Achterbahn für Holzkugeln
Simba Motorikschleife Holz

Name des Mitglieds: Miem!
Produkt:
Simba Motorikschleife Holz
Datum: 28.08.08
Bewertung:
Vorteile: handlich, fördert, macht Spass
Nachteile: mögen nicht alle Kinder
Schon mit 6 Monaten spielte Jasmin recht gerne mit den großen Motorikspielen, die ja an vielen Stellen zu finden sind, wo man mit Kindern unter den Wartenden rechnet. Besonders fiel mir das im Autohaus auf, als mein Mann, mein Vater und mein Bruder mit dem Besitzer und dessen Verkäufer über das neue gebrauchte Auto und dessen Preis verhandelten. Jasmin sah verwundert von einem zum anderen, denn eine solche Ansammlung bedeutete normalerweise jede Menge Flirten für sie. Diesmal hatte jedoch keiner der Männer Augen für sie. Also beschäftigte sie sich mit dem riesigen Motorikspiel, das man dort aufgebaut hatte. Obwohl sie vom Alter her eigentlich noch nichts damit anfangen konnte und die Kugeln nur berührte oder das ganze Spiel schüttelte.
Mein Bruder muss ihr wohl doch einen Blick gegönnt haben. Denn zum ersten Geburtstag trudelte ein kleines Motorikspielchen für Jasmin bei uns ein. Da es ein Geschenk war, habe ich übrigens keine Ahnung, wo und für wieviel mein Bruder es gekauft hat.
Eichhorn Motorikspiel
packte Jasmin hocherfreut aus. Zwar hatte sie zu dem Zeitpunkt schon ein Motorikspiel, dies hier sah aber den großen aus den Kundendienst-Centern und bei der Kinderärztin ähnlicher. Und es war klein - klein genug, um mit auf die Reise zu gehen. Gar nicht so selten hörten wir auf dem Weg zu Opa, Oma und Tanten ein Klappern und Schieben hinter uns, das immer leiser wurde und schließlich einschlief. Jasmin auch.
Das Spiel misst etwa 11 * 7 * 12 cm und hat zwei dicke Drähte mit je sechs Holzkugeln in vier Farben. Jasmin übte hier auch die Farben, noch heute ist sie sehr an Farben interessiert. Formen üben kann man hier weniger, es gibt große, dicke und kleine flache "Kugeln". Fertig. Aber was soll man auch mehr erwarten bei der handlichen Größe?
Jasmin verlor das Interesse bereits wenige Monate später. Da das bei ihrem zweiten Motorikspiel auch so war, lag das wohl eher an ihr als an dem Spiel. Denn jetzt haben wir einen absoluten Liebhaber solcher Spiele zu Hause und jetzt endlich kommt das Spiel so richtig zu Ehren.
Falko
ist kaum zu bändigen, wenn er bei Ärzten, in Restaurants oder Spielzeugläden so ein Motorikspiel entdeckt. Als ich in der Kinderklinik zu Jasmins nächstem Termin eilte und Falko so eines mit gut einem Meter Höhe entdeckte, musste ich den kleinen Mann kurzfristig dort absetzen - ein Vorübergehen mit beiden Kindern war unmöglich. Jasmins Motorikschiff wird schon seit einem Jahr eifrig bespielt und als nun Eichhorns kleines Spielchen wieder zum Vorschein kam, krallte es sich Falko sofort.
Gerade sitzt er auf meinem Schoß, das Spiel fest in einer kleinen Faust. Unter "dommdommdomm" wandert eine dicke Kugel steil aufwärts, eine enge Spirale entlang und noch etwas aufwärts. Ganz oben geht sie in eine enge Kurve und schießt plötzlich mit Karacho abwärts. "Bumm", sagt Falko dazu und lacht. Drei weitere Kugeln nehmen den gleichen Weg, die fünfte bleibt aus Platzmangel in der Kurve hängen. "Auch, auch", mosert Falko und schiebt weiter, aber die Kugeln sind hart und bleiben hartnäckig an Ort und Stelle. Der Abwärtsbogen kann nun mal nur 4 Kugeln aufnehmen.
Falko zuckt die Achseln und schiebt die Kugel zurück. Mitten in der Spirale bekommt die Kugel auf einmal Übergewicht und saust davon. Falko kichert und nimmt sich nun die flachen Scheiben vor. Die müssen aufwärts geschoben werden, ihre Stange geht senkrecht durch die Spirale. Falko schiebt von unten, der Stapel von 6 Kugeln geht mühelos durch. Falkos Hand nicht. Die Karawane stoppt für einen Moment. Dann begreift Falko und greift mit der anderen Hand von oben den Stapel. Die Karawane kann also weiterziehen, ein Hügel, ein Tal, noch ein Hügel, dann abwärts. Die Scheibchen rutschen und prallen aufeinander. Falko kichert wieder.
Was immer die Karawane da unten wollte, sie hat es erledigt und will nun nach Hause. Falko schiebt die 6 Scheiben wieder hoch, bis auf den Hügel. Die Scheiben kommen ins Rutschen, gleiten sanft bergab, bis sie aufgehalten werden. Falko sieht nach. Ach so, er hält das Spiel an der Spirale fest und seine Finger berühren den Hügel. Falko wechselt das Spiel in die andere Hand und die Karawane kommt glücklich zu Hause an.
Das Rasseln war am Karawanenzug das Schönste. Das muss doch auch anders zu bewerkstelligen sein. Falko rüttelt. Und schüttelt. Das Spiel wird zur Rassel, alle 12 Kugeln klappern. Tolles Spiel, findet Falko. Ich nicht. Jedenfalls nach 5 Minuten nicht mehr. Also frage ich ganz harmlos, wo denn Falkos großer Traktor ist. Sofort wird die Motorikschleife zur Seite gelegt und der Traktor gesucht. Ich habe Ruhe - für eine Stunde. Dann ist das Spielchen wieder dran.
Motorikschleifen
sollen die Motorik fördern. Also die Fähigkeit der Kinder, die Hände mit den Wünschen in Einklang zu bringen. Denn während Babys noch völlig ziellos in der Luft herumfuchteln dürfen, sollen Fünfjährige heute schon in der Lage sein, Rodins Denker in Pappmaché nachzubilden.
Diese Schleife fördert das zweifellos. Falko lernt hier, die Kugeln sanft zu schieben und nicht mit der Faust zu umklammern. Aber er bildet sich auch geistig weiter. Hindernisse müssen überwunden werden, die Ursache für den Stopp erkannt und beseitigt. Zu erkennen, dass er das Spiel in die andere Hand nehmen muss, ist für uns Große ein Klacks, für Falkos zweijähriges Hirn eine schwer zu findende Lösung. Bei solchen Dingen greife ich übrigens nicht ein, auch wenn Falko schimpft und weint. Denn wenn ich ihm die Lösung präsentiere, weint er noch mehr. Er wollte es doch selbst herausfinden. Und muss es auch, wenn er mal groß und klug werden will.
Nebenbei gesagt, ist dieses kleine Dings auch eine Beschäftigung für Erwachsene. Während ich weitertippe, ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich selbst mit der Motorikschleife spiele. Schon als Jasmin damit spielte, habe ich versucht, die Kugeln mit einem Fingerschnappen den ganzen Weg durchlaufen zu lassen. Klappt aber nicht, für die kleinen Kugeln ist das Tal zu tief und die großen kriegen die Kurve am Ende nicht. Aber mit ein wenig Übung - wer weiß ...
Fazit
Ein absolut empfehlenswertes Spielzeug für 1-2jährige. Hier lernt die Hand, die Befehle des Gehirns auszuführen und das Gehirn sieht sich vor Problemchen gestellt, die bewältigt werden müssen. Sehr schön finde ich die geringe Größe der Schleife. Dadurch kann sie mit auf Reisen gehen und bereits von 1jährigen mit einer Hand gehalten werden.
Allerdings mögen nicht alle Kinder diese Motorikschleifen. Wer die Schleife also einem Kind schenken möchte, erkundet vorher mal - vielleicht bei einem Besuch im Spielzeugladen - ob das Kind überhaupt darauf anspricht.
Und wer verspielte Erwachsene kennt, die immer was zu knibbeln und zu fummeln haben müssen - stellt ihnen doch mal dieses kleine Spielchen auf den Schreibtisch *g. Sieht hübsch aus und beschäftigt die Finger während des Nachdenkens.
Achja, die Stabilität .... also die ist gut. Das Spielchen war doch so einige Male mit auf Reisen und wurde versehentlich oder absichtlich auch runtergeworfen. Und hat alles überstanden, sieht noch heute aus wie neu.
Fazit: handlich, fördert, macht Spass, mögen nicht alle Kinder
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