Die Kinder der Erde - Band 4 - Ayla und das Tal der Grossen Mutter - Jean M. Auel
Steinzeitliche Landschaften - Die Kinder der Erde - Band 4 - Ayla und das Tal der Grossen Mutter - Jean M. Auel Belletristik

Erhältlich in: 7 Shops

Kurzbeschreibung: Genre: SciFi / Fantasy / Autor(en): Jean M. Auel / Erscheinungsdatum: Mai 2002 bei Heyne

 
 

Steinzeitliche Landschaften

Produkt:

Die Kinder der Erde - Band 4 - Ayla und das Tal der Grossen Mutter - Jean M. Auel

Datum: 17.02.12

Bewertung:

Vorteile: Sehr gut recherchiert

Nachteile: Manchmal etwas langatmig

Ayla - und das Tal der großen Mutter

Kaufgrund

gab es keinen. Die Bücher stehen schon seit Jahren im Regal meiner Mutter. Über Weihnachten war es dann so weit. Ich zog das am ältesten aussehende Buch aus dem Regal. Das war eben die Ayla und das Tal der großen Mutter.

Außerdem hatte ich in einer Werbezeitschrift des Buchhandels etwas über Jean M. Auel, der Autorin gelesen. Diese interessierte sich schon immer für Frühgeschichte und das merkt man ihrem Buch auch an.

Zum Inhalt

Zunächst einmal stellte ich ziemlich schnell fest, dass dies nicht der erste Band war. Ayla, die Hauptperson, hatte ihren Gefährten Jondalar bereits in einem der vorigen Bücher kennen gelernt. Sie war bei den Neanderthalern, den sogenannten Flachköpfen aufgewachsen und beherrschte deren Sprache. Außerdem ist sie spirituell veranlagt. Ihr Adoptivvater kommt immer wieder in ihrem Traum vor.

Was erfährt man noch?

Jean M. Auel beschreibt detailliert die Landschaft von vor 30.000 Jahren, wo halb Europa mit Gletschern überzogen war. Außerdem beschreibt sie sehr genau, wie die Steinzeitgeräte ausgesehen hatten und teilweise auch, wie sie entwickelt wurden. Da wurden Löcher gegraben, heiße Steine aus dem Feuer gezogen, hineingelegt und dort wurde ein frisch gerupftes, in Gräser eingewickeltes Schneehuhn gegahrt. Es wurden Früchte und Fleisch getrocknet und haltbar gemacht. Die Menschen legten schon damals Vorräte für den Winter an, aber es kam selten zur Hungersnot, weil die Natur so ziemlich alles hergab, was man brauchte. Wie heißt es an einer Stelle des Buches: Niemand muss hungern, so lange man frei ist, um sich Nahrung zu suchen.

Voraussetzung ist dabei auch das große Wissen, welches Ayla von ihrer Ziehmutter Iza, einer Neanderthalerin, erworben hat.

Auch verfügt Ayla über ein sehr profundes Wissen als Heilerin. Sie kennt so ziemliche alle möglichen und unmöglichen Pflanzen. Stechapfel benutzt sie, um Leuten, deren Knochen falsch zusammen gewachsen waren, um jenen nochmals zu brechen und richtig wieder einzurichten, ebenso um ausgerenkte Gelenke einzurenken. Sie kennt auch eine Pflanze, deren Tee eine Schwangerschaft verhindert. Diesen "Goldzwirn" konnte ich beim besten Willen nicht finden. Es gibt sicher schwangerschaftsverhütende Pflanzen, aber selbst das Internet hält sich hier bedeckt. Ich würde dies aber gerne wissen, da Ayla zum Ende der Reise die Pflanze absetzte und prompt wurde sie schwanger. Also scheint der Goldzwirn zwar Schwangerschaften zu verhindern, aber er ist nicht gesundheitsschädlich. Oder war das Wort nicht ganz richtig übersetzt. Vielleicht sollte ich mir die englische Version des Buches besorgen. Nur nebenbei bemerkt: Ihr Partner Jondalar machte sich allmählich Sorgen, ob er nicht manns genug sei, ein Kind in Ayla zu zeugen. Man war sich noch nicht sicher, aber man ahnte, dass es ohne Männer keinen Nachwuchs geben konnte.

So nach und nach erfährt man die Vorgeschichte von Ayla. Sie war bei Neanderthalern aufgewachsen, da ihre Eltern bei einem Erdbeben umkamen. Sie wurde von einem Anführer vergewaltigt und bekam ein Kind, ein Mischling. Sie wurde von diesem Anführer für tot erklärt und ging dann einsam ihrer Wege und lebte jahrelang alleine in einem Tal. Dort lernte sie den Umgang mit Tieren. Sie zog ein Fohlen, einen jungen Wolf und einen Höhlenleben auf. Dies änderte sich, als zwei Männer ihrer Art in das Tal kamen. Der eine war bereits tot, der andere verletzt. Sie pflegte ihn gesund, lernte seine Sprache und verliebte sich in ihn. Er nahm sie mit zu seinesgleichen, wo sie aufgenommen wurde.

Na ja, ich merkte jetzt, dass ich den vierten Band aus Mutters Regal gezogen hatte. Er sah nun einmal am ältesten aus, da er einst ein Bücherei-Buch war. Trotzdem fand ich das Buch unterhaltsam und schön geschrieben.

Nun gut, die detaillierten Landschaftsbeschreibungen, die ausgiebig beschriebenen erotischen Szenen und auch die genau Beschreibung der Werkzeuge und Waffen, die Jondalar und Ayla mit sich führten, kann man als etwas langatmig empfinden, aber bis auf die Erotik macht das Buch den Eindruck einer sehr umfangreichen Recherche und ist sicher unterhaltsamer zu lesen, als z.B. ein richtig wissenschaftliches Buch.

Besonders beeindruckend fand ich, dass die Autorin 400 Seiten ohne Bösewichte auskommt. Dann kommt es ausgerechnet zu einer Bösewichtin. Eine Frau, die ihr Leben lang von Männern misshandelt worden war. Sie hatten die Männer überwältigt und in einen Pferch gesperrt, wo sie elendiglich vegetierten. Die Frauen machten alles. Sie jagten, sie bauten Hütten und Werkzeuge etc. Und das wäre auch so geblieben, wenn sie nicht Jondalar bei der Jagd entführt hätten. Ayla beschloss zu helfen und schaffte es. Attaroa, die böse Anführerin, war dabei, Ayla umzubringen, als Wolf eingriff und zum ersten Mal in seinem Wolfleben einen Menschen totbiss, der seine Herrin angegriffen hatten.

Ich muss es leider zugeben, aber es liest sich leichter mit Bösewicht.

Ayla und Jondalar ziehen weiter und kommen zu den Menschen, die an Thermalquellen leben. Ayla kann glänzen mit ihrer Heilkunst. Außerdem bringt sie spannende Geschichten mit. Auch hier gibt es wieder Bösewichte: Eine Gruppe Männer vergewaltigt vor allem Neanderthaler-Frauen, aber auch ein Mädchen aus dem Stamm hier wurde vergewaltigt. Die jungen Männer überfallen auch Höhlen und andere Gruppen. Sie beschließen, etwas dagegen zu tun.

Ayla und Jondalar bleiben eine Weile hier, um dann weiter zum Gletscher zu ziehen und nochmals ein paar Abenteuer zu erleben. Ach so, Jondalar hat das Ziel, wieder in seine Heimat zurückzukehren, die am Ende des Großen Mutter Flusses liegt, der Donau, wie man aus den Karten erfährt.

Fazit

Auch wenn manche Dinge sehr langatmig sind, empfinde ich das Buch als äußerst lesenswert. Man wird in die Welt der Steinzeitmenschen hineinversetzt. Ich denke, dass die Autorin hier sich viel Mühe gegeben und genauestens recherchiert hat. Ob das Bild, das sie entwirft, wirklich dem Leben der Steinzeitmenschen entsprach, sei dahin gestellt. Ich hatte in der Schule gelernt, dass die Neanderthalerfrauen sehr gleichberechtigt waren und in einem anderen Roman, wo es um eine Zena geht, waren Homo Sapiens und Neanderthaler befreundete Völker. Hier scheint es also unterschiedliche Theorien zu geben. Aber sei es drum. Mir hat das Lesen dieses 700-Seiten-Schmökers Spaß gemacht.

Fazit: siehe Text

Name des Mitglieds: LoisNo1