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Die Karaoke-Katastrophe
Bob's Treibhaus

Name des Mitglieds: onkel_schwer
Produkt:
Bob's Treibhaus
Datum: 26.01.02, geändert am 26.01.02 (55 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: -
Nachteile: -
Freitag ist Karaoke-Abend in Bob?s Treibhaus. Auch wir besuchen dieses Ereignis von Zeit zu Zeit, nicht um zu singen, sondern um anderen dabei zuzusehen.
So auch am gestrigen Abend. Nachdem unsere beiden letzten Besuche jeweils ungewollt auf den Beginn der Schulferien fielen und somit wegen Überfüllung des Treibhauses scheiterten waren wir gestern guten Mutes. Ich weniger als die anderen, denn ?mein? VfL Bochum war gerade 1:4 untergegangen. Dem Motto ?Frühes kommen sichert gute Plätze? folgend, fanden wir uns gegen 21 Uhr im Treibhaus ein. Nach unseren schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit hatten wir dieses Mal Glück. Der Blick von draußen zeigte uns zumindest ein paar freie Tische.
Unsere Wahl fiel auf einen Tisch in der Ecke mit guter sicht auf die ?Bühne?, doch bevor wir uns hinsetzen konnten entdeckten wir ein handgeschriebenes Reserviert-Schild, dass uns professionell genug erschien um es ernst zu nehmen. Ein Fehler, denn wie wir später erfuhren war der Tisch offiziell nicht reserviert. Zu diesem Zeitpunkt waren aber die ?Reservierer? bereits eingetroffen. Der einzige andere Tisch mit guter Sicht befand sich direkt unter einem Lautsprecher, der seinem Namen alle Ehre machte und nur gebrüllte Konversation ermöglichte. Der DJ tat sein übriges um unsere Leidensfähigkeit zu strapazieren. Nach ?Gib mir 100 % von Dir?, dem ?Hit? aus der dritten Big Brother Staffel ließ er direkt Zladdi und Jürgen mit dem großen Bruder folgen. Aber ein Ende war ja abzusehen, gegen 22 Uhr sollte die Karaoke beginnen.
Passend zum Thema Big Brother bevölkerte auch eine Gruppe Scouts von RTL 2 die Bar, offenbar auf der Suche nach neuen Popstars für die gleichnamige Sendung. Da sie offenbar nach einem neuen Aaron Carter und nicht nach einem zweiten Bryan Adams suchten machten sie einen großen Bogen um unseren Tisch und fotografierten einige Jugendliche, die auch versuchten angemessen cool zu sein ? zu unserer großen Belustigung. Die Späher verließen das T
reibhaus rechtzeitig um der Karaoke zu entgehen und nicht noch zufällig jemanden zu entdecken, der tatsächlich singen kann.
Als es auf 22 Uhr und unsere zweite Getränkerunde dem Ende zuging gab der DJ noch ein Mal alles. Die Musik war inzwischen zur Begeisterung der anderen Gäste in Richtung Hip Hop abgeglitten und ich begab mich noch kurz auf die Toilette, da die Karaokemaschine bereits lief und es jeden Moment losgehen musste. Eine Treppe ging es hinunter und ich blieb wie angewurzelt stehen, um meine Gedanken zu ordnen. Zu meiner linken stand eine Tür halboffen, unbeschriftet aber eindeutig mit Toiletten dahinter. Ich stellte die logische Verbindung Pissoirs ? Herrenklo her und trat ein, verwundert und halb hoffend, halb bangend, dass mir drinnen doch ein paar Damen über den Weg laufen, natürlich geschah dies nicht und im Herausgehen entdeckte ich warum. Die Damentoilette befand sich hinter einer ebenfalls unbeschrifteten Tür, hinter der ich aufgrund ihrer Position den Heizungskeller oder eine Abstellkammer vermutet hatte.
Wieder oben hatte die Karaoke noch nicht begonnen und so studierte ich das Songangebot welches von Karaoke-Dauerbrennern wie Like A Prayer von Madonna bis zu wahrscheinlich noch nie gespielten Stücken wie Patrona Bavarie vom Original Nabtal Duo reichte. Gegen 22.30 verklang der letzte Hip Hop und der DJ verkündete, dass er bereits vier Anmeldungen hatte. Diese stellten sich alle als schlechte Scherze vom Nebentisch heraus, wo dann einige pubertierende Jugendliche breit grinsten, andere eher verschämt dreinblickten. Was haben wir gelacht! Also wieder Hip Hop, denn echte Freiwillige gab es nicht. Und was für ein Hip Hop es war. Der 10-Minuten Mix eines mir völlig unbekannten Stückes.
Doch dann kündigte sich die erste Performance an, a capella, von Hakan und Faruk (Namen geändert), die eine Art Medley sangen, von dem mir Xavier Naidoos Sie ist nicht von dieser Welt lebhaft in Erinnerung blieb. Danach säuselte der DJ sel
bst eine Schnulze um dann SCHON WIEDER HIP HOP AUFZULEGEN. Das war zu viel. Wir gingen.
Fazit: Schuß in den Ofen. Hip Hop Fans müssen mir verzeihen, dass ich wahrscheinlich Lieder in diese Kategorie eingerodnet habe, die dort überhaupt nicht hingehören, aner ich bin in dieser Hinsicht ignorant veranlagt. Die relativ gute Bewertung ergibt sich unter Bezug auf die vorhergehenden gelungenen Abende.
Zur Bar an sich: Liegt am Rand des Bermuda Dreiecks, gut mit Auto oder öffentlichem Nahverkehr zu erreichen. Alkoholfreie Getränke kosten 1,80 Euro, Bier 2,10 Euro. Die gäste sind meist jugendlich, mit meinen knapp 20 Jahren steigerte ich bereits den Altersdurchschnitt.
An diesen Abend werde ich noch etwas zu kauen haben, bevor ich mich wieder in Bob?s Treibhaus stürze, aber der nächste Karaoke-Freitag kommt bestimmt.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Bar / Cafe / Kneipe national
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