Trebol
Gut für Morgens, Mittags und wohl auch Abends - Trebol Bar / Cafe international

Neuester Testbericht: ... Kaffeetrinkerin, aber in Madrid bin ich nahezu fast süchtig danach geworden. Nun ist café con leche auch nicht mit einem deutschen Milchka... mehr

Gut für Morgens, Mittags und wohl auch Abends
Trebol

sverimalin

Name des Mitglieds: sverimalin

Produkt:

Trebol

Datum: 27.12.00, geändert am 27.12.00 (36 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: vielseitig, gute Lage, günstig

Nachteile: nichts für lärmempfindliche Morgenmuffel

Die Eß- und Trinkgewohnheiten in Madrid sind schon ein wenig anders, als ich es aus Deutschland kenne. Meine Freundin hat sich da nicht viel umstellen müssen, war sie es doch schon in Deutschland gewohnt, sich das Frühstück mit ins Büro zu nehmen oder mal schnell irgendwo in einer Bäckerei mit Stehimbiß sich eine Kaffee einzuschütten. Nun, es hätte mich auch schwer gewundert, wenn sie mich nicht auch gleich am ersten Tag zum Frühstücken ausgeführt hätte. Und in Madrid, wie sie mir erzählte, ist es total unüblich, Zuhause zu frühstücken. Zumindest noch am Monatsanfang. Mehr zum Monatsende hin, wenn das Geld etwas knapper wird, da bleibt dann auch der Madrilene schon mal zum Frühstück daheim.

Und das Angebot ist in aller Herrgottsfrüh auch schon riesig. So war unsere erste frühstückstechnische Anlaufstelle die Cafeteria Trébol gleich um die Ecke an der Avenida Felipe II, 10 (Fußgängerzone im Stadtteil Salamanca). Nichts besonderes, wie sie erklärte, aber der Kaffee sei gut.

Der Kaffee sei gut??? Der Kaffe bzw. "café con leche" ist im Trébol hervorragend!! Ich bin zwar hier in Deutschland nicht die große Kaffeetrinkerin, aber in Madrid bin ich nahezu fast süchtig danach geworden. Nun ist café con leche auch nicht mit einem deutschen Milchkaffee zu vergleichen. Eine kleine Tasse wird bis zur Hälfte mit Espresso gefüllt und dann kommt bis an den Rand noch heiße Milch drauf. Mh! Lecker. Ansonsten gehen die Madrilenen etwas sparsam mit der Kaffeeausgabe um. Es gibt überwiegend nur kleine Tassen und nicht die wie hierzulande gewohnten "Haferl". Aber Kaffee ist in Madrid so günstig, da geht auch noch ein zweites oder drittes Tässchen.

Klassisch dazu wären nun "churros", in Schmalz gebackene Hefekringel. Aber weiß der Henker wie, diese zu probieren, habe ich nicht geschafft. Aber üblich sind auch "tostadas", schöner krosser Toast, etwas größer als die in Deutschland, die Butter ist praktischerweise schon drauf
, wenn der noch dampfende "tostada" geliefert wird, und dazu Marmelade. Fertig! Und das zusammen mit Kaffee zu einem günstigen Preis von Pts. 375,- (ca. DM 4,50). In Deutschland ist ja für diesen Betrag gerade mal die Tasse Kaffee zu haben.

Im Trébol kann man aber nicht nur frühstücken. Nach einer etwas ermüdenden Museums- und Shoppingtour kam so an einem späten Nachmittag einmal der kleine Durchängerhunger. Irgendwie wollten meine Lebensgeister wieder geweckt werden. Da ich mich auf dem "Nachhauseweg" befand, dachte ich, ach, schau doch mal auf eine Tasse Kaffee bei Trébol rein. Schnell an den Tresen geklemmt, auf den Barhocker geklettert und café con leche bestellt. Automatisch studiert man dann natürlich auch die Speisekarte (hängen in Madrid bevorzugt auch an der Wand) und meine Wahl viel auf ein "sandwich con jamon y huevo". Jamon ist der Schinken und huevo ist ein Ei, wie ich mittlerweile gelernt hatte. Doch das Sandwich war ein heißer Toast. Ach was, einer!! Drei Scheiben aufeinandergestapelt, dazwischen der etwas angebratene jamon und als vorletzte Zwischenschicht das gebratene Ei. Aus der obersten Toastscheibe wurde ein Loch herausgestochen, aus dem mich nun das weiche Eigelb nun goldgelb anlachte. Den Deckel hat man daneben gelegt. Ich muß sagen, sehr dekorativ und auch sehr lecker.

Daneben hätte es auch natürlich typische Tapa-Gerichte gegeben. Im Schaufenster waren diverse Salate, Schinken und Schalentiere ausgestellt. Manchmal ist aber weniger auch mehr.

Das Lokal nun selber liegt so halb im Keller. Von außen eher unscheinbar, die Ausstattung etwas in verblaßtem Hellblau gehalten, vielleicht etwas unmodern, aber sehr sauber. An der rechten Seite ein paar Tische und Stühle, links der obligatorische Bartresen. Darauf diverse Köstlichkeiten zum Appetitholen. Dahinter ein paar flinke, flotte, freundliche Ober. Es sah immer irgendwie ein bißchen hektisch aus. Die Untertassen wurden samt Löffel und Zuc
kerpäckchen in Reih und Glied bereits auf den Tresen geknallt (wirklich geknallt!), die Bestellungen lauthals durch den Raum gerufen. Das gemischte Publikum war ständig am Kommen und Gehen. Wer morgens noch absolute Ruhe möchte, ist hier fehl am Platz.

Und Abends geht das hektische Treiben wohl noch weiter. Die Wand hinter dem Tresen war über und über nicht gerade mit Softdrinks bestückt, sondern eher mit den harten Sachen. Aber zu einer späteren Stunde habe ich es in das Trébol nicht geschafft. Der Name "Cafeteria" scheint mir daher auch etwas irreführend, muß es sich doch nach der Getränkeausstattung um eine ganz normale - und auch gute - Tapa-Bar handeln.

Ein kurzer Besuch - alleine schon wegen dem sehr guten Kaffee - lohnt sich allemal, wenn man in dieser Stadtteilecke mal unterwegs ist.

Fazit: