VW Passat V6 TDI
Für lange Strecken ideal - VW Passat V6 TDI Auto

Produkttyp: Volkswagen Autos

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Für lange Strecken ideal
VW Passat V6 TDI

Bleifussfahrer

Autor-Name: Bleifussfahrer

Produkt:

VW Passat V6 TDI

Datum: 11.07.08

Bewertung:

Vorteile: Fahrspass, sagenhafte Strassenlage, schnell genug, viel Komfort

Nachteile: hoher Verbrauch, träges Anfahren mit Automatik

Ich hatte eigentlich einen anderen Gebrauchtwagen gesucht, auch einen Passat Variant, aber mehr so die Leistungsklasse um 100 PS. Und da stand ich nun vor knapp 2 Jahren bei einem Autohändler mit riesigem Angebot an gebrauchten Passat Variant, konnte mich nicht entscheiden.
Auf einmal fällt mein Blick auf eine Heckklappe mit V6 TDI, irgendwie hat mich das elektrisiert, war bislang noch gar nicht auf die Idee gekommen, mal einen 6-Zylinder zu besitzen. Der nächste Blick fiel von hinten auf die Breitreifen (225, Alufelgen) mit negativem Sturz. Das weckte Erinnerungen an mein Sportcoupe aus der Jugendzeit, flößte mir irgendwie Vertrauen ein.

Meine Frau ließ sich anstecken, optisch ragte dieses Auto einfach aus der Schar seiner Kollegen heraus.
Und es war alles dran, was ich schon immer gerne gehabt hätte. Xenon-Scheinwerfer, Klimaanlage, Scheibenwischer mit Regensensor, und, und, und ...
Anruf bei der Versicherung: Das war nicht mehr als meine alter 90-PS Passat. Die Steuer war höher, aber auch nicht so schlimm, wie erwartet. Und jetzt ein Diesel, da war die Hoffnung groß, das über den Unterhalt wieder reinzubekommen.
Er war gut 3 Jahre alt, hatte etwas über 80.000 km gelaufen und kostete 15.000.-Euro.
Tja, es wollte ihn keiner haben, er stand nun schon fast ein Jahr auf der Ausstellungsfläche und wurde in der Zeit immer preiswerter.

Nun habe ich ihn, bin in den zwei Jahren gut 60.000 km gefahren und er ist mir irgendwie ans Herz gewachsen.
Na ja, es macht schon etwas her, einen 6-Zylinder zu fahren.
Auch, wenn seine 4-Zylinder-Kollegen aus dem gleichen Stall heute teilweise deutlich schneller sind, so hat man doch irgendwie einen gefühlten Bonus mit einem 2,4-Liter-Motor und 6 Zylindern, so mancher unterläßt den Überholversuch, wenn der Blick auf das V6-Zeichen an der Heckklappe fällt.

Ich bin meistens auf der Autobahn unterwegs, so im Schnitt 500 km am Stück hin und wieder zurück, also er muss schon öfter mal 1000 km am Tag machen.
Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, er könne mich irgendwann irgendwo mal im Stich lassen. Die Kosten für die Mobilitätsgarantie hätte ich mir sparen können.
Ich fahre meisten sehr früh am morgen oder spätabends, bekomme also noch etwas Fahrspass mit. Hannover-München mit einem Schnitt von über 150 km/h ist schon des öfteren gelungen.
Im Moment leider auch abends nicht machbar, weil zuviele Baustellen.

Er ist für Biodoesel zugelassen. Allerdings merke ich da schon einen Unterschied, er läuft tatsächlich mit herkömmlichem Diesel schneller, gerade, wenn er richtig heiß ist.
Ich tanke also selten Biodiesel, obwohl der Preisunterschied deutlich ist.

Kommen wir zum Fahrspaß.
Haben Sie sich schon mal das Vergnügen gegönnt, einen dicken Daimler, an dem sie auf gerader Strecke niemals vorbeikämen, in einer Aussenkurve in den Kasseler Bergen mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit zu überholen?
Ich denke, ich bekomme selbst eher ein Schleudertrauma, als dass dieses Auto aus der Kurve fliegt.
Mag an den Reifen liegen, aber dennoch, der liegt auf der Strasse wie ein Brett.
In den Kasseler Bergen habe ich so manchem Porsche-Fahrer schon Respekt abluchsen können.

Zwei für mich wesentliche Nachteile:
Bei meiner Fahrweise säuft er wie ein Loch.
Meine Frau hat ihn schon mit unter 7 Litern gefahren, ich wüßte gar nicht, wie das funktionieren sollte.
Klar, wenn ich auf der Autobahn nicht über 130 fahre, komme ich auch auf unter 9 Liter.
Sein Optimum scheint tatsächlich die Landstrasse zu sein, da fahre ich zwar selten, aber wenn, dann sind da auch unter 8 Liter drin.
Wenn ich mal wieder die Strecke Hannover-München mit einem Schnitt von über 150 gefahren bin, dann hat er dafür auch über 12 Liter pro 100 km verbraucht, also ohne Zwischentanken geht das nicht, bei 50 Liter Tankinhalt.

Das andere Manko ist die Automatik beim Anfahren.
Da bekommt man die 150 PS nicht auf die Strasse.
Einziger Trick, beim Warten gleichzeitig Gas geben und Bremsen, wenn man in eine Lücke reinschlüpfen will.
Aber das habe ich mir gar nicht erst angewöhnt, das ist gezielter Verschleiß.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit diesem Auto. Mag sein, da kommen noch Probleme, er hat ja erst gut 140.000 km gelaufen, aber noch bin ich wirklich guter Dinge.
Und er sieht immer noch toll aus, man hat schon das Gefühl, ein besonderes Auto zu fahren.
Die innere Geräumigkeit sieht man ihm von Aussen wirklich nicht an, er wirkt vergleichsweise sportlich unter seinen Variantkollegen von anderen Herstellern.
Na ja, und die neuen Passat mit den ausgestellten Rückleuchten wirken dagegen ohnehin "klobig".
Also ich bin stolz auf ihn und seitdem ich ihn habe, freue ich mich sogar wieder auf Dienstreisen, wenn sie möglichst weit weg sind.

Fazit: Ich behalte ihn möglichst lange

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: