Die Midkemia Saga - Band 1 - Der Lehrling des Magiers - Raymond E. Feist
Irgendwie überschätzt - Die Midkemia Saga - Band 1 - Der Lehrling des Magiers - Raymond E. Feist Belletristik

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Kurzbeschreibung: Genre: SciFi / Fantasy / Autor(en): Raymond E. Feist, Dagmar Hartmann / Erscheinungsdatum: Dezember 1994 bei Blanvalet

 
 

Irgendwie überschätzt

Produkt:

Die Midkemia Saga - Band 1 - Der Lehrling des Magiers - Raymond E. Feist

Datum: 19.06.00, geändert am 19.06.00 (21 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Routinierte Schreibe

Nachteile: Miserable Charakterführung; Logische Fehler

Die Midkemia-Saga, von der dies der erste Band ist, gilt als eines der großen Werke der Fantasy. Sowohl die Deutsche als auch die englische Version hebt sich sprachlich auch ziemlich weit vom Durchschnitt ab. Der Leser wird sofort ins Geschehen einbezogen und kann früher oder später bestimmt die eine oder andere Hauptfigur gut leiden.
Was allerdings auffällt ist, daß es nur gute Menschen gibt. Selbst der Oberbösewicht, der im ersten Teil der Saga den König in den Wahnsinn treibt, den schwerkranken Thronfolger in eine feuchten Kerker sperren läßt und damit einem grausamen Tod überantwortet; der im großen Krieg gegen die Invasoren seine eigenen Landsleute abschlachten läßt, um an die Macht zu kommen, ist eigentlich ein integerer Mensch - wie Feist uns im zweiten Teil der Saga zeigt. Das er der Tochter des von ihm ermordeten Thronfolgers zwangsehelichen wollte und einen Geheimdienst, der nichts anderes als ein Killerkommando ist, zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung nutzt, war wahrscheinlich nichts als ein Versehen.
Naja.. dann ist da noch der "geniale" und ach so "kalte" Stratege Arutha, seines Zeichens 3. Thronfolger des Reiches, der wirklich keine Dummheit ausläßt, um sein Leben und sein Reich in Gefahr zu bringen. Ganz davon abgesehen, daß die hochanständigen Helden sich eng mit einem Piratenkapitän verbrüdern, der seinen Lebensunterhalt bis dahin mit dem Überfall auf Handelsschiffe und dem Abschlachten der Besatzung verdient hat.
Und dann wären da noch die Frauen, die zwar recht mannigfaltig vorehanden sind, aber alle den gleichen Charakter haben. Flachere Charaktere habe ich selten gesehen.
Oh, fast hätte ich die Elbenkönigin vergessen, die zwar schon Jahrhunderte alt und extrem mächtig ist, aber eine Unsicherheit im Umgang mit Männern an den Tag legt, der einer 19-Jährigen angemessen wäre.
Der einzige wirklich gut gemachte Teil ist die Ausbildung des Magiers Puk in der Akademie der Fremden.

Fazit: Maßlos über
schätztes Massenprodukt mit miserabler Charakterführung und logischen Fehlern, aber so routiniert geschrieben, daß ich es bis zum Ende gelesen habe. Dennoch alles andere als empfehlenswert.

Fazit:

Name des Mitglieds: EchtBianca