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Produkttyp: Volkswagen Autos
Neuester Testbericht: ... ist VW mit dem Wagen sicher gut aufgestellt, denn ich habe viel weniger Fehler gefunden als sonst bei VW. Liebe Grüße an Alle Hard... mehr
VW Tiguan 2.0 TDI DPF ...und was ein Sportwagen ist!
VW Tiguan 1.4 TSI

Name des Mitglieds: B_Spit_H_43
Produkt:
VW Tiguan 1.4 TSI
Datum: 24.06.09, geändert am 16.07.09 (2197 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gut durchwachsene Qualität, einfache Bedienung, schöne Fahrzeugflanken
Nachteile: schlimmes Cockpit-Design, zu hoher Verbrauch, zu hoher Preis
Ich bin jemand, der beruflich in den verschiedensten Ländern unterwegs ist und somit habe ich immer wieder mal für ein oder zwei Wochen einen Mietwagen, der mir zugeteilt wird.
Nun aber zum eigentlichen Bericht:
Ich habe den Tiguan Sport & Style letzte Woche durch mein Heimatland Deutschland gefahren. Die zurück gelegte Strecke in dieser Woche laut Fahrtenbuch: 2.345 km.
Mein Geschäftswagen, den ich über den deutschen Stammsitz meiner Firma habe, war in Reparatur. Offenbar gibt es Leute, die keine Audi's mögen, denn mein geliebter Vier-Ringe-Blitz wurde ein Vandalismus-Opfer und brauchte eine neue Lackierung. An der Stelle eine Anregung für die Automobilindustrie: Ihr könntet mal über ein neues Gimmick in Verbindung mit der Alarmanlage nachdenken. Lässig werfe ich mal die Worte "automatischer Umlauf-Flammenwerfer" in den Raum....
Wer brauch in Deutschland einen Geländewagen?
Antwort: außer in Forst- und Landwirtschaftsbetrieben keiner. Begründung: Es ist allen anderen in Deutschland verboten mal eben so im Gelände oder auf Waldwegen rumzufahren.
Der Mensch, der den Mietwagen vor mir hatte war wohl zum Tiguan-Fan geworden und hatte sich bei einem VW-Händler schon um Details beraten lassen. Im Handschuhfach fand ich ein Angebot für einen Tiguan, die Visitenkarte des Verkäufers, die Visitenkarte der Frau, die diesen Tiguan vor mir gemietet hatte und ein Verkaufsprospekt. Der Dame ließ ich über mein Büro ihre Unterlagen zusenden; man hat ja eine Kinderstube genossen, die zur Höflichkeit und Hilfsbereitschaft verpflichtet. Im Prospekt fand ich ein paar Textzeilen, die ich euch nicht vorenthalten will:
Kraft und Wirtschaftlichkeit. Kompaktheit und Raum. Zivilisation und Wildnis. Der Tiguan überschreitet Grenzen. In ihm verschmelzen die Eigenschaften eines kompakten SUV (Sports Utility Vehicle) mit dem Design eines echten Sportwagens. Kein Wunder, dass der Tiguan mit gleich zwei Frontdesigns den Markt erobert.
Klingt doch toll oder? Also ran ans Werk!
1. mit dem Design eines echten Sportwagens.
Was schrieb der Marketingverantwortliche da ins Prospekt??? Das einzig positive an diesem Satz ist der sehr hoch anzusiedelnde Unterhaltungswert; nettes Entertainment der Gattung Comedy! VW ist schon länger berühmt-berüchtigt für seine Marketingaussagen, aber das ist der Gipfel der Unverfrorenheit. Die machen das so: Einfach stur behaupten, es von einschlägigen Automobilzeitschriften wiederholen lassen, sich vom ADAC zur Kundenjagd tragen lassen und belustigt zusehen, wie abertausende Menschen diesem Ruf folgen und die Kassen füllen. Ich finds einfach nur widerlich und werde mir nun endlich ein Bildnis des immer noch als graue Eminenz regierenden Piech verschaffen. Dieses ziehe ich dann auf wasserfeste Folie und klebe es in meine Toilette! Das ist schon kein Marketing mehr; das ist Propaganda! In der Wahrnehmung des Prospektlesers die Fahrzeuggattung Sportwagen mit einem luftwiderstandsgeplagten Offroadesel zu rezipieren geht weit über das Erträgliche hinaus.
Design Außen
Der Tiguan sieht von außen erst mal aus wie Geländewägen nun mal aussehen. Kantig, wuchtig, unförmig und unsportlich.
Das Auge nimmt als erstes den Kühlergrill wahr. Hm...bisschen einfach gestrickt und nachhaltig jeglicher Aussagekraft befreit. Der Kühlergrill liegt gegenüber einem normalen PKW recht hoch und stellt somit auch das zentrale Design dar. Wie uns allen bewusst ist sind möglichst hoch über der Straße platzierte Kühlergrills ein eindeutiges Stilelement für echte Sportwägen! Als erster Hersteller der Welt stellt das VW mal endlich klar.
Scherz: Schon 1961, bei der Markteinführung der zweiten Modellgeneration des VW - Bus, sollte die Welt erfahren wie richtige Sportwägen aussehen; doch damals war grad Wirtschaftswunder und es gab anderes zu tun. Scherz Ende.
Die Scheinwerfer sind wirklich schön geformt, wirken sehr funktional, vermitteln einen dynamischen Eindruck. Der Tiguan schaut mich an mit klarem und nach vorn gerichtetem Blick; so will es mal in Worte kleiden. Bissel Bravheit ist auch dabei und so wird er vorzeigbar für:
Familien und von Freiheit träumenden Menschen, die das aber nur im bürgerlich fest gelegten Rahmen zeigen wollen.
Wie bei Sportwägen üblich ...warum groß drüber reden?
Die Motorhaube hebt sich deutlich über die Kotflügel und man darf es als aufgesetzt beschreiben. Das nun wiederum mag ich an dem Tiguan. Es ist eine klare Homage an die Fahrzeuggattung Geländewagen und lehnt sich an klassische Beispiele an. Den Sportwagen im Designkonzept finde ich also im Frontbereich des Fahrzeugs nicht....hm...vielleicht kommt das ja noch?
Zur Vorderansicht des Tiguan gibt es aber noch wirklich Positives zu vermelden:
Achtung: Kein Ironiemodus jetzt! Man kann den Tiguan in zwei verschiedenen "Gesichtern" erwerben. Mal sieht er offroadiger aus mit wesentlich mehr Bodenfreiheit unterm Frontquerblech; das ist dann auch als gesicktes Strukturblech gestaltet und verzichtet an den "Beatmungsöffnungen" auf das Rautengeflecht-Gitter.
Mal aber, und das ist die Variante die vor mir steht, ist das Frontquerblech glatt und PKW-mäßig. In den Beatmungsöffnungen sind jeweils Rautengeflechtgitter aus schwarzem Kunststoff. Aha!...ich habe also die Sportwagenvariante vor mir....sorry, aber ich komm da einfach nicht drüber wech ))
Dass VW seinen Kunden hier aber ab Werk zwei Optik-Varianten bietet muss einfach mal stark gelobt werden. Das gab es im deutschen Fahrzeugbau das letzte mal im Jahr 1929 von dem leider längst vergessenen Fahrzeughersteller Brennabor in Berlin. Das Modell hieß Juwel und trug einen Bergkristall in der Kühlerfigur, aber ich beherrsche mich und schweife nicht weiter ab....
Geben wir den Fahrzeugflanken ihre verdiente Chance. Ich nähere mich dem Tiguan weiter und schaue mir im direkten Draufblick die Fahrerseite an. Was ist das? ...Spontanes Kompliment für VW! Oberhalb der Grundschwellen ist eine scharfe, gut auszumachende Charakterlinie gesetzt. Bravo! Dann geht die Blechform über in eine eingezogene Form, wirkt aber noch "ausstellend" . Darüber findet man eine weitere Charakterlinie in Form eines flachen, segmentierten, Bogenscheitels. Aber wirklich sanft und doch wohl proportioniert.
So ergibt sich von schräg vorn betrachtet der Eindruck, dass man im unteren Drittel der Seitenansicht das Blech gekonnt um einen Längsträger, Seitenschutz oder Ähnliches herum gekleidet hat.
10 cm oberhalb der Türgriffschalen sieht man eine weitere Charakterlinie. Auf der vorderen Tür nur ganz schwach auszumachen wächst sie auf der hinteren Tür stärker aus der Form und mündet in eine messerscharf gezogene Linie, die nun den obersten Zeichnungsbogen, der ausgestellten hinteren Kotflügel markiert.
VW was ist denn da passiert? Endlich mal ein VW, der Mut zu Formen hat? Da ich in der Industrie etwas bewandert bin weiß ich: Machen jetzt alle, aber nicht alle schön. Das ist hier ist aber schön. Es geht darum die Gunst der Asiaten zu erwerben, denn die stehen total auf diese Art des modernen Fahrzeugbarock. Offen gesagt ich auch!
Die Seiten haben nur zwei Schönheitsfehler: Die Radausschnitte sind quasi viereckig. Man rundete die Ecken halt nur. Zu allem Überfluss läuft eine Radlaufzierblende aus schwarzem Kunststoff um die Ausschnitte. Ok, so viel VW muss dann doch sein...das wirkt zwar nun sehr funktionsoptimiert; sieht aber nun auch so aus lieblich aus wie Radauschnitte bei einem Linienbus. Musste das denn sein? Und habt ihr mal, ungeachtet der Bauhöhe, einen Sportwagen gesehen, der Omnibus-Radausschnitte hat?
Der zweite Schönheitsfehler musste sein, um das Markengesicht zu wahren: die Fensterflächen. Die sind eine Mischung aus Golf III, V und noch dazu etwas touranig und passatig. Sieht bissel bieder aus, aber es kuckt sich prima raus. Es geht da mehr um die Funktion und damit hab ich auch keine weiteren Probleme.
Dennoch ist die Seitenansicht ein Leckerchen fürs Auge. Das soll nun hier nicht in Abrede gestellt werden.
Zudem ist nicht jeder so kritisch wie ich und andere können noch mal ganz andere Augen dafür haben als ich. Nur wenn mir mal ein Tiguan-Fan von seinem neuen Sportwagen von VW erzählt werde ich ihm schlicht dazu zwingen einen Liter altes Getriebeöl zu trinken.
Ich hör jetzt auf den Sportwagen-Unspruch des Jahres zu malträtieren.Versprochen! Ok?
Sehen wir uns das Tiguanheck mal an. Auf den ersten Blick ein reinrassiger hmmpf-murmel-hrmmm-wage-nnnn-uuummpf. Sorry...der Schnupfen, sie wissen...hähä..wenn man sprechen will und dann...na ja...wo waren wir stehen geblieben? Das Heck...jaha, das Heck.
Wie meistens finden wir es hinten am Wagen, wir sind also schon mal richtig!
Es gibt hier nicht viel zu sagen. Die Rückleuchten sind in der Zeit, sehen gut aus und harmonieren sehr gut mit der sonstigen Formensprache des Wagens. Die Heckscheibe ist in der unteren Linienführung leicht nach unten gerundet, um es nicht so langweilig werden zu lassen. Dabei schließt sie aber optisch am unteresten Punkt nicht mit den Seitenfenstern ab, aber es ist ja nicht jeder so ein Pingel wie ich.
Oben am Heckfenster ist der Spoiler etwas stutzig wirkend, aber auch das ist Formensprache unserer Zeit und ok.
Im Unteren Teil des Hecks, die üblichen Querlinien und abschließend der unvermeidlich gewordene Kunststoffabschluss. Die Auspuffendrohre liegen metallen silbern auf der linken Seite. Dort ist der Heckabschluss etwas unglücklich, denn es gibt keine genügende Aussparung für die Auspuffendrohre. Ist der Wagen erst mal 100.000 km lang durchgeschüttelt worden wird es dort sicher Geklappere geben. Mir ist das egal, denn diese Kilometerleistung schaffe ich in einer Woche nicht.))
Die Außenhaut haben wir nun eingehend betrachtet. Komm mit! Steigen wir mal ein!
Innen-Design
Noch frohen Mutes öffne ich die Fahrertür und bin erst mal erstarrt! Ich überlege meine Assistentin zu entlassen, denn die regelt immer so Sachen wie Fahrzeuganmietungen usw. usw. usw...Ich beruhige mich und rufe mir in Erinnerung, dass ich ohne diese Frau in meinem Leben schlicht einpacken kann und wahrscheinlich nicht mal mehr Weihnachten zu Hause wäre. Wenn Menschen wie mir die Ehefrau wegläuft, dann tut das weh, doch findet man einen Weg das wegzustecken. Kündigt die Assistentin sind wir akut suizidgefährdet!
Das Armaturenbrett des Tiguan ist klassisches VW-Design und erinnert an die früheren Jahre; ja an Auto's wie frühe Golf oder Polo. Wäre ich ein Marketier von VW würde ich nun schreiben: Ein Armaturenträger wie aus einem Block! Meinen würde ich damit: Speziell für unsere Kunden mit einer Kettensäge zugeschnitten.
Liebes VW-Werk; ich habe nichts gegen eure Nachtpförtner von der Leihfirma eures Vertrauens. Aber warum müssen die nebenher für euch Armaturenbretter entwerfen?
Also für das Ding muss man erst mal Worte suchen; das wird nun nicht einfach! Die quer durchs Fahrzeug laufenden Linien sind eckig. Ich kann nicht anders; ich fühle mich an eine Art Balken erinnert. Dann sind die Verkleidungen zum Fußbereich hin sehr schlicht gerundet. Über den Instrumenten gibt es einen Sonnenschutz. Dieser sieht aus wie eine überdimensionierte Wurfscheibe, die ein viel zu starkes Kind da reingedrückt hat. Sehr hübsch, gerade weil es schlicht ist, ist das Lenkrad anzusehen. Die acht kleinen runden Bedienknöpfe liegen optimal und laden ein damit umzugehen. Auch das Streifchen aus poliertem Alu, das die Pralltellerform des Lenkrades betont ist ein Hinkuckerchen, ohne zu nerven. Das Bildschirmnavi liegt endlich mal so, dass man es auch nutzen kann, also im oberen Bereich des Armaturenbrettes. Somit sind auch die Bedienknöpfe für das Navi weit genug oben platziert. Man kann es nun also bedienen ohne akute Unfallgefahr. Dafür hat VW lange gebraucht, um das zu lernen. Doch ist es ja nun geschafft; also Lob an dieser Stelle.
Darunter befindet sich die Einstellung für die Klimaautomatik. Diese liegt nun auch höher und ist prima erreichbar. Gelobt sei auch, die VW-typische einfach Bedienung der Anlage. Durch die runden Einstellmodule wird das alles sehr intuitiv und leicht begreifbar. Damit sollte also niemand überfordert sein.
Die Armaturen selber sind auch VW, wie sie mehr VW nicht sein könnten. Einfach, klar, schmucklos, reinrassig funktional und langweilig. Da nützt auch das bunteste Nachtdesign in weiß, blau, rot nix. Schon gar nicht bei Tag; leuchtet doch ein, auch wenn es dann ja grad nicht leuchtet, oder? ))
Die Bedienknöpfe für Sitzheizung etc. sitzen nun wirklich blöde. Sie sind tief platziert und liegen genau knapp vor dem Schalthebel. Das ist es ja wieder mal, was einen so ärgert! Bei jedem anderen Auto hätte diese Tatsache schon längst das siedend heiße Schmähöl des ADAC abgekriegt. Ist es aber ein VW, dann scheint das alles kein Problem zu sein. Ist es aber doch!
Und wer hat bitte schön diese Luftaustrittsgitter erdacht? Riesige runde Lüftungsaustritte starren einen an. Unförmig und unverhältnismäßig dimensioniert sind je zwei untereinander gruppiert. Was bitte soll das? Liebe Leser, wie ich das beschreiben soll weiß ich wirklich nicht mehr. Das soll sicher wieder sportlich wirken oder jung oder gewagt oder offroadig ...wir haben es im Großen und Ganzen mit der Cockpitausstrahlung eines Nutzfahrzeuges zu tun. So einfach kann man das auf den Punkt bringen. Ein Laster ist innen drin auch so...Als ich am nächsten Morgen da wieder einsteigen (muss) brumme ich ein Liedchen vor mich hin:
Joh mei i bin der luschd'ge Wuzelsepp, hoab an da West'n Hirschhornknöpp...
Ihr versteht???
Aber es kommt noch besser! Auf den Sitzen sind in der Mitte ach so luschdige Längsstreifen durch viele kleine Bälkchenförmchen zu betrachten. Diese Dinger sehen aus wie Schonbezüge vom ATU in den frühen 80igern! Doch auch dies kann man noch toppen. Zwischen den sitzen lugen sehr frech, keck und weit diese Ikonen jeder Fahrzeuginnenraumgestaltung heraus. Ich meine 08-15-schwarz-plastilline Gurtpeitschen mit dem roten Rastknopf....Uff...und das bei einem Auto Baujahr 2009 und einer Preislandschaft, die nun nicht gerade im Bereich der Billigprodukte liegt. Das ist ein NO-GO in der heutigen Zeit.
Rufen wir uns doch noch mal eine andere Aussage aus dem Verkaufsprospekt in Erinnerung:
Zitat:
Kompaktheit und Raum. Zivilisation und Wildnis. Der Tiguan überschreitet Grenzen
Also: Kompakt ist er, stimmt. Raum...für die Fahrzeuggröße ist es ok, aber nicht richtungweisend.
Zivilisation im Sinne von gut bürgerlich mit Lebensfreude außen (die Seitenflanken) klares ja. Innen eher nicht.
Wildnis? Wo ??? Wild ist der Tiguan auch nicht. Wild wäre AC/DC. Aber der Tiguan ist ADAC bis ADAC 60+...von wild und Wildnis keine Spur.
Die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet er nicht nur; nein er igoniert sie sogar!
Nächstes Kapitel: Wie fährt ein Tiguan denn so?
Laut Prospekt-Zitat: Kraft und Wirtschaftlichkeit
Na dann mal los. Starten wir das Ding doch mal! Ja, das sind vertraute Geräusche. Leise dieselt der Tiguan im Stand vor sich hin. Die Umstellung von Pumpe-Düse auf Common-Rail hat dem 2 Liter-Standart-Arbeitstier des VAG-Konzerns gut getan. So wie immer fahre ich den Wagen erst mal warm; auch wenn es Mietwagen ist. Viele halten das für überflüssig, aber als Vielfahrer kann ich gegen halten und sagen: Wer sich da auf das Gewäsche der Ölhersteller und Automobilverkäufer verlässt wird auf die Dauer einfach mehr Geld los als geplant.
Der Tiguan ist warm, wir können ihn also von der Leine lassen. Mittlerweile bin ich schon auf der A4 Richtung Olpe und habe viele bergische Hügel vor mir. 160 km/h....kein Problem, läuft der locker durch. Aber das Stück von 140 zu 160 war schon wesentlich träger als bei einem Passat 2.0 Tdi oder A4. Hurra, die Kolonne ist nun rechts, alle LKW's sind überholt. Freie Fahrt für einen freien Wilden hinter dem Volant eines reinrassigen Sprtwagens...also heißt das Motto:
Put the pedal thru the metal!!!....Yippiiiiiiih yahooooo ...Jeah...joh...
na guuuuuut...warum passiert nix? Bis 170 geht's ja noch ganz ok...dann krabbelt er langsam auf 180...richtige Schmerzen scheinen dem Tiguan dann die 190 zu machen und wenn man dann noch gaaaaaanz lange auf dem Pedal bleibt sieht er tachomäßig dann auch mal die 200....das dürften in Echt knappe 190 sein. Also einen Renner stelle ich mir anders vor und denke mit wehleidigen Besitzerschmerz an mein eigentliches Deutschland-Gefährt.
Der Wind fordert seinen Tribut! Es liegt nicht an dem 2 Liter Dieselaggregat, es liegt an der Bauart des Wagens. Ok, die Sicht nach vorn ist durch die erhöhte Sitzposition wirklich angenehm, wenn man es mag. Dieses Auto erklärt mir auch warum SUV-Fahrer/innen immer so komisch fahren. Man fühlt sich zu sicher hier. Schnell könnte man den seitlichen und rückwärtigen Verkehrt vergessen und ahaaaaaa deshalb fahren die schon mal auf die Überholspur obwohl die Lücke zum Hintermann so klein ist , dass sie sich niemals trauen würden ihren SUV auf der gleichen Fläche rückwärts einzuparken. Dieses Phänomen wäre also geklärt.
Ich mache Platz und zieh auf die Bummelspur. Drossele das Tempo auf 140 und mache den serienmäßigen Tempomat rein. Macht keinen Sinn mit der Kiste zu düsen. An mir vorbei rauschen ein TT und ein Boxster. Ich versteh die Jungs; die dachten sicher was ich an ihrer Stelle auch denken würde. Aber ein Triumph bleibt mir ja als unfreiwilliger Tiguan-Pilot: Diese Rotznasen, die da gerade am Horizont verschwinden habe gerade einen Sportwagen überholt und wissen das offenbar gar nicht. Hihi...die hab ich aber dran gekriegt....jajaaaaaaa...hrrmmmmm....
Alles halb so wild. Normal fahr ich ja eh meistens nur 140 bis 160 und nur wenn es frei ist geb ich mal ne Schippe oder zwei drauf. Es ist wieder frei; ich würde also niemanden behindern und also noch mal die Show. Er zieht an und wieder schaffe ich die 200 Marke. Wenn ich mehr Johannistee trinke regt mich der schluffe Beschleunigungsvorgang vielleicht auch weniger auf. Da kommt ein Hügel...200....195...190...185...die Nadel bleibt da stehen...oh Mann...das auch noch! Es geht bergab! ...wieder 200 auf der Nadel....202.....205...ich hör auf, denn ich hab das Gefühl der Diesel gleich anfängt Gift und Galle zu spucken. So geht das mal für ne Viertelstunde. Immer schon auf dem Gas und ich lasse ihn mal kurbeln. Dann wende ich mich dem Bordcomputer zu und will den Verbrauch mal wissen. Himmelhilfmir! 9,0 Liter in einem überschaubaren Auto mit schlechten Beschleunigungswerten. Da sag ich: Durchgefallen! OK...also zurück auf die 140 und Landschaft genießen...
Nun bin ich auf der Landstraße. Da passt der Tiguan schon besser hin. Die Gänge sind dafür gut übersetzt und der Motor eiert sich nicht ab mit dem Auto. Der Verbrauch fällt langsam wieder, aber unter 6,9 werde ich in der ganzen Woche nicht kommen; auch nicht wenn ich auf Beschleunigungsorgien verzichte. Die VW-Werksangabe 5,9 Liter kann man schlicht vergessen. In der Stadt lässt er sich auch prima bewegen. Nicht zu groß, nicht zu klein...gut übersichtlich nach vorne, nach hinten nicht so dolle, aber das ist ja bei allen Autos heute so.
Die Klima funktioniert sehr gut und sie ist auch feinfühlig regelbar. Das war ja nicht immer so bei VW. Der Wagen hat in dieser Ausführung keinen Allradantrieb. Ich finds gut, dass man sich das bei VW aussuchen kann! Da nur die wenigsten ins Gelände dürfen muss man das Zusatzgewicht des 4Motion-antriebs auch nicht mit sich rumschleppen. Dafür muss man VW loben, denn das ist in dieser Gattung mutig.
Der Wagen hat ESP und ASR und Airbags überall da wo man diese braucht. Insgesamt zeigt sich die Fahrzeugstruktur überzeugend. Der Tiguan dürfte sehr verwindungsarm sein und fühlt sich gut beherrschbar und sehr sicher an. Was gut ist, muss man auch gut lassen finde ich.
Aber der Marketingspruch: kraftvoll und wirtschaftlich wirkt doch sehr deplaziert. Alles eine Frage der Relation! Im Vergleich zu einem Käfer 1200 ist der Tiguan echt kraftvoll und wenn ich den Verbrauch eines alten Ami's dagegen halte verbrauch der Tiguan im Grunde ja gar nix! Ne ne ne ...wenn mal eine Marketingaussage voll daneben haut will man das ja noch wegstecken, aber wenn alle daneben hauen ist es unverzeihlich.
Motor und Getriebe sind Stangenware des VAG-Konzerns und wurden dem Tiguan offenbar ohne spezifische Anpassungen schlicht eingepflanzt. So spart man Geld als Hersteller.
Was will der eigentlich dafür haben?
Also in dieser Modellvariante mit 2.0 TDI, 6-Gang-Schaltung, Klima, Navi, den bildhübschen Sportsitzen (uuuuaaaah), einem Navi mit Bildschirm, Sitzheizung, Panorama-Schiebedach, Ambientepaket, adaptives Fahrwerk (empfehlenswert bei dem Auto), Telefonvorbereitung, erträglichen Lautsprechern, Anhängevorrichtung (macht Sinn, da er ordentlich was ziehen darf), Dachreling in Alu, Mittelarmlehne gepolstert (dafür wollen die extra Geld), Parkassisten mit Rückfahrkamera (auch nötig..erst baue man ein Auto so dass man nix sieht und nehme 1000 euro für ein Rückfahrsystem) , Multimediabuchse, 230 volt-Steckdosen (für lap-top-heini's wie mich unverzichtbar), Seitenairbags hinten, Netztrennwand, Klimaanlage automatisch und Nebelscheinwerfer kommen dann in der untermotorisierten Lach-Nummern-Variante stolze 37.868 Euro zusammen!
Eine ziemlich stramme Ansage oder? Jetzt hat er noch kein Xenon-Licht, das es bei VW nur in Verbindung eines Kurvenlichtassistenten gibt...schlage ich noch Metallic-Lackierung drauf reden wir über rund 80.000 Mark für dieses Auto.
Autofahren ist ein Gefühl und das lässt sich VW gut bezahlen. Wer sich einreden will in einem Tiguan die große Freiheit, Wildnis und was sonst noch alles zu spüren und es ihm das Geld wert ist, dann ist es doch ok. Ich kann aber nur raten sich da genauestens umzusehen. Denn von Einbauspaltmaßen innen habe ich noch gar nicht gesprochen. Auch nicht von der Lenkung, die an Exaktheit noch zulegen kann. Von Bremsen, die zwar gut sind, aber denen echt ein Ticken fehlt um dem Preis angemessen gut zu sein.
Lobenswert die Lademöglichkeit. Durch den doppelten Kofferraumboden ist da echt was gebacken. Ich bin aber Berater und transportiere meist nur einen Hartschalenkoffer, eine Lap - Tasche und vielleicht noch eine CD-Box. Wie das für eine Familie wäre weiß ich offen gesagt nicht.
Wenn nun einer neugierig wurde auf das Auto folgen nun alle verfügbaren technischen Daten. Aber Vorsicht! Technische Daten sagen rein gar nichts darüber aus wie sich der Wagen fährt. Wer noch mehr interessiert ist sollte einfach mal ein Probefahrt wagen. Vermutlich liegt der Wagen den SUV - Freunden. Mir lag er gar nicht, denn ich bin Purist. Wenn bei mir was von Sport auf der Verpackung steht muss auch Sport drin sein. Aber auch das kann ja jeder sehen wie er will. Qualitativ ist VW mit dem Wagen sicher gut aufgestellt, denn ich habe viel weniger Fehler gefunden als sonst bei VW.
Liebe Grüße an Alle
Hardy
Technische Daten
Fabrikat: Volkswagen
Verkaufsbezeichnung: Tiguan 2.0 TDI
KBA Herstellerschlüssel: 603
KBA Typschlüssel: ANP
Produktionsbeginn: 2007
Produktionsende: -
Karosserie: Aufbau Geländewagen
Sitzplätze 5
Türen 5
Motor & Kraftübertragung
Bauart: Reihe
Zylinderzahl: 4
Einbaulage: Frontmotor quer
Hubraum: 1968 cm³
Leistung: 103 kW (140 PS) bei 4200 U/min
Bohrung x Hub: 81,0 x 95,5 mm
Verdichtung: 16,5:1
Ventile/Zylinder: 4
Lage der Nockenwelle und Ventile: hängende Ventile,
zwei obenliegende Nockenwellen
Gemischaufbereitung: Diesel, Direkteinspritzung
Aufladung: Turbo-Aufladung
max. Dehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min
Lichtmaschine: 140 A
Batterie: 61 Ah
Spezifische Leistung: 52,3 kW/l 71,1 PS/l
Antriebsart: Frontantrieb
Schaltgetriebe/Gänge: 6
Automatik/Gänge Keine
1. Gang: 3,571
2. Gang: 1,905
3. Gang: 1,619
4. Gang: 1,156
5. Gang: 0,865
6.Gang: 0,725
Achsübersetzung: 4,26/3,04
Lenkübersetzung: 15,4:1
Partikelfilter: Serie
Fahrleistungen
0 auf 100 km/h: 10,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Leistungsgewicht: 14,3 kg/kW 10,5 kg/PS
Fahrwerk
Vorderachse: Querlenker Federbein Querstabilisator
Hinterachse: Mehrlenkerachse Schraubenfeder Querstabilisator
Servolenkung: Serie
Bremsen vorne: innenbelüftete Scheibenbremsen
Bremsen hinten: Scheibenbremsen
Serienbereifung: 215/65 R 16 H
Felgen vorne: 6 J x 16
Felgen hinten: 6 J x 16
Sicherheit
Antiblockiersystem (ABS): Serie
Antriebsschlupfregelung: Serie
Elektronisches Stabilitäts-Programm: Serie
Seitenairbags: Serie
Kopfairbags: Serie
Verbrauch
Kraftstoffart: Diesel
Ø-Verbrauch L/100 km: 5,9
Innerorts L/100 km: 7,6
Außerorts L/100 km: 5,0
CO2 Emission: 159,3 CO2 g/km
Schlusserklärung und Rechtlicher Hinweis
(Leider nicht ganz lustig)
Nicht-Diebe müssen das nicht lesen ))
Meine Berichte sind mein geistiges Gut. Dieses stelle ich Dooyoo oder vielleicht auch mal anderen Plattformen für eine von mir nicht näher bestimmte Nutzungsdauer zur Verfügung; das aus reiner Freude am Schreiben und Gelesenwerden.
Da ich auch in beruflicher Hinsicht oft Vorträge formuliere und ausführe, Berichte für die Fachpresse im Bereich Wirtschaft und Finanzen verfasse oder Schulungsmaterial erstelle, setze ich mich schon seit längerem mit dem Urheberrecht auseinander.
Darin werde ich, wie in einigen anderen Bereichen der Rechtsberatung, von einem hochkarätigen Rechtsanwalt meines Vertrauens betreut.
Nachdem ich heute satirische Absätze, wie auch andere, von mir im Internet entdeckte, die aus meinen Berichten geklaut wurden, leiste ich mir den Luxus meinen Anwalt auch mit der Überwachung meiner privaten Spaßberichte zu betrauen. Weil die Rechtsverfolgung bei privatem Gut manchmal schwierig sein kann werden meine Bericht ab heute nicht mehr in meiner Eigenschaft als natürliche Person sondern in meiner Eigenschaft als juristische Person veröffentlicht.
Für Diebe:
Es gilt der generelle Auftrag der sofortigen Rechtsverfolgung bei Missbrauchsfeststellung.
Jeder darf gerne Spaß mit meinen Berichten haben. Aber ich mag es nicht, wenn andere mit meiner Arbeit Geld oder Geldähnliches verdienen wollen.
Daher werden es Diebe meines geistigen Gutes mit folgender Kanzlei zu tun bekommen:
Kanzlei am Siegestor
Dr. Friedo Schröder
Schackstraße 1
80539 München
So, wer das nun nicht glaubt oder leichtfertig missachtet, kann da gerne nachfragen.
Fazit: Kaufempfehlung nur bedingt aussprechbar
| Verarbeitung: | ||
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