VDO CD 139 MP3
Der Große unter den Kleinen - VDO CD 139 MP3 Autoradio

Produkttyp: VDO Dayton Autoradios

Neuester Testbericht: ... keine aufblinkenden Symbole in allen Ecken des Displays zu finden. Einzig und allein beim abspielen einer CD erlaubt das kleine Siemens... mehr

Der Große unter den Kleinen
VDO CD 139 MP3

+Muddmaestro

Autor-Name: Muddmaestro

Produkt:

VDO CD 139 MP3

Datum: 18.10.04, geändert am 21.03.05 (3733 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Tadellose Verarbeitung, Sehr schöner, sanfter Klang, Viel Leistung für wenig Geld

Nachteile: Lesegeräusche, kein Wechsleranschluss, Schnelle Eingaben werden nicht immer angenommen.

VDO Dayton CD 139 MP3

Technische Daten:
Tuner: FM / MW
30 Senderstationsspeicher
RDS, TP, PTY

CD:
Audio CD, MP3 CD, CDRW werden unterstützt
ID3 Tags / Dateinamen
1 Bit D/A Wandler
Random/Repeat

Verstärker:
4 x 50 Watt maximal an 4 Ohm
4 x 24 Nennleistung (sinus / r.m.s.) an 4 Ohm
4 voreingestellte Klangstufen
Bass/Höhen/Balance/Front-Rear-Regelung möglich

Sonstiges:
DIN - Anschlussnorm (Strom / Speaker / Antenne etc...)
2 x Preamp out
Telephone mute

Abnehmbares Bedienteil
Displaybeleuchtung umschaltbar "orange"/grün
_______________________________________________

Ich erwarb ein VDO Dayton CD 139 MP3 für 79 €, in dem Denken, dass bei diesem Preis eigentlich nichts verkehrt zu machen sei. Die Front des Radios ist in schwarz und silber gehalten, es ist nicht besonders aufdringlich gestaltet, fällt im ersten moment nicht als ein "besonderes" Radio auf. Der Grundgedanke, welcher über das Design herrscht, ist "Funktionalität". Jeder Knopf liegt logisch, ist einfach zu erreichen, und lässt sich auch mit "Pranken" betätigen. Damit lässt sich sicherlich kein Preis für innovatives Design gewinnen, aber vielleicht einer für benutzerfreundlichkeit...? Nachteilhaft ist allerdings die Tatsache, dass das Radio zu sanfte Eingaben nicht berücksichtigt, auch wenn es zaghaft klickte. Auch mit zu schnellen Eingaben (das häufige Drücken ein und derselben Taste wie z.B. beim Liedwechseln) ist das Radio nicht einverstanden, es ignoriert dann die Eingabe (es sei denn, man drückt fest genug). Hingegen überzeugt die Verarbeitung des Gerätes, die Tasten haben nicht übermäßig viel "Spiel", sie haben einen klaren Druckpunkt, der allerdings sehr hoch ist, aber dadurch ungewollte Eingaben kaschiert (dies ist sehr nützlich beim Hochschrauben der Lautstärke, da man (bzw. ich) gerne schon mal die "Setup"-Taste touchiert. Das Abnehmen des Front-Panels ist anfangs etwas ungewohnt, man betätigt die Flip-Down Taste, das Display löst sich, hängt aber noch in einem kleinen Ärmchen, dass man durch bestimmtes Abziehen aber ausklippst (erfordert beim ersten Mal etwas Überwindung). Über das Design eines solchen Gerätes lässt sich streiten, ich war dankbar, keine aufblinkenden Symbole in allen Ecken des Displays zu finden. Einzig und allein beim abspielen einer CD erlaubt das kleine Siemens sich das anzeigen einer drehenden Disc (wirkt aber nicht störend). Wer also ein Pixel-Feuerwerk im Radio erwartet, der wird von VDO entäuscht, das Gerät besticht durch ein nüchternes, aufgeräumtes Display. Der Kontrast ist sowohl am Tage, als auch in der Nacht sehr gut. Beim Einschalten des Lichtes dimmt das Radio die Beleuchtung automatisch ein wenig. Dies ist von Vorteil, wenn man die grüne Beleuchtung eingestellt hat... womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Gar nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse ist eine Beleuchtung, die in der Lage ist, zwischen grün und "orange" zu wechseln. Dieses "orange", welches VDO angibt, gleicht aber eher einem kräftigen rot. Den Farbwechsel verkündet das Radio durch ein leises piepsen, das aus seinem inneren ertönt und nicht über die Lautsprecher gegeben wird. (Glück für all jene, welche eine Endstufe damit befeuern, ein 300 Watt-Piepsen ist bestimmt schmerzhaft). Die Lautstärke wird über einen Endlos-Poti (Drehregler) gesteuert, dieser dient im Menü auch als Wählrad.
Der Einbau des Radios ging recht problemlos - es benötigt einen DIN-Schacht mit einfacher Bauhöhe. Allerdings darf der Einbauwinkel des Radios laut Hersteller 30 Grad nicht überschreiten, da ansonsten die CD-Wiedergabe arg leidet... in einem Polo II (ca 43 Grad) funktionierte sie lediglich im Stand, bei kleinen Bodenwellen fiel die CD für mehrere Sekunden aus. Aber auch dies ist ein Punkt, der in den wenigsten Fahrzeugen zutrifft, und daher nicht so sehr ins Gewicht fallen sollte. Die Fehlerkorrektur in einem "normalen" Fahrzeug (meine Test-Referenz ist ein Ford Ka, in dem das Radio auch ca 7 Grad schief "hängt") lief der CD-Player einwandfrei, normale Bodenwellen und Bahnübergänge verzeihte er problemlos, kritisch wird es lediglich auf nicht asphaltierten Straßen - diese quittiert das CD-Laufwerk mit Ausfällen und Springern. Besonders ärgerlich ist dies, wenn eine MP3 CD abgespielt wird, denn zum Einlesen bzw. Korrigieren einer solchen genehmigt sich das VDO gut und gerne seine 24 Sekunden (lediglich bei gravierenden Sprüngen).
Ansonsten halten sich die Ladezeiten in einem durchaus passablen Rahmen:
Musik CDs werden innerhalb von ca 7 sekunden eingelesen, die Stationswechsel funktionieren recht zügig (<0.5 sec).
Der Tuner bietet insgesamt 30 Stationsspeicher (20 für FM, 10 für AM), wobei in Deutschen Landen eigentlich lediglich 20 in betracht kommen. RDS verkündet die aktuellen Senderinformationen, TP erlaubt stets aktuelle Verkehrsinformationen, und mittels TPY lässt sich auch eine bestimmte Musikrichtung automatisch suchen. Die Handhabung dieser Funktionen ist sehr übersichtlich und logisch gehalten.
Das CD-Laufwerk bietet neben den Funktionen Random und Repeat auch eine Suchfunktion (für MP3s), diese unterstützt sowohl die Suche nach Verzeichnissen als auch nach Dateinamen (-teilen). Mittels des Lautstärkereglers sucht man im Suchmenü dabei den jeweils gewünschten Buchstaben, d.h. auch dies ist recht einfach. Für den schnellen Vor-/bzw. Rücklauf bietet das VDO-Dayton auch eine Sprungtaste, mit der jeweils 10 Titel übersprungen werden (MP3). Eine direkte Liedanwahl mittels der Senderstationstasten ist leider nicht möglich. Auch das Vorspulen einer MP3 funktioniert tadellos. Die Abspielqualität ist ohne - merkliche - Schwächen, ab 128 KBit ist nicht zu erkennen, dass es sich um eine qualitativ niedrige Wiedergabe handelt.
Der Verstärker offenbart ein paar Schwächen des Radios. Er hat ein leises Grundrauschen, welches man im normalen Betrieb (ohne externe bzw. hoch eingestellte Endstufe) nicht wahrnimmt, doch eine hoch eingepegelte Endstufe verstärkt dies freudig, wodurch bei Liedwechselpausen ein wenig Schallplattenatmosphäre aufkommt. Sobald jedoch ein Ton erklingt, nimmt man das Rauschen nicht mehr wahr. Dies ist ein durchaus nicht ungewöhnliches Phänomen, ich kenne kein Radio, welches im Endstufenbetrieb vom Rausche frei zu sprechen wäre, aber erwähnt werden sollte es dennoch. Ebenfalls nervig ist die Tatsache, dass das CD-Laufwerk sehr "gesprächsfreudig" ist: Lesegeräusche werden über die PreAmp Anschlüsse ebenfalls mitgesendet... (zur Freude der Endstufe). Die Bass-bzw. Höhenregelung sieht ein Regeln im Bereich von -10dB bis +10dB vor, lässt dies aber nur in Zweier-Schritten zu. Dennoch sind die Abstufungen sehr fein. VDO-Dayton gibt 4 vorprogrammierte Klangpresets an, eigentlich handelt es sich aber um 3, denn das erste ("flat") bedeutet lediglich, dass alle Klangregler auf "0" sitzen. Ferner gibt es noch Pop, Klassik, und Rock. Die Wahl dieser Programme ist Geschmacksache, ich bevorzuge die Steuerung "per Hand", aber es ist schön zu wissen, dass es diese Funktion gibt.
Eine Loudness-Funktion ergänzt den klanglichen Part der Elektronik, sie springt bei längerem Drücken der "Enter"-Taste ein und lässt den klang in eine völlig neue Dimension treten... es klingt übertrieben, doch der Unterschied des Hörgenusses mit Loudness oder ohne Loudness ist Phänomenal: Ein satter Sound (der nicht nur aus dem sinnlosen Anheben der Tieffrequenzen besteht) umgibt den Hörer (und treibt die Lautsprecher an ihre Grenzen). Klanglich wird das Radio keine Grenzen durchbrechen, aber es hält von der Tontreue und der Wiedergabequalität ohne Schwierigkeiten mit den "Großen" von Pioneer und Blaupunkt mit.
Infos über einen CD-Wechsler Anschluss gibt es von Siemens-VDO keine, daher wage ich, davon auszugehen, dass das Cd 139 MP3 nicht für einen Anschluss ebensolchens vorbereitet ist.

Fazit:
Das VDO-Dayton CD 139 MP3 bietet einen recht guten Funktionsumfang, eine gute Verarbeitung und ein logisches Bedienprinzip. Mit 4 x 24 Watt sin. ist es auch Leistungsmäßig mehr als auf der Höhe der Zeit.
Wer ein funktionelles Radio ohne "Blinklichteffekte" sucht, einen ordentlichen Klang erwartet und tadellose Verarbeitung, ist mit diesem Radio gut beraten. User, welche gerne mit überdimensionierten Endstufen arbeiten, sollten sich vom Rauschen nicht abschrecken lassen, ab Lautstärke 8 (von 100) hört man dies nicht mehr (man hört es ohnehin lediglich bei brutalst ausgepegelter ( mind. 2/3) Endstufe) - davon abgesehen rauschen andere Geräte mindestens ebenso (auch dazu könnte ich Referenzen bieten, aber es geht schließlich um einen Testbericht, nicht um einen Vergleich). Einen Schatten werfen aber die Einlesegeräusche des CD-Laufwerks und die Einlesezeit bei MP3-Wiedergabe über die sonst wirklich guten Funktionen.
Da die Lesegeräusche aber nur in Liedpausen vorkommen, stört mich dies überhaupt nicht.




Fazit: