Verständlicherweise wollte der Brei nicht drin bleiben.
Produkt:
Alnatura Kürbis mit Reis und Huhn
Datum: 09.01.09, geändert am 06.03.10 (285 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Die schonende Verarbeitung der Zutaten und der Verzicht auf ungesunde Zutaten.
Nachteile: Das Aussehen, der Geruch und der Geschmack!
Dass Kürbis manchem Erwachsenen nicht schmeckt, ist ja bekannt. Dass aber auch ein Baby, das ja noch keine so ausgeprägten Geschmacksnerven hat, ebenfalls gern auf ein Kürbis enthaltendes Gericht verzichtet, war mir neu (oder gab es einen anderen Grund?). Wir haben nämlich ein Kürbisgericht gekauft (zum Glück nur eins), welches absolut nicht gut an kam. Es handelt sich dabei um...
ALNATURA KÜRBIS MIT REIS UND HUHN.
Dieses Gericht besteht laut Hersteller-Angaben zu 100% aus "Bio". Weitere Eigenschaften sind:
-ohne Salzzusatz*
-ohne Zuckerzusatz*
-ohne Zusatz von Milcheiweiß
-glutenfrei
-stuhlregulierend
-ohne Verdickungsmittel (1)
-ohne Aroma- und Farbstoffzusatz (2)
-ohne Konservierungsstoffe (2)
-streng schadstoffuntersucht
Die mit einem * gekennzeichneten Zutaten enthalten von Natur aus Natrium und Zucker. Die "1" bedeutet, dass man bei Flüssigkeitsabsatz umrühren soll. Die Zutaten, welche eine "2" tragen, dürfen laut Gesetz nicht verarbeitet werden.
Wenn all´ die Dinge, die uns aus vielen anderen Gerichten bekannt sind, fehlen, was ist denn dann überhaupt noch drin? Das werde ich euch mitteilen, und zwar sofort.
DIE ZUTATEN
Kürbis* (51%), Wasser, Hühnchenfleisch* (8%), Rundkornnaturreis* (4%), Naturreismehl* (3%), Sonnenblumenöl** (2%)
Übrigens enthält dieses "essfertige" Gericht einen Fleischanteil von 17,6%.
Die Zutaten, hinter denen ein * zu finden ist, stammen aus biologisch-dynamischem Landbau. Die Zutaten, hinter denen man zwei ** findet, stammen aus ökologischer Landwirtschaft.
Aber was bedeutet das und worin besteht der Unterschied?
BIOLOGISCH-DYNAMISCHE LANDWIRTSCHAFT
Wikipedia schreibt dazu u.a. folgendes (teils gekürzt):
"Unter biologisch-dynamischer Landwirtschaft wird Landbau, Viehzucht, Saatgutproduktion und Landschaftspflege nach anthroposophischen Grundsätzen verstanden. Produkte können unter der Marke Demeter vertrieben werden."
Als Anthroposophie (griechisch Weisheit oder Mensch) bezeichnet man eine weltweit vertretene, spirituelle Weltanschauung. Begründet wurde diese von Rudolf Steiner, der in den Jahren 1861 bis 1925 lebte. Steiners Anthroposophie beinhaltet sowohl die Lehre als auch eine Methode, eigenständig, auf geistigem Gebiet zu forschen. Das Ziel ist ein individueller, aber trotzdem systematischer Zugang zu Phänomenen der "übersinnlichen Welt". Von der Anthroposophie ausgehende "Impulse" sind Lebensbereiche wie Pädagogik/Heilpädagogik (Waldorfschule, Camphill), Medizin (anthroposophische Medizin), Landwirtschaft (biologisch-dynamische Landwirtschaft), Soziales (Dreigliederung des sozialen Organismus), Bewegungskunst (Eurythmie), Religion (Die Christengemeinschaft) und Finanzwesen (GLS Gemeinschaftsbank, Gemeinschaft für Leihen und Schenken).
Boah, dazu muss ich mich jetzt nicht weiter äußern. :-) Wer daran glaubt, dem sei es gegönnt. Wir haben diesen Brei jedoch nicht aus diesen Gründen gekauft.
ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT
Hierzu fand ich bei Wikipedia folgende Ausführungen:
"Die Begriffe ökologische Landwirtschaft oder biologische Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. So verzichtet die ökologische Landwirtschaft auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide), synthetischer Wachstumsförderer, synthetischer Düngemittel und Gentechnik wie sie in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Erzeugnisse der ökologischen Landwirtschaft werden beim Verkauf als Bio-Lebensmittel keiner Lebensmittelbestrahlung unterzogen.
In Österreich ist Biobauer/Biobäuerin, in der Schweiz Fachmann/-frau der biol.-dynam. Landwirtschaft (BP) offizieller Ausbildungsberuf."
"Bei der ökologischen oder biologischen Landwirtschaft steht eine nachhaltige Ressourcennutzung unter Berücksichtigung des Stoff- und Naturkreislaufs im Vordergrund. Durch den Rückgriff auf natürliche Regulationsmechanismen soll der Ersatz von natürlichem durch künstliches Kapital weitgehend verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht werden. Detaillierte Richtlinien garantieren die Verwirklichung der Grundsätze und geben Mindeststandards für die Produktion und Verarbeitung von ökologischen Erzeugnissen vor. Weitere ursprüngliche Kerngedanken des ökologischen Landbaus sind die Idee der Selbstversorgung und die Bewahrung der bäuerlichen Traditionen."
Das dürfte zum Verständnis reichen. Einiges davon ist mir neu, weshalb es sich doch schon gelohnt hat, mal nachzulesen.
DER HERSTELLER
Alnatura GmbH
D-64404 Bickenbach
Im Internet: www.alnatura.de
Dort habe ich mich mal nach einer Telefonnummer umgesehen und bin fündig geworden. Die Nummer lautet: 06257-93220
DIE NÄHRWERTE
(100 Gramm dieses Gerichtes enthalten:)
Brennwert: 348 KJ / 83 Kcal
Eiweiß: 2,6 Gramm
Kohlenhydrate: 10,6 Gramm
davon Zucker: 4,5 Gramm
Fett: 3,3 Gramm
davon gesättigte Fettsäuren: 0,6 Gramm
Ballaststoffe: 0,6 Gramm
Natrium: 0,0062 Gramm
Auf dem Etikett sind weiterhin die Nährwerte angegeben, die in einem kompletten Gläschen enthalten sind. Ich spare mir an dieser Stelle das Abschreiben. Ein Glas beinhaltet 220 Gramm Brei. Wenn man also die o.g. Angaben mit 2,2 multipliziert, kennt man die Nährwerte pro 220 Gramm genauestens. :-)
DER KAUFORT, DER PREIS UND DIE MENGE
Ich habe dieses Produkt in einer DM-Drogerie erworben. Dort zahlte ich für ein 220-Gramm-Glas 1,15 Euro. Das ist in etwa vergleichbar mit den Hipp-Produkten.
DIE ALTERSEMPFEHLUNG
Alnatura empfiehlt, diesen Brei ab dem 8. Monat zu verabreichen. Unsere Tochter ist nun fast ein Jahr alt. Ob es ihr geschmeckt hat, was werdet ihr am Ende des Berichtes erfahren.
DIE LAGERUNG UND DIE HALTBARKEIT
Zur Lagerung ist bei diesem Produkt nichts angegeben. Wer das Gläschen kühl und trocken lagert, dürfte damit goldrichtig liegen. In die Sonne würde ich es nicht stellen.
Nachdem man das Glas geöffnet hat, sollte dieses verschlossen-, im Kühlschrank aufbewahrt- und innerhalb von 2 Tagen verbraucht werden. Die erwärmten Reste darf man nicht wieder verwenden.
Das vor mir stehende Produkt ist bis zum 24.09.2010 haltbar. Dieses Datum fand ich auf dem Deckelrand. Ab Kaufdatum ergibt sich somit eine Haltbarkeitsdauer von etwa 9 Monaten. Das passt schon.
DIE ZUBEREITUNG
Alnatura empfiehlt folgende Verfahrensweise:
Man soll das geöffnete Glas im Wasserbad erwärmen. Möglich ist natürlich auch die Entnahme der gewünschten Teil-Portion.
Nach dem Erwärmen sollte man den Inhalt des Glases mit einem Plastik-Löffel umrühren, um die Wärme gleichmäßig zu verteilen. Ein Metall-Löffel ist aus dem Grunde nicht zu verwenden, weil man mit diesem das Glas beschädigen könnte.
DAS AUSSEHEN, DER GERUCH UND DER GESCHMACK
Das Gläschen öffnete ich, indem ich den kleinen Deckel drehte. An dem Knacken bemerkte ich, dass das Glas zuvor noch nicht geöffnet wurde. Ein Hinweis auf dem Deckel erinnert an diese Eigenschaft. Weiterhin steht dort, dass man das Glas umtauschen sollte, wenn die Deckelmitte auf Druck nachgibt.
Zuerst kam mir ein wirklich ekliger Geruch entgegen. In diesem Moment kam der Verdacht auf, dass unser Töchterchen diese Speise nicht essen wird, denn sie hat einen ähnlichen Geschmack wie ich. Aber es soll ja Wunder geben...Wonach das roch, kann ich wirklich nicht sagen. Ein wenig mehlig und kartoffelig, würde ich sagen. Kürbis, Hühnchen, Reis usw. roch ich absolut nicht.
Das Aussehen war nicht wirklich besser. Es war irgendwie blähfarben (wenn das überhaupt eine Farbe ist). Es sah einfach nur ekelhaft aus. Vielleicht bin ich von dem einen oder anderen Hipp-Gläschen verwohnt, was den Geruch und das Aussehen betrifft, aber so sollte ein Brei nicht aussehen. Obwohl unsere Tochter mir sehr leid tat, versuchte ich, es an sie zu verfüttern. Es fiel mir wirklich nicht leicht. Ich befand mich in einer Zwickmühle. Einerseits hätte ich den Kram lieber weggeworfen, andererseits hatte sie bereits das Gläschen entdeckt und weinte, als ich wieder weg ging. Ich drehte daher um, setzte mich vor sie, rührte die Sache noch einmal um und füllte den Löffel damit. Sie öffnete ihren Mund, ließ den Löffel passieren, hielt kurz Inne und... Spuckte alles wieder heraus. Das gab es ja noch nie! Meine Befürchtungen hatten sich also bestätigt. An ihrem Weinen merkte ich, dass sie wirklich Hunger hatte.
Also ging ich in die Küche, warf dieses Produkt in den Eimer und öffnete ihr ein Gläschen ihres Lieblings-Herstellers. Nachdem ich es erwärmt hatte, verspeiste sie mühelos die 220-Gramm-Portion. Am Hunger kann es also definitiv nicht gelegen haben.
Wir vergeben ganze 3 Sterne. Diese sind für den Verzicht auf ungesunde Zusatzstoffe, den biologisch-dynamischen Landbau und die ökologische Landwirtschaft. Auch die Etikett-Angaben waren zufriedenstellend. Zwei Sterne ziehen wir für den Geschmack, das Aussehen und den Geruch ab. Ich denke, da würde unsere Tochter voll und ganz zustimmen.
Fazit: Wiederholungsgefahr ausgeschlossen!
Name des Mitglieds: Eckido66
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11.01.09
mein Sohn wollte die Alnatura leider auch nie essen, ich fand das so schade und hab es immer wieder versucht. Wobei bei ihm egal war ob Kürbis oder etwas anderes:( lg