
Verzückte Ohren
La Soleá Madrid

Name des Mitglieds: *Marnie
Produkt:
La Soleá Madrid
Datum: 27.05.09, geändert am 23.10.10 (182 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Stimmung und Ambiente
Nachteile: Lüftung
Was macht man abends in Madrid? Die Auswahl ist grenzenlos und doch sollte man einen Abend für Flamenco, Musik oder Tanz, reservieren - auch wenn dieser eigentlich aus Andalusien stammt.
Da bieten sich gleich mehrere Varianten an, ein Show mit rund 20 Euro Eintritt im Los Carboneras, ein abendfüllendes Programm inkl. Dinner für rund 70 Euro im Casa Patas oder aber die non plus ultra Variante im La Soleá an einem Freitag oder Samstag abend.
Anfahrt
Man steigt an der Station "La Latina" aus und wendet sich in Richtung Carrera de San Francisco. Die erste rechts in die Cava Baja, die nächste rechts gleich die Cava Alta. In der Nummer 34 findet man hinter einer sehr unscheinbaren Fassade mit einem großen, dunklen Holztor das La Soleá.
Ambiente
Man sollte sich trauen das Tor zu durchschreiten, obwohl es nicht sehr beleuchtet oder belebt aussieht. Kommt man dann durch den Gang an der Theke vorbei, ist es nicht mehr weit. Links herum ist schon der erste kleine Raum mit winzigen Tischen und Stühlen, die wahllos im Raum verteilt sind und die Bänke an den Wänden einbeziehen. Die Wände zieren Fotos berühmter Flamenco-Größen und lassen ein wenig Nostalgie aufkommen. Sitzt man auf einem der Bänke hat man die wunderschönen blau-gelben Kachelbilder im Rücken, die wunderbar kühlen. Geht man direkt an der Theke vorbei geradeaus, landet man im hinteres Saal, dem Restaurant.
Die beste Stimmung kommt jedoch immer im vorderen Teil auf, so dass ihr versuchen solltet, dort einen Tisch oder aber zumindest einen Stuhl zu bekommen.
Sinn und Ziel
Im La Soleá findet keine (!) Flamenco-Show statt. D.h., dass man in der Regel keine roten Rüschenkleider oder Castagnetten zu sehen bekommt. Ziel der ganzen Bar ist das spontane Agieren. Man sitzt gemütlich bei einem Glas Wein, trascht und klatscht und plötzlich nimmt jemand eine Gitarre zur Hand und der nächste stimmt mit sagenhafter Stimme den Text an. Applaus belohnt anschliessend diesen Mut.
Man kann das Glück haben, dass mehrere Tische oder Freundeskreise "gegeneinander" ansingen oder aber das nur einer singt. Schlimmstenfalls passiert gar nichts. Je nach Lust, Laune und Stimmung wird hier die spanische Lebenslust über alle Altersklassen hinweg gefeiert.
Preise
Hier herrscht normales Preis-/Leistungsverhältnis, sowohl bei den Tapas als auch bei den Getränken, ein Glas Rotwein der Hausmarke kostet Euro 2,50. Da kann man nicht wirklich meckern. Tapas liegen zwischen Euro 1,50 bis 11,00. Hier ist für jeden Geldbeutel etwas zu haben.
Da kein Eintritt gezahlt wird, lassen die Gruppen, die etwas zum besten geben, einen Teller oder Hut herumgehen. Dort legt man drauf, was man möchte, in der Regel zw. 0,50 - 2,00 Euro.
Öffnungszeiten
Geöffnet wird um 20:30 Uhr, Ende ist gegen 4:00 Uhr morgens. Ein Besuch lohnt sich jedoch auf keinen Fall vor 23.00 Uhr und auch nur Freitag oder Samstag. Richtig los geht es sogar erst nach Mitternacht, dann jedoch ist ein Sitzplatz mehr zu bekommen. Wer also den Tag mit Sightseeing verbracht hat und damit schon leidende Füße hat, sollte zwischen elf und halb zwölf vor Ort sein. Zum Abendessen bietet sich übrigens die Tapas-Bar "Tempranillo" gleich nebenan an.
Fazit
Das La Soleá bietet für sage und schreibe null Euro Eintritt ein abendfüllendes und sehr unterhaltsames Programm. Man bekommt Einblick in die spanische Lebensart und verlässt die bekannten Touristen-Pfade. Spanisch-Kenntnisse sind hilfreich, aber auf keinen Fall notwendig. Die Spanier sprechen zum Teil Englisch, Deutsch oder "händisch und füssisch". Auf jeden Fall sind sie absolut gastfreundlich, offen und warmherzig. Wer sich hier als Ausländer hereintraut, wird scheinbar von vorneherein akzeptiert.
Einziger Nachteil des Abends im La Soleá war die fehlende Lüftung oder auch ein Fenster. Die Spanier sind zu einem großen Teil Raucher (ich selbst übrigens auch) und der Qualm kann hier nicht abziehen. Dies hat zur Folge, dass die Augen brennen und stark erröten, je voller der Laden wird. Aber der Ohrenschmaus ist das absolut wert!
Fazit: schön
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