Tag und Nacht
Ein hygienisches Desaster oder "Das geht echt gar nicht..." - Tag und Nacht Bar / Cafe / Kneipe national

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Ein hygienisches Desaster oder "Das geht echt gar nicht..."
Tag und Nacht

mtportal

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Tag und Nacht

Datum: 01.11.10, geändert am 02.11.10 (239 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Keine

Nachteile: Desolate, dreckige Toiletten; gleichgültiges Personal; defekte Heizung; Wässrige Getränke

Ich habe diese Lokalität, das "Tag und Nacht Café" am Hohenstaufenring in Köln, am Samstag, den 30.10.2010 besucht und muss, nachdem ich die durchweg positiven Rezensionen hier las, doch einmal ein paar passende Worte sagen.

Das Erste, was unangenehm auffiel, war, dass die Tür sich nicht vollständig schließen ließ und so permanent kalte Luft in den Gästeraum strömte, was bei Außentemperaturen von ca 5 Grad Celsius an diesem Abend nicht gerade angenehm ist. Wer nun meint, dass man diesem Zustand durch das Sitzen nahe einem Heizkörper hätte Abhilfe schaffen können, der irrt leider. Die junge weibliche Bedienung entgegnete auf die Frage, ob man die Heizung etwas aufdrehen könne, knapp, dass diese schon ewig nicht mehr funktioniere, knallte uns, den Gästen, ziemlich desinteressiert die Speise- und Getränkekarte auf den Tisch.

Mein Blick ging zur Glasfront am Eingang, deren Einfassungen überall dicke schwarze Verschmutzungen aufwiesen, welche sich herrlich kontrastreich von dem weißen Kunststoffrahmen abhoben. Da wurde wohl schon länger nicht mehr richtig geputzt.

Wir bestellten erst einmal Getränke - nichts Außergewöhnliches - lediglich eine Cola (2.- Euro) und einen KiBa (2.30.- Euro). Während wir auf unsere Getränke warteten, betraten mehrfach Gäste das Lokal, aber da die Tür sich nicht von alleine schließt bzw. auf der Hälfte hakt, blieb die Tür danach immer sperrangelweit offen.
Dies bemerkte auch die junge weibliche Bedienung, aber anstatt die Türe zu schließen, wartete sie lieber darauf, dass einer der Gäste aufstand und die Türe für sie schloss. Derartiges habe ich noch nie erlebt. Jedoch blieb ich noch einigermaßen gelassen.

Kurz darauf wurden die Getränke serviert. Eine Cola, der es gänzlich an Kohlensäure mangelte und ein wässriger KiBa, dessen Geschmack und Konsistenz nur zwei Schlüsse zulässt: Entweder werden hier absolut minderwertige Zutaten verwendet oder aber das Personal streckt das Getränk mit Wasser, um aus weniger mehr zu machen. Bereits jetzt war mein Wunsch, dort auch einen kleinen Happen zu mir zu nehmen, merklich in den Hintergrund gerückt.

Eine alte Redensart in der Gastronomie besagt, dass man die Sauberkeit der Küche am Zustand der sanitären Einrichtungen beurteilen kann. Also beschloss ich, das Herren-WC, welches sich im Keller befindet, aufzusuchen. Schon auf der Treppe zu den WCs stieg mir ein beißender Duft von Seiche in die Nase, und als ich dann das WC betrat, verschlug es mir wirklich die Sprache. Undefinierbare Pfützen auf dem Boden verströmten den ätzenden Geruch von altem Seich, alles war dreckig, ungepflegt und Wände und Decken verschandelt. Ich bin wahrlich keine Mimose, aber auf diesem Abort, der der schäbigsten Bahnhofs- oder Autobahntoilette zur Ehre gereichen würde, wollte ich nichts, aber auch gar nichts anfassen. Vor Pissoirs und WCs war der Boden durchtränkt von einem Gemisch aus altem Urin, Straßenschmutz und sonstigen Hinterlassenschaften der vorherigen Besucher und auf den Armaturen lag ein undefinierbarer Glibber. Das ist dann wirklich kein kleines Manko mehr, das ist ein unhaltbarer Zustand.

In einer Lokalität, die sich eine solch degoutante Bazillenschleuder als unter einem WC vorstellt, möchte ich erst gar nicht wissen, wie die Küche aussieht. Wenn schon ein Bereich, den man den Gästen zumutet, in einem derart unappetitlichen Zustand ist, wie mögen dann wohl die Räumlichkeiten aussehen, die der Gast nicht zu Gesicht bekommt? Ich wage gar nicht, mir das vorzustellen.

Als ich das WC verließ, kam die Kellnerin die Treppe hinunter und verschwand im Damen WC. Ich harrte einen Moment aus und unmittelbar, nachdem die Klo-Spühlung zu vernehmen war, verließ die junge Dame auch schon wieder das WC. Sofern sie das nicht im Bruchteil von Sekunden erledigen konnte, dürfte es ziemlich unwahrscheinlich sein, dass sie sich nach dem Gang auf die Toilette auch die Hände gewaschen hat. Wahrscheinlich sieht man dort Fäkalbakterien und andere lustige Gesellen als würzige Beilage zu Getränk und Mahlzeit.

Zu diesem Zeitpunkt stand für mich fest, dass ich in dieser Kaschemme definitiv nichts essen mag. Zu groß der Ekel und die Bedenken über den Zustand der Küche. Auch wollte ich mir kein weiteres Getränk von jemandem servieren lassen, der sich nach dem Gang aufs Klo nicht die Hände zu waschen pflegt.

Beim Zahlen sprach ich die Bedienung dann freundlich auf den desolaten Zustand der Toiletten an. Wer nun meint, das wäre der Dame peinlich gewesen und sie hätte sich dafür entschuldigt, der hat weit gefehlt. Die Antwort war ein Achselzucken und die knappe Antwort "Keine Ahnung". Wie sollte sie das auch wissen, wo sie doch erst 5-10 Minuten vorher diesen Sanitär-Orkus frequentiert hatte? Absolut untragbar, dieses Verhalten! Gipfel der Unverschämtheit war dann der fordernde Blick, als ich mich erdreistete, ihr für die mir als gebotenen Unverschämtheiten und Unappetitlichkeiten nicht auch noch ein dickes Trinkgeld zu offerieren.

== Fazit ==
Diese Lokalität ist eine Beleidigung für jeden seriösen Gastronomen und nur solchen Gästen zu empfehlen, die keinen Wert auf rudimentäre Hygienebedingungen legen und denen auch eine gleichgültige, unfreundliche Bedienung nichts ausmacht. Wer hingegen von einem Lokal erwartet, dass er freundlich bedient wird und sich auf den Aborten keine bleibenden Erinnerungen einfangen kann, der sollte diese gastronomische Kloake weiträumig umfahren. Ich kann keinen, wirklich keinen einzigen positiven Aspekt an diesem Lokal finden. Was ich jedoch finde ist, dass sich hier einmal das Gesundheitsamt umschauen sollte.
Ich kann, wie gesagt, die Qualität der Speisen nicht beurteilen, aber das will ich auch in einem Lokal gar nicht, in denen schon das WC einen hygienischen Supergau darstellt.
Betrachtet man nun die günstigen Cocktail-Preise in diesem Laden und ruft sich dann den wässrigen KiBa ins Gedächtnis, dann überlasse ich es jedem selbst, seine Schlüsse daraus zu ziehen und sich diese Antwort selbst zu geben.

Diese Lokalität ist für einen zivilisierten Menschen eine absolute No-go-Area. Würden es die Vorgaben hier nicht erfordern, so hätte ich diesem Lokal bestimmt keinen einzigen Stern gegeben - höchstens mehrere Negative.

Fazit: Die hygienischen Zustände sind derart desolat, dass ich von einem Besuch nur abraten kann.