Das Schwarze Auge - Todesstille - Bernard Craw
Am Ende bleibt nur Schweigen - Das Schwarze Auge - Todesstille - Bernard Craw Belletristik

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Am Ende bleibt nur Schweigen
Das Schwarze Auge - Todesstille - Bernard Craw

orlan

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Das Schwarze Auge - Todesstille - Bernard Craw

Datum: 27.05.09

Bewertung:

Vorteile: düsterer Hintergrund

Nachteile: teilweise etwas langatmig

"Todesstille" von Bernard Craw ist der 106. Roman aus der Reihe "Das Schwarze Auge" (DSA), benannt nach dem gleichnamigen Fantasy-Rollenspiel.

Der Roman spielt in Aventurien, der Welt des Rollenspiels "Das Schwarze Auge". Nähere Kenntnisse über "Das Schwarze Auge" sind allerdings zum Verstehen des Romans nicht unbedingt erforderlich.

Inhalt
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Noch auf dem Sterbebett vermacht der bornländische Graf Goljew von Ebnitzar der Kirche des Totengottes Boron sein Hab und Gut. Die Kirche soll sich um seinen jüngsten Sohn Wulfjew kümmern, der oftmals nur Frieden finden kann, indem er sich selbst tiefe Schnitte beibringt. Durch einen Winkelzug seines Bruders erhält die Kirche jedoch nur die verlassene Burg Dornblut, die inmitten der unwirtlichen Rotaugensümpfe liegt.
Unter der Führung der Borongeweihten Marboria bezieht auch Wulfjew, nun Novize der Boronkirche, in Dornblut Quartier. Mit ihnen ziehen die Geweihten Imalia und Raawen sowie der Golgarit Härmhardt, der in seinem Leben schon viele Schlachten geschlagen hat.
Doch Burg Dornblut verbirgt ein finsteres Geheimnis, das sich um das Verschwinden der ehemaligen Besitzer rankt. Doch die Bewohner des nahegelegenen Dorfes schweigen, scheinen jedoch auch große Angst zu haben. Gleiches gilt auch für den nahegelegenen Goblinstamm, der in irgendeiner seltsamen Verbindung zu den Dorfbewohnern zu stehen scheint. Dies ist etwas, das insbesondere Wulfjew nur schwer akzeptieren kann. Nach Ansicht des Grafensohnes gehören die rotpelzigen Goblins eher ausgerottet, als dass man mit ihnen Freundschaft schließt.
Das Böse im Sumpf wird immer stärker, bis es schließlich zu einem grausamen Mord an dem Dorfbewohner Neerjan und seiner Familie kommt. Nur die junge Veriskja überlebt das Massaker und wird schließlich in die Gemeinschaft der Boroni aufgenommen.
Viele weitere Unglücke geschehen, doch dem Geheimnis der Burg und ihrer früheren Bewohner sind die Diener des Totengottes noch nicht auf die Spur gekommen - auch nicht in der geheimen Turmkammer, die man inzwischen entdeckt hat.
Doch als schließlich auch noch der frisch geweihte Tempel des Boron wieder entweiht wird, beschließt Marboria ihre Anstrengungen noch zu verstärken, die oder den Übeltäter ausfindig zu machen.
Inzwischen sind die Geister der Vergangenheit jedoch weiter erstarkt und sinnen auf Rache. Und nun nahen die Namenlosen Tage, während derer die Macht der Götter auf Dere nur schwach ist.

Meine Meinung
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Von seinem Umfang her gehört "Todesstille" mit seinen knapp 380 Seiten zu den längeren Werken der Romanreihe des "Schwarzen Auges". Leider kann die Geschichte selbst aber nur teilweise überzeugen.

Trotz (oder vielleicht gerade wegen) seinem etwas ausschweifenden Erzählstil gelingt es dem Autor Bernard Craw sehr gut, die bedrückende und unheimliche Stimmung zu verbreiten, die in diesem Roman vorherrscht. Hierzu trägt natürlich auch der Schauplatz der Geschichte bei - eine verlassene Burg inmitten eines heimtückischen Sumpfes, in dem es zudem auch noch spukt. Was will man eigentlich mehr für eine spannende und natürlich auch ein wenig gruselige Geschichte.
Die schweigsamen und ein wenig unheimlichen Diener des Totengottes Boron tun ihr übriges, um diese Stimmung noch zu verstärken.

Die Geweihten des Totengottes werden im Verlauf der Geschichte auch in ihrer Verschiedenheit gut herausgearbeitet. Die unterschiedlichen Charaktere werden rasch deutlich und auch ihre Entwicklung wird anschaulich dargestellt.
Dies gilt insbesondere für die Borondienerin Imalia, die im Verlauf der Geschichte immer mehr den Zugang zu ihrem Gott findet. Grundsätzlich gilt: Je weniger die Charaktere reden, desto näher sind sie ihrem Gott und desto höher befinden sie sich auch innerhalb der Hierarchie der Kirche.
Andere wie beispielsweise Wulfjew finden in der Boronkirche zwar zeitweilig Ruhe, es gelingt ihm jedoch bis zum Schluss nicht wirklich, sein altes Leben abzulegen.

Die Geschichte selbst beginnt erst einmal etwas stockend in Fahrt zu kommen. Sozusagen als "Vorgeschichte" wird erst einmal dargestellt, aus welchen Gründen die verschiedenen Hauptpersonen schließlich nach Burg Dornblut gelangen, um dort die vielleicht schlimmste Zeit ihres bisherigen Lebens zu verbringen. Insgesamt gesehen zieht sich die Handlung jedoch ab und zu etwas in die Länge, was teilweise auch der Spannung ein wenig abträglich ist.
Leider wird auch für meinen Geschmack ein wenig zu schnell klar, dass einer der Boronis mit den Geistern des Sumpfes gemeinsame Sache macht und vor allem auch noch, welcher der Boronis der Verräter ist. Hier hätte die Geschichte sogar noch wesentlich mehr Potential gehabt.
Gegen Ende hin wird das Blutvergießen und Dahinscheiden der Hauptpersonen meiner Ansicht nach ein wenig übertrieben. Aber dies ist vielleicht - wie so vieles - eine Geschmacksfrage.

Alles in allem ist "Todesstille" in interessanter, manchmal aber ein wenig langatmiger Roman, der sich insbesondere durch seine düstere Stimmung auszeichnet und schon alleine deswegen innerhalb der DSA-Reihe etwas Besonderes ist. Aus diesem Grund empfehle ich den Roman gerne weiter, auch wenn er als Bewertung von mir nicht mehr als drei durchschnittliche Sterne erhält. Die Tendenz geht aber eindeutig nach oben hin zu einem vierten Stern und ich würde mich freuen, wenn Bernard Craw seinem Erstlingsroman in der DSA-Reihe bald noch einen weiteren folgen lassen würde.

Daten
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Todesstille / Craw, Bernard
Fantasy Productions, 2009
Taschenbuch, 378 Seiten
ISBN: 978-3-89064-246-8
Preis: 9,- Euro

Fazit: durchaus lesenswert