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Kurzbeschreibung: 960 Seiten - Ehrenwirth, Mchn. Erscheinungsdatum: September 2002 ISBN: 343103439X
Historienroman vom Feinsten
Produkt:
Der König der purpurnen Stadt (Gable, Rebecca)
Datum: 11.03.10, geändert am 14.09.10 (114 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr gut recherchiert und erzählt
Nachteile: Das Ende hat einen ganz leichten Kitschfaktor
Nachdem mich die zuletzt gelesenen Bücher nicht so wirklich überzeugen konnten, ich keine Lust auf meine heiß geliebte Fantasy hatte und die Zeit bis zum nächsten Leseexemplar überbrücken musste, hab ich mich bei meinen alten Lieblingsbüchern umgesehen und bin schließlich bei diesem hier hängen geblieben:
***Die Daten zum Buch***
Titel: Der König der purpurnen Stadt
Autor: Rebecca Gable
Verlag: Ehrenwirth
Seitenzahl: 960
Preis: 24,90 Euro (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3431034394
***Die Autorin***
Rebecca Gable, Jahrgang 1964, studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.
Heute arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin.
Sie lebt mit ihrem Mann in einer ländlichen Kleinstadt am Niederrhein.
Nach den beiden Bestsellern Das Lächeln der Fortuna und Das zweite Königreich ist dies ihr dritter historischer Roman.
***Zum Inhalt***
London 1330: Der achtzehnjährige Jonah ist Lehrjunge bei seinem Cousin, dem Tuchhändler Rupert Hillock. Der ist jedoch nicht nur trunksüchtig, sondern auch eifersüchtig auf Jonah, dem alles leicht von der Hand geht und der von der Großmutter Cecilia bevorzugt wird.
Als diese stirbt und Jonah ein nicht unbeträchtliches Vermögen hinterlässt, wird dieser zum jüngsten Mitglied in der Geschichte der Tuchhändlergilde.
Als er das Leben der Königin Philippa rettet, die er zusammen mit ihrem Gatten König Edward durch Zufall bereits kennen gelernt hatte, lenkt das Schicksal Jonahs Leben in neue Bahnen. Aber je größer sein wirtschaftlicher Erfolg ist, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Feinde, allen voran sein Cousin Rupert, sowie sein Schwiegervater. Denn leider ist Jonah nicht so unverwundbar wie er gern wäre.
***Meine Meinung***
Rebecca Gable gehört zu den begnadeten Autorinnen, die ellenlange Schmöker schreiben können, bei denen jedes Wort perfekt gewählt ist und sich der Leser keine Minute langweilt. Sicher kommt durch die Beschreibung eines Lebens über 30 Jahre hinweg keine atemberaubende Spannung auf, trotzdem bleibt man gefesselt dabei. Das Kopfkino kommt zum Großeinsatz, da man sich durch die ausführlichen Schilderungen alles hervorragend bildhaft vorstellen kann. Was auch ein Nachteil sein kann, da ich teilweise so abgetaucht bin, dass ich teilweise zweimal angesprochen werden musste, bis ich einmal reagiert habe...
Die Figuren durchleben Höhen und Tiefen und haben durchaus Ecken und Kanten. So ist Jonah ziemlich mundfaul, wirkt eher finster und ist trotzdem liebenswert, trotz all seiner Fehler. Nicht mal seine Frau kann ihm wirklich übel nehmen, dass er sein Leben lang die Königin anschmachtet. Er macht zwar teils unglaubliche Glücksgriffe, aber nur so hat man die Gelegenheit, auf das mittelalterliche Leben aus der Sicht der Kaufleute UND des Adels einen Blick zu werfen.
Zudem halte ich Rebecca Gables Romane durchweg für gut recherchiert. Das Wesen der Stände, das Gildensystem, die familiären Zustände und das Alltagsleben sind sehr glaubwürdig dargestellt. Sehr viele Personen sind historisch authentisch, es gibt sogar ein Personenverzeichnis, in dem vermerkt ist, welche Personen wirklich gelebt haben, und das sind einige. Im Nachwort wird auch darauf eingegangen, welche Ereignisse sich die Autorin ein wenig zurecht gelogen hat.
Die Geschichte kommt zu einem schönen Abschluss, auch wenn es das Happy End für mich teilweise ein ganz klein wenig zu dick aufgetragen war.
Das Buch an sich ist völlig eigenständig, auch wenn der eine oder andere Name aus anderen Romanen von Rebecca Gable wohlbekannt ist. Ich kann es nur weiterempfehlen.
Fazit: absolut lesenswert
Name des Mitglieds: Manuela2205
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


12.03.10
Hab ich verschlungen und war zeitweise auch nicht ansprechbar :-) Gruß von cappuchino