Alnatura Gemüsereis mit Putenfleisch

In diesem Falle bin ich ein "Frauenversteher"!

Produkt:

Alnatura Gemüsereis mit Putenfleisch

Datum: 10.01.09, geändert am 06.03.10 (284 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Schonende Verarbeitung der Zutaten und biologischer Landbau, der Verzicht auf ungesunde Zusatzstoffe

Nachteile: Es schmeckt nicht, es sieht nicht gut aus und es riecht unangenehm.

Gestern berichtete ich von einen Baby-Gericht, das unserer Tochter absolut nicht schmeckte. Dabei handelte es sich um das Alnatura Kürbis mit Reis und Huhn. Schon der Geruch nahm einem alle Illusionen, dass es ihr schmecken könnte. Das Aussehen verstärkte dann die Abneigung noch. Ich habe, zusammen mit diesem ekligen Babybrei, eine weitere Bio-Speise erworben. Es handelt sich dabei um...


...ALNATURA GEMÜSEREIS MIT PUTENFLEISCH.


Ich finde, das klingt richtig gut. Allein vom Lesen der Bezeichnung würde mir das Wasser im Munde zusammen laufen, wäre da nicht die Erinnerung an den gestrigen Tag bzw. an das verfütterte Alnatura-Gericht. Ob unserer Tochter das heutige Mittagessen schmecken wird? Ihr werdet es erfahren - am Ende meines Berichtes. Doch lest zuvor folgendes...


DER HERSTELLER


Alnatura GmbH
D-64404 Bickenbach

Im Internet: www.alnatura.de


Die Telefonnummer ist leider nicht auf dem Etikett abgedruckt worden. Ich habe aber auf der Homepage des Herstellers die Telefonnummer gefunden.

Die Rufnummer lautet: 06257-93220


DAS VERSPRICHT DER HERSTELLER


-100% Bio
-ohne Salzzusatz*
-ohne Zuckerzusatz*
-ohne Zusatz von Milcheiweiß
-glutenfrei
-stuhlregulierend
-ohne Verdickungsmittel (1)
-ohne Aroma- und Farbstoffzusatz (2)
-ohne Konservierungsstoffe (2)
-streng schadstoffuntersucht

Die mit einem Stern gekennzeichneten Zutaten enthalten von Natur aus Natrium und Zucker. Die Stoffe, an denen eine (2) zu finden ist, dürfen vom Gesetzgeber her nicht verwendet werden. Die (1) bedeutet, dass man bei Flüssigkeitsabsatz umrühren soll.


An dieser Stelle möchte ich auf die Nährwerte und die Zutaten eingehen. Auf geht´s:


DIE NÄHRWERTE

Die Werte beziehen sich auf 100 Gramm des Alnatura Gemüsereises mit Putenfleisch. In Klammern habe ich die Werte für das komplette Gericht (220 Gramm) niedergeschrieben:


Brennwert: 225 KJ / 53 Kcal (497/118)
Eiweiß: 1,8 Gramm (4,0 Gramm)
Kohlenhydrate: 8,4 Gramm (18,5 Gramm)
davon Zucker: 2,0 Gramm (4,4 Gramm
Fett: 1,4 Gramm (3,1 Gramm)
davon gesättigte Fettsäuren: 0,46 Gramm (1,0 Gramm)
Ballaststoffe: 2,0 Gramm (4,4 Gramm)
Natrium: 0,015 Gramm (0,033 Gramm)


DIE ZUTATEN


Zuerst möchte ich erwähnen, dass der Fleischanteil dieser Speise 17,6 Gramm beträgt. In diesem Gericht sind folgende Zutaten enthalten:

Karotten* (42%), Wasser, Putenfleisch* (8%), Rundkornnaturreis* (4%), Naturreismehl* (2%), Maismehl* (1%), Sonnenblumenöl** (1%), Petersilie**, Basilikum**, Liebstöckel**

Die mit einem kleinen süßen * gekennzeichneten Zutaten stammen aus biologisch-dynamischem Landbau. Alle Zutaten, die zwei niedliche Sternchen (lach) tragen, stammen aus ökologischer Landwirtschaft.


Worin der Unterschied besteht, habe ich bereits in meinem gestrigen Bericht erwähnt. Da den möglicherweise der eine oder andere nicht gelesen hat, werde ich diese Angaben hier noch einmal einfügen. Wen diese Ausführungen nicht interessieren, der scrollt einfach weiter zu "DER KAUFORT, DIE MENGE UND DER PREIS".


Als Quelle diente www.wikipedia.de. Ich habe die Angaben teilweise gekürzt.


BIOLOGISCH-DYNAMISCHE LANDWIRTSCHAFT


"Unter biologisch-dynamischer Landwirtschaft wird Landbau, Viehzucht, Saatgutproduktion und Landschaftspflege nach anthroposophischen Grundsätzen verstanden. Produkte können unter der Marke Demeter vertrieben werden."

Als Anthroposophie (griechisch Weisheit oder Mensch) bezeichnet man eine weltweit vertretene, spirituelle Weltanschauung. Begründet wurde diese von Rudolf Steiner, der in den Jahren 1861 bis 1925 lebte. Steiners Anthroposophie beinhaltet sowohl die Lehre als auch eine Methode, eigenständig, auf geistigem Gebiet zu forschen. Das Ziel ist ein individueller, aber trotzdem systematischer Zugang zu Phänomenen der "übersinnlichen Welt". Von der Anthroposophie ausgehende "Impulse" sind Lebensbereiche wie Pädagogik/Heilpädagogik (Waldorfschule, Camphill), Medizin (anthroposophische Medizin), Landwirtschaft (biologisch-dynamische Landwirtschaft), Soziales (Dreigliederung des sozialen Organismus), Bewegungskunst (Eurythmie), Religion (Die Christengemeinschaft) und Finanzwesen (GLS Gemeinschaftsbank, Gemeinschaft für Leihen und Schenken).

Boah, dazu muss ich mich jetzt nicht weiter äußern. :-) Wer daran glaubt, dem sei es gegönnt. Wir haben diesen Brei jedoch nicht aus diesen Gründen gekauft.


ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT

Die folgenden angaben fand ich ebenfalls bei www.wikipedia.de. Ich habe auch diese teilweise gekürzt:


Die Begriffe ökologische Landwirtschaft oder biologische Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. So verzichtet die ökologische Landwirtschaft auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide), synthetischer Wachstumsförderer, synthetischer Düngemittel und Gentechnik wie sie in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Erzeugnisse der ökologischen Landwirtschaft werden beim Verkauf als Bio-Lebensmittel keiner Lebensmittelbestrahlung unterzogen.
In Österreich ist Biobauer/Biobäuerin, in der Schweiz Fachmann/-frau der biol.-dynam. Landwirtschaft (BP) offizieller Ausbildungsberuf.

Bei der ökologischen oder biologischen Landwirtschaft steht eine nachhaltige Ressourcennutzung unter Berücksichtigung des Stoff- und Naturkreislaufs im Vordergrund. Durch den Rückgriff auf natürliche Regulationsmechanismen soll der Ersatz von natürlichem durch künstliches Kapital weitgehend verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht werden. Detaillierte Richtlinien garantieren die Verwirklichung der Grundsätze und geben Mindeststandards für die Produktion und Verarbeitung von ökologischen Erzeugnissen vor. Weitere ursprüngliche Kerngedanken des ökologischen Landbaus sind die Idee der Selbstversorgung und die Bewahrung der bäuerlichen Traditionen.


Das ist ja wirklich eine ganze Menge an Informationen. Üblicherweise beschäftige ich mich nicht mit solchen Methoden, weil ich davon eher wenig halte. Aber wer daran glaubt, dem sei es gegönnt. Ich will damit sagen, dass ich diesen Brei nicht erworben habe, weil die Zutaten besonders überwacht wurden und weil alles schonend zubereitet wurde. Klar, wenn "Bio" auf einem Produkt steht, beruhigt das doch etwas das Gewissen. Aber ich würde mich , allein aus diesem Grunde, nicht für Bio-Produkte entscheiden. Wichtiger finde ich, dass das Essen schmeckt, dass es angenehm riecht und dass es gut aussieht. :-) Ich bin gespannt, wie es bei diesem Alnatura-Produkt ist.


DER KAUFORT, DER PREIS UND DIE MENGE


In einer DM-Drogerie habe ich für dieses Gericht 1,15 Euro bezahlt. Ich bekam dafür ein 220-Gramm-Gläschen.


DIE ALTERSEMPFEHLUNG


Laut Alnatura ist diese Speise für Kinder ab dem 8. Monat geeignet. Das Essen enthält kleine Stückchen, die man erst ab etwa diesem Alter zu sich nehmen sollte, da es sich sonst leichter daran verschlucken könnte.


DIE HALTBARKEIT


Den vor mir stehenden Gemüsereis mit Putenfleisch kann man getrost bis zum 05.09.2010 lagern. Bis dahin soll er nämlich mindestens haltbar sein. Diese Angabe habe ich dem Deckelrand entnommen.

Nachdem man das Gläschen angebrochen- bzw. geöffnet hat, ist es im Kühlschrank 2 Tage haltbar. In dieser Zeit ist es zu verbrauchen. Bereits aufgewärmte Teile des Gerichtes dürfen nicht wieder verwendet werden und müssen entsorgt werden. Im Gericht könnten sich Keime bilden, die dem Kind nicht gut tun sollen :-) .


DIE ZUBEREITUNG


Alnatura empfiehlt die Zubereitung im Wasserbad. Hierzu öffnet man den Deckel und stellt das Gläschen in einen mit Wasser gefüllten Topf und lässt es darin warm werden. Die Erwärmung von Teil-Mengen ist ebenfalls möglich. Man muss sich dann eben Gedanken machen, worin man diese erwärmt, denn der andere Teil bleibt ja im Gläschen und wandert in den Kühlschrank. :-)

Nach dem Erwärmen soll man die Speise mit einem Plastik-Löffel umrühren, um die Wärme gleichmäßig zu verteilen. Auf die Verwendung eines Metall-Löffels sollte man verzichten, da man mit diesem das Glas beschädigen könnte.


EIGENE ERFAHRUNGEN / BABY´S ERFAHRUNGEN


Zuerst fiel mir auf, dass Alnatura einen Sicherheitsverschluss verwendet hat, der beim ersten Öffnen knackt. Sollte er das nicht tun, war es nicht das erste Öffnen - logisch... :-) Eine weitere Möglichkeit, festzustellen, ob ein neugieriger Mensch seine Nase bereits in den Brei gehalten hat, ist das drücken auf die Deckelmitte. Gibt der Deckel hierbei nach, so sollte man den Brei ins Geschäft zurück bringen. Experimente sollte man an dieser Stelle nicht durchführen. Aber das weiß wohl jeder... (grins).

Das Öffnen des Deckels klappte sehr gut. Er ist zwar gut geschlossen, aber nicht so fest, dass ihn eine Hausfrau nicht auf bekommt, wenn kein Mann im Haus ist. Natürlich braucht sie dafür auch kein Werkzeug (hihi).


DAS AUSSEHEN


Dieses Gericht hat eine orangene bis hellbraune Farbe. Man kann viele Stückchen erkennen. Unter anderem sehe ich Reis, jede Menge Karotten, Basilikum und Petersilie - alles wurde zuvor natürlich ganz klein gemacht. Die Konsistenz ist okay. Etwas Flüssigkeit schwimmt zwar auf der Speise herum, aber wenn man alles umrührt, ist es okay.


DER GERUCH


Das Zeug riecht irgendwie mehlig und gering nach Gemüse. Ich würde auf Karotten tippen. Wirklich gut riecht es nicht, das muss ich zugeben. Aber heute lasse ich mir nichts anmerken. Ich tue so als wäre es ein seeeeehr leckeres Breichen, das unsere Tochter bekommt. Wieso ich das tue? Weil ich vermute, dass ich ihr gestern durch mein "Iiiee" und "äääääh" den Appetit darauf gründlich vermasselt habe. An meinem Gesicht wird sie es ebenfalls erkannt haben. ;-)


DER GESCHMACK


Nun ja... ich habe mir große Mühe gegeben, mir nichts anmerken zu lassen, dass ich den Brei nicht sonderlich gut finde...

Ich habe das Gericht, nach der Anleitung des Herstellers, im Wasserbad erwärmt, und zwar das komplette Gläschen. Den Deckel nahm ich zuvor ab. Danach rührte ich alles durch, legte unserer Zwergin ein Lätzchen an, setzte sie in den Babystuhl, holte einen Löffel und das Gläschen und schon konnte es los gehen.

Sie schaute neugierig auf das Gläschen. Ich nutzte die Chance, füllte schnell den Löffel und hielt ihr diesen hin. Schnell öffnete die ihren Mund und leerte den Löffel. Bisher sah das alles ganz gut aus. Ich schob den Plastiklöffel also wieder ins Gläschen, füllte ihn erneut und hielt ihn vor ihren Mund... In diesem Moment bemerkte ich, dass das Lätzchen etwa die auf einen Löffel passende Menge an Brei zierte. Stöhn. Die zweite Portion, die ja schon auf dem Löffel lag, mochte sie auch nicht essen. Statt dessen drehte sie sich ständig weg und presste ihre Lippen zusammen. Babys kann man eben nicht täuschen, da hilft wohl auch die Schauspielerei nix. Aber einen Versuch war es wert.

Noch einen versuch wird es nicht geben, denn ich will es mir mit ihr ja nicht ganz verscherzen! Es kommt nun keine Alnatura-Speise mehr ins Haus!


Wir vergeben 3 Sterne, da sich Alnatura mit der Verarbeitung der Zutaten große Mühe gibt und auch auf die Verwendung ungesunder Zusatzstoffe verzichtet. Zwei Sterne müssen wir aber für den Geschmack, das Aussehen und den Geruch abziehen. Obwohl das noch recht wenig ist, denn wenn das Produkt weggeworfen wird, verschlechtert sich ja auch das Preis-Leistungs-Verhältnis (lach).

Fazit: Es reicht!

Name des Mitglieds: Eckido66