Grisham bessert sich wieder
Produkt:
Der Richter - John Grisham
Datum: 29.08.03, geändert am 29.08.03 (33 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Endlich wieder ein guter Grisham
Nachteile: ---
Im Laufe der letzten Jahre habe ich etliche Bücher gelesen, angefangen von seinen frühen Werken wie "Die Jury" und "Die Firma" bis hin zu seinen jüngeren Werken wie "Das Testament". Dabei stellte ich fest, dass seine Bücher immer mieser wurden. Waren die Bücher am Anfang noch packend und fesselnd, so waren sie später einfach nur noch vorhersehbar und langweilig.
Entsprechend skeptisch war ich, als mir sein neuestes Werk "Der Richter", erschienen im Heyne-Verlag, ISBN-Nr. 3-453-86980-X, welches ich für 9,95 Euro erworben hatte, in die Finger fiel. Erfreulicherweise wurde ich von diesem Buch nicht enttäuscht, im Gegenteil, es war sehr erfrischend zu lesen.
Wie die meisten Werke von Grisham spielt auch "Der Richter" im Süden der USA. Richter Atlee, ein Kleinstadtrichter, liegt im Sterben und zitiert seine beiden Söhne zu sich, scheinbar um den Nachlass zu regeln. Doch als Ray Atlee im Haus des Vaters eintrifft, findet er ihn tot vor - und nicht nur das, so ganz nebenbei findet er auch rund 3 Mio. US-Dollar in bar vor, die sein Vater im Haus versteckt hat.
Die Herkunft dieses Geldes ist Ray absolut unklar, denn sein Vater war ein völlig integrer, nicht korrupter Jurist, der sein ganzes Vermögen zeitlebens für wohltätige Zwecke geopfert hatte. Auch Freunde des Verstorbenen haben keine Erklärung für das Vermögen. Um es vor der Erbschaftssteuer und seinem drogensüchtigen Bruder zu verstecken, nimmt Atlee das Bargeld an sich und versteckt es. Da niemand von der Existenz des Geldes zu wissen scheint, rechnet er nicht damit, dass ihm jemand auf die Schliche kommt.
Doch dann geschehen seltsame Dinge: er erhält anonyme Briefe und Anrufe, in seine Wohnung wird zwei Mal eingebrochen, auf das Flugzeug, an dem er beteiligt ist, und auf das Anwesen seines verstorbenen Vaters werden Brandanschläge verübt. Atlee beschließt, die Quelle des Geldes ausfindig zu machen...
Mehr möchte ich hier üb
er den Inhalt nicht verraten, um nicht jegliche Spannung zu nehmen. Fakt ist jedoch, dass es Grisham endlich wieder mal gelungen ist, ein Buch zu schreiben, bei dem nicht schon von Anfang an vorhersehbar ist, wie es am Ende ausgehen wird. Im Gegenteil, der Schluss ist mehr als überraschend. Das Buch ist erfrischend locker zu lesen, wird an keiner Stelle langweilig und sorgt immer wieder für neue Überraschungen. Insofern kann ich es durchaus weiterempfehlen und vergebe daher vier von fünf möglichen dooyoo-Sternen.
Bleibt zu hoffen, dass dieses Buch eine Wende im Grishams Schreibstil bedeutet, dass er von nun an wieder die packenden, fesselnden, spannenden Bücher schreibt, die ihn zu Beginn seiner Karriere
Fazit:
Name des Mitglieds: squarerigger
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik



01.09.03
Gerade "Das Testament" ist für mich eines von Grishams mieseren Werken. Du solltest vielleicht wirklich mal eines seiner frühen Werke lesen, die gefallen Dir sicher.