VW Passat Variant 1.9 TDI 100 PS
Passat TDI Automatik als Taxi - VW Passat Variant 1.9 TDI 100 PS Auto

Produkttyp: Volkswagen Autos

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Passat TDI Automatik als Taxi
VW Passat Variant 1.9 TDI 100 PS

thicklizzie

Name des Mitglieds: thicklizzie

Produkt:

VW Passat Variant 1.9 TDI 100 PS

Datum: 24.03.06

Bewertung:

Vorteile: geräumig, sparsam, praktisch

Nachteile: Automatik

Seit es die Passat Variant TDI mit Automatik gibt, sind sie bei uns im Taxi-Einsatz. Zeitweise hatten wir davon 7 Stück aus den Baujahren 1998 bis 2003, jetzt sind es noch drei (wegen Betriebsverkleinerung). Von kleineren Modifikationen im Styling und der Anordnung der taxenspezifischen Bedienelemente unterscheiden sie sich nicht wesentlich voneinander. Alle hatten einen Pumpe/Düse-Motor, die meisten mit 100 PS und alle hatten eine Automatik.

Innenraum:

Die Fahrzeuge waren sämtlich mit dem für Taxis üblichen schwarzen Kunstleder ausgestattet. Nur in dieser Ausstattung gab es die in die Rücksitzbank integrierten Kindersitze, die meiner Meinung nach eine geniale Erfindung sind. Seit Taxen dazu verpflichtet sind, wenigstens für zwei Kinder ab 3 Jahren geeignete Sitzgelegenheiten zu haben, gehörten diese Sitzbänke zum Taxipaket. Die Alternative hätte geheißen, 2 Sitzerhöhungspolster im Kofferraum zu transportieren, was natürlich Platz wegnimmt und auch Probleme mit dem richtigen Verstauen mit sich bringt.

Die Sitze sind sehr komfortabel und erlauben lange Schichten ohne schmerzenden Rücken. Durch viele Sitz- und Lenkradverstellmöglichkeiten findet jeder eine ihm angenehme Fahrposition. Nur das Kunstleder des natürlich am meisten strapazierten Fahrer- und Beifahrersitzes fängt meist nach etwa 2 bis 3 Jahren an, rissig zu werden und muß ersetzt werden. Das ist eine zu geringe Lebensdauer. Die Beinfreiheit ist enorm, was gerade von großgewachsenen Fahrgästen immer wieder wohlwollend zur Kenntnis genommen wird. Mancher glaubt kaum, das er NICHT in einem Mercedes sitzt, wobei ich sagen muß das gerade die C-Klasse in Sachen Beinfreiheit nicht viel zu bieten hat.

Das Armaturenbrett ist seit einigen Jahren bei VW neonblau mit neonroten Zeigern beleuchtet, was zwar zunächst genwöhnungsbedürftig war, mittlerweile aber überwiegend als angenehm empfunden wird. Die Schaltkulisse für den Automatikwählhebel besteht aus glänzendem Chrom, was zwar gut aussieht, aber mit der Zeit auch arg verkratzt. Pflegeleicht ist das nicht - man sieht jeden Fingerabdruck. Der Passat verfügt über eine Unmenge von Ablagen neben dem Lenkrad, in der Mittelkonsole und in den Türen. Da findet sich für Stadtpläne, Taschenlampe, Geldbörse, Quittungsblöcke usw. immer ein Platz in Reichweite des Fahrers. Alle Schalter sind halbwegs ergonomisch angeordnet, nur das die Funktaste seit einigen Jahren auf der Ablage zwischen den Sitzen UNTER der Armlehne angebracht ist, war eine Verschlimmbesserung. Im Hebelwerk am Lenkrad war sie besser untergebracht, schon weil sie damit außer Reichweite der Fahrgäste war. Die Innenbeleuchtung ist im Wesentlichen gut, nur die Leselampe ist auf die Dauer zu funzelig.

Der Kofferraum ist riesig, gut zugänglich und zeigt sich dem Gepäck von 4 Personen durchaus gewachsen. Er hat serienmäßig ein Trennnetz und eine Laderaumabdeckung, sowie Zurrösen und eine 12 Volt-Steckdose. Der Verbandskasten ist in einer Extra-Seitenklappe untergebracht. Ein weiteres Seitenfach nimmt den Wagenheber und sonstige Kleinigkeiten auf. Unter dem Kofferraumboden ist die Reserveradmulde. Innen im Reserverad befindet sich weiterer Platz für Handfeger, Putzmittel, Überbrückungskabel usw.

Lüftung / Heizung / Klimaanlage:

Die Heizung ist an und für sich sehr leistungsstark. Bei nassem Wetter, wenn Fahrgäste ständig Feuchtigkeit mit in den Wagen bringen, reicht die Leistung der Lüftungsausströmer allein aber nicht aus, um die Scheiben frei zu halten. Das gelingt nur mit Hilfe der Klimaanlage. Wir haben festgestellt, das die serienmäßige, einfache Klimaanlage völlig ausreicht. Mit Hilfe der normalen Lüftungstemperaturregelung läßt sich die Temperatur im Klimabetrieb recht gut regeln. Die aufpreispflichtige Klimaautomatik ist nicht wirklich notwendig.

Fahreigenschaften und Antrieb:

Der Passat glänzt durch einen laufruhigen und durchzugsstarken Dieselmotor, der bisher jeder Situation gewachsen war. Das Automatikgetriebe schaltet butterweich und man merkt kaum Einbußen bei den Beschleunigungswerten. Durch den Frontantrieb ist er gerade im Winter bei schlechten Straßenverhältnissen unschlagbar in Fahrstabilität und Handling. Wenn man erstmal gelernt hat, mit Automatik bei Schnee und Eis zu fahren, bereitet das auch keine Probleme mehr. Nachteile zum Schaltgetriebe konnte wir bisher in dieser Hinsicht nicht feststellen. Unser ältester noch im Dienst befindliche Passat hat mittlerweile knapp 450.000 Kilometer auf dem Tacho und zeigt (toitoitoi) noch keine Zeichen von Altersschwäche. Die Motoren dürften damit wohl als ziemlich robust und langlebig gelten. Hohe Laufleistung ist also kein Grund, einen Passat Diesel NICHT zu kaufen, vor allem wenn es "warme" Kilometer waren, also Langstrecke oder Dauereinsatz als Taxi.

Die meisten Wagen haben wir aber bei einer Laufleistung von etwa 350.000 km abgegeben, was einzig und allein an der Automatik lag. Denn das ist trotz aller Ausgereiftheit das GROSSE MINUS an den Fahrzeugen. Unweigerlich gibt die Automatik bei einer Laufleistung zwischen 200.000 und 230.000 km den Geist auf, da kann man die Uhr nach stellen. In allen Passat, die wir hatten (zusammen 12) gab es davon nur zwei Ausnahmen, die es bis ca. 280.000 km schafften. Wenn man weiß, das der Austausch des Getriebes inclusive Werkstattkosten zwischen 4000 und 4500 Euro kostet, dann ist das sehr ärgerlich. Denn auch die Tauschgetriebe halten nicht länger. Darum haben wir uns in der Folge rechtzeitig vor dem nächsten Getriebewechsel von den Autos getrennt. Als es noch drei Jahre Garantie gab, hatten wir manchmal Glück, das der Schaden vor Ablauf eintrat, manchmal aber erst kurze Zeit später. Wer da auf Kulanz von Seiten VWs rechnet, muß schon sehr penetrant und hartnäckig sein, um wenigstens etwas von den Kosten erlassen zu bekommen.

Fehlerquellen:

Zusätzlich zu den Maleschen mit der Automatik traten technische Probleme zwar immer wieder mal auf, meistens waren das aber reine Verschleißerscheinungen, wenn auch da manches ärgerlich war. Vor allem wenn es sich um die Schlösser am Kofferraum handelte, deren Elektromotoren die Werkstatt teilweise erst im dritten oder vierten Anlauf gebändigt kriegte, fragten wir uns manchmal, ob wir nicht lieber auf Skoda oder Fiat umsteigen sollten. In der Preisklasse rechnet man eher mit solchen Defekten. In einigen Fahrzeugen spielten auch mal die Fensterheber verrückt und fuhren fröhlich minutenlang auf und nieder, wenn man das Fenster einfach nur einen Spalt auf machen wollte.

Teuer wird es, wenn die Pumpe/Düse-Einspritzung defekt ist (kam bisher insgesamt 3 mal vor). Wo andere Wagen EINE Einspritzpumpe haben, hat der Passat vier davon. Und jede kostet soviel, wie die eine Einspritzpumpe anderer Fahrzeuge. Mit Diagnose, Ein- und Ausbau wird man da mal eben an die 800 Euro los, je nach Diagnosedauer und Stundenlohn der Werkstatt. Wenn eine Pumpe den Geist aufgibt, ziehen eine oder alle anderen wahrscheinlich bald nach, und schon sitzt man da mit vier hohen Rechnungen. Das ist die Kehrseite der Medaille beim Fortschritt. Auf die Gesamtlaufleistung aller Wagen gesehen, ist dieser Fehler aber doch eher selten aufgetreten.

Der Verbrauch:

Den Verbrauch der Fahrzeuge haben wir bestenfalls sporadisch mal auf 8,5 Liter runtergekriegt, das ist aber die Ausnahme. Mit Automatik verbraucht der Wagen im Taxenbetreieb eher um die 9 bis 9,5 Liter, je nachdem, wie lange die Klimaanlage betrieben wurde oder wie lange er im Winter im Stand lief. Einen Liter des Verbrauchs kann man wohl der Automatik zurechnen, aber Durchschnittsverbräuche unter 7 Liter sind utopisch. Das läßt sich vielleicht bei überwiegendem Betrieb auf Landstraßen erreichen - im Stadtbetrieb (bei uns etwa 85 %) kommt man da nie hin. Die Fahrzeuge sind zwar Biodieseltauglich, schlucken dann aber etwa einen Liter mehr. Das lohnt sich nur, wenn der Biodiesel entsprechend billiger ist. Im Winterbetrieb empfiehlt sich der Biodiesel bei Temperaturen unter 0 Grad nicht, die Kraftstoffanlage setzt sich dann leicht zu.

Insgesamt ist der Passat aber ein gutes Taxi, bei dem wir voraussichtlich auch bleiben werden. Allerdings in Zukunft mit Schaltgetriebe. Zu befürchten ist nur, das diese Wagen in Zukunft immer komplizierter gebaut werden, womit weitere Fehlerquellen programmiert sind. Ich würde mir die Wagen reparaturfreundlicher wünschen. Da ist zum Beispiel der leidige, ständige Wechsel der Bauteile innerhalb eines Modelljahrgangs, das die Ersatzteilbeschaffung zum Lotteriespiel werden läßt. Wenigstens kann man die Glühlampen noch selber wechseln, das ist heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich. Wegen der Automatik und der Ersatzteilbesorgung gibt es aber nur 4 Sterne, für das Fahrzeug selbst wären es sonst 5.

Fazit: Gerne wieder Passat TDI - aber keine Automatik mehr.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: