The Palace Bar
Die Intensivstation - The Palace Bar Bar / Cafe international

Die Intensivstation
The Palace Bar

kenjohn

Name des Mitglieds: kenjohn

Produkt:

The Palace Bar

Datum: 15.02.02, geändert am 15.02.02 (106 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Eine der besten altmodischen Bars der Stadt

Nachteile: Der Geruch der Putzmittel am Morgen

~ ~ Jeder Besucher von Dublin wird möglicherweise das inzwischen weltbekannte Temple Bar Gebiet ganz oben auf seiner Liste der Sehenswürdigkeiten haben. Es ist bekannt für seine Einkaufsmöglichkeiten, die Restaurants, das Nachtleben und natürlich die Pubs.

~ ~ Die Palace Bar ist eines der vielen Pubs in diesem Gebiet, aber es ist auch bei weitem das älteste und existiert seit 1843. Es ist tatsächlich auch eines der ältesten Pubs in Dublin, das heute noch in seiner Originalform besteht.
Wenn man auf grelles Licht und auf Massen von Jugendlichen steht, die verzweifelt versuchen eine gute Zeit zu haben, dann wird das Palace wohl nicht die richtige Szene für einen sein.

~ ~ Auf der anderen Seite würde man jedoch ein wahres Vergnügen verpassen, da es durchaus gerechtfertigt ist, zu behaupten, daß das Palace all das verkörpert, was das Beste ist in einem authentischen „Old Time“ Irish Pub. Ein Design und eine Aufmachung, welche Hunderte von Bars auf der ganzen Welt (meist ohne Erfolg) nachzumachen versucht haben.

~ ~ In dem Augenblick, in dem man durch die Eingangstür tritt, merkt man, daß das Palace etwas Besonders ist. Etwas, das geradezu den Geschichtsbüchern entnommen wurde.
Es hat eine lange und enge holzvertäfelte Bar mit einer herrlichen alten Marmortheke, die mit einer Reihe von altmodischen Handpumpen ausgestattet ist. Heutzutage sind diese Pumpen nur Dekoration, da in Dublin seit den frühen 60ern kein Bier mehr ohne Druckanlage gezapft wird. Aber sie tragen immer noch ein bißchen zum Charakter der Einrichtung bei. Es gibt auch keine bierbefleckten Teppiche in dieser Kneipe. Die Böden sind alle gefliest, und wenn man recht früh reinkommt, kann der Geruch des Putzmittels manchmal ziemlich überwältigend sein.
Teile der Bar sind mit verspiegelten Wänden in kleine Nischen unterteilt. Wenn man also nicht in Redestimmung ist, oder wenn man etwas Privatsphäre will, um den Kater des Vortages auszukurieren, kann man in ei
ne davon schlüpfen.

~ ~ Die rückwärtige Bar heißt „The Snug“, ist aber bei weitem viel zu groß um dieser Umschreibung gerecht zu werden. Sie hat mitten in der hohen Decke ein Fenster und deshalb ist es immer hell und luftig dort.
Die Bar ist mit allerhand antiken Andenken geschmückt, wie mit alten Whiskeyflaschen und –fässern, kupfernen Bierkrügen und einem herrlichen Grammophon in der Art von „His Master’s Voice“.
Die Spiegel sind durch die Bank original gravierte Besonderheiten, die wiederholt von den Souvenirgeschäften dieser Welt kopiert wurden und solche Erinnerungsstücke bewerben wie „Power’s Pure Pot Still Whiskey“.
Die ausgeschenkten Biere beinhalten das obligatorische Guinness, Murphy’s, das Gegenstück aus Cork, und Kilkenny. Und zufälligerweise gibt es hier das billigste und beste Pint of Guinness im ganzen Temple Bar Gebiet.

~ ~ Dieses Pub ist seit Generationen der langjährige Favorit unter den Schriftstellern und Journalisten, da es sprichwörtlich nur einen Steinwurf vom Eingang der „Irish Times“, der größten Zeitung des Landes, entfernt liegt.
In der Vergangenheit nutzte ein Herausgeber der Zeitung, ein gewisser Mr. Smylie, einen Teil der Bar, der verblüffenderweise die „Intensivstation“ genannt wurde, als sein Hauptbüro. Als wäre hier der Ort, wohin er sich zurückzieht, um den Kater vom Vortag auszukurieren, oder um seine erschlaffende Stimmung mit etwas wiederzubeleben, was die Iren gerne als „Kur“ bezeichnen. Und anstatt in ihr Büro zu gehen, kamen die Schreiberlinge gewöhnlich hierher, um ihre Anweisungen für den Tag zu bekommen.
Bis zum heutigen Tag ist das Pub die Stammkneipe von Journalisten sowohl der Times als auch des Hauptkonkurrenten, der Irish Independent. In früheren Zeiten war es der Treffpunkt von so bekannten Figuren der irischen Literatur wie Beckett, W.B. Yeats, Kavanagh und Oscar Wilde, um nur einige z
u nennen. Und Dutzende von gerahmten Bildern und Photographien an der Wand (einige sogar mit den Originalunterschriften der Herren) erinnern uns daran.

~ ~ Well folks, that’s the Palace for you! Und wenn ihr je nach Dublin kommt, ist das ein Pub, an dem ihr nicht vorbeigehen wollt.

Fazit: