
Gosekneipe 'Ohne Bedenken'
Ohne Bedenken

Name des Mitglieds: kleiner
Produkt:
Ohne Bedenken
Datum: 27.06.00, geändert am 27.06.00 (306 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Mehr Bier als Alt, Kölch, Weise, Weizen, Bock gibt es noch
Nachteile: ja der Kopf
Was ist erst mal Gose? Gose ist ein obergäriges, helles Weissbier - Traditonsbier aus Sachsen und Thüringen, wird heute wieder in Leipzig gebraut. Man trinkt es ähnlich wie die Berliner Weisse mit Kümmel oder Johannisbeersaft. Pur schmeckt es säuerlich und erfrischend.
Gose kommt ursprünglich aus dem Harz und hat ihren Namen vom Flüßchen Gose, an dem die alte Kaiserstadt Goslar liegt. Von alters her wurde in Goslar Bier gebraut, dessen Wohlgeschmack bereits Kaiser Otto III. (983-1002) gepriesen hat. Und wie wurde Gose zum leipziger Heimatgetränk? Diese Geschichte sei hier kurz erzählt:
Gosenbrauereien gab es einst nicht nur im Harz, sondern auch eine im anhaltinischen Dorfe Glauzig. Freund dieser Gose war Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, der ?Alte Dessauer?, dem die Welt Gleichschritt und eisernen Ladestock und Leipzig eben die Gose verdankt. Oft reiste der Fürst und bedauerte es, wenn in den Einkehren sein Lieblingsgetränk nicht bereit war. So auch einst, als er 1738 zur Messe nach Leipzig kam.
In Leipzig und Umgebung durfte zu dieser Zeit nur das Leipziger Ratsbier ausgeschenkt werden. Eben dieses mundete dem Fürsten, der in Eutritzsch, einem kleinen Orte nördlich der Stadt eingekehrt war, in keinster Weise. Der Wirt der Schenke, Giesecke, war einst Fürst
Leopolds Leibdiener. Der Alte Dessauer versprach ihm in die Hand, beim Rat der Stadt eine Genehmigung zum Ausschanke Glauziger Gose zu erwirken - und tatsächlich: wenig später waren die ersten Gäste, die die erste ?Gluddscher Gose? probieren konnten, zwei ehrbare Schuhmachermeister. Schnell verbreitete sich der Ruf, daß in Eutritzsch ein neues Bier verzapft wurde, und eine wahre Völkerwanderung setzte ein: Student und Bürger, Ratsherr und Handwerker, alles zog hinaus ?zum Giesecke in die Gose?.
Der Quell der Glauziger Gose versiegte erst mit der napoleonishen Kontinentalsperre: Sachsen, damals im Rheinbund, war es untersagt, Güter aus dem Anhaltinischen zu beziehen, und
dazu zählte eben auch Bier. Eine Zollunion zwischen Sachsen und Preußen (1820), der Anhalt nicht beitrat, verhinderte die Lieferung danach. Es ist Johann Gottlieb Goedecke, dem Besitzer des Rittergutes Döllnitz bei Halle a. d. Saale, zu verdanken, daß Gose den Leipzigern erhalten blieb. Er gewann den Braumeister Johannes Philipp Ledermann, der das Geheimrezept kannte, für sich und begann 1824 mit der Lieferung der ?Döllnitzer Rittergutsgose?. In den Folgejahren etablierten sich in Leipzig dutzende Goseschenken, Gosestuben und Goseschlößchen, um die Jahrhundertwende sogar ein Gosen-Versandhandel.
Der kleine historische Abriss um auch Nichtleipzigern dieses Getränk näher zu bringen.
Nun zur Gosekneipe 'Ohne Bedenken'. Sie ist neben der 'Sinfonie' nach dem abbrennen der 'Goldene Krone' die einzigste Gosekneipe in Leipzig. Sie befindet sich in der Menkestrasse in Leipzig Gohlis. Die Kneipe stammt noch aus DDR-Zeiten, wo sie aus einer alten Gosekneipe, die lange Zeit als 'Nationale Front Büro' entstand. Die Einrichtung rustikal mit Gartensitzen. Das Essen befriedigend. Aber eben die Gose. Deswegen geht man dahin. Mit Kümmel, Waldmeister, Banane oder Himbeere, alle am Beste durchteste.
Ergebnis: ein Muss !!!!!!!!!!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Bar / Cafe / Kneipe national

