Allgemeines zum Mercedes-Benz W124

Produkttyp: Mercedes-Benz Autos
Neuester Testbericht: ... Außer Öl und Filterwechsel brauchte nichts gemacht werden und ich habe das Auto bis Februar 2008 150000km weiter gefahren. Ein Trau... mehr
230 E & 300 TE 24 Ein besonderer Geschmack war schon immer etwas teurer
Allgemeines zum Mercedes-Benz W124

Name des Mitglieds: Forsheda
Produkt:
Allgemeines zum Mercedes-Benz W124
Datum: 08.10.00, geändert am 08.10.00 (6485 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Langzeitqualität, Image, Ersatzteile
Nachteile: teure Anschaffung
Nun kann ich von Zwei 124 ern mitteilen, da ich einen 230 E und einen 300 TE - 24 fahre.
Zum 230 E
Der 230 E ist Baujahr 10.87 und ersetzte bei mir einen Citroen BX 16 TRS Automatic. Er gehört mit seinem Erscheinungsbild noch zu den ersten Baujahren, die unlackierte Stoßfänger und noch keine Sacco - Bretter haben. Erworben habe ich das Fahrzeug im Sommer 1994 aus erster Hand von Privat. Der erste Vorbesitzer war ein 1900 (!!!) geborener Dipl. Masch. Bau, dessen Frau sich beharrlich weigerte mit ihrem Mann Auto zu fahren. Aufgrund der Tatsache, dass der Wagen im Jahr 1993 ganze 1000 Km gefahren wurde, beschlossen der Sohn und die Schwiegertochter das Auto zu veräussern. Bezahlt habe ich nach 7 Jahren und original 48500 Km auf dem Tacho 20000,- DM.
Die Farbe ist Hellblau - Metallic, die Ausstattung besteht aus: Automatik, Klimaanlage, DB - 8 Loch Alu´s 7x15 mit Serienbereifung 195 - 65 / HR 15 im Winter (Pirelli Asymetrico), Intra im AMG Design 7,5x16 Alu´s mit 205 - 55 / ZR 16 im Sommer (Conti Sport Contact), elektrisches Schiebedach, elektrische Fensterheber vorn, Autotelefon Motorola 2000 und einer Sony CD - Wechsler Kombination, Bicromatischen Heckleuchten und weißen Blinkern vorne, hochglanzverchromten Einstiegsleisten vorne und hinten, einem BBS 4 Speichen Leder – Holz Lenkrad und einem Automatikschaltknauf Zebrano/Leder von Spangenberg, Doppelrohrendtopf von Remus und Hochleistungsluftfilter von K&N, wartungsfreier Gelbatterie von Sonnenschein in Militätechnologie, Lichtmaschine aus dem 230 GE mit 90 Ampere (Unterstrichenes wurde von mir dazu gekauft).
Zum heutigen Tag hat das Auto 120000 Km auf dem Tacho, so dass ich auf ca. 70000 Km zurückblicken kann, die allerdings zum größten Teil aus Kurzstrecken und Stadtfahrten bestehen. Autobahnanteil höchstens 5 %.
Der Verbrauch liegt im Normalfall bei 11 Liter/100 Km und kann im Sommer bei vollem Einsatz der Klimaanlage auf 12,5 Liter/100 Km oder im Winter bei extrem
en Kurzstrecken 12 Liter/100 Km steigen.
Unter 10 Liter/100 Km ist mein 230 E allerdings nicht zu bewegen. Der Ölverbrauch liegt bei exakt 1 Liter auf 5000 Km, welcher bevorzugt nach Vollgas Autobahn Etappen nachzufüllen ist, wenn die "Suppe" mal wieder aufgekocht wurde. Bei Autobahnfahrten im Bereich von V max treten bei niedrigem Motorölstand niederfrequente Schwingungen auf (ca .1 Hz), die, wie ich hier nur mal vermute, von der Steuerkette der Nockenwelle herrühren. Wenn man Sie hört, kann man auch sicher sein, dass nach ca. 10 - 20 Km weiterer Fahrt das Warnlämpchen im Innenraum einen zu niedrigen Ölstand signalisiert.
Zur Motorcharacteristik lässt sich sagen, dass für ein kurzhubiges Motörchen erstaunlich viel Drehmoment geboten wird und zwar 198 Nm bei 3500 U/min. Drehmoment und Leistungsentfalltung lassen sich als sehr gleichmäßig bis 5500 U/min bezeichnen. Es lässt sich subjektiv feststellen, dass es nur in extremen Ausnahmesituationen sinnvoll erscheinen würde, die Maschine höher als 5500 U/min zu drehen, da man gar körperlichen Schmerz empfindet, wenn es mit 6000 U/min ein leichtes Gefälle auf der Autobahn hinab geht, oder wenn beim Überholen der Übergang von der 2ten in die 3te Fahrstufe bei 6000 U/min und 85 Km/h von der Automatik bewerkstelligt wird. Ein volles ausdrehen des Motors scheint mir eigentlich nur in einer Situation ratsam, wenn es mit einem schweren Hänger eine längere Steigung hoch geht und ein besserer Kraftanschluß in der nächst höheren Fahrstufe erreicht werden muss, um eine gewisse Geschwindigkeit zu halten.
Die Harmonie zwischen Motor und Getriebe ist unter den Automatik Autos mit das Beste, was man sich gönnen kann. Die Automatik schaltet immer weich, auch unter Vollast hinauf und herunter.
Bei Kick - Down wird der Motor bis 6000 u/min gehalten, was für meinen Geschmack zuviel des Guten ist, da bei 5200 U/min schon Pmax vorhanden ist und ab 5500 U/min ein merklicher Leistungsschwund einsetzt, welcher einher
geht mit einem sich wehren in höhere Drehzahlregionen vorzustoßen.
Die Mercedes Automatik ist eigentlich auch der Beweis dafür, dass man jegliche elektronischen Gimmicks entbehren kann, wenn die Grundcharackteristik stimmt. Das Fahrprogramm Economy ist so überflüssig wie ein Kropf, da man im Standard Modus selbst auf Glatteis fahren kann.
Die einzelnen Schaltpunkte der Fahrstufen stimmen und die ein wenig zu kurz geratene Gesamtübersetzung kaschiert geschickt bei der Beförderung von 5 Personen + Hund und Picknickkorb die für ein ca. 1,5t schweres Auto etwas magere Leistungsausbeute, zumindest für heutige Verhältnisse.
Die Getriebeabstimmung der Sportline Versionen, welche ich auch schon gefahren habe, hingegen, welche die Fahrstufen etwas länger hält und auch das Drehzahlniveau erhöht, ist zwar alltagstauglicher, doch sie kann nicht darüber hinweg täuschen, dass erst mit einem Sechs - Zylinder voll akzeptable Fahrleistungen erreicht werden.
In der Praxis lässt sich mit dem 2,3 Liter Motor leben, wenn man flott aber nicht unbedingt schnell mit der 3. und 4. Fahrstufe pendelnd sich im Alltag bewegt.
Das Fahrwerk ist weder besonders komfortabel noch sportlich. Man kann damit leben, ohne dass es einen vom Hocker reisst oder die Plomben aus den Zähnen rüttelt. Nun ist der 230 E mit Monroe Sensa Trac Stoßdämpfern ausgestattet, welche zwar die Karaosseriebewegungen beim Beschleunigen oder Verzögern im Griff haben, doch auf Straßen mit Frostschäden oder Kanaldeckeln, wo die Räder einzeln angelenkt werden doch sehr hart sind. Auf Kopfsteinpflaster hingegen ist der Abrollkomfort akzeptabel.
Schäden hatte ich bis jetzt, einen Vor- und Endtopf der Auspuffanlage, einen Kat, einen Krümmer, mehrere Satz Bremsklötze vorn, die Gummilager der Motoraufhängung 2 x, den Schalter der Lüftungssteuerung in der Stufe IV und einen kleinen Stoßdämpfer an der Spanneinrichtung des Keilriemens und der Lenkungsdämpfer 2x.
Zum 300 TE - 24
Der 300 TE
-24 ist Baujahr 6.1990 und wurde als Ersatz für einen Toyota Landcruiser Stationwagon HJ80 angeschafft. Er hatte zwei Vorbesitzer, wovon der erste ein Arzt war, der ihn mit 80000 Km an die Mercedes Niederlassung in Darmstadt zurück gab und der zweite ein jung-dynamischer Fliesenleger, der in einem Jahr 36000 Km fuhr und Ihm das Auto schlicht zu teuer war. Gekauft habe ich den 300 TE - 24 somit auch von Privat mit einem Kilometerstand von 116500 Km zum Preis von 31000 DM im September 1995.
Die Farbe ist braun-grau - Metallic, die Ausstattung besteht aus: 4 Stufen - Automatik, Klimaanlage, DB - 8 Loch Alu´s 7x15 mit Serienbereifung 195 - 65 / HR 15 im Winter (Conti 770 TS HR), Intra im AMG Design 7,5x16 Alu´s mit 205 - 55 / ZR 16 im Sommer (Conti Sport Contact), elektrisches Schiebedach, Volleder Ausstattung, allerdings ohne Sitzheitzung, Niveauregulierung an der Hinterachse, elektrische Fensterheber vorn, Autotelefon Motorola 1000 und einer Sony CD - Wechsler Kombination (Unterstrichenes wurde von mir dazu gekauft).
Zum heutigen Tag hat der 300 TE - 24 170000 Km auf dem Tacho, so dass ich nun auf ca. 40000 Km zurückblicken kann. Autobahnanteil ca. 40 %.
Der Verbrauch liegt im Normalfall bei 15 Liter/100 Km und kann bei reinem Autobahneinsatz auf 13 Liter/100 Km gesenkt werden, unter der Bedingung, dass man ihn nicht über dem Punkt der maximalen Leistung von 220 PS bei 6400 U/min fährt. Dies entspricht einer Geschwindigkeit von ca. 215 Km/h Tacho.
Zum Motor lässt sich sagen, dass es sich im Verhältnis zum 2,3 Liter nicht mehr um einen Motor sondern um ein Triebwerk handelt.
Der 24 Ventiler ist nicht besonders Drehmomentstark im unteren Drehzahlbereich bis 3000 U/min, dann jedoch stemmt er sich wie ein brüllender Stier den Fahrtwiderständen entgegen bis ihm bei 6800 U/min die Luft aus geht.
Das Arbeitsgeräusch ist ein wenig rauh, ja man könnte sagen für einen Mercedes zu laut, was aber auch einfach an Geräuschemissionen lie
gt, die im Verhältnis zum 3 Liter 2 - Ventiler in höheren Frequenzbereichen liegen und somit vom menschlichen Ohr als störender empfunden werden.
Harmonisch vom Geräschniveau her gesehen, lässt sich der 300 TE - 24 im Bereich von 0 - 120 Km/h und von 170 - 220 Km/h bewegen. Wenn man sich dazwischen bewegt, fühlt man sich mehr wie im Cockpit eines Kampfjets.
Übrigens benötigt der Motor keinen Tropfen ÖL!
Die Harmonie zwischen Motor und Getriebe ist unter den Automatik Autos ebenfalls mit das Beste, was man sich gönnen kann. Die Automatik schaltet immer weich, auch unter Vollast, hinauf und herunter.
Die Schaltpunkte untereinander stimmen optimal, wenn doch auch hier eine für meinen Geschmack zu kurze Gesamtübersetzung die Drehmomentschwäche kaschiert. Vorteil der kurzen Übersetzung ist natürlich, dass man mit 5 Personen an Bord und vollem Laderaum auf der Autobahn sehr flott unterwegs sein kann. Weiterer Vorteil ist, dass wenige Schaltvorgänge von Nöten sind, was die Fortbewegung sehr harmonisch erscheinen läßt.
Wenn das ganze Fahrzeug kalt ist, und es um die -5C° hat, so stellt man an der Ampel fest, dass im Stand ein leichtes Vibrieren vom Getriebe und oder Motor auf die Lenkung übertragen wird.
Die Vibration schwankt in ihrer Intensität ungefähr mit 1 Hz, sie ist zwar nur ganz leicht zu spüren, wenn man die Finger locker auf das Lenkrad legt, doch eben vorhanden.
Ursache könnten nicht mehr ganz einwandfreie Motoraufhängungen sein, dies ist jedoch nur eine Vermutung.
Das Fahrwerk ist ebenso weder besonders komfortabel noch sportlich.
Allerdings ist hier im Winter eine Seriendimension 195/65 - 15 in vielen Fällen schon überfordert, so z.B. in schnell gefahrenen Kurven und bei hohem Autobahntempo. Unbedingt empfehlenswert ist die Hydraulische Niveauregulierung an der Hinterachse, da sonst bei 2 Bierkästen der Auspuff in Gefahr wäre!!
Schäden hatte ich bis jetzt, mehrere Satz Bremsklötze vorn eine leicht leckende Zylin
derkopfdichtung, Wasserpumpe, mehrere Batterien und einen defekten Schalter der Lüftungssteuerung.
Allgemeines
Zur Werkstatt muss ich sagen, das bei der Mercedes Benz Niederlassung in FFM Heerstraße Kunde bin. Obwohl es sich um eine gigantische "Werkstatt" handelt, die auch Nutzfahrzeuge wartet und verkauft, hat man dort immer das Gefühl, dass man sich mit seinem Produkt identifiziert. Egal ob Neuwagenverkauf, Reparaturannahme oder Ersatzteile Verkauf, man hat immer das Gefühl absolut professioneller Arbeit und oder Betreuung, die allerdings in den Stundensätzen, nicht aber in den Ersatzteilpreisen, mit ca. 140 - 150 DM/h zu Buche schlägt.
Gerade beim Verhältnis von Neuwagen zu Ersatzteile Verkauf hat man bei den meisten Marken oft das Gefühl, dass beim Erwerb eines Neuwagens in schön bunt gestalteten Ausstellungsräumen mit mehr oder minder jungen Damen, die einem meist noch heißen Kaffee vom Vormittag servieren, dass einem eine scheinbar umfassende Betreuung vorgegaukelt wird.
Fährt man aber nun nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Werkstatt, sondern holt mal einen Lüftermotor oder einen Lenkungsdämpfer im Teileverkauf, so ist der Eingang meist zu verwechseln mit der dortigen Klo-Tür und der, oder die Mitarbeiter, hinter der Theke, so wenn er denn Deutsch kann, vermitteln dem Käufer, der ja doch auch irgendwie zu der Gruppe Autobesitzer gehört, von dem die Firma eigentlich leben müsste, mehr das Gefühl die Kenntnisse, die für seinen Posten benötigt sind, in einem Wochenendlehrgang eingetrichtert bekommen zu haben.
Zur Karosserie lässt sich eigentlich nur sagen, dass sie sehr verwindungsarm, beim parken sehr übersichtlich, aber leider bei Limousine und T - Modell etwas seitenwindempfindlich ist.
Die Verwindungssteifigkeit ist bei beiden Modellen sehr hoch, doch merkt man beim Überfahren von Brückenkämmen doch, dass das T - Modell einen Hauch weicher ist.
Die Karosserie ist halt nicht auf Optik oder extreme Windschnittigkei
t gezüchtet, sondern orientiert sich am Alltag und was noch viel wichtiger ist am Menschen.
Übrigens hört man oft von Besitzern eines 124 er, dass der Scheibenwischer schliert. Dies ist auch so.
Nun muss man bei einer solchen Aussage natürlich bedenken, was die anderen Wischsysteme denn so machen? Sie schlieren auch!
Vor dem 230 E hatte ich zum Gebrauch unter der Woche einen Citroen BX. Auch er hatte nur einen Scheibenwischer, der allerdings auf der rechten Seite seine Ruheposition hatte, damit er die Sicht des Fahrers nicht stört und etwa einen Winkel von 150° überstreichen konnte. Das erste Problem der Konstruktion war, dass das Wischfeld in den Ecken nicht ausreichend groß ausfällt und man in manche Kurve zwar mit savoire vivre aber leider blind hinein und mit Gottes Hilfe auch wieder heraus fuhr.
Zweites Problem, wenn bei schlechtem, schneematschigem Wetter jemand überholt hat und die Scheibe schlagartig zugespritzt wurde, betätigte man den Drucktaster der Scheibenwaschanlage und dann setzte sich der Wischer in der ersten von zwei Geschwindigkeitsstufen gemächlich in Bewegung, bis er schlicht nach ca. 2 Sekunden links unten angekam.
Bei der ersten Begung dieser Art war die Verwunderung genau so groß, wie die Adrenalin - Ausschüttung. Bei einer genauen, doch leider ernüchternden, Betrachtung des gesamten Wischsystems überwog dann doch mehr die Freude, dass es überhaupt wischt, da, vorsichtig ausgedrückt, die Kalkulation über die Entwicklungsabteilung gesiegt hatte.
Der hubgesteuerte Einarm - Wischer des 124 ist sicherlich mit das Aufwendigste, was man an Scheibenwischer entwickeln kann. In der Praxis nimmt man eben hin, dass er die Scheibe ein wenig schlierend wischt und erfreut sich an dem wunderschönen Gehüpfe dieses Baseball-Schläger ähnlichen Gebildes.
Zu den Bremsen kann man nur sagen, dass sie schlicht gut sind, wenn auch die Bremsanlage des 300 TE - 24 etwas vehementer verzögert als die des 230 E. Beide Autos haben allerd
ings ein Problem, dass die Bremsen der Vorderräder meist nach längerer Stadtfahrt leicht anfangen zu quietschen. Nach einer Autobahnetappe mit einer Verzögerung aus höherem Tempo, ist dieses Phänomen dann erst einmal für mehrere Tage verschwunden.
Es gibt noch die Möglichkeit nach dem Abbremsen in der Stadt die Fußfeststellbremse zu betätigen, um die vorderen Bremsbacken von den Scheiben lösen zu können, doch ist dies im Alltag zu umständlich.
Anzumerken wäre noch, dass das ABS des 230 E zwar auf absolute Schleuderfreiheit ausgelegt ist, aber in der Praxis etwas zu früh anfängt zu regeln. Auf einer nassen Wiese hat man das subjektive Gefühl nicht mehr zum stehen zu kommen.
Schlußbemerkung:
Man kann mit einem 124 er meiner Meinung nach nur glücklich werden, wenn man mit einem Auto dies überhaupt schafft, wenn er als Gesamtkonzeption verstanden wird. Es funktioniert eigentlich alles, die Verarbeitung ist derart, dass man nicht sofort einen Psychiater konsultieren muss, mit dem Motor, und was noch wichtiger ist, mit den Bremsen, kann man leben, was man erst versteht, wenn man ein edles Produkt der Firma TOYOTA sein Eigen nennen musste. Die Alltagstauglichkeit ist schlicht sehr gut und man bekommt auf Wunsch, allerdings zum horrenden Preisaufschlag, sein Auto auch Sonntags repariert.
Wo gibt's das denn sonst noch?
Ob ein 124 er seinen Neuwagenpreis wert ist, würde ich nicht so ohne weiteres bestätigen, aber ein 124 er ist unter den Gebrauchtwagen das Beste, was man käuflich erwerben kann, wenn man bereit ist etwas auszugeben, keine Wunder erwartet, den Mut zu einer vernünftigen Motorisierung hat und der Federungskomfort nicht an erster Stelle steht.
Fahrzeuge der Baujahre ab 89, welche schon die Sacco Bretter an den Türen haben sind voll ausgereift.
Noch besser ist es natürlich sich einen leisten zu können, ab 93, der schon die neue Motorengeneration mit 4 - Ventiltechnik unterder Haube hat. Die Gebrauchtwagenpreise sind dafür natürl
ich auch entsprechend hoch.
Die Produktpalette, unterteilt in Limousine , T-Modell und Coupé, ist absolut eindeutig. Da wird nicht versucht durch eine umlegbare Rückwand einen Kombi zu simulieren auf Kosten der Steifigkeit der Karosseriestruktur. Es werden auch keine Augenwischereipreise kalkuliert, in der alle Modelle angeblich das gleiche Kosten, denn ein Coupé muß aufgrund seines aufwendigeren Versteifungsaufwandes und der geringen Stückzahlen, ebenso wie ein Kombi, teurer sein als die entsprechende Limousine.
Ein 124 er ist wenig faszinierend, seine Qualitäten zeigen sich erst nach Jahren der Nutzung. Je länger man ihn fährt, desto mehr lernt man ihn schätzen. Mercedes gibt als Richtwert für die Limousine eine Lebensdauer von 15 Jahren oder 225000 Km und für das T - Modell gar 15 Jahre oder 300000 Km an.
Mit ein wenig Pflege sind diese Angaben sicherlich realistisch. Einfache Beobachtungen auf der Straße bestätigen dies ebenfalls. Omegas, Scorpios oder gar ein Audi 100 der ersten Baujahre, wenn sie denn überhaupt noch Leben sind nach einer Laufleistung von 180 - 200 tKm, sind schlicht Schrott, was auch aus den tatsächlich zu erlösenden Wiederverkaufserlösen zu sehen ist. Ein 124 er hingegen fährt nicht viel schlechter, wie am Tag seiner Auslieferung.
Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass man Ersatzteile durchaus bei Mercedes holen kann.
Gleich- oder höherwertigeres Material kostet im freien Handel das Gleiche oder noch mehr. Dies gilt vom Auspuff bis hin zur Telefonkonsole. Eine gewisse Qualität hat eben Ihren Preis.
Und es war ja schon immer etwas teuerer einen besonderen Geschmack zu haben.
Forsheda Gawain
Zum 230 E
Der 230 E ist Baujahr 10.87 und ersetzte bei mir einen Citroen BX 16 TRS Automatic. Er gehört mit seinem Erscheinungsbild noch zu den ersten Baujahren, die unlackierte Stoßfänger und noch keine Sacco - Bretter haben. Erworben habe ich das Fahrzeug im Sommer 1994 aus erster Hand von Privat. Der erste Vorbesitzer war ein 1900 (!!!) geborener Dipl. Masch. Bau, dessen Frau sich beharrlich weigerte mit ihrem Mann Auto zu fahren. Aufgrund der Tatsache, dass der Wagen im Jahr 1993 ganze 1000 Km gefahren wurde, beschlossen der Sohn und die Schwiegertochter das Auto zu veräussern. Bezahlt habe ich nach 7 Jahren und original 48500 Km auf dem Tacho 20000,- DM.
Die Farbe ist Hellblau - Metallic, die Ausstattung besteht aus: Automatik, Klimaanlage, DB - 8 Loch Alu´s 7x15 mit Serienbereifung 195 - 65 / HR 15 im Winter (Pirelli Asymetrico), Intra im AMG Design 7,5x16 Alu´s mit 205 - 55 / ZR 16 im Sommer (Conti Sport Contact), elektrisches Schiebedach, elektrische Fensterheber vorn, Autotelefon Motorola 2000 und einer Sony CD - Wechsler Kombination, Bicromatischen Heckleuchten und weißen Blinkern vorne, hochglanzverchromten Einstiegsleisten vorne und hinten, einem BBS 4 Speichen Leder – Holz Lenkrad und einem Automatikschaltknauf Zebrano/Leder von Spangenberg, Doppelrohrendtopf von Remus und Hochleistungsluftfilter von K&N, wartungsfreier Gelbatterie von Sonnenschein in Militätechnologie, Lichtmaschine aus dem 230 GE mit 90 Ampere (Unterstrichenes wurde von mir dazu gekauft).
Zum heutigen Tag hat das Auto 120000 Km auf dem Tacho, so dass ich auf ca. 70000 Km zurückblicken kann, die allerdings zum größten Teil aus Kurzstrecken und Stadtfahrten bestehen. Autobahnanteil höchstens 5 %.
Der Verbrauch liegt im Normalfall bei 11 Liter/100 Km und kann im Sommer bei vollem Einsatz der Klimaanlage auf 12,5 Liter/100 Km oder im Winter bei extrem
en Kurzstrecken 12 Liter/100 Km steigen.
Unter 10 Liter/100 Km ist mein 230 E allerdings nicht zu bewegen. Der Ölverbrauch liegt bei exakt 1 Liter auf 5000 Km, welcher bevorzugt nach Vollgas Autobahn Etappen nachzufüllen ist, wenn die "Suppe" mal wieder aufgekocht wurde. Bei Autobahnfahrten im Bereich von V max treten bei niedrigem Motorölstand niederfrequente Schwingungen auf (ca .1 Hz), die, wie ich hier nur mal vermute, von der Steuerkette der Nockenwelle herrühren. Wenn man Sie hört, kann man auch sicher sein, dass nach ca. 10 - 20 Km weiterer Fahrt das Warnlämpchen im Innenraum einen zu niedrigen Ölstand signalisiert.
Zur Motorcharacteristik lässt sich sagen, dass für ein kurzhubiges Motörchen erstaunlich viel Drehmoment geboten wird und zwar 198 Nm bei 3500 U/min. Drehmoment und Leistungsentfalltung lassen sich als sehr gleichmäßig bis 5500 U/min bezeichnen. Es lässt sich subjektiv feststellen, dass es nur in extremen Ausnahmesituationen sinnvoll erscheinen würde, die Maschine höher als 5500 U/min zu drehen, da man gar körperlichen Schmerz empfindet, wenn es mit 6000 U/min ein leichtes Gefälle auf der Autobahn hinab geht, oder wenn beim Überholen der Übergang von der 2ten in die 3te Fahrstufe bei 6000 U/min und 85 Km/h von der Automatik bewerkstelligt wird. Ein volles ausdrehen des Motors scheint mir eigentlich nur in einer Situation ratsam, wenn es mit einem schweren Hänger eine längere Steigung hoch geht und ein besserer Kraftanschluß in der nächst höheren Fahrstufe erreicht werden muss, um eine gewisse Geschwindigkeit zu halten.
Die Harmonie zwischen Motor und Getriebe ist unter den Automatik Autos mit das Beste, was man sich gönnen kann. Die Automatik schaltet immer weich, auch unter Vollast hinauf und herunter.
Bei Kick - Down wird der Motor bis 6000 u/min gehalten, was für meinen Geschmack zuviel des Guten ist, da bei 5200 U/min schon Pmax vorhanden ist und ab 5500 U/min ein merklicher Leistungsschwund einsetzt, welcher einher
geht mit einem sich wehren in höhere Drehzahlregionen vorzustoßen.
Die Mercedes Automatik ist eigentlich auch der Beweis dafür, dass man jegliche elektronischen Gimmicks entbehren kann, wenn die Grundcharackteristik stimmt. Das Fahrprogramm Economy ist so überflüssig wie ein Kropf, da man im Standard Modus selbst auf Glatteis fahren kann.
Die einzelnen Schaltpunkte der Fahrstufen stimmen und die ein wenig zu kurz geratene Gesamtübersetzung kaschiert geschickt bei der Beförderung von 5 Personen + Hund und Picknickkorb die für ein ca. 1,5t schweres Auto etwas magere Leistungsausbeute, zumindest für heutige Verhältnisse.
Die Getriebeabstimmung der Sportline Versionen, welche ich auch schon gefahren habe, hingegen, welche die Fahrstufen etwas länger hält und auch das Drehzahlniveau erhöht, ist zwar alltagstauglicher, doch sie kann nicht darüber hinweg täuschen, dass erst mit einem Sechs - Zylinder voll akzeptable Fahrleistungen erreicht werden.
In der Praxis lässt sich mit dem 2,3 Liter Motor leben, wenn man flott aber nicht unbedingt schnell mit der 3. und 4. Fahrstufe pendelnd sich im Alltag bewegt.
Das Fahrwerk ist weder besonders komfortabel noch sportlich. Man kann damit leben, ohne dass es einen vom Hocker reisst oder die Plomben aus den Zähnen rüttelt. Nun ist der 230 E mit Monroe Sensa Trac Stoßdämpfern ausgestattet, welche zwar die Karaosseriebewegungen beim Beschleunigen oder Verzögern im Griff haben, doch auf Straßen mit Frostschäden oder Kanaldeckeln, wo die Räder einzeln angelenkt werden doch sehr hart sind. Auf Kopfsteinpflaster hingegen ist der Abrollkomfort akzeptabel.
Schäden hatte ich bis jetzt, einen Vor- und Endtopf der Auspuffanlage, einen Kat, einen Krümmer, mehrere Satz Bremsklötze vorn, die Gummilager der Motoraufhängung 2 x, den Schalter der Lüftungssteuerung in der Stufe IV und einen kleinen Stoßdämpfer an der Spanneinrichtung des Keilriemens und der Lenkungsdämpfer 2x.
Zum 300 TE - 24
Der 300 TE
-24 ist Baujahr 6.1990 und wurde als Ersatz für einen Toyota Landcruiser Stationwagon HJ80 angeschafft. Er hatte zwei Vorbesitzer, wovon der erste ein Arzt war, der ihn mit 80000 Km an die Mercedes Niederlassung in Darmstadt zurück gab und der zweite ein jung-dynamischer Fliesenleger, der in einem Jahr 36000 Km fuhr und Ihm das Auto schlicht zu teuer war. Gekauft habe ich den 300 TE - 24 somit auch von Privat mit einem Kilometerstand von 116500 Km zum Preis von 31000 DM im September 1995.
Die Farbe ist braun-grau - Metallic, die Ausstattung besteht aus: 4 Stufen - Automatik, Klimaanlage, DB - 8 Loch Alu´s 7x15 mit Serienbereifung 195 - 65 / HR 15 im Winter (Conti 770 TS HR), Intra im AMG Design 7,5x16 Alu´s mit 205 - 55 / ZR 16 im Sommer (Conti Sport Contact), elektrisches Schiebedach, Volleder Ausstattung, allerdings ohne Sitzheitzung, Niveauregulierung an der Hinterachse, elektrische Fensterheber vorn, Autotelefon Motorola 1000 und einer Sony CD - Wechsler Kombination (Unterstrichenes wurde von mir dazu gekauft).
Zum heutigen Tag hat der 300 TE - 24 170000 Km auf dem Tacho, so dass ich nun auf ca. 40000 Km zurückblicken kann. Autobahnanteil ca. 40 %.
Der Verbrauch liegt im Normalfall bei 15 Liter/100 Km und kann bei reinem Autobahneinsatz auf 13 Liter/100 Km gesenkt werden, unter der Bedingung, dass man ihn nicht über dem Punkt der maximalen Leistung von 220 PS bei 6400 U/min fährt. Dies entspricht einer Geschwindigkeit von ca. 215 Km/h Tacho.
Zum Motor lässt sich sagen, dass es sich im Verhältnis zum 2,3 Liter nicht mehr um einen Motor sondern um ein Triebwerk handelt.
Der 24 Ventiler ist nicht besonders Drehmomentstark im unteren Drehzahlbereich bis 3000 U/min, dann jedoch stemmt er sich wie ein brüllender Stier den Fahrtwiderständen entgegen bis ihm bei 6800 U/min die Luft aus geht.
Das Arbeitsgeräusch ist ein wenig rauh, ja man könnte sagen für einen Mercedes zu laut, was aber auch einfach an Geräuschemissionen lie
gt, die im Verhältnis zum 3 Liter 2 - Ventiler in höheren Frequenzbereichen liegen und somit vom menschlichen Ohr als störender empfunden werden.
Harmonisch vom Geräschniveau her gesehen, lässt sich der 300 TE - 24 im Bereich von 0 - 120 Km/h und von 170 - 220 Km/h bewegen. Wenn man sich dazwischen bewegt, fühlt man sich mehr wie im Cockpit eines Kampfjets.
Übrigens benötigt der Motor keinen Tropfen ÖL!
Die Harmonie zwischen Motor und Getriebe ist unter den Automatik Autos ebenfalls mit das Beste, was man sich gönnen kann. Die Automatik schaltet immer weich, auch unter Vollast, hinauf und herunter.
Die Schaltpunkte untereinander stimmen optimal, wenn doch auch hier eine für meinen Geschmack zu kurze Gesamtübersetzung die Drehmomentschwäche kaschiert. Vorteil der kurzen Übersetzung ist natürlich, dass man mit 5 Personen an Bord und vollem Laderaum auf der Autobahn sehr flott unterwegs sein kann. Weiterer Vorteil ist, dass wenige Schaltvorgänge von Nöten sind, was die Fortbewegung sehr harmonisch erscheinen läßt.
Wenn das ganze Fahrzeug kalt ist, und es um die -5C° hat, so stellt man an der Ampel fest, dass im Stand ein leichtes Vibrieren vom Getriebe und oder Motor auf die Lenkung übertragen wird.
Die Vibration schwankt in ihrer Intensität ungefähr mit 1 Hz, sie ist zwar nur ganz leicht zu spüren, wenn man die Finger locker auf das Lenkrad legt, doch eben vorhanden.
Ursache könnten nicht mehr ganz einwandfreie Motoraufhängungen sein, dies ist jedoch nur eine Vermutung.
Das Fahrwerk ist ebenso weder besonders komfortabel noch sportlich.
Allerdings ist hier im Winter eine Seriendimension 195/65 - 15 in vielen Fällen schon überfordert, so z.B. in schnell gefahrenen Kurven und bei hohem Autobahntempo. Unbedingt empfehlenswert ist die Hydraulische Niveauregulierung an der Hinterachse, da sonst bei 2 Bierkästen der Auspuff in Gefahr wäre!!
Schäden hatte ich bis jetzt, mehrere Satz Bremsklötze vorn eine leicht leckende Zylin
derkopfdichtung, Wasserpumpe, mehrere Batterien und einen defekten Schalter der Lüftungssteuerung.
Allgemeines
Zur Werkstatt muss ich sagen, das bei der Mercedes Benz Niederlassung in FFM Heerstraße Kunde bin. Obwohl es sich um eine gigantische "Werkstatt" handelt, die auch Nutzfahrzeuge wartet und verkauft, hat man dort immer das Gefühl, dass man sich mit seinem Produkt identifiziert. Egal ob Neuwagenverkauf, Reparaturannahme oder Ersatzteile Verkauf, man hat immer das Gefühl absolut professioneller Arbeit und oder Betreuung, die allerdings in den Stundensätzen, nicht aber in den Ersatzteilpreisen, mit ca. 140 - 150 DM/h zu Buche schlägt.
Gerade beim Verhältnis von Neuwagen zu Ersatzteile Verkauf hat man bei den meisten Marken oft das Gefühl, dass beim Erwerb eines Neuwagens in schön bunt gestalteten Ausstellungsräumen mit mehr oder minder jungen Damen, die einem meist noch heißen Kaffee vom Vormittag servieren, dass einem eine scheinbar umfassende Betreuung vorgegaukelt wird.
Fährt man aber nun nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Werkstatt, sondern holt mal einen Lüftermotor oder einen Lenkungsdämpfer im Teileverkauf, so ist der Eingang meist zu verwechseln mit der dortigen Klo-Tür und der, oder die Mitarbeiter, hinter der Theke, so wenn er denn Deutsch kann, vermitteln dem Käufer, der ja doch auch irgendwie zu der Gruppe Autobesitzer gehört, von dem die Firma eigentlich leben müsste, mehr das Gefühl die Kenntnisse, die für seinen Posten benötigt sind, in einem Wochenendlehrgang eingetrichtert bekommen zu haben.
Zur Karosserie lässt sich eigentlich nur sagen, dass sie sehr verwindungsarm, beim parken sehr übersichtlich, aber leider bei Limousine und T - Modell etwas seitenwindempfindlich ist.
Die Verwindungssteifigkeit ist bei beiden Modellen sehr hoch, doch merkt man beim Überfahren von Brückenkämmen doch, dass das T - Modell einen Hauch weicher ist.
Die Karosserie ist halt nicht auf Optik oder extreme Windschnittigkei
t gezüchtet, sondern orientiert sich am Alltag und was noch viel wichtiger ist am Menschen.
Übrigens hört man oft von Besitzern eines 124 er, dass der Scheibenwischer schliert. Dies ist auch so.
Nun muss man bei einer solchen Aussage natürlich bedenken, was die anderen Wischsysteme denn so machen? Sie schlieren auch!
Vor dem 230 E hatte ich zum Gebrauch unter der Woche einen Citroen BX. Auch er hatte nur einen Scheibenwischer, der allerdings auf der rechten Seite seine Ruheposition hatte, damit er die Sicht des Fahrers nicht stört und etwa einen Winkel von 150° überstreichen konnte. Das erste Problem der Konstruktion war, dass das Wischfeld in den Ecken nicht ausreichend groß ausfällt und man in manche Kurve zwar mit savoire vivre aber leider blind hinein und mit Gottes Hilfe auch wieder heraus fuhr.
Zweites Problem, wenn bei schlechtem, schneematschigem Wetter jemand überholt hat und die Scheibe schlagartig zugespritzt wurde, betätigte man den Drucktaster der Scheibenwaschanlage und dann setzte sich der Wischer in der ersten von zwei Geschwindigkeitsstufen gemächlich in Bewegung, bis er schlicht nach ca. 2 Sekunden links unten angekam.
Bei der ersten Begung dieser Art war die Verwunderung genau so groß, wie die Adrenalin - Ausschüttung. Bei einer genauen, doch leider ernüchternden, Betrachtung des gesamten Wischsystems überwog dann doch mehr die Freude, dass es überhaupt wischt, da, vorsichtig ausgedrückt, die Kalkulation über die Entwicklungsabteilung gesiegt hatte.
Der hubgesteuerte Einarm - Wischer des 124 ist sicherlich mit das Aufwendigste, was man an Scheibenwischer entwickeln kann. In der Praxis nimmt man eben hin, dass er die Scheibe ein wenig schlierend wischt und erfreut sich an dem wunderschönen Gehüpfe dieses Baseball-Schläger ähnlichen Gebildes.
Zu den Bremsen kann man nur sagen, dass sie schlicht gut sind, wenn auch die Bremsanlage des 300 TE - 24 etwas vehementer verzögert als die des 230 E. Beide Autos haben allerd
ings ein Problem, dass die Bremsen der Vorderräder meist nach längerer Stadtfahrt leicht anfangen zu quietschen. Nach einer Autobahnetappe mit einer Verzögerung aus höherem Tempo, ist dieses Phänomen dann erst einmal für mehrere Tage verschwunden.
Es gibt noch die Möglichkeit nach dem Abbremsen in der Stadt die Fußfeststellbremse zu betätigen, um die vorderen Bremsbacken von den Scheiben lösen zu können, doch ist dies im Alltag zu umständlich.
Anzumerken wäre noch, dass das ABS des 230 E zwar auf absolute Schleuderfreiheit ausgelegt ist, aber in der Praxis etwas zu früh anfängt zu regeln. Auf einer nassen Wiese hat man das subjektive Gefühl nicht mehr zum stehen zu kommen.
Schlußbemerkung:
Man kann mit einem 124 er meiner Meinung nach nur glücklich werden, wenn man mit einem Auto dies überhaupt schafft, wenn er als Gesamtkonzeption verstanden wird. Es funktioniert eigentlich alles, die Verarbeitung ist derart, dass man nicht sofort einen Psychiater konsultieren muss, mit dem Motor, und was noch wichtiger ist, mit den Bremsen, kann man leben, was man erst versteht, wenn man ein edles Produkt der Firma TOYOTA sein Eigen nennen musste. Die Alltagstauglichkeit ist schlicht sehr gut und man bekommt auf Wunsch, allerdings zum horrenden Preisaufschlag, sein Auto auch Sonntags repariert.
Wo gibt's das denn sonst noch?
Ob ein 124 er seinen Neuwagenpreis wert ist, würde ich nicht so ohne weiteres bestätigen, aber ein 124 er ist unter den Gebrauchtwagen das Beste, was man käuflich erwerben kann, wenn man bereit ist etwas auszugeben, keine Wunder erwartet, den Mut zu einer vernünftigen Motorisierung hat und der Federungskomfort nicht an erster Stelle steht.
Fahrzeuge der Baujahre ab 89, welche schon die Sacco Bretter an den Türen haben sind voll ausgereift.
Noch besser ist es natürlich sich einen leisten zu können, ab 93, der schon die neue Motorengeneration mit 4 - Ventiltechnik unterder Haube hat. Die Gebrauchtwagenpreise sind dafür natürl
ich auch entsprechend hoch.
Die Produktpalette, unterteilt in Limousine , T-Modell und Coupé, ist absolut eindeutig. Da wird nicht versucht durch eine umlegbare Rückwand einen Kombi zu simulieren auf Kosten der Steifigkeit der Karosseriestruktur. Es werden auch keine Augenwischereipreise kalkuliert, in der alle Modelle angeblich das gleiche Kosten, denn ein Coupé muß aufgrund seines aufwendigeren Versteifungsaufwandes und der geringen Stückzahlen, ebenso wie ein Kombi, teurer sein als die entsprechende Limousine.
Ein 124 er ist wenig faszinierend, seine Qualitäten zeigen sich erst nach Jahren der Nutzung. Je länger man ihn fährt, desto mehr lernt man ihn schätzen. Mercedes gibt als Richtwert für die Limousine eine Lebensdauer von 15 Jahren oder 225000 Km und für das T - Modell gar 15 Jahre oder 300000 Km an.
Mit ein wenig Pflege sind diese Angaben sicherlich realistisch. Einfache Beobachtungen auf der Straße bestätigen dies ebenfalls. Omegas, Scorpios oder gar ein Audi 100 der ersten Baujahre, wenn sie denn überhaupt noch Leben sind nach einer Laufleistung von 180 - 200 tKm, sind schlicht Schrott, was auch aus den tatsächlich zu erlösenden Wiederverkaufserlösen zu sehen ist. Ein 124 er hingegen fährt nicht viel schlechter, wie am Tag seiner Auslieferung.
Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass man Ersatzteile durchaus bei Mercedes holen kann.
Gleich- oder höherwertigeres Material kostet im freien Handel das Gleiche oder noch mehr. Dies gilt vom Auspuff bis hin zur Telefonkonsole. Eine gewisse Qualität hat eben Ihren Preis.
Und es war ja schon immer etwas teuerer einen besonderen Geschmack zu haben.
Forsheda Gawain
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Auto

