Old Vienna
Ein Wolf im Schafspelz? - Old Vienna Bar / Cafe / Kneipe national

Ein Wolf im Schafspelz?
Old Vienna

jabberwocky666

Name des Mitglieds: jabberwocky666

Produkt:

Old Vienna

Datum: 17.07.02, geändert am 17.07.02 (484 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: billig, kostenloser Internetzugang, Unterhaltsam

Nachteile: runtergekommen, sehr schlicht und einfach

.) Einleitung
2.) Fiktion
3.) Realität
- Preisbeispiele
- Öffnungszeiten
- Besonderheiten
- Kontakt
4.) Fazit



1.) Es begab sich einst an einem schönen Junitag, daß in einem Biergarten am Mannheimer Rheinufer drei User von Ciao (vielleicht auch von dooyoo *gg*) den Sonnenuntergang bewunderten: safim, Ulman und meine Wenigkeit. Mit fortschreitendem Abend wuchs nicht nur unser Hunger, sondern es wurde auch empfindlich kühl, weshalb wir uns nach einem kurzen Blick auf die Speisekarte des Biergartens beschlossen, die Örtlichkeit zu wechseln. Über 8 Euro für einen Flammkuchen schienen uns ebenso überteuert, wie der Wurstsalat zum Schnäppchenpreis von Euro 8,50. In Begleitung von zwei Mannheimer Studenten sollte das Auffinden einer passenderen Lokalität kein Problem sein:

Erster Anlaufpunkt war eine Kneipe in der Nähe des Schlosses, deren Namen ich hier gnädigerweise verschweigen will, da bereits um kurz nach 22:00 Uhr die Küche geschlossen war und man uns nicht mehr verköstigen wollte. So tranken wir lediglich ein paar Bierchen (an das Kölsch trauten wir uns nicht) und verließen die Kneipe wieder. Ulman stellte nach einem kurzen Blick auf die Uhr fest, daß es eigentlich mal wieder an der Zeit wäre, seine Freundin zu treffen und wollte daher in seine Stammkneipe, in der er auch öfters mal hinter dem Tresen zu finden ist: Das Cafe "Old Vienna" in Mannheim. Kurzentschlossen begleiteten wir ihn, zumal safim diese Lokalität auch noch unbekannt war.


2.) Fiktion: "Cafe Old Vienna" - bei diesem wohlklingenden Namen wurden in uns allerlei Assoziationen geweckt. Vor unserem inneren Auge entstand das Bild eines alten Wiener Cafes mit edler Einrichtung und vornehmlich gutsituierten Gästen, das allerdings so gar nicht zum Bild einer Stammkneipe von Ulman passen wollte. Um gewissen Vorstellungen vorzubeugen: Ulman ist ein Student und sieht auch so aus, wie man sich einen Studenten vorst
ellt: Intellektuell, langhaarig und in Jeans. Ein netter Typ, mit dem man sich immer eine Runde Backgammon am Rande eines Reggea-Konzertes vorstellen kann oder mit dem man einfach um die Häuser zieht, doch in dem noblen Ambiente eines Kaffeehauses würde er wohl irgendwie auffallen. Gespannt liefen wir also unserem Ziel entgegen, nicht ahnend, was uns erwarten sollte.


3.) Realität: Das "Old Vienna" befindet sich in der Innenstadt von Mannheim, genauer gesagt im Quadrat U 1, 17. Wer noch nicht dort war, wird sich trotz der Adressangabe schwertun, das Cafe tatsächlich zu finden. Der Eingang ist unscheinbar, von außen läßt sich nicht erkennen, daß sich in dem Gebäude irgendeine Form von Leben finden läßt. Wer sich trotzdem in das Treppenhaus begibt und dem Krach nach oben folgt, findet das, was sich als "Cafe" bezeichnet: Ein großer, verrauchter Raum voller Tische und offensichtlich gutgelaunter Menschen. Zielstrebig führte uns Ulman zu einem freien, runden Tisch, den ein faustgroßes Loch in der Platte zierte. Dieser Tisch steht sinnbildlich für die gesamte Einrichtung des Old Vienna: Alles wirkt sehr alt und runtergekommen, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tut.

Der Geräuschpegel innerhalb des Cafes ist recht hoch, was zum Einen eine Folge der zahlreichen Gäste ist, zum Anderen jedoch auch eine Folge der ständigen Musikberieselung, für die der Mann hinter der Bar zuständig ist.

Außer dem Cafe gibt es im Old Vienna auch noch eine Partyzone, die man auf dem Weg zur Toilette kreuzt. Über eine sehr schmale und steile Treppe geht es einen Stock tiefer, unten findet sich dann ein großer Raum mit Bar, wo allerdings zum Zeitpunkt meines Besuches kein Event stattfand. Mir war es egal, da ich ja eh nur zur Toilette wollte und diese ja zum Eindruck eines Lokales nicht unerheblich beiträgt. Hm, was soll ich sagen; die Toilette paßte zum restlichen Lokal: Heruntergekommen, voller Grafiti, sehr groß und einigermaßen sauber.


Das Publikum des Old Vienna ist bunt zusammengewürfelt: Hier trinkt der Student mit dem Hausmeister der Uni ebenso sein Bier wie der Deutschland-Fan mit dem Brasilien-Fan. In dieser Kneipe ist eigentlich jeder, der beschränkte Mittel zur Verfügung hat und dafür trotzdem noch den maximalsten Spaß haben will.

Einen Platz findet man meistens, Berührungsängste sollte man jedoch nicht haben. Die Bedienung besteht aus wechselnden Studenten, alle bemüht, jedoch eben keine ausgebildeten Kellner. Abstriche jeglicher Art macht man jedoch gerne, wenn man die Speisekarte des Old Vienna gesehen hat, da die Preise für ein Lokal in der Innenstadt einfach unglaublich günstig sind. Außerdem waren sämtliche genossenen Speisen und Getränke einfach super, wenngleich die Spaghetti Bolognese leider gerade aus waren.

Preisbeispiele Getränke: Tasse Kaffee 1,60 / Pott Kaffee 2,10 / Espresso 1,50 / Cola u.ä. 0,2 Liter 1,50; 0,4 Liter 2,60 / Mineralwasser 1,10/2,00 / Milch-Shake 1,90 / Säfte aller Art 1,60/2,80 / Bier Export 2,10 / Weizen 2,50 / Radler 2,20 / Riesling 2,50 / Tequilla 1,90 / Long Drinks 2,80 - 4,50 / Pina Colada 4,10 Besonders die Pina Colada ist eine Empfehlung wert - megalecker!

Preisbeispiele Essen: Knoblauchbaguette mit Käse (lecker!!) 2,60 / Spaghettie Bolognese 3,70 / Schinkennudeln 3,70 / Flammkuchen 2,80 - 3,10 (wenn das der Biergarten am Rhein wüßte...), großer Griechischer Salat 4,50, Frühstück je nach Größe 1,50 - 3,80.

Öffnungszeiten: Das Old Vienna hat von Sonntag bis Donnerstag von 10:00 Uhr bis 2:00 Uhr geöffnet, Freitags und Samstags sogar bis 3:00 Uhr.

Besonderheiten: Wer die absolut preiswerten Speisen und Getränke noch nicht für einen Besuch ausreichend hält und wer Dart und Billard lieber anderweitig spielt, für den gibt es im Old Vienna noch ein besonderes Schmankerl: Im Hinterzimmer stehen 3 PC?s mit Internetzugang, die von den Gästen KOSTENLOS (ich wiederhole nochmals: KOSTENLOS!!!) benützt wer
den können.

Ein weiterer Renner soll gerüchteweise das Frühstücksbüffet sein, daß zweimal pro Monat angeboten wird. Die nächsten Termine hierfür sind am 14.07., 28.07., 11.08. und 25.08.2002. Dieses Mega-Büffet kostet inklusive Getränken lediglich 9,20 Euro.

Kontakt: Wie es sich für ein Cafe mit kostenlosem Internetzugang gehört, hat der Laden natürlich auch eine eigene, sehr informative HP mit Bildern, der kompletten Karte und aktuellen Events: www.oldvienna.de


4.) Fazit: Das Old Vienna ist definitiv nicht das Lokal, in das man abends zum romantischem Techtelmechtel mit der Liebsten fährt. Wer ein Cafe erwartet, wird wohl auch ziemlich erstaunt sein. Ebenso muß man bei der Bedienung und bei der Einrichtung Abstriche machen, doch irgendwie muß man das billige Speisenangebot sowie den kostenlosen Internetzugang ja schließlich finanzieren. Ansonsten kann man im Old Vienna sicherlich viel Spaß haben, sich zu humanen Preisen betrinken und dabei noch jede Menge interessanter Menschen kennenlernen. Und wenn mal ein Bier umfällt, ist das sicherlich auch nicht weiters tragisch. Allerdings wäre der Name "Räuberhöhle" wohl passender. Für mich eine nette Studentenkneipe, die ich gerne wieder besuchen werde, bevorzugt natürlich in Begleitung des Tippgebers: Ulman! Danke für den netten Abend!


Carpe Noctem, Euer Jabber

Fazit: