ein neues Leben auf, denn sie ist dem Sohn eines neuseeländischen Schafbarons zur Frau versprochen. Da Gwyneira sich das ungezwungene Leben auf einer Schaffarm in den glühensten Farben ausmalt, freut sie sich darauf bald an der Schaf- und Hundezucht teilzuhaben.
Bereits auf der Überfahrt lernt sie die Erzieherin Helen kennen. Diese ist ebenfalls auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Ehemann. Trotz gewisser Standesunterschiede entsteht eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden, obwohl sich ihre Wege bereits nach der Ankunft in der neuen Heimat trennen. Beiden steht eine Reihe von Ernüchterungen bevor, denn ihre Lebenswege gestalten sich zunächst anders als erwartet. Die Farm von Helens Ehemann entpuppt sich als sehr armselig und das Leben dort ist hart und entbehrungsreich.
Auch Lady Gwyneiras Leben gestaltet sich längst nicht so ungezwungen wie erhofft, denn Schafbaron Warden erwartet, dass Gwyneira bald einen Erben zur Welt bringt. Als Gwyneira seine Erwartungen in dieser Hinsicht nicht erfüllt, greift der Schwiegervater zu drastischen Massnahmen.

Der Beginn einer Familiensaga vor der atemberaubenden Kulisse Neuseelands. Das Leben der ersten Siedler in diesem Land, ihre menschlichen Verwicklungen wie Hass, Neid, Freundschaft und Liebe und ihr Zusammenleben mit den Maoris bilden den Grundstein der Trilogie.

Band II. Das Lied der Maori - ISBN 978-3-404-15867-6 - Euro 8,99

1893 nimmt die Familiensaga ihre Fortsetzung. Die Freundschaft zwischen Gwyneira und Helen hat all die Jahre und Schicksalschläge überdauert. Mittlerweile sind beide bereits Großmütter und deshalb geht es in diesem Band der Trilogie um ihre Enkelinnen Kura-Maro-Tini und Elaine.
Elaine verliebt sich in William Martyn, den Sohn eines irischen Landadligen. Auch er scheint ihre Gefühle zu erwidern, doch da stattet die talentierte und wunderschöne Kura-Maro-Tini, Elaines Familie einen Besuch ab. William Martyn gerät in den Bann der hochbegabten Musikerin und erliegt ihrem attraktiven Äusseren, bald würdigt er Elaine keines Blickes mehr. Denn Kura hat nicht nur äusserliche Reize, auch ihr Erbe - die Schaffarm Kiward Station interessiert William Martyn brennend.

Band III. Der Ruf des Kiwis

1907 beginnt der dritte, in sich abgeschlossene Band der Bestsellertrilogie.


Alle Bände sind durchaus einzeln lesbar, da die Handlung in sich abgeschlossen ist. Dennoch kann ich eine Einhaltung der Reihenfolge nur empfehlen, da man sich sonst viel von der Spannung und Lesefreude nimmt. Denn natürlich gibt es in den Nachfolgebände häufig handlungserklärende Rückblicke.



### Die Autorin ###


Die Autorin wurde 1958 in Bochum geboren und lebt nun in Spanien. Sie studierte Geschichte und Literaturwissenschaften und promovierte. Ausserdem arbeitete sie jahrelang als Reiseleiterin und entdeckte so ihre Begeisterung für Neuseeland und die atemberaubenden Landschaften bereits früh.

Unter dem Pseudonym Sarah Lark veröffentlichte die erfolgreiche deutsche Schriftstellerin die Neuseelandsaga.

Die gleiche Autorin veröffentlichte unter dem Pseudonym Ricarda Jordan den historischen Roman " Die Pestärztin " .


Quelle: Autorenporträts der Verlagsgruppe Lübbe und Informationen im Buch.


### Inhalt ###



Der dritte Band der Familiensaga startet im Jahre 1907 auf der Schaffarm Kiward Station in den Canterbury Plains. Hier wächst Gloria Martyn, die Tochter von Farmerbin Kura-Maro-Tini und William Martyn, bei ihrer Urgroßmutter Lady Gwyneira auf. Ihre Eltern zeigen kein großes Interesse an der Tochter und dulden daher den relativ ungezwungenen Erziehungsstil der alten Dame. Gloria findet bei ihrer Urgroßmutter und deren Sohn Jack Rückhalt, Liebe und Geborgenheit. All dies können Kura-Maro-Tini und William nicht an ihre Tochter weitergeben, da Kuras Karriere als Sängerin und gefeierte Maori-Künstlerin, für die beiden stets im Vordergrund steht und sie sich bereits jahrelang auf Europatournee befinden.
Doch nach all den Jahren der Vernachlässigung besinnen sich die beiden auf ihr Kind und beschliessen die bisher verborgene künstlerische Ader in Gloria zu wecken. Deshalb melden sie Gloria auf einem englischen Internat an und bitten Gwyn, Gloria auf die Überfahrt zu schicken. Lady Gwyn hat große Bedenken, denn Gloria liebt das unkonventionelle Leben auf der Schaffarm, die Arbeit mit ihren Hunden und ihr Pferd. Sie zeigt Interesse und Geschick an der späteren Leitung von Kiward Station, doch von künstlerischer Begabung oder einem feingliedrigen und damenhaften Äusseren kann man bei Gloria nicht sprechen. Deshalb halten Lady Gwyn und Jack das englische Internat für völlig ungeeignet. Doch Gwyn hat Angst vor Kura, denn die Erbin könnte Kiward Station jederzeit verkaufen, da es ihr gehört und so die komplette Familie heimatlos machen. Deshalb fügt sie sich schweren Herzens den Wünschen ihrer Enkelin und schickt Gloria auf die Reise nach Europa.

Um Gloria das Leben in England zu erleichtern, schickt Lady Gwyn Glorias Großkusine Lilian in das gleiche Internat. Die lebenslustige und unkomplizierte Lilian ist die Tochter von Elaine und Tim Lambert. Im Gegensatz zu Gloria kann sie sich in der englischen Schule einleben und schließt schnell Freundschaften. Da Glorias Begabungen nicht im künstlerischen Bereich liegen und sie sich durch Statur und Wesen sehr von den anderen Internatschülerinnen unterscheidet, werden die Jahre in der Schule für sie zur Qual. Glorias Lehrer und auch ihre Eltern sind sehr enttäuscht und auch die Mitschülerinnen nutzen jede Möglichkeit aus, um sie zu quälen. Auch Lilian kann sie nicht vor den Schikanen der anderen Mädchen bewahren. Die romantisch veranlagte Lilian lernt bei einem Ausflug einen jungen Mann kennen, doch vor dem ersten Rendesvouz der beiden, bricht der Krieg aus und Lilian wird zurück nach Neuseeland geholt.

Entsetzt stellt Gloria fest, dass ihre Eltern sie nicht mit Lilian auf die Heimreise schicken. Im Gegenteil , sie soll die grossartige Kura Martyn auf Tourneen begleiten. Obwohl sie die Eltern laufend enttäuscht und ihnen nichts recht machen kann, wird Gloria dazu gezwungen mit ihnen nach Amerika zu reisen und dort den Krieg abzuwarten und an Kuras Erfolg zu arbeiten. Glorias künstlerisches Unvermögen macht sie zum Gespött des Tour-Ensembles. Doch die Eltern denken gar nicht daran, Gloria die Heimreise nach Neuseeland zu erlauben und deshalb beginnt sie Kura und William zu hassen. Schließlich fast sie den Entschluss, die Heimreise allein und ohne Geld zu wagen.

Auch Jacks Leben in Neuseeland verläuft nicht ohne Komplikationen. Er macht sich große Sorgen um Gloria und erhält nur nichtssagende Briefe von ihr, die unmöglich aus ihrer Feder stammen können. Nach Kriegsausbruch meldet er sich zum Entsetzen seiner Mutter freiwillig beim ANZAC (Australian and New Zealand Army Corps) und landet so in den Schützengräben Gallipolis, einer der blutigsten Schlachten des ersten Weltkriegs.

Währenddessen leitet Lady Gwyn trotz ihres hohen Alters die Geschicke der Schaffarm Kiward Station. Doch Jacks Abwesenheit nutzt der Maori Häuptling Tonga aus, um seinen Einfluss und seinen Landbesitz zu vergrößern. Noch längst hat er die Hoffnung nicht aufgegeben das Land der Schaffarm wieder in einen Besitz zu bringen.


### Eindrücke ###


Der Schreibstil der Autorin ist , wie in den vorangegangenen Bänden, gewohnt flüssig und deshalb konnte ich die etwas über 800 Seiten innerhalb weniger Abende lesen. Es ist sicher hilfreich die beiden ersten Bände zu kennen, aber nicht zwingend notwendig. Denn die Autorin liefert Erklärungen über familiäre Hintergründe und bisher erlittene Schicksalschläge. Da ich die komplette Trilogie in der richtigen Reihenfolge gelesen habe, fand ich die dauernden Erklärungen und Rückblicke schon etwas langatmig. Ich sehe aber ein, dass sie nötig sind um die Bände einzeln lesen zu können. Die Schicksale und Protagonisten werden vielschichtig geschildert und auch die Landschaft Neuseelands kommt nicht zu kurz. Beim Lesen musste ich mich nicht besonders stark konzentrieren, deshalb eignet sich das Buch wunderbar für ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa oder als Urlaubslektüre. Nicht besonders anspruchsvoll, aber das ist bei dieser Trilogie nicht negativ gemeint.

Die Protagonisten sind ganz unterschiedlich und werden detailliert mit all ihren Fehlern und Schwächen, aber natürlich auch Charakterstärken beschrieben. Sie wirken dadurch menschlich und man erhält einen guten Einblick in ihre Gedanken und ihr Handeln. Obwohl ich manch Handlungsweise nicht immer nachvollziehen konnte.

In diesem Buch laufen mehrere Handlungsstränge nebeneinander. Durch das Schicksal werden sie miteinander verknüpft oder gelöst. Ich bin ja wirklich kein Freund von Liebesromanen und Herz-Schmerz-Geschichten. Auch wenn sich die Inhaltsangabe und meine Beschreibung vielleicht danach anhören, hält sich der Romantikanteil zum Glück im erträglichen Rahmen. Denn es handelt sich um eine mehrere generationenübergreifende Familiensaga, bei der es selbstverständlich auch Liebesromanzen gibt, aber auch Hass,Verzweiflung, Fehden, Freundschaft, Schicksalschläge und die Kriegserlebnisse von Jack McKenzie. Auch das Leben auf der Schaffarm und die Arbeiten mit den Tieren, die Leitung und Arbeit in einem Bergwerk und der langsame Einzug des Automobils wird thematisiert.

Im Nachwort geht die Autorin auf das recherchierte Netz der im Buch verwendeten Fakten ein. Denn in ihm sind die fiktiven Personen der Handlung eingebettet. So wird man über die Recherche und die Ergebnisse der Autorin hinsichtlich der blutigen Schlacht vor Gallipoli informiert und die abweichenden Bräuche der Maori-Kultur und ihre ganz unterschiedlichen Traditionen und Rituale.


### Meine Meinung ###


Fesselnd und facettenreich wird diese neuseeländische Familiensaga auf der Rückseite des Covers beschrieben. Im Großen und Ganzen kann ich dem auch zustimmen, denn die unterschiedlichen Handlungsstränge und die Schicksale der beschriebenen Akteure, werden spannend und flüssig erzählt. Dadurch und auch durch Rückblicke in die Vergangenheit und damit also auch in die Vorgängerbände, hatte ich keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen. Deshalb konnte ich das nicht gerade dünne Buch auch an wenigen Abenden auf der Couch durchlesen. Doch zu einigen Längen kam es durch die kontinuierlichen Wiederholungen dennoch, denn auch einige Details aus diesem aktuellen Band, werden meiner Meinung nach zu oft erwähnt und nerven dadurch. Von den über 800 Seiten hätte man sicherlich einige einsparen können.

Die Figuren wirkten auf mich fast immer menschlich und authentisch. Doch einige Handlungen Glorias und auch das Verhalten, das ihre Urgroßmutter Lady Gwyn ihr gegenüber an den Tag legt, kann ich stellenweise nur schwer nachvollziehen. Dadurch wirkten einige Teile unglaubwürdig und zu stark konstruiert. Auch die immer wieder erwähnte Familienähnlichkeit, zwischen Lady Gwyn und ihrer Tochter Fleurette, die sich auch später im Aussehen von Elaine und deren Tochter Lilian niederschlägt und die ständigen Hinweise darauf, wirken allzu beharrlich und gewollt. Denn ich hatte auch ohne diese und andere dauernde Hinweise verstanden, dass Gloria nicht so agil, liebenswert und damenhaft schön auf andere wirkt und Lilian gegenüber stark abfällt, da sie keinem gängigen Schönheitsideal entspricht. Auch ihrer schönen und erfolgreichen Mutter kann Gloria scheinbar nicht das Wasser reichen, trotz dieser dauernden Hinweise auf das schwere Los der armen Gloria, war diese Hauptprotagonistin und einge ihrer Handlungsweisen mir nicht besonders sympatisch. Doch aufgrund der leichten und flüssigen Unterhaltung konnte ich auch über dieses Manko hinweglesen. Denn durch die unterschiedlichen Handlungsstränge beschäftigt man sich ja nicht nur mit der Urenkelin Gwyneiras und ihren Problemen, denn auch die Schicksale der anderen Familienmitglieder werden ausgiebig beschrieben.

Ich lese gerne Bücherserien oder Familiengeschichten in denen ich bekannte Protagonisten und ihre Weiterentwicklung verfolgen kann, da es mir gefällt auf "alte Bekannte" aus bereits gelesenen Bänden zu treffen. Dieser Aspekt wurde in der kompletten Bestsellertrilogie mehr als zufriedenstellend erfüllt.

Obwohl mir dieser Band der Trilogie nicht ganz so gut gefallen hat, wie die beiden Vorgänger, kann ich ihn allen Fans der Bücherserie empfehlen. Wer bisher noch kein Buch aus dieser Neuseeland-Saga gelesen hat, sollte allerdings mit dem ersten Band starten und die Reihenfolge einhalten. Kein Muss - aber ratsam.


### Mein Fazit ###


Auch der dritte Band der Familien-Saga bot ein kurzweiliges und unterhaltsames Lesevergnügen. Trotz einiger Längen und Wiederholungen vergebe ich vier Bewertungssterne, da die Saga mir insgesamt gesehen sehr gut gefallen hat und sich für gemütliche Schmökerstunden auf der Couch oder im Liegestuhl hervorragend eignet. Für mich war dieses Buch mal wieder eine willkommene Abwechslung zu den sonst von mir bevorzugten blutrünstigen Thrillern.

Fazit: Das Fazit wollte eigentlich einen kurzen Buchbericht schreiben....

Weitere Testberichte: im Bereich Romane & Erzählungen