Canal Grande - Hannu Raittila
Thema verfehlt - Canal Grande - Hannu Raittila Romane & Erzählungen

Neuester Testbericht: ... gestört hat: Eine Handlung als solche ist so gut wie nicht vorhanden. Ausgangspunkt ist das, was man schon aus dem kurzen Klappentext ... mehr

Thema verfehlt
Canal Grande - Hannu Raittila

Bibliomanie

Name des Mitglieds: Bibliomanie

Produkt:

Canal Grande - Hannu Raittila

Datum: 27.06.08, geändert am 29.06.09 (295 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Siehe Rezension

Nachteile: Siehe Rezension

Das Buch war mir beim intensiven Stöbern in der Buchhandlung aufgefallen und hat mich aufgrund des Klappentextes spontan zum Kauf angeregt. Finnland meets Italien, das hört sich doch ganz gut an, und zudem versprach das Cover noch, es sei "Urkomisch". Man sollte sich künftig wirklich davor hüten, die Meinung von Brigitteredakteurinnen auf Buchcover zu drucken...

Das Buch ist nicht urkomisch. Es ist nichtmal ansatzweise komisch. Unter Komik verstehe ich etwas mehr, als streckenweise aufblitzende Situationskomik, aber darüber mag man eventuell freilich auch gerne streiten.

Was mich schon als erstes gestört hat: Eine Handlung als solche ist so gut wie nicht vorhanden. Ausgangspunkt ist das, was man schon aus dem kurzen Klappentext erfahren hat: 5 Finnen werden als Delegation von der UNESCO nach Venedig entsandt, um die Stadt davor zu bewahren, vollständig im Wasser zu versinken. Ein Ingenieur, ein Universitätsdozent, ein junges Mädchen dessen Rolle nicht so ganz klar ist, eine Kulturrätin und ein drogensüchtiger älterer Herr, das sind also die 5 Finnen.
Was ausgerechnet sie dazu qualifiziert, Venedig zu retten, bleibt dem Leser verborgen, es wird an keiner Stelle darauf eingegangen.

Das Lesen selbst wird ungemein erschwert durch die Tatsache, dass das Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Leider beides in der "Ich-Form". Man braucht sehr lange, bis sich einem erschließt, dass hier zwei verschiedene Personen ihre Sichtweise schildern, da sich keinerlei Hineise darauf finden, wer die Story erzählt und dass es zwei Personen und somit 2 Sichtweisen sind. Wer gerade erzählt, ist weder optisch noch formal irgendwie erkennbar, es bleibt dem Leser überlassen, sich das zusammenzureimen. ANSTRENGEND!!

Über 360 Seiten hinweg passiert im Grunde nichts. Es wird nur palavert und sich in nationalen Klischees ergangen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Was im Grunde auch nichts Negatives ist, aber wenn sich keinerlei Handlung drum herum spannt, dann ist das einfach nur langweilig und sinnbefreit.
Meiner Meinung nach ist das "Thema", um das es hier gehen soll, völlig verfehlt worden vom Autor. Ich habe mich bis zum Ende durchgequält, die letzten 100 Seiten allerdings nur noch überflogen, weil ich nicht den Eindruck hatte, wirklich etwas zu verpassen.

Schade, ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Witz. Charme. Humor. Esprit. Was ich bekam, war ein vollkommen wirrer und abstruser Text ohne Sinn und Handlung - und leider auch ohen Witz.

Technische Daten:
------------------------------------------------- ---------
368 Seiten
Verlag: Btb
ISBN-10: 3442731836
ISBN-13: 978-3442731831

Fazit: Urkomisch ist was anderes...

Weitere Testberichte: im Bereich Romane & Erzählungen