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Produkttyp: Volkswagen Autos
Neuester Testbericht: ... der Wagen beim Beschleunigen sehr träge. Darüber hat er jedoch ausreichend Bums, soweit das Auto nicht vollbesetzt ist. Der Sprit- bzw. ... mehr
VW Touran nach 2 Jahren und über 75.000 km Laufleistung
VW Touran 2.0 TDI

Name des Mitglieds: schorschl05
Produkt:
VW Touran 2.0 TDI
Datum: 09.07.08, geändert am 08.12.10 (3937 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Fahrwerk, Platzangebot, mittlere Sitze entnehmbar, ...
Nachteile: kleine Mängel, Lackschicht?!
0. Einleitung
1. Auswahl
2. Ausstattung
3. Innenraum
4. Fahrgefühl und Fahren
5. Bisherige Probleme
6. Fazit
0. Einleitung
Nachdem ich meinen guten alter VW Golf Variant als Dienstwagen nach einer Regel-Laufzeit von 5 Jahren zurück gehen musste, durfte ich mir einen neuen Firmenwagen bestellen. Dies war im Jahr 2006 der Fall. Nach zwischen über 2 Jahren der intensiven Nutzung des hier beschriebenen VW Touran, fühle ich in der Lage eine einigermaßen ausgereiftes Bild dazu abgeben zu können.
1. Auswahl
Zunächst einmal möchte ich meine Auswahlphase zum Touran erläutern, denn damit ist auch die weitere Erwartungshaltung an den Wagen geknüpft. Mit dem noch vorhandenen VW Golf Variant und der Geburt von unserem zweiten Kind, war schnell klar, dass der Wagen in bestimmten Situationen etwas zu klein ist, z.B. bei einer Urlaubsfahrt oder auch bei einer üblichen Fahrt ohne weiteres Gepäck konnten wir aufgrund der Breite den beiden Kindersitzen keine weitere Person auf der Rückbank mitnehmen. Oma musste also draußen bleiben.
Die Auswahl konzentrierte sind dann auf vier Fahrzeuge, den Touran, einen Opel Zafira, einen Renault Espace und einen Peugeot 807. Die letzten beiden (Touran und Zafira) und die ersten beiden Fahrzeuge darf man bzgl. der Größe und dem Innenraum auf gleicher Höhen sehen, wobei der Espace und der 807 deutlich mehr Platzangebot haben.
So führten wir mit allen vier Fahrzeugen eine Probefahrt durch, der Renault hatte Schwächen beim Fahrwerk, er einfach zu schwammig. Der Händler meinte er könnte nach Auslieferung des Wagens noch an der Hinterachse etwas verbessern, das war mir allerdings sehr suspekt. Der 807 wurde seitens meines Sohnes wegen der seitlichen Schiebetür sehr stark bevorzugt, selbst war ich von dem Fahrwerk überzeugt, allerdings haben uns die Sitze des 807 enttäuscht. Lustig finde ich im 807 den zweiten Innenspiegel zum Überblick des hinteren Innenraumes, dieser hat den Flair eines Busfahrerspiegels.
Beide Franzosen waren mir auch einen Tick zu groß, wenn ich bedenke, dass ich über 95% der Nutzung alleine im Wagen sitze. So konzentrierte sich die weitere Auswahl auf den Zafira und den Touran. Der Zafira war preislich deutlich interessanter und der Touran gefiel mir aber einen Tick besser, vielleicht auch deshalb, weil ich eh ein Volkswagenfan bin.
Als dann noch eine Sonderrabatt für den Touran im Angebot war und ein Sondermodell namens 'Goal' mir weiter entgegen kam, war die Entscheidung klar, es musste der Touran sein.
2. Ausstattung
Ich bekam den VW Touran Sondermodell 'Goal' dann zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Deutschland, passend wie ich finde. Die Farbe hat unser Junior bestimmt, in Diving Blue Metallic, ein schönes leuchtendes Blau, welches man inzwischen leider recht häufig auf den Strassen findet.
Als Motor hatten wir den Diesel mit 140 PS gewählt. Beim alten Golf Variant hatte ich bereits das Fehlen eines Rußpartikelfilters bemängelt, hier war dieser nun verfügbar, zu erkennen mit der Motorergänzung DPF, Dieselpartikelfilter.
Die Ausstattung des Modells Goal glänzte mit einen regelbaren Klimaanlage, dem einfachen Navigationssystem mit Stimme und Pfeil, einem Satz Leichtmetallfelgen und noch ein paar weiterer kleinerer Extras. Ansonsten entspricht das Modell Goal eher der Trendline.
Ergänzt haben wir zusätzlich die Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, abgedunkelte Seiten- und Heckscheibe und noch das Dach-Reeling in Silber eloxiert. Ein Muss für eine flexible Personenbeförderung waren die beiden Sitze in der dritten Reihe. Diese werden ansonsten im Boden versenkt und sind mit einem Griff und dem Aufsetzen der Kopfstützen ruckzuck bereit. Nur das Einsteigen zu diesen Sitzen ist etwas beschwerlich. Gedacht sind diese Sitze aber eh nur für kleine Personen, also Kinder, da der Fußraum für Erwachsene absolut unzureichend wäre. Inzwischen sind diese beiden Plätze die Lieblingsplätze unserer beiden Kinder. Im Hinblick auf einen Auffahrunfall von hinten, versuche ich dies aber soweit möglich zu vermeiden.
An Kofferraumplatz nehmen diese beiden Sitze etwa 8 cm Höhe weg, vertretbar meines Erachtens nach.
In der Summe inkl. Zubehör lag der Wagen dann preislich bei knapp unter 30.000 Euro, Listenpreis wohlgemerkt.
3. Innenraum
Betritt man den Innenraum, so fällt einem zunächst mit dem Einsteigen die relativ hohe Sitzposition auf. Das Einsteigen ist damit sehr angenehm und wird besonders Autofahrer mit Rückenbeschwerden oder dergleichen entgegen kommen. Gleiches gilt natürlich auch für das Aussteigen, soweit man überhaupt wieder aussteigen möchte. Auch mit dem Fahren kommt einem die erhöhte Sitzposition zu Gunsten der Übersicht entgegen.
Gerne hätte ich die Innenausstattung in einem satten Schwarz bestellt, jedoch gab es für mich nur dieses Anthrazit-Grey zu Disposition. In der Auslieferung bestaunt, stellt sich dies als billig wirkendes Plastikgrau heraus.
Gefallen haben mir die vielen Fächer am Dachhimmel, da lässt sich das nicht bestellte Sonnendach verschmerzen. Sonnenbrille und allerlei Krimskrams wird hier nun verstaut, welches ansonsten in der Mittelkonsole genervt hätte.
Die mittlere Sitzreihe besteht aus drei einzelnen Sitzen, welche auch komplett entnommen werden können, dies war eine nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber dem Zafira, schließlich wird mit dem Entnahme auch der mögliche Stauraum vergrößert. Der mittlere Sitz von den Dreien ist ein wenig schmäler als die beiden äußeren Sitze. Während die Sitzrücken noch recht problemlos per Zugriemen ein- bzw. aufgeklappt werden können, ist das Aufstellen der Sitzfläche in senkrechter Position und anschließender Arretierung durch einen Strebe etwas fummelig. Sind die Sitze zu weit vorne so lassen sich die Streben nicht einrasten. Die Sitze als Gesamtheit zu entnehmen ist dagegen wieder recht einfach, sieht man einmal vom Gewicht der Sitze ab.
Das Cockpit des Touran ist VW-typisch aufgeräumt und ohne große Überraschung, zumindest für den VW-Kenner. Einzig wird der Lautstärkeregler meinerseits des Öfteren unabsichtlich betätigt. Dies passiert mir mit der Handbewegung vom Lenkrad zum Schaltknüppel. Hierbei ist die Bewegung sehr nahe an eben diesem Laufstärkeregler.
Beim Golf Variant hat mir noch die Mittelkonsole mit Armlehne gefehlt, nun habe ich diese beim Touran und bin ganz froh darum, besonders auf längeren Autofahrten.
Mit dem Navigationssystem (RNS300) bin ich insgesamt zufrieden. Wohl hat dieses keine 2D-Anzeige, dies Ansage und die Anzeige per Pfeil ist jedoch vollkommen ausreichend. Sicher hat mich dieses hier und da mal in die Irre geführt, aber man sollte eh nicht mit dem Einschalten des Navis gleichzeitig das Gehirn ausschalten. Störend empfinde ich nur die viel zu lange dauernden Ladezeiten zwischen zwei Transaktionsschritten, es dauert einfach zu lange bis das Navi bereit ist bzw. bis eine Eingabe vom Navi erkannt und bestätigt wird. Gut dagegen, dass das Gerät problemlos MP3-CDs erkennt und abspielt.
4. Fahrgefühl und Fahren
Der VI-er Golf war mir in der Standardausführung bezogen auf das Fahrwerk zu schwammig, deshalb hatte ich mir den Golf mit Sportfahrwerk bestellt. Beim Touran war dies gar nicht notwendig, bereits ab Weg ist dieser sehr straff eingestellt. Nach Aussage des Fahrzeugverkäufers hatte bisher auch noch kein Kunde den Touran mit Sportfahrwerk bestellt.
Das Fahrgefühl ist dementsprechend angenehm zumindest für mich, ich brauche ein etwas strafferes Fahrwerk, damit ich Feedback über die Situation der Strasse bekomme, man fährt zwar nicht mit dem Hintern auf dem Asphalt, aber man verliert damit auch das Gefühl zur Strasse nicht. In Kurven neigt sich der Wagen so gut wie nicht, auch bei Seitenwind bleibt der Wagen noch recht stabil, trotz großer seitlicher Angriffsfläche.
Der 140 PS Motor mit 320 NM ist recht kräftig und macht auf Autobahnen und Landstrassen Spaß. Im unteren Drehzahlbereich (unter 2.000) fehlt einem die Kraft des Turbos, hier ist der Wagen beim Beschleunigen sehr träge. Darüber hat er jedoch ausreichend Bums, soweit das Auto nicht vollbesetzt ist.
Der Sprit- bzw. Dieselverbrauch liegt meinerseits bei etwa 7 Litern. Ich fahre zu über 60% Autobahn und schalte recht früh hoch. Auf der Autobahn fahre ich jedoch oft zügig, sodass ein Verbrauch von deutlich unter 6,5 Litern mögliche wäre. Bei Höchstgeschwindigkeit zeigt mir die Multifunktionsanzeige einen Verbrauch von über 15 Litern an, das muss dann doch nicht sein.
Innengeräusche bei schnellerem Fahren stufe ich als moderat ein, zumal der Motor trotz umfassender Dämmung immer noch recht laut ist.
5. Bisherige Probleme
Bisher habe in innerhalb von 25 Monaten über 76.000 km auf den Tacho gebracht, mehrheitlich Autobahnkilometer. Insgesamt hatte ich mit dem Wagen wenige Probleme. Jedoch einmal ließ er mich bisher gänzlich im Stich, bei einer Autobahnfahrt musste ich recht stark bremsen, als ich wieder Gas geben wollte, passierte gar nicht, der Motor war wohlgemerkt noch an und lief nur noch mit Standgas. Dank Mobilitätsgarantie erhielt ich recht schnell Unterstützung und das Problem konnte auch relativ schnell behoben werden. Offensichtlich hat sich mit dem Bremsvorgang in einem Schlauch, welche für die Luftzufuhr zuständig ist, ein Vakuum gebildet und der Motor bekam sprichwörtlich keine Luft mehr. Nach Austausch des Schlauches konnte ich dann weiterfahren.
Nach etwa 40-50 tkm fielen mir Lackschäden auf den Motorhaube bedingt durch Steinschlag auf. Bei den vielen Autobahnfahrten sicher keine Überraschung, jedoch die Größe dieser Schäden waren teilweise mit 2-3 mm ungewöhnlich groß. In der Werkstatt bemängelt gab man mir einen Lackstift zur Hand. Dies hatte ich mir auch etwas anders vorgestellt.
Weiter wurde mit etwa 70 tkm ein Austausch des GRA-Schalters notwendig. Die Geschwindigkeitsregelanlage verweigerte teilweise ganz oder mitten in der Fahrt die weitere Unterstützung, schade, dass dies genau vor einer langen Urlaubsreise auftrat.
6. Fazit
Auch wenn ich das ein oder andere Problem mit dem Touran hatte, so würde ich mir diesen wieder kaufen, allerdings diesmal mit DSG, also Direktschaltgetriebe. Bei Autofahrenfahrten mit Schritttempo fehlt mir hier die Entlastung für das unnötige Schalten. Zumal diese Unterstützung nicht mehr den Spritverbrauch steigen sondern eher dank intelligenter Elektronik sinken lässt.
Das Design des Touran ist VW-typisch fast schon langweilig gleichmäßig und berechenbar, aber vielleicht ist es genau das was mir auch gefällt. Ein sachliches Outfit ist mir lieber als ein misslungener Versuch einem Wagen ein eigenständiges Gesicht zu geben.
Ich fahre den Touran, welchen es vor dem Facelifting gab. Das Facelifting hat mich ehrlich gesagt auch nicht überzeugt, es sagt eigentlich nur aus, dass der Touran ein wenig neuer ist.
Vielen Dank fürs Lesen und ggf. auch Kommentieren und Bewerten.
LG Michael
Fazit: gerne wieder
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