L'Ultime Atome
Klofrau, sei wachsam! - L'Ultime Atome Bar / Cafe international

Neuester Testbericht: ... in der Avenue Louise. Das Viertel als solches ist geprägt von einer völlig durchmischten Bevölkerung, wobei die aus dem Kongo stam... mehr

Klofrau, sei wachsam!
L'Ultime Atome

scherpe

Name des Mitglieds: scherpe

Produkt:

L'Ultime Atome

Datum: 23.03.01, geändert am 23.03.01 (112 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Lage, Preis, Atmosphäre

Nachteile: SEHR gut besucht, Gelegentlich Kommissionsstagiaires im Übermaß

Eines der bekanntesten Cafés/Restaurants in Brüssel ist ohne Zweifel das L’Ultime Atome. Erstaunlicherweise ist es dennoch empfehlenswert.

In der Nähe der Metro Porte de Namur mitten im pulsierenden Stadtteil Ixelles gelegen, ist das Atome ein Ort mit zwei Gesichtern.
Tagsüber ein angenehmes Café, in dem man nicht nur ganz wunderbar das Leben an sich vorbeiziehen lassen kann, sondern auch vorzüglich essen – und das zu für Brüsseler Verhältnisse durchaus moderaten Preisen. Wer nicht wie ich hier seinen Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen muß, sondern die Zeit hat, durch die Stadt zu stromern findet hier einen guten Anlaufspunkt. Besonders geeignet nach Besuchen im nahegelegenen Kino Vendôme oder nach einem Schaufensterbummel in der Avenue Louise. Das Viertel als solches ist geprägt von einer völlig durchmischten Bevölkerung, wobei die aus dem Kongo stammenden Einwanderer in der Mehrzahl sind. Was spannende Geschäfte garantiert. Schließlich bekommt man nicht überall Kochbananen.
Das Atome hat tagsüber ein ebenfalls sehr gemischtes Publikum. Problemlos verschmelzen Investmentbanker mit Szene-Mäuschen, der eine auf Kaffepause am Nachmittag, die andere gerade aufgestanden. Das Atome ist ein Ort, an dem man verweilen kann. Die Bedienung ist für Belgische Verhältnisse überschäumend freundlich (kommt innerhalb von 20 min. und sagt sogar „Bon jour“), die Hintergrundmusik immer für eine Überraschung gut…

Abends hingegen ist das Atome einer der Orte, an denen sich die Mitzwanziger versammeln. Die Musik ist deutlich housiger, Investmentbanker nicht mehr anzutreffen. Oder sie haben sich getarnt. Das Atome platzt in der Regel aus allen Nähten, es empfiehlt sich, früh zu kommen oder Geduld mitzubringen.

Mein besonderer Liebling ist die Toilettenfrau aus dem Kongo. Sie wacht mit Argusaugen darüber, daß jedermann und jederfrau brav seine 10 Franken für die Entrichtung der Notdruft abliefert. (In Belgien ist das in Caf
és üblich…)
Als ich an meinem ersten Tage in dieser herrlich chaotischen Stadt bar jeden belgischen Geldes aber mit erheblichem Druck auf der Blase die Treppen zur Toilette hinunterstolperte, da wartete sie schon mit gestrengem Blick. Die Not war größer als die Scham, also bin ich erstmal Geschäftchen machen. Aber dann. Böse Blicke. Und mein Französisch eingerostet. Ihres eher am Kongo. Was hatten wir Spaß. 20 Minuten haben wir über die besten Ausreden gewitzelt, auch wenn ich nicht sicher bin was sie gesagt, andererseits aber sehr sicher, daß ich mich nicht wirklich verständlich ausgedrückt habe. Jedenfalls kam es zu einer Übereinkunft: Beim nächsten Mal zahle ich 20. Aber nur an sie, nicht an die Kollegin!

Alles in allem, trotz der großen Popularität durchaus ein empfehlenswerter Hang-out.


Kurzzusammenfassung:
Lage: Mitten in Ixelles, einem der interessantesten Viertel der Stadt
Publikum: Arg gemischt, abends Mitzwanziger
Essen & Trinken: In Ordnung, annehmbarer Preis; auf Tagesgerichte achten!!!
Musik: Doors bis Rage against the Machine, abends housiger und grooviger
Bedienung: Interressant! (Mehr wird nicht verraten)
Bemerkenswert: Klofrau. Immer 10 Franken mit auf den Weg nehmen…

Fazit: