Seagate STT28000A
Zur Beruhigung einen Streamer? - Seagate STT28000A Bandlaufwerk

Produkttyp: Seagate Bandlaufwerke

Zur Beruhigung einen Streamer?
Seagate STT28000A

rmantz

Name des Mitglieds: rmantz

Produkt:

Seagate STT28000A

Datum: 09.04.01, geändert am 09.04.01 (692 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Einfacher Einbau, problemlos im Betrieb

Nachteile: Für die aktuellen Plattengrößen schon fast zu klein

Seagate STT8000A / STT28000A-R Einleitung
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Wir füllen keine Sicherheit in Flaschen, aber beruhigen unser Gewissen? Die Datensicherung wird oft vernachlässigt, mit der Folge das bei einem Plattencrash oder größerem Problem Daten verloren sind. Dies tritt glücklicherweise nicht allzu oft auf, meist entstehen Probleme bei Updates und/oder Installation/Deinstallation von neuen Programmen. Bei Updates werden immer wieder Dateien mit wichtigen Informationen überschrieben, das neue Programm funktioniert nicht wie gewünscht und die Deinstallation bringt die davorliegende Version auch nicht wieder.

Es gibt also immer wieder Situationen, in denen die Rekonstruktion des alten Zustandes oder von alten Dateien notwendig und/oder sinnvoll ist. Es gibt viele Tools und Vorgehensweisen, die in diesem Bereich helfen können.

Kleinere Dateien können auf Disketten gesichert werden, eine CD faßt schon größere Datenmengen. Bei ausreichend Plattenplatz können die Daten auf eine andere Partition gesichert werden, eine Sicherung auch auf einen anderen Rechner im Netzwerk ist ebenso möglich. Mittlerweile kann ich kostenlos Plattenplatz im Internet erhalten und da wichtige Daten sichern und es gibt Tools die anstelle einer einfachen Deinstallation die vorherige Programmversion wiederherstellen und vieles mehr.

Bevor ihr nach langem Lesen enttäuscht seid, noch ein Punkt : der hier beschriebene Streamer ist leider nicht mehr im Handel. Es gibt aber Nachfolgemodelle und andere Hersteller, so sind zum Beispiel die HP-DAT-Streamer sehr gut. Da ich aber lieber über Teile schreibe die ich selber ständig benutze, geht es hier um den älteren Seagate Streamer.


Doch warum nun ein Streamer?
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Der kostenlose Platz im Internet ist eingeschränkt, GB kosten schon richtig Geld. Um dieses Medium nutzen zu können, müssen schon einige Teile des Rechners wieder funktioniere
n (Problem nach einem größeren Crash). Die Geschwindigkeit per Modem oder ISDN reicht mir hier auch nicht (bei meinem ersten Streamer gab es noch kein DSL). Hunderte von Disketten bespielen und stundenlang Diskjokey spielen sehe ich auch nicht als Alternative an. Ein Plattenarray schützt bei Plattenfehlern und in Verbindung mit Tools können auch die Installationsprobleme abgefangen werden. Den Tools traue ich aber (noch) nicht so richtig und ein Array ist bei Erweiterungen nicht ganz einfach und meist teuer. Richtig Geld ausgeben wollte ich aber privat nun auch nicht. Die eingebauten Festplatten sind meist nur im Anfang groß genug für eine Datensicherung, ein paar weitere Programme, einige Dateien, hier ein paar Bilder und die Festplatte ist wieder zu klein. Bei den Kopien im Netz tritt das Platzproblem auf die gleiche Art auf. Für nicht zu große Datenmengen sind inzwischen CD-Brenner (auch CD-RW) eine Alternative. Bis jetzt habe ich mich immer wieder für einen Streamer entschieden.


Warum dieser Streamer ?
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Nun, der alte Streamer war zu langsam, die Bänder waren zu klein (Bandjokey) und die Fehlerrate stieg an. Also war ein neuer Streamer fällig, natürlich neuer, schöner und besser. Selbstverständlich sollte er meine alten Bänder lesen können, möglichst nichts kosten und einfach zu installieren sein. Beginnen wir mit der Geschwindigkeit, die alten Streamer benutzten die Floppy-Schnittstelle und waren entsprechend langsam. Die (teuren) Streamer im professionellen Bereich benutzen die SCSI Schnittstelle, einzelne Modelle benötigen eine eigene Schnittstellenkarte. Diese spezielle Schnittstellenkarte ist dann oft mit einem eigenen Prozessor für die Datenkomprimierung verbunden. Da ich sonst in meinem Rechner (noch) kein SCSI benutze und freie Steckplätze kaum vorhanden sind, wollte ich die AT-Schnittstelle / ein ATAPI-Laufwerk benutzen. Wie verbreitet solche Streamer sind, mußte ich schnell lernen. Zwei ör
tliche Computer-„Fachhändler„ waren der Meinung : Gibt es nicht. In den gängigen PC-Zeitschriften und den Internetseiten war nicht viel zu finden. Nach einigem Suchen habe ich dann aber bei HP und Seagate einige Modelle gefunden. Hierbei gibt es im wesentlichen zwei Arten, wobei ich auf die genauen Unterschiede im Detail nicht eingehen möchte (DAT oder TRAVAN). Extrem vereinfacht dargestellt, wird bei Travan ähnlich wie bei den Tonbandgeräten aufgezeichnet und bei DAT etwa wie bei den Videorecordern.

Für uns als Anwender ist wichtig: beides funktioniert. Bei DAT erreiche ich eine höhere Aufzeichnungsdichte und kann etwas kleinere Bandkassetten benutzen. Der Aufbau dieser Geräte ist aber komplizierter, was sich im Preis wiederspiegelt. Die aktuellen Preise, für einen 20 GB Streamer, machen dies deutlich :
TRAVAN Streamer 500-850 DM, Band knapp 100 DM
DAT Streamer ca.1400 DM, Band 25 DM

Diese Preisrelationen waren auch schon beim Kauf meines Streamers so vorhanden, nur dass die GB-Anzahl kleiner war (das Band kostet 45,-). Da ich privat nur wenige Bänder im Wechsel benutze, und der Travan-Streamer im Gegensatz zu den DAT-Streamern meine alten Bändern lesen kann, war damit auch der Streamer-Typ geklärt. Der Platteninhalt sollte möglichst auf ein Streamerband passen und ich wollte das Teil bei einem Händler in der Nähe kaufen. Nach weiterer Suche blieb, zu meiner Überraschung, VOBIS als einziger Händler übrig. Dort war der Seagate-Streamer auch vorrätig.


Lieferumfang und Daten
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In einer 14,5*21*27 cm Schachtel wird das Laufwerk geliefert. Neben dem 3,5 Zoll-Laufwerk findet man(frau) einen 5,25„ Einbaurahmen mit Frontblende, Schrauben, ein Poster (etwa DIN A3 groß, mit der Einbauanleitung), das Installationshandbuch und eine Version der Seagate Backup Exec-Software vor (Win3.1, Win95/98, NT). Diese Unterlagen sind für den Einbau und die Installation gut und inform
ativ, zur BackupSoftware erfährt man aber, außer dem Installationshinweis, nichts. Da diese alte Version von BackupExec mit langen Dateinamen nicht sonderlich gut zurecht kam, habe ich sie nicht viel benutzt, sondern bin schnell auf MS-Backup umgestiegen. Ich hätte auch ein Update kaufen können, aber es ist nicht notwendig. Die Anschlußvarianten für ATAPI und SCSI sind gut dargestellt, inklusive der Jumpereinstellung und der ID-Vergabe / Terminierung für SCSI. Um es nochmal klar zu sagen (zu schreiben) es gibt zwei Ausführungen des Gerätes, STT...A für Atapi und STT....N für SCSI..

Der Streamer kann in den Formaten QIC-3095 und QIC-3080 genutzt werden. Darüber hinaus können die Formate QIC-80, -3010 und -3020 gelesen werden. Die Travan-Bänder sind mit 9 cm * 7 cm * 1,5 cm fast so groß wie eine Musikkassette.

Die Datenkomprimierung (per Software) ist mit 2:1 angegeben. Ich erreiche im Durchschnitt aber nur etwa 1,6:1, d.h. Etwa 1,6 GB auf der Platte belegen 1 GB auf dem Band.

Die Übertragungsgeschwindigkeit wird mit bis zu 30 MB/min für ATAPI und bis zu 36 MB/min bei SCSI angegeben (ohne Kompression). In der Praxis erreiche ich etwa 40 MB/min oder 2,4 GB je Stunde. Gekauft habe ich den Streamer im Herbst 98, also vor zweieinhalb Jahren. Da waren diese Werte noch gut. Zum Vergleich: die Geschwindigkeit eines modernen DAT-Streamers mit Ultra2-SCSI Schnittstelle : 960 MB/min(ohne Kompression).

Bei den Nummern ist sich Seagate nicht ganz einig, verkauft wurde es unter STT-28000A-R, das Gerät meldet sich im Gerätemanager (Win95/98) als STT8000A und in den mitgelieferten Unterlagen findet man beide Angaben.


Einbau und Inbetriebnahme
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Vor dem Einbau soll die BackupExec-Software installiert werden. Soweit ich mich erinnere, gab es dabei keine Probleme. Der Einbau des Streamers gelingt anhand der guten Anleitung sofort. Das Betriebssystem (zunächst noch Win95, dann Win98, nach
dem Rechnerwechsel WIN98-Se) erkannte das Gerät sofort und es konnte direkt genutzt werden.

Einige ältere Boards mit VIA-Shipsatz haben Probleme mit den DMA-Modes. Hierzu gibt es von VIA ein kleines Utility (VIADMATOOL) mit dem es dann klappt.

Als erstes habe ich einige kleine Dateien gesichert, die Dateien mit der Version auf der Festplatte verglichen (Vergleichslauf) und dann in ein anderes Verzeichnis zurückgesichert. Diese Dateien habe ich nochmals mit dem Original verglichen. Es war alles ok, der Streamer also voll funktionsfähig.


Die Datensicherung
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Für die Datensicherung gibt es mehrere Konzepte. Der Grundtyp ist, die Bänder zyklisch zu tauschen. Ich benutze ein Band für die erste Vollsicherung, das zweite für incrementale Backups (nur Sicherung der geänderten Dateien) und das dritte Band wieder für eine neue Komplettsicherung, das vierte Band wieder für die Teilsicherungen.Danach geht es wieder mit Band 1 los. Je nach Änderung des Datenbestandes und der Installationen, mache ich alle 2-3 Wochen eine Teilsicherung und einmal im Quartal eine Komplettsicherung. Ich habe dafür keinen genauen Terminplan sondern verbinde das mit einem Softwareupdate.

Daten können problemlos überschrieben werden oder der Schreibvorgang kann am Ende fortgesetzt / angehangen werden. Das Backupprogramm ermöglicht auch ein Löschen der Bänder und eine Formatierung. Ähnlich, wie bei der Festplatte, ist eine zeitaufwendige Formatierung aber nur sehr selten notwendig. Ich spule die Bänder vor der Benutzung um (Menüpunkt spannen) und nutze vor dem Überschreiben nur die Option Löschen. Es können auch große Datenbestände über mehrere Bänder hinweg (Fortsetzungsbänder) gesichert werden.

Für die Datensicherung habe ich mir zwei Jobs (gespeicherte Beschreibung mit Befehlsfolgen) erstellt, einen für die Komplettsicherung und einen für die Teilsicherung. Grundsätzlich von der Sicherung ausgeschlos
sen habe ich nur wenige Dateien (einstellbar), so zum Beispiel die Swapdatei. Das Band wird eingelegt (ggf. noch gelöscht), der Job gestartet und ich gehe Essen, lesen oder nutze die Zeit anderweitig. Während der Datensicherung könnte ich den Rechner zwar benutzen, der anschließende Vergleichslauf würde mir aber eine Vielzahl von Dateien als unterschiedlich melden. Also lasse ich ihn unbeaufsichtig laufen und schaue mir anschließend die Protokolldatei an, ob Probleme / Fehler aufgetreten sind. Für eine Partition mit 2 GB Daten benötigt das Sichern plus Vergleichslauf etwa 1,5 Stunden.


Die Rücksicherung
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Die Rücksicherung einzelner / mehrerer Dateien oder Verzeichnisse ist problemlos. Das Bandverzeichnis einlesen (falls nicht als Katalog auf Platte gespeichert) und die Dateien auswählen. Die Anzeige und Markierung funktioniert dabei wie im Explorer. Die Dateien können wahlweise an ihren Ursprungsort, in das Verzeichnis aus dem sie Gesichert wurden, oder in ein beliebiges anderes Verzeichnis oder auf eine andere Platte zurückgesichert werden. Nachteilig ist bei der Suche nach einer Datei die Zugriffszeit, das Spulen bis zu der Datei kann mehrere Minuten dauern (hier sind CD’s im Vorteil).

Die Rücksicherung einer kompletten Installation ist etwas komplizierter, da die Dateien die Momentan in Benutzung sind nicht überschrieben werden können. Ich gehe zum Beispiel bei einer neuen Festplatte wie folgt vor : minimale Windowsinstallation aufbringen, alle nicht notwendigen Programme beenden, Rücksicherung starten und das Fehlerprotokoll auswerten. Alle relevanten Dateien die nicht zurückgesichert werden konnten, speichere dann ich einem Unterverzeichnis. Rechner im Dos-Modus von Disk/CD booten, die Dateien von Hand an ihren richtigen Ort kopieren (lange Namen sorgfältig prüfen) und Rechner neu booten. Fertig, die alte Installation ist wieder auf einer neuen Platte.


Fazit
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Leider ist das Modell, nach meinem Kenntnisstand, nicht mehr im Handel. So problemlos und betriebssicher wie ich das Gerät kennengelernt habe, würde ich es auch als Gebrauchtgerät erwerben. Zugegeben, man kann durchaus ohne Streamer leben, es beruhigt mich aber trotzdem, jederzeit und ohne Probleme meine lauffähige Installation (mit allen Programmen und Einstellungen) wieder herstellen zu können. Es geht auch mit CD's, aber da siegt meine Bequemlichkeit, Job anstoßen fertig (kein CD-wechsel). Mein nächster Rechner wird wieder einen Streamer haben (größer,schneller ....), es sei denn die DVD-Brenner werden auch preislich zur Alternative.

In der Hoffnung, das ihr die Datensicherung nicht dringend benötigt ...

© R.Mantz , 2001

Fazit: