
Neuester Testbericht: ... vor allem Barby-Fans schockieren wird- was es ist, wird allerdings nicht verraten. Das wohl wichtigste im Blaumilchkanal ist die Mus... mehr
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Blaumilchkanal

Name des Mitglieds: whb
Produkt:
Blaumilchkanal
Datum: 14.12.00, geändert am 14.12.00 (130 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Atmosphäre, Musikauswahl, gutes und preiswertes Angebot an Speisen und Getränken
Nachteile: etwas abgelegen (kann auch als Vorteil gewertet werden)
Ein solches Café ist der "Blaumilchkanal", abseits von den Prenzauer-Berg Kneipenbezirken Kollwitzplatz und LSD-Viertel (Lychener-, Duncker-, Schliemannstraße) für Berlin-Unkundige nur schwer zu finden.
Seit 1993 gibt es diesen Laden, der von ein paar Leuten aus der Off-Theaterszene eröffnet wurde, um einen eigenen Platz für "geselliges Beisammensein" zu haben. Die Einrichtung läßt auch schon ein wenig Kulissenstimmung aufkommen. Betritt man das Lokal, fällt einem als erstes der Tresen mit Sternen, die per Hintergrundbeleuchtung illuminiert werden auf. In der Ecke steht ein Thron, auf den sich natürlich jeder setzen kann, dieses jedoch vor allem aus Bequemlichkeitsgründen eher meiden wird (war für die Monarchie damals schon ganz schön anstrengend, zu regieren). Die runden Holztische in dunkler Farbe sind rund um den Tresen und in kommunikativer Entfernung zueinander angeordnet. Meist erhöht sich die Anzahl der Stühle um einzelne Tische, wenn abends Gäste andere Gäste treffen und bis in die frühen Morgenstunden erzählen, essen, trinken und einfach beisammen sind.
Es gibt noch ein Hinterzimmer mit weiteren drei Tischen, die hauptsächlich von Leuten frequentiert werden, die es Etwas ruhiger angehen möchten. In diesem Raum ist auch ein kleines Kunstwerk angebracht, welches vor allem Barby-Fans schockieren wird- was es ist, wird allerdings nicht verraten.
Das wohl wichtigste im Blaumilchkanal ist die Musik. Eine Vielzahl von Kassetten steht zur Auswahl, die von den Betreibern selbst, aber auch häufig v
on den Gästen zusammengestellt wurden. Einen derartigen Mix aller bekannten Stilrichtungen (außer vielleicht Zwölftonmusik) habe ich noch nirgends zu Gehör bekommen.
So ist es durchaus normal, daß nach einem Rocksong Zara Leander ertönt und es danach mit karibischen Klängen weitergeht, gefolgt von Filmmusik, Hip-Hop und Jaque Brel- Songs.
Die Spezialität sind Cocktails, von denen es gar viele zur Auswahl gibt und deren Mengengehalt an berauschenden Flüssigkeiten nichts zu wünschen übrig läßt. Finger weg von den "drei Punischen Kriegen", wenn man am nächsten Tag früh raus muß! Vom Faß gibt es Pils und Schwarzbier, aus Flaschen Kristall- und Hefeweizen sowie (eklige) belgische Biere und die unvermeidliche Berliner Weiße. Auch das Speisenangebot ist äußerst lecker. Ständig wechselnde Tagesgerichte und eine feste Karte vom Knoblauchbrotimbiss bis zur kompletten Mahlzeit bieten reichlich Auswahl.
Am Samstag und am Sonntag gibt es dann auch ein Frühstücksbüffet, welches von 10.00 bis 17.00 Uhr zur Verfügung steht und wo man sich für 12.50 DM den Bauch vollschlagen kann.
Das Publikum besteht hauptsächlich aus Stammgästen, jedoch kommen auch immer wieder viele Leute aus Neugier vorbei, weil sie vom Blaumilchkanal gehört haben. Viele Gäste sind aus der Kulturszene- Musiker, Theaterleute, Filmschaffende- aber auch ganz "normale" Menschen, die sich hier einfach wohl fühlen. Entgegen vielen anderen Prenzlauer-Berg-Cafés dauert es auch nicht lange, bis man bedient wird. Das Wohl der Gäste ist trotz der alternativen Atmosphäre das Wichtigste für die Macher.
In der Woche öffnet der Blaumilchkanal um 17.00 Uhr und schließt erst dann die Pforte, wenn der letzte Gast gegangen ist, was durchaus auch im Dezember bis Sonnenaufgang dauern kann. Wer mit mehreren Leuten einrücken will, sollte allerdings vor 21.00 Uhr kommen oder einen Tisch reservieren lassen, da es dann meist recht voll ist.
Am besten gelangt man zum Blaumil
chkanal, wenn man am U-Bahnhof Schönhauser Allee aussteigt und dann ca. 10 Minuten Fußweg hat oder auch S-Bahnhof Bornholmer Str. und 5 Minuten geht. Auch mit dem Auto kommt man sehr gut hin, muß sich allerdings meist einen "illegalen Parkplatz" suchen, was jedoch fast immer von der Polizei toleriert wird (Garantie gebe ich nicht!). Das Café selber ist am Ende der Straße und von außen nur durch das einladende warme Licht zu erkennen. Der Name selbst ist nur gaaanz klein über der Eingangstür zu finden und im Grunde nur zu sehen, wenn man die Stelle kennt.
Auf alle Fälle ist der Blaumilchkanal ein Ort, der nicht nur zweites Wohnzimmer sein kann, sondern such dem Berlinbesucher entspannende und/oder auch spannende Abende bietet. Hier ist eine idyllische Enklave, wo der Mensch einfach Mensch sein kann, egal wie alt, welches Geschlecht oder welcher Beruf.
Bis bald im Blaumilchkanal!
Adresse und Tel.-Nr.: Schievelbeiner Straße 23, 10439 Berlin, 030/ 44 73 18 86
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Bar / Cafe / Kneipe national

