Nur Verrückte kaufen Geister!
Produkt:
Blind - Joe Hill
Datum: 05.10.09, geändert am 16.02.11 (100 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: schnell zu lesen, mal was anderes
Nachteile: gegruselt habe ich mich nicht so
So, heute gibt`s mal wieder was für gemütliche Lesestunden. Es handelt sich um das Buch "Blind" von Joe Hill. Erschienen ist das Buch im Heyne-Verlag.
Das Buch ist als Hartband (428 Seiten) erschienen und ich habe es zu einem totalen Schnäppchenpreis bekommen. Auf der Internetseite von Weltbild habe ich es für nur 4,95 Euro gekauft, da der frühere Ladenpreis von 19,90 Euro aufgehoben wurde. Ein tolles Schnäppchen!
Über den Autor:
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Folgendes habe ich im Internet gefunden:
Joe Hill wurde 1972 in Maine geboren. Nach dem College begann er mit dem Schreiben. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschienen, wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Ray Bradbury Fellowship" und dem "Bram Stoker Award". 2006 erhielt er u.a. den renommierten "World Fantasy Award". Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in New Hampshire.
Das interessanteste Detail ist aber, dass sein voller Name Joseph Hillstrom King ist. Na, klingelt es schon? Richtig, es ist der Sohn von Horrormeister Stephen King.
Über den Inhalt:
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Judas Coyne ist 54 Jahre alt und ein Rockstar in Frühpension. Durch seine Sammelleidenschaft haben sich schon allerhand Skurrilitäten in seinem Haus angesammelt. Dabei handelt es sich um lauter morbides Zeug, dass ein normaler Mensch eigentlich nicht haben möchte. Daher ist es auch naheliegend, dass sich Judas bei einer Internetversteigerung einen Geist kauft.
Einige Tage später wird ihm der Anzug des Toten in einer Herzschachtel geschickt und die Probleme beginnen.
Im ganzen Haus wird es furchtbar kalt und Judas sieht den alten Mann auf einem Stuhl sitzen. Jedoch ist der Geist ihm nicht sonderlich wohlgesonnen und so ruft Judas die Verkäuferin an.
Es stellt sich heraus, dass die Verkäuferin die Schwester seiner Exfreundin Anna ist und es sich bei dem Geist um ihren Stiefvater handelt.
Nachdem Judas Anna weggeschickt hat, beging diese Selbstmord. Als kurz darauf der Stiefvater stirbt, soll sein Geist nicht eher ruhen, bis Judas den Tod gefunden hat und alle die ihm helfen, sollen auch des Todes sein.
Als sich die Lage zuspitzt macht sich Judas mit seiner jetzigen Freundin Georgia und seinen zwei Hunden auf den Weg zu Annas Schwester. Doch der Geist folgt ihnen.
Die Situation scheint aussichtslos, denn wie kann man etwas töten, dass schon lange tot ist? Umso mehr Informationen Judas und Georgia erhalten, umso näher kommen sie einer Wahrheit, die beide bis an die Schwelle von Leben und Tod führt.
Meine Meinung:
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Es fällt einem schon irgendwie schwer keinen Vergleich mit Stephen King zu ziehen. Und ich habe mich wirklich bemüht es nicht zu tun, da ich Hill als eigenständigen Autor betrachten will und nicht als das Kind von King, dass jetzt genau den selben Stil haben muss.
Dennoch finde ich doch Parallelen zu seinem Vater. Zum einen ist es die derbe Sprache und die Ungeniertheit Themen, Situation und Handlungen anzusprechen, über die nicht jeder lesen oder gar sprechen will. Es ist einfach eine unverblümte Sprache mit der sicher nicht viele klar kommen. Zum anderen ist es die Liebe zu Fantasiegeschichten, die mit Horror und Blut gespickt sind. Beide führen uns in eine Welt, die es so eigentlich nicht geben kann. Und dennoch nehme ich sie beim Lesen als wahr und gegeben hin, weil mich die Geschichten in ihren Bann ziehen.
Und hier befinden wir uns bei dem einzigen Manko der dem Buch leider einen Stern kostet. Der Gruselfaktor.
Ich bin mir bewusst, dass Hill nicht King ist, doch der Gänsehautfaktor steigt bei seinem Vater einfach mehr. Das Buch von Hill ist wirklich gut zu lesen und man liest gerne weiter, nur fand ich es jetzt nicht so gruselig, dass mein Herz einen Ticken schneller geschlagen hätte. Daher werde ich einen Stern abziehen, weil man noch etwas mehr herausholen hätte können, um den Leser einen Schauder über den Rücken zu jagen.
Vielleicht finden andere es genug gruselig, für mich hätte es noch ein bisschen mehr sein dürfen. Ein bisschen mehr von dieser Angst die einem die Psyche befällt und nicht mehr gehen möchte bevor das Buch zu Ende ist. Das hätte ich mir eher gewünscht.
Das Buch greift ein Thema auf das ich jetzt nicht sagen möchte, da dieses Thema eine Wendung in der Geschichte ist. Es ist aber so, dass dieses starke Gefühle aufkommen lässt. Man möchte am liebsten schreien, dass das doch nicht wahr sein darf! Man möchte helfen, ist entsetzt über soviel Blindheit. Man sträubt sich mit aller Macht dagegen und kann es nicht fassen. Hier hat Hill wirklich mit den Gefühlen der Leser gespielt und hat es meiner Meinung nach gut hinbekommen, denn man liest es nicht einfach, man fühlt es!
Die Charaktere sind gut nachvollziehbar und geben auch einen Einblick über ihre Vergangenheit. Man stellt sich immer wieder die Frage, wie die beiden es schaffen werden, den Geist zu besiegen und so treibt man sich beim Lesen selbst voran.
Bei diesem Buch wird nichts beschönigt und jeder der schon im Vorhinein weiß, dass er ein zu sanftes Gemüt hat, sollte die Finger lieber von diesem Buch lassen. Alle anderen erwartet eine Geschichte die trotz übernatürlichen, gewaltsamen Geplänkel überzeugen kann.
Ich freue mich wieder mal etwas von Joe Hill in die Finger zu bekommen, da ich gerne wissen will, wie er sich weiterentwickeln.
Fazit: Erstlingswerk ist gelungen!
Name des Mitglieds: speedynatsch
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik




05.10.09
Liebe Drachen-Grüße!! ! :o)