Das "Bluten" geht weiter...
Produkt:
Blutlied - Kim Harrison
Datum: 18.10.09
Bewertung:
Vorteile: Dramatik, Personen
Nachteile: teilweise langatmig
Blutlied. Band 5 der Hollows-Reihe (Originaltitel: For a Few Demons More, 2007)
Kim Harrison, Juni 2009
Heyne, ISBN: 3453524721
Seiten: 768
Endlich geht die Geschichte um Rachel, Ivy und Jenks weiter. "Blutlied" ist bereits der fünfte Band, der auf Deutsch übersetzt wurde, weitere Bände sind: "Blutspur", Blutspiel" und "Blutjagd" und "Blutpakt". Band sechs mit dem Titel "Blutnacht" erscheint im November 2009. Auf Englisch heißt die Serie "Hollows", da gibt es bereis sieben Bände. Ich habe das Buch "Blutlied", das auf Englisch "For a Few Demons More" heißt, durch einen Gutschein von Hugendubel erhalten. Und immer noch überlege ich, ob es nicht ratsam wäre die Reihe auf Englisch zu lesen, aber die deutschen Cover gefallen mir einfach so gut. Die Augen machen sich gut im Regal...
Über die Autorin:
Kim Harrison, geboren im Mittleren Westen der USA, wurde schon des Öfteren als Hexe bezeichnet, ist aber - soweit sie sich erinnern kann - noch nie einem Vampir begegnet. Sie hegt eine Vorliebe für Friedhöfe, Midnight Jazz und schwarze Kleidung und ist bei Neumond nicht auffindbar. Mit ihren RACHEL-MORGAN-Romanen hat sie einen internationalen Bestseller gelandet.
Klappentext:
Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert. Die magischen Wesen sind aus den Schatten getreten: Vampire, Kobolde und andere Untote machen die Straßen unsicher. Dies sind die Abenteuer der Hexen und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, deren Job es ist, die finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen...Rachel ist nach wie vor im Besitz des "Fokus", des uralten geheimnisvollen Artefakts der Werwölfe und scheint damit Ärger magisch anzuziehen. Doch konkurrierende Werwolfrudel sind nicht ihr einziges Problem: Mithilfe ihres Pixie-Partners Jenks schlägt sich Rachel ebenso mit ihrem Lieblingsfein Trent Kalamack und Meistervampir Piscary herum, die ebenfalss hinter dem magischen Gegenstand her zu sein scheinen. Zudem zieht ein Serienmörder seine blutige Spur durch Cincinnati, und Rachels guter Freund und Alpha-Werwolf David wird zum Hauptverdächtigen...
Auglia's Rezension:
Der Titel "Blutlied" steht auch diesmal eher weniger im Zusammenhang mit dem Inhalt, leider. Bei "Blutpakt" war dies auch schon der Fall. Allerdings bleiben die Übersetzer bei der "Blut"-Schiene, weshalb der Titel dann doch auch wieder passt. Der englische Titel "For a Few Demons More" macht da schon mehr Sinn.
Das Cover sieht bei "Blutlied" einfach wieder toll aus. Wahnsinn! Allein schon wegen des Covers besteht ein Kaufanreiz. Die Augen sehen auch super im Bücherregal aus. Das Cover ist in weiß-rot gehalten, zeigt natürlich wieder das obligatorische Auge und innerhalb des Auges, genauer gesagt in der Iris, befindet sich eine Engelsstatue, ebenfalls in einem dunklen Rot-Ton.
"Blutlied" schließt nahtlos an "Blutpakt" an: Rachel ist nun im Besitz des sog. Fokus und hat nun mit den Folgen dieses Besitzes zu tun. Eigentlich sollte die ganze Welt glauben, dass Rachel den Fokus vernichtet hat, doch die machtvollen Drahtzieher in Cincy glauben nicht mehr daran und setzen nun alles daran den Fokus ihr Eigen nennen zu kennen. Da wären einerseits die Werwolfrudel, als auch die I.S. und noch einige unbekannte Parteien, die sich auf die Suche nach dem wertvollen Artefakt machen und dabei auch vor Morden nicht zurückschrecken.
Rachel's Alpha David wird unterdessen beschuldigt unschuldige Werwolf-Weibchen getötet zu haben, doch dies ist nicht ihr einziges Problem. Sie muss auch noch nach einer sicheren Lösung für den Fokus suchen und dabei auf das Machtgefüge zwischen Vampire und Werwölfe achten, ansonsten könnte ein Krieg zwischen den beiden Parteien ausbrechen. Aber auch Newt, eine Dämonin (ja, sie ist weiblich), die Rachel aus dem Jenseit befreit hat und der sie nun einen Gefallen schuldet, taucht wieder auf.
Doch Newt ist kein normaler Dämon: Erstens ist sie weiblich (was bei Dämonen anscheinend äußerst selten ist) und zweitens ist sie wahnsinnig. In einem Anfall entweiht sie die gesamte Kirche und Rachel kann sie nur wieder ins Jenseits schicken indem sie einen anderen Dämon ruft. Aber auch Al darf natürlich nicht fehlen, er taucht im Körper seines Vertrauten Lee auf.
Trent Kalamak will seine Verlobte ehelichen, wenn man überhaupt von Wollen sprechen kann, denn wahre Liebe sieht anders aus. Aber da die Feen vom Aussterben bedroht sind und Ellasbeht nunmal eine Fee ist, bleibt ihm keine andere Wahl. Die Hochzeit steht und keinem guten Stern und dann taucht auch noch Al auf und fordert von Rachel eine Aussage. Rachel wiederrum wurde von Trent als "Security" engagiert, was Ellasbeht überhaupt nicht passt.
Rachel widersetzt sich Al's bitte, dieser gerät daraufhin so in Rage, dass er in Cincy zu wüten beginnt. Keiner ist mehr sicher. Der Stadtrat ist völlig verzweifelt und trifft eine Entscheidung, die folgenschwere Vorkommnisse nach sich ziehen wird. Diese Vorkommnisse betreffen Rachel genauso wie Ivy und führen zu einem äußerst tragischen Ende...
Wie man aus meiner Inhaltszuammenfassung entnehmen kann wird dem Leser wieder allerhand geboten. Es wird sehr spannend, teilweise auch dramtisch. Aber es gibt auch Auflockerungen: Rachels unüberlegte Aktionen, Jenks Sprüche, sogar Ivy, die in "Blutlied" für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt, hat sympathische Momente und bringt teilweise sogar den Ansatz eines Lächeln zustande.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass das Buch an die 770 Seiten hat und es für die Autorin eine große Herausforderung ist den Leser konstant zu unterhalten. Größtenteils ist Kim Harrison dies gelungen, doch "Blutlied" weist auch ein paar Längen auf. Ich finde, dass es etwas kürzer auch gegangen wäre. Wenn man sich den Trend aber anschaut, stellt man fest, dass die Reihe von Buch zu Buch dicker wird, was das Lesen nicht immer angenehm macht und auch zu Muskelkater in den Armen führen kann.
Die Charaktere sind wie immer liebevoll ausgearbeitet, haben Persönlichkeit und Eigenheiten, allen voran natürlich Rachel. Sie kämpft auch in diesem Buch wieder mit Dämonenmagie und dem damit entstehendem Ungleichgewicht, das sie auch ihrer Aura als Schwarfärbung niederschlägt. Ivy kommt, wie gesagt, etwas zu kurz und ich hoffe, dass sie in den Nachfolgern wieder eine größere Rolle spielen wird, das sie doch aus sympathische Momente hatte. Jenks fehlt natürlich auch nicht, auch wenn er diesmal wieder Pixie-Größe hat. Glenn, ein FIB-Officer und David, Rachel's Alpha, werden dem Leser näher gebracht, bleiben aber doch etwas farblos. Auch über Trent und seinen "Bodyguard" Quen erfährt der Leser mehr. Natürlich darf auch Kisten nicht fehlen, Rachel's Geliebter. In "Blutlied" zeigt sich wie wichtig Rachel für Kisten ist, er offenbart seine Liebe zu ihr und der Leser erhält einen Einblick in seine tiefen Gefühle. Auf Ceri kann Rachel sich verlassen, auch in der Not, wenn sie eine Freudin am meisten gebrauchen kann. Rachel ist in "Blutlied" an einer Stelle am Abgrund angelagt, hat alles verloren und trifft eine folgenschwere Entscheidung.
Interessant war die veränderte Beziehung von Rachel und Ivy. Rachel und Kisten lieben sich, Ivy steht irgendwie dazwischen. Ivy kann ohne Rachel nicht leben, aber auch Rachel ohne Ivy nicht. Dennoch möchte Ivy Rachel nicht mehr beißen. Wir erinnern uns was das letzte Mal geschah: Ivy hätte Rachel fast getötet, wäre Jenks nicht eingeschritten (damals war er groß). Für Ivy gehört Blut und Sex zusammen, Rachel allerdings kann sich (noch?) nicht vorstellen mit Ivy zu schlafen. Ivy will aber auch nicht, dass Kisten Rachel beißt. Alles sehr kompliziert, aber es führt zu Spannung.
Der Schreibstil ist wie gewohnt: flüssig und angenehm zu lesen. Negativ aufgefallen ist mir allerdings Folgendes: Immer wenn Rachel schimpft, was sie doch des Öfteren tut, sagt sie "Dreck". Anfangs fand ich das noch amüsierend, mit der Zeit nervt es allerdings nur.
Für erotische Momente sorgen diesmal Kisten und Rachel. Kisten trägt in solchen Momenten immer Kappen, sodass er Rachel nicht beißen kann. Zum Geburtstag schenkt er Rachel auch Kappen, allerdings muss man sich diese mehr als Gebiss, das man zu Halloween über die Zähne stülpt, vorstellen, was er damit bezweckt bzw. was er sich wünscht, ist klar...
"Blutlied" ist ein schwächerer Band der Hollows-Reihe, die Vorgänger waren besser. Allerdings liegt es nicht an der fehlenden Spannung, an Dramatik ist "Blutlied" wohl kaum zu überbieten, aber einige Längen gab es trotzdem. Das Finale war überaus spannend und mündet in einem Ende, das mich schockierte. Wohl auch deswegen habe ich einen halben Stern abgezogen, den anderen halben Stern wegen der Längen. Das Ende ist traurig und wer auf ein Happy-End wartet wird wohl enttäuscht sein, aber mehr kann ich nicht verraten.
Sorgen mache ich mir um Matalina, Jenks Frau, von der man ganz wenig erfährt, nur, dass es ihr nicht so gut geht. Es werden einige Handlungsstränge zu Ende geführt, doch es bleiben auch einige offen. Die Bonusstory gefällt mir recht gut, allerdings passt sie nicht wirlich zum eigentlichen Inhalt des Buches, sie stört eher und ähnelt einer Erinnerung von Rachel. Dennoch freue ich mich schon sehr auf die Forsetzung "Blutnacht", welche ich auf jeden Fall lesen werde.
Fazit: "Blutlied" ist eine solide Fortsetzung der Hollows-Reihe, an Dramatik wohl kaum zu überbieten.
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen.
Fazit: Das Fazit singt das Blutlied
Name des Mitglieds: Hasal
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik




25.10.09
Liebe Drachen-Grüße!! ! :o)