Blaupunkt Daytona MP 53
Radio hui, CD-Teil...na ja, könnte besser sein - Blaupunkt Daytona MP 53 Autoradio

Produkttyp: Blaupunkt Autoradios

Neuester Testbericht: ... versprach. Für den durchschnittlichen Hörer ohne High End-Ambitionen geht der Klang aber okay. Neu ist das Daytona MP 53 nicht mehr erh... mehr

Radio hui, CD-Teil...na ja, könnte besser sein
Blaupunkt Daytona MP 53

mastertune

Name des Mitglieds: mastertune

Produkt:

Blaupunkt Daytona MP 53

Datum: 15.11.08

Bewertung:

Vorteile: sehr guter Radioempfang, großer Ausstattungsumfang, gute Verarbeitung

Nachteile: etwas billige Anmutung, CD-Teil nur Durchschnitt, fehlende Adapter

Bis vor etwa einem halben Jahr befand sich das Blaupunkt Daytona MP 53 im Schacht meines Armaturenbretts.

Nach zwei eher durchwachsenen Erlebnissen mit preisgünstigen (billigen) Autoradios, die über eine MP3-Wiedergabefunktionalität verfügen, wollte ich dem in der Summe kostspieligen Herumexperimentieren ein Ende machen und bestellte das Daytona MP 53 über einen Online-Versand, weil dieser es damals satte 50 Euro günstiger angeboten hatte (UVP: 249 Euro).

Über die Eigenheit, daß Blaupunkt seinen Autoradios für gewöhnlich nur das Notwendige zum Einbau beilegt, wußte ich bereits Bescheid. Also erwarb ich im Zubehör das passende Set für den Anschluß eines Verstärkers (ca. 20 Euro). Dank der detaillierten Einbauanleitung gestaltet sich die Montage des Radios weitestgehend problemlos - daß bestimmte Fahrzeuge bzw. Fahrzeuge von bestimmten Herstellern (z.B. VW-Gruppe) entweder nach einem weiteren Adapter oder handwerklichem Geschick für den korrekten Anschluß verlangen, ist nicht Blaupunkt zuzuschreiben.
Überhaupt ist es generell zu empfehlen, sich beim Kauf eines Autoradios nach anschlußspezifischen Eigenheiten zu erkundigen. Ich wunderte mich stets, warum mein Daytona trotz der in der Fachpresse gerühmten Empfangseigenschaften kaum Sender empfangen und die wenigen Sender in schlechter Qualität wiedergeben wollte, bis mich der freundliche Bosch-Dienst darauf hinwies, daß mein Fahrzeug über eine aktive Antenne verfügt, die nur von Werksradios ohne zusätzlichen Adapter (nochmal 20 Euro...) angesteuert wird.

Nun gut - endlich war das Daytona drin und tat auch das, was es tun sollte. Das Panel ist komplett abnehmbar und macht einen aufgeräumten Eindruck, wenngleich die verwendeten Materialien recht billig ausschauen. Die Verarbeitung des MP 53 ist dennoch insgesamt gut.
Der Drehregler links ist als Inkrementalgeber, also ohne Anschlag, ausgeführt und hätte für meinen Geschmack ruhig etwas weiter aus dem Panel herausstehen dürfen. Die Tasten sind ob ihrer eher geringen Größe dennoch gut zu bedienen, wenngleich die Beschriftungen teilweise etwas kryptisch ausfallen. Bis auf den blauen Knopf im Drehregler werden alle Tasten ausschließlich rot hinterleuchtet.
Das Display selbst ist dreifarbig (weiß/rot/blau) ausgeführt. Die wichtigsten Informationen lassen sich schnell erfassen; ob man das zappelige und mangels jeglicher Werteangaben eigentlich nutzlose Equalizer-Display wirklich braucht, ist Geschmackssache - zum Glück läßt es sich auch deaktivieren.
Anfangs kann man sich in den Menüs durchaus verlieren, mit zunehmender Gewöhnung gibt sich das, zumal man viele Einstellungen lediglich einmal vornehmen muss. Die Klangeinstellungen erforden jedoch mehr Aufmerksamkeit und sollten daher tunlichst nicht während der Fahrt erfolgen.

Neben den guten Empfangseigenschaften des Tuners war der vergleichsweise große Ausstattungsumfang des Daytona für mich der Anschaffungsgrund. Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen zählen RDS, MP3-Wiedergabe und der digitale fünfbändige teilparametrische Equalizer, der eine besonders feinfühlige Anpassung an den Hörgeschmack ermöglichen soll. Mit zusätzlichen Accessoires wie einer Fernbedienung und einem CD-Wechsler kann das MP 53 weiter aufgemotzt werden, und sogar eine Blaupunkt-spezifische externe Festplatte war erhältlich.
Leider fehlen dem Radio Hoch- und Tiefpass-Filter, die meines Erachtens wesentlich sinnvoller wären als der digitale Equalizer, der sich eigentlich nur von erfahrenen Personen und unter Zuhilfenahme eines (optional erhältlichen, teuren) Meßmikrofons optimal einstellen läßt.

Dank des digitalen SHARX-Filters können mit dem Daytona auch weiter entfernt liegende Sender empfangen, bei denen andere Autoradios längst das Weite gesucht, aber nie gefunden hatten. Mit dem in mehreren Stufen aktivierbaren Hi-Cut (Höhenbegrenzung) verlieren auch fiese Störspratzler zumindest teilweise ihren Schrecken. Das Umschalten auf andere Empfangsbereiche innerhalb einer Senderkette geschieht größtenteils fix und nahezu unhörbar. Im Klang des Tuners selbst verhielt sich das Daytona eher unauffällig, was beileibe nicht schlecht bedeutet - im Gegenteil.

Das CD-Teil schluckt sowohl Audio-CDs als auch selbstgebrannte Discs (CD-R, CD-RW) und gibt diese im herkömmlichen Audio-Format und im MP3-Format wieder. Auf Audio-CDs verhandener CD-Text (bis 20 Zeichen) wird ebenso angezeigt wie der ID3-Tag bei MP3-Dateien (ID3V1, max. 26 Zeichen). Zusätzlich können bis zu 50 Discs mit eigenen Bezeichnungen versehen werden.
Beim Einlesen einer Disc mit MP3-Dateien nimmt sich das Daytona etwas mehr Zeit, bis der erste Track abgespielt wird. Wiederbeschreibbare CDs mag das Radio offenbar nicht so gerne, denn ich mußte die Erfahrung machen, daß es bei der Wiedergabe derartiger Discs speziell bei längerer Betriebsdauer doch desöfteren zu Aussetzern kam, die im Extremfall bis zur kompletten Verweigerung des Abspielens reichten. Audio- und CD-R-Discs werden jedoch problemlos wiedergegeben.
Trotz des Equalizers und weiterer Anpassungsmöglichkeiten war der Klang des CD-Teils stets von einer gewissen Zurückhaltung geprägt. Irgendwie wollte sich der Sound nie so recht von den Lautsprechern lösen, und höhenbetonte Aufnahmen klangen schnell schärflich, ohne daß eine Zurücknahme der Höhen wesentliche Besserung versprach. Für den durchschnittlichen Hörer ohne High End-Ambitionen geht der Klang aber okay.

Neu ist das Daytona MP 53 nicht mehr erhältlich. Aber wer ein Radio sucht, dessen Empfang sehr gut ist und an den Klang des CD-Teils keine allzugroßen Ansprüche stellt, macht mit einem gebrauchten Daytona sicherlich einen guten Kauf - und ist oftmals sogar besser bedient als mit einem preisgleichen, neuen No-Name-Teil aus dem Supermarkt.

Technische Daten lt. Hersteller:

Verstärker

Ausgangsleistung: 4 x 26 Watt Sinus (nach DIN 45 324 bei 14,4 V)
4 x 50 Watt max. Power

Tuner

Wellenbereiche:
UKW (FM) : 87,5 - 108 MHz
MW : 531 - 1 602 kHz
LW : 153 - 279 kHz
FM - Übertragungsbereich: 20 - 16 000 Hz

CD

Übertragungsbereich:
15 - 20 000 Hz

Pre-amp Out

4 Kanäle: 4 V

Eingangsempfindlichkeit

AUX-1-Eingang : 2 V / 6 kΩ
AUX-2-Eingang : 775 mV / 10 kΩ
Tel-/ Navi-Eingang : 10 V / 560 Ω

Ausstattungsmerkmale:

abnehmbares Bedienteil
RDS-EON
Störabhängige Bandbreitenumschaltung (SHARX)
CD-/MP3-Wiedergabe
digitaler fünfbändiger Equalizer (DEQ), einmeßbar
Sound Presets
TMC (Traffic Message Channel)-Empfänger für Ausgabe an externen Geräten (Navigation)
Anschluß für CD-Wechsler oder Blaupunkt-spezifische externe Festplatte
zwei Eingänge für externe Klangquellen
Telefon-/Navi-AUX in
GALA/Auto Sound

Fazit: Für Radiohörer ohne High End-Ambitionen absolut okay

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Klangqualität: