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Produkttyp: Volkswagen Autos
Neuester Testbericht: ... muß. Dementsprechend ist nicht einmal ein genügsamer Kraftstoffkonsum zu erwarten. Der 1,8Liter-5V-Motor galt Mitte der Neunziger Jahre als... mehr
Was der Passat kann - und was nicht
VW Passat 1.8 T

Name des Mitglieds: Womibla
Produkt:
VW Passat 1.8 T
Datum: 10.06.01, geändert am 09.06.02 (4600 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Motor, Fahrspaß, Raumgefühl
Nachteile: Schwache Qualität, dubioses Marketing, Service
Update:
Eine dringende Bitte an alle Leser: werfen sie nach Möglichkeit noch einen Blick in meinen zweiten Bericht, "So mißbraucht Volkswagen das Vertrauen der Kunden".
Dez. 2001: In der Zwischenzeit ist der Passat dreimal wegen defekter Kühleranlage, defekter Tankuhr und defekter Zündungsanlage liegen geblieben.
Juni 2002: Der Passat ist heute 56.000km gefahren und zeigt sich seit 12.000km unproblematisch. Abgesehen davon mußten nur bei 52.000km die vorderen Radlager ausgetauscht werden. Kostenpunkt ca. 300 Euro.
Seit Februar 2001 fahre ich einen gebrauchten VW Passat 1,8T Stufenheck in Comfortline-Austattung. In den folgenden Zeilen erzähle ich euch von meinen Erfahrungen während der nun schon 8000 zurückgelegten Kilometer.
Zunächst mal erkläre ich, wie es zu der Entscheidung kam, dieses Auto zu kaufen.
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Wer nur wenig Zeit hat und sich die Geschichte über katastrophale Produktqualität und Service bei VW nicht durchlesen will (alles in allem ca. eine Din A4-Seite), sollte gleich zur Eigenschaftswertung runterscrollen.
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Im September 2000 haben wir uns in der Familie entschieden, einen brandneuen Golf-4 mit 115PS-TDI-Motor zu kaufen, der neben einem Mercedes E280, einem ´99er Passat TDI und einem VW New Beetle für private und geschäftliche Zwecke genutzt werden sollte.
Ausgestattet mit dem hochgelobten 115PS-TDI und weiteren sinnvollen Extras wie Climatronic und Elektrikpaket schien der Golf auf den ersten Blick ein ganz hervorragendes Auto zu sein. Der Golf verfügt zweifellos über ein erhabenes Image: seit Jahren ein unbestrittener Bestseller, und meistens ein Sieger in den Vergleichstest der großen Fachzeitschriften in Europa. Wir hatten bis dahin mit unserem Passat TDI und identischem Motor (jedoch mit Tiptronic) spitzenmäßige Erfahrung gemach
t, die vorliegenden Presseberichte über den Golf und der saftige Listenpreis von über 43000 Mark ließen ein sehr gutes und ausgereiftes Automobil erwarten.
Der Golf entpuppte sich jedoch als Mogelpackung sondergleichen. Dies hatte zwei Gründe. Seit neuestem verbaut VW nicht automatisch die von früheren Fahrzeugen bekannte knackig-sportliche Fahrwerksabstimmung, sondern eine sehr indifferente und gefühllose Servolenkung, die einem in schnell gefahrenen Autobahnkreiselen die Hände verkrampft zittern lässt, und dies obendrein gepaart mit einer recht stoßeligen und nervösen Federung im Bereich unterhalb von 30km/h. Für Verdruß sorgte obendrein noch eine teilweise schmerzhaft hakelige Schaltung, sodaß im Zusammenspiel mit einem ziemlich schwergängigen und gefühllosen Kupplungspedal enttäuschend wenig Fahrfreude aufkam.
Der Golf hatte wirklich schöne Seiten, und der Innenraum war VW-typisch sehr ansprechend gestaltet, jedoch war die tatsächliche Verarbeitungsqualität wirklich aller unterste Schublade. Kurz zusammengefaßt äußerte sich das in ständigen Vibrationen an Abdeckungsteilen, Knacken und Risse in der Frontscheibe, umherutschendem Armaturenbrett, lautstarken Polter- und Knarrgeräuschen an den B-Säulen (Türanschlussbereiche) und C-Säulen.
Meine VW Vertragswerkstatt sah sich nicht im Stande, die groben Mängel zu beheben, man hatte dort auch kein wahres Verständnis für meine Anliegen.
Ich habe mich entschieden, die Wandelung des Autos so schnell wie möglich herbeizuführen. Nach monatelangem Warten kam ein Vertriebsleiter aus Wolfsburg hier in die Nähe von Heidelberg und machte eine Probefahrt mit dem Golf, jedoch kamen die Klapper-Symptome bei seiner (bewusst?) unprofessionellen Angehensweise an die Qualitätsprobleme nicht spürbar zum Vorschein. Beispielsweise wurde das Auto mit ca. 280kg Gewicht beladen. Er weigerte sich auch strikt, über Eisenbahnschienen zu fahren, die die ganz starken Poltergeräusche von der Karosserie provoziert hätten.
Komme
ntar aus Wolfsburg: ?Ein triftiger Wandelungsgrund ist nicht erkennbar.?
Man kann sich vorstellen wie groß meine Aufregung und letztlich auch die Frustrierung war.
Am liebsten wollte ich zu dem Zeitpunkt nie wieder einen VW kaufen, aber ich musste mir alle Möglichkeiten offen lassen, um irgendwie von diesem Golf wegzukommen und ein besseres Auto für mein teures Geld abzubekommen.
Nach monatelangem, nervenaufreibendem Streß kam mir der VW-Händler wenigstens bei dem Wunsch entgegen, den Golf gegen ein anderes Auto vom Grundstück einzutauschen bzw. ein neues zu bestellen. Allerdings musste ich bei dem Geschäft einen Preisabschlag von 10% vom Neupreis des Golf in Kauf nehmen. Ich war ja auch schon 12.000km damit gefahren.
Ich wollte damals so gut wie möglich vermeiden, noch mehr Geld im Hause Volkswagen zu lassen.
Und dort auf dem Grundstück stand nun dieser Passat 1.8T, Erstzulassung 2.99, gerade mal 23000km gelaufen. Der Wagen wurde mir angeboten als ?2-Jahres-Wagen? und unter dem Hinweis ?wie neu?.
Auch das Preisschild war verlockend: 32500 Mark bedeuteten 20.000 Mark (!!) Abschlag gegenüber dem ehemaligen Neupreis. Damit lag der Preis weit unterhalb des günstigsten A3, und sogar noch im Bereich eines sehr gut ausgestatteten VW Polo.
Wir hatten wie schon gesagt sehr gute Erfahrungen mit dem sympathischen und charismatischen Passat TDI gemacht, daher entschloß ich mich, den 1,8T mehrfach für ein Wochenende auszuleihen. Das machte der Gebrauchtwagenverkäufer auch gerne: das Auto stand sich seit mehr als einem halben Jahr auf dem Händlergrundstück die Reifen platt.
Ich war froh, dass das Auto angeblich ?Baujahr 1999? war, denn die Jahrgänge 1996 bis 1998 galten beim Passat als sehr problematisch in Bezug auf die Qualität.
Auf den Probefahrten hatte mir das Auto sehr gut gefallen, es gab nur zwei kleinere Sachen, die ich zu bemängeln hatte. Dies waren die wenig standfesten und fadingempfindlichen Bremsen, da war ich von Golf und
Passat TDI nämlich ganz was anderes gewohnt. Ausrede vom VW-Händler: ?Oh, dann sind wohl die Bremsbeläge runter. Da machen wir ihnen bei der kostenlosen Inspektion natürlich neue drauf.?
Zweiter Kritik-Punkt: Klacker-Geräusche im Türschloß und eine vermutete Undichtigkeit an der Fahrertür.
Vorschlag vom Händler: ?Da stellen wir das Schloß neu ein, dann hat sich der Fall.? Schön, dachte ich. Das Auto war gekauft, letztlich für gerade mal 30000 Mark, sodaß ich sogar noch über 3000 Mark auf die Hand bekam, weil ich für den Golf mehr zurückbekam als der (bezogen auf die tatsächliche Fahrleistung nur 10.000km ältere) Passat mit 150PS und etwas höherwertigerer Austattung gekostet hat. Soweit also ein erstklassiger Deal.
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Und nun möchte ich zur eigentlichen Eigenschaftswertung kommen:
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Innenraum:
Der Innenraum gehört zu den Glanzstücken des Passat. Untergebracht in der geräumigen Karosserie des Audi A6 wird Platz im Oberklasse-Format geboten, mit angenehmen Raumgefühl, großzügiger Schulter- und Kopffreiheit auf allen Plätzen. Die Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen ist vergleichbar mit der aktuellen Mercedes E-Klasse und der S-Klasse der 80er-Jahre, was so viel bedeutet wie: in dieser Klasse einmalig, auch was den Preis anbetrifft, wenn man die konkurrierenden Produkte deutscher Hersteller zum Vergleich heranzieht (Audi A4, C-Klasse, Opel Vectra, etc). Sehr komfortabel sind auch die Comfortline-Sitze, deren etwas bieder geratenen, aber kuscheligen Bezüge im Winter nicht kalt und im Sommer auch nicht allzu schweißtreibend wirken. Die Sitze sind sehr einfach verstellbar und bieten zusammen mit nahezu perfekter Fahrerposition und der (optionalen) Lordosenstütze auch sehr gute orthopädische Qualitäten. Auf den ?billigen Plätzen? im Heck ist das Raumangebot geradezu luxuriös, die relativ Steile, hart gefederte und erstaunlicherweise an der Rüc
kenlehne überhaupt nicht konturierte Rückbank teilt sich der Passat mit seinen Kollegen Audi A4 und A6. Hmmm. Was haben sich die Leute da nur gedacht? Diesen Punkt beherrscht sogar ein ´86er Passat besser.
Nun gut, alles in allem ist der gesamte Innenraum sehr luftig und durchweg sympathisch gestaltet. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt und gehört wohl neben dem des neuen A4 zum attraktivsten, was die deutsche Mittelklasse zu bieten hat. Die Türverkleidungen spielen optisch und funktionell in der selben Liga mit, was sich darin zeigt, dass man auf keinem der äußeren Sitzplätze Probleme hat, seine Arme bequem unterzubringen. Außerdem sind alle Halte- und Türziehgriffe sehr schön verarbeitet und perfekt positioniert ? eine alte VW-Domäne. Auch sind alle Verkleidungsteile und Bedienungselemente zumindest optisch sehr gut verarbeitet. Etwas vergleichbares findet man in den meisten Konkurrenzprodukten einfach nicht. Bis auf die zu geringe Höhe für großgewachsene Passagiere bieten auch die Kopfstützen durchweg Lob. Genug Ablagen gibt es leider nur an den Vordersitzen, dort ist immerhin das Handschuhfach gekühlt.
Die Rückbank ist asymmetrisch geteilt, bildet aber keine ebene Fläche, wenn man nicht die Sitzfläche entfernt. Optional gibt es auch einen Skisack, in den aber allerhöchstens zwei paar Ski passen. Durchaus empfehlenswert sind Fahrzeuge mit Trendline oder Highline-Austattung, da diese sowohl eine einen tick sportlichere Fahrwerksabstimmung bieten, als auch äußerst angenehme Sportsitze. Besonders edel und geschmackvoll ist die Alcantara/Leder-Kombination im Passat Highline. Als wir den Passat TDI bestellten und das Preisniveau noch identisch mit dem beim Vorgängermodell war, war uns das Highline-Paket den erstaunlich geringen Mehrpreis wert.
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Sicherheit:
Der ?neue? Passat entpuppte sich letztlich als ein als ´97er Baujahr, damals gab es noch kein ESP. ASR war damals auch in der 150PS-Version nur gegen
Aufpreis erhältlich. Dafür entschädigt der Passat mit allem, was zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ein Mittelklassefahrzeug bieten sollte: Doppel-Airbags plus Sidebags, ABS, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer auf allen Sitzen (aber nur ein 2-Punktgurt auf dem Mittelsitz), ein gepolstertes Armaturenbrett, dass den Knien von Fahrer und Beifahrer keinerlei scharfe Kanten entgegensetzt. Besonders wichtig ist jedoch auch das optimale Crashverhalten auf dem Oberklasseniveau des Audi A6.
Ein fein abgestimmtes Fahrwerk, welches kinderleichtes Fahren und optimale Beherrschbarkeit im Grenzbereich ermöglicht, bedeutet ein hohes Maß an aktiver Fahrsicherheit und lässt ein ESP als durchaus verzichtbar erscheinen. Das Thema Sicherheit meistert der Passat also auf einem erfreulich hohem Niveau.
Im Vergleich dazu erschien das (serienmäßige) ESP in meinem Golf-4 fast als unverzichtbar, da ein überraschend ins Schleudern gekommenes Fahrzeug mit einer derart wabbeligen Lenkung nur mit viel Können und Glück wieder stabilisiert werden kann. So bitte nie wieder, VW!
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Fahrdynamik:
VW hatte mit der Veröffentlichung des Bora im Jahre 1998 die Absicht gehabt, ein Konkurrenzprodukt zum BMW 3er zu entwickeln. Man kann also annehmen, dass VW seinen Bora-Kunden eine ähnliche hochwertige Fahrdynamik bieten wollte, wie BMW seinen 3er-Kunden.
Jetzt könnte man als angehender Passatfahrer in den Glauben geraten, dass spätestens der Passat soviel Fahrkultur und Fahrfreude wie ein BMW 3er bietet. Nun, dem ist vielleicht nicht ganz so.
Der Passat ist erstensmal ein Fronttriebler, und ob sich daraus so viel Präzision und eben Fahrkultur entwickeln kann, ist eine Glaubensfrage.
Wer noch nie Passat gefahren ist, sollte sich sein Fahrverhalten so in etwa wie das eines Golf vorstellen, aber auf höchstem Niveau! Der Passat ist wie schon erwähnt kinderleicht zu fahren, seine Servolenkung ist überdurchschnittlich leichtgängi
g und dabei feinnervig und präzise.
Das Handling im Stadtverkehr und beim Rangieren ist für so ein großes und schweres Auto sehr gut. Ob langsames Cruising oder sportive Landstrassen-Eskapaden, der Passat macht erstaunlich viel Laune, er bewegt sich leichtfüßig und motiviert in jede Kurve. Wer ihn in den Grenzbereich bringt, wird kaum Karosserieneigung und ein ausgesprochen angenehmes Lenkgefühl registrieren, das so feinfühlig und gut beherrschbar ist,dass man mit den dann natürlich lautstark quietschenden Reifen eine richtige Melodie komponieren kann.
Der Golf neigte dazu, heftig an der Lenkung zu zerren, bevor er völlig überraschend anfing über die Vorderräder zu scheuern, während man aber außer einem indifferenten Gegendruck überhaupt keine Rückmeldung hatte, was da vorne eigentlich los war. Wer keine Ahnung vom Autofahren hat, ist in so einem Fall zwingend auf ein funktionierendes ESP angewiesen, sonst wird?s kritisch.
Im Vergleich zu dem Golf-?Edition?-Desaster bietet der Passat also ähnlich einem höherwertigen Golf oder Bora Fahrspaß auf sehr gutem Niveau. Auch wenn seine Kurvengeschwindigkeiten niedriger und die Antriebseinflüsse letztlich präsenter sind als im BMW 3er der alten Generation. Dabei ist er für jeden Fahrertyp geeignet, da er sich wunderbar beherrschen und dirigieren lässt und auch im Winter zu keinen größeren Überraschungen, wie zum Beispiel dem Heck-Schleuder-Syndrom des 3er, neigt.
An dieser Stelle gilt meine Empfehlung wiederum den Trendline und Highline-Modellen, die ein wenig sportlicher abgestimmt sind. Charakteristisch dafür ist ein Federungskomfort, der unter ein Tick übertriebener Härte leidet, wofür aber das optimale Einlenkverhalten entschädigt. Die Ähnlichkeit zum Audi TT drängt sich da fast schon auf. Fast schon erotisch wirkt diese Fahrwerksabstimmung mit einer entsprechenden Motorisierung wie dem 115PS-TDI, vielleicht auch gerade wegen der komfortablen Tiptronic.
Als Idealkombination möchte ich noch den 2,5-Lit
er V6-TDI mit Tiptronic-Automatik und eben diesem Fahrwerk erwähnen. Damit wird der Passat zu einem Sport-Cruiser, der angenehmes Geräuschbild, sehr gute Fahrdynamik und eine echte Power-Motorisierung zu einem Gesamtbild zusammenfügt, dass erstaunlich nahe an einen Maßstab herankommt, den wahre Premiumhersteller mit Sportlimousinen á la BMW 540i umsetzen. Und das zu einem Preis von unter 70.000 Mark.
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Komfort:
Ich hatte ja anfangs schon erwähnt, dass sich der Passat die Karosserie mit dem Audi A6 teilt. Während Audi mit dem A6 richtige Oberklasse-Maßstäbe in puncto Qualität und Komfort bieten muß, die sich auf einem Niveau mit BMW 5er und Mercedes E-Klasse befinden, sind die VW-Kontrukteure um Chefdesigner Hartmut Warkuß gezwungen gewesen, den A6 kräftig abzuspecken, um ein akzeptables Preisniveau für die Passat-Kunden zu erreichen.
Im Vergleich zu Audi A6 und dem BMW 5er lässt der Gesamtkomfort an manchen Stellen dann doch etwas zu wünschen übrig. Ob man das vom Passat verlangen kann, zu den Preisen, wie er zwischen 1996 und Ende 1999 angeboten wurde, ist eine andere Frage. Bei den Komfortnachteilen gegenüber der wahren Oberklasse sind es verschiedene Dinge, die dem sensiblen Fahrer auffallen. Darunter fallen zum Beispiel ein nur mäßiger Federungskomfort, laute Windgeräusche oberhalb von 150km/h, unterdurchschnittliche Motordämmung (nervig besonders bei 4-Zylinder-TDIs), und eine recht unkomfortable Rückbank.
Die Climatronic ist etwas unterdimensioniert für den großen Innenraum des Passat und tut sich mit der Kühlung im Hochsommer sichtlich nicht einfach. Ein manueller Eingriff ist bei heißem Fahrzeug und Außentemperaturen über 24°C meistens erforderlich.
Wer die dennoch recht sinnvolle Climatronic intelligent nutzt, kann sich aber 50 bis 60% der Eingriffe im Vergleich zur manuellen Klimaanlage sparen.
Zur optimalen Kühlung im Sommer noch ein Tipp: beim Aufschließen des Fahrzeugs mit
dem Schlüssel den Schlüssel länger gedreht halten, und alle Scheiben komplett öffnen lassen.
Motor sofort anschalten, Temperaturanzeige auf ?LO? stellen. Alle Lüftungsdüsen müssen geöffnet sein und sollten in einem 20° Winkel leicht nach oben zeigen, wobei die Luft nicht auf die Passagiere gelenkt, sondern komplett gerade aus über die Schultern hinweg nach hinten geleitet werden sollte.
Nach einigen hundert Metern Fahrt erst alle Fenster und ggf. das Schiebedach schliessen.
Generell sollte die Klimaanlage nach der Benutzung nicht auf ?Econ? geschaltet werden, wenn nicht mehrere Tage hintereinander mit trockenem und kühlem Wetter gerechnet werden kann.
Nach der Abschaltung des Klimakondensators dünstet dieser das wie auf einem Glas Cola kondensierte Wasser in den Innenraum ab. Dieser Vorgang ist in der Regel erst nach ca. 5 Fahrstunden beendet und sorgt währenddessen für Komfort- und Konzentrationseinbußen.
(Während des Betriebs des Klimakondensators kühlt sich dieser wie ein Kühlschrank ab, die Außenluft wird auf ihrem Weg zu den Passagieren darübergeleitet und abgekühlt. Die Feuchtigkeit bleibt auf dem Kondensator hängen. Sie tropft bei dauerhaftem Betrieb auf die Straße und dünstet nicht in den Innenraum).
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Antrieb:
Der Passat wird einer Vielzahl von Motorvarianten angeboten, deren Auflistung mit Daten ich mir hier aus Platzgründen spare. VW stellt alle Daten auf www.volkswagen.de zur Verfügung.
Die Auswahl einer wirklich gelungenen Motorkombination fällt beim Passat gar nicht mal so leicht, denn es gibt eine Menge, die man falsch machen kann.
Grundsätzlich denken viele Leute, die sich für einen Passat interessieren, nur an TDIs. Im Grunde macht man mit den modernen Dieselmotoren auch nicht viel falsch. Die Motoren bieten allesamt eine Menge Fahrspaß und sind aus wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten schlichtweg erste Wahl.
Wer einen Passat als Neuwagen kauft,
mehr als 10TKM im Jahr fährt und keine allzu empfindlichen Ohren hat, ist bereits mit dem 100PS-Pumpe-Düse-TDI sehr gut bedient. Der 130PS-TDI ist ebenso knurrig, bietet aber schon sehr sportliche Fahrleistungen. Ein technischer Leckerbissen, wenn auch nicht ganz so sparsame ist der V6-TDI. Er glänzt mit überragender Power, sehr angenehmen Geräuschbild und ist mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern auch noch recht sparsam.
In den ADAC-Pannenstatistiken tauchen aber viele Fälle von Motortotalausfällen gerade bei TDIs auf. Auf dem Gebrauchtmarkt würde ich davon eher abraten, weil TDI-Modelle zu unverschämt hohen Preisen gehandelt werden und die Langlebigkeit sehr fragwürdig ist. Der ADAC rät beim Gebrauchtkauf vom Passat ausdrücklich zu Benzinern.
Die Benziner haben im Passat einen Vorteil: sie haben kein Image. Das ist auch klar, denn die meisten Fahrzeuge wurden bisher mit dem ganz kleinen 1,6-Liter oder dem 1,8-Liter-5-Ventiler verkauft. Hier haben sich die Kunden von übertriebenen PS-Zahlen täuschen lassen. Der Passat ist zu einem wirklich großen und schweren Auto geworden. Da kann man nicht einfach einen so kompakten 1,6Liter-Motor reinbauen, auch wenn es heißt er habe ?100PS?. Zwar soll sich die kleine Maschine recht tapfer in dem Passat geben. Daß der Motor in der großen Limousine unsouverän wirkt, merkt man spätestens am Drehzahlniveau, was ständig gehalten werden muß. Dementsprechend ist nicht einmal ein genügsamer Kraftstoffkonsum zu erwarten.
Der 1,8Liter-5V-Motor galt Mitte der Neunziger Jahre als Technologieträger im Volkswagenkonzern. Moderne 5-Ventiltechnik versprach eine hohe Drehmoment- und Leistungsaubeute bei guter Effizienz, leider wurde das Entwicklungsziel völlig verfehlt. Der Motor ist im unteren Drehzahlbereich sehr unmotiviert, hat einen unkultivierten rauhen Motorlauf und neigt zu ungezügelten Benzin-Sauf-Eskapaden jenseits der 12 Liter.
Zwar bietet dieser Motor ansehnliche 125PS, das hilft aber im Alltagsbetrieb all
es nichts, wenn der Drehmomentverlauf alles andere als rühmlich ist. Im Vergleich zum urwüchsigen 110PS-TDI ist dieser Motor eine Enttäuschung auf der ganzen Bandbreite.
Ach übrigens: Während der Volkswagenkonzern diesen rauen Gesellen in Seat-und Skoda-Modellen weiterfahren lässt, hat man sich in Ingolstadt und Wolfsburg entschieden, in den sogenannten Premium-Modellen von Volkswagen und Audi diesen Motor durch einen vermeintlich besseren zu ersetzen.
Der facegeliftete Passat fährt nun mit dem alten 2.0Liter mit 115PS aus dem ´91er Golf GTI.
Kommentar aus der Fachzeitschrift ?mot?: ?Das Laufgeräusch dieses Motors auf der Autobahn ist an Penetranz kaum zu übetreffen.? Ich kann das bestätigen, der New Beetle meiner Schwester hat den selben Motor. Für VW ist er billig herzustellen, dazu noch recht zuverlässig, dafür aber sehr dröhnig und alles andere als sparsam und spurtstark.
Das Update der Benzinmotoren im Bereich von 120PS beim facegelifteten Passat lässt sich also mit einem Sprichwort ganz exakt beschreiben: vom Regen in die Traufe.
Und nun zu meinem Motor, den 1.8T:
Während die VW-Motorenbauer also in den Neunziger-Jahren mit dem 1,8-Liter 5-Ventil-Motor herumexperimentierten, kamen sie auch auf eine sehr gute Idee. Es ist wohl offensichtlich, dass den Konstrukteuren die Drehmomentschwäche und der hohe Benzinverbrauch bei ihrer Motorkreation aufgefallen ist. Sie nahmen den VTG-Turbolader aus den TDIs und bauten ihn in ihren Saug-Motor mit ursprünglichen 125PS ein.
Es galt dabei, das beste aus der Misere zu machen, und dann schlugen die Leute gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Durch den Einsatz des Abgasturboladers erstarkte der Motor auf 150PS, das Drehmoment stieg von 170 auf respektable 210Nm an. Das tollste dabei: der maximale Drehmomentwert liegt zwischen 1750 und 4250 Touren an, und nicht nur bei einem Punkt, nämlich den 3800 wie vorher.
Und die zweite Fliege: endlich ist die erwünschte Laufruhe da. Zumindest bis 3000 Tou
ren läuft der Benziner sehr sanft, oberhalb davon wird er leider auch etwas brummig.
Besonders überraschend für die Autofachwelt kam aber, dass der Turbolader dem 1,8er die ungehörigen Trinksitten abgewöhnte. Ich fahre den Motor sehr sportlich, und dabei braucht er bei Anwendung von schwefelfreiem Super Plus immer um die 10,0 Liter. Ein hervorragender Wert im Vergleich zum 2.0er im Beetle (11,6 Liter/100km), wenn man sieht, wie viel Fahrfreude und Komfort der 1,8T im Vergleich bietet.
Eins darf man dabei aber nicht vergessen: Turbovollast kostet immer Sprit. Wer den Passat sportlich bewegen will, dreht den Motor lieber bis 4300 Touren, und steht dabei höchstens zu dreiviertel auf dem Gaspedal.
Die angegeben 150PS und das recht ordentliche Drehmoment klingen vielleicht nach mehr Power als was letztlich dabei herauskommt, das liegt am hohen Fahrzeuggewicht und an eine etwas lang geratener Getriebeabstimmung. Der Passat ist und bleibt mit diesem Motor eben doch eine brave Familienkutsche, die aber durchaus auch mal mitspielt, wenn der Fahrer sportlichere Ambitionen hat.
Nur Drehzahl darf dann kein Fremdwort sein, und auch das gereizt klingende Dröhnen aus dem Motorraum muß man dabei akzeptieren können, dafür entfällt das Kaltstartnageln der TDIs, mit dem man jeden Morgen seine Nachbarn weckt.
Der 1,8T ist neben den TDIs der einzige empfehlenswerte Motor, weil er stark genug und dabei recht günstig ist. Diese Empfehlung gilt insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt.
Passats mit 5- und 6-Zylinderbenzinern sind mit Sicherheit keine schlechte Wahl, sie sind aber selten auf dem Gebrauchtmarkt, werden dann aber zu Dumpingpreisen ähnlich des 1,8T angeboten. Sowohl der VR5 als auch der V6 bieten eine schöne Leistungscharakteristik und einen ausgesprochen tollen Sound. Erst mit dem V6 ist der Passat allerdings wirklich schnell motorisiert. Man muß sich aber bei der Wahl dieser Motoren bewusst sein, dass ein Verbrauch ab 11 Litern die Regel ist und man du
rchaus mal mit 15 Litern rechnen muß, je nach Fahrweise natürlich.
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Karosserie/Qualität:
Wie schon erwähnt basiert die Karosserie des Passat auf der Basis des Audi A6. Daher bietet der Passat ein Platzaufkommen, dass in der Mittelklasse bisher einzigartig ist. Die Übersichtlichkeit der Karosserie ist soweit in Ordnung,durch die runde Front stößt man auch nicht so leicht beim rangieren oder im Parkhaus irgendwo an.
Ein viel wichtigeres Thema beim Passat ist allerdings die Karosseriequalität und die Qualität rund um das Fahrzeug selbst.
Die Qualitätsanmutung und Verarbeitung des Passat wirkt durchweg äußerst hochwertig und wohl durchdacht.
Beim Vergleich der Leergewichte zwischen VW Passat und Audi A6 fällt eins auf: beide Fahrzeuge haben eine fast identische Karosserie, und doch wiegt der Passat satte 200kg weniger als ein vergleichbarer A6. Wie kann das sein? Was hat der Audi denn so besonderes, was der Passat nicht hat? Ein Teil der Erklärung ist eine aufwendigere Technik, mehr Geräuschdämmung und mehr Features im A6. Aber 200kg Mehrgewicht kann das nicht ausmachen.
Sobald man 30TKM mit dem Passat gefahren ist, liegt die Antwort in der Regel auf der Hand: Der Audi A6 besitzt Karosseriesteifigkeit, der Passat besitzt sie nicht. Zumindest der ursprüngliche Passat von 1996.
VW hat zugegeben, dass während der Aktualisierung des Passat letztes Jahr unter anderem die Verwindungssteifigkeit der Karosserie um sage und schreibe 30% (!!!) erhöht wurde. VW hätte nicht gehandelt, wenn mit den vorherigen Autos alles zufriedenstellend gewesen wäre.
Weitere eindeutige Hinweise auf mangelhaften Qualitätsanspruch bei der Fertigung sind eine miserable Kundenzufriedenheitswertung in der Auto-Motor-Sport und der Mängelindex. Der Passat ist im Rang der zuverlässigsten in Deutschland verkauften Autos an Stelle 140.
Die schlechte Karosseriequalität, die mir auch schon beim Golf-4 aufgefallen ist, ze
igt sich, wenn sich beim Durchfahren von Kurven knarrende und quietschende Geräusche ergeben, weil die Karosserie an den Innenverkleidungen zerrt, und weil die Innenverkleidungen (beispielswiese die eigentlich so attraktiven Türverkleidungen) auf lautstarke Tuchfühlung mit dem Armaturenbrett gehen.
Daß die Türen nicht mehr richtig in die unter Belastung verwundene Karosserie passen, zeigt sich an den Klackergeräuschen in den Schlössern bei jedem Lastwechsel, beim Einfahren in Kurven im langsamen Stadtverkehr oder beim Überfahren von Gullis und Rillen.
Mein Passat wirkt auf holprigen Bergsträßchen derart klapprig, als hätte er schon 150TKM gelaufen, und das nach nur 30TKM.
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Kosten/Fazit:
Als Neuwagen ist der Passat mittlererweile wie die meisten Produkte des VW-Konzerns unverschämt teuer geworden. Wer wirklich einen Passat haben will, und das Risiko eingeht, bei späteren ?Garantie?-Problemen mit dem Auto auf taube Ohren zu stoßen (siehe auch mein Artikel zum Golf-4 TDI), dem würde ich einzig und allein einen Passat Trendline mit dem 100PS TDI-Motor empfehlen. Dies ist in meinen Augen die Austattungslinie und der Motor mit dem höchsten Gegenwert. So kostet dieses Auto inklusive Metallic-Lackierung, einem Radio beta, dem Technikpaket und dem Sportfahrwerk (das früher serienmäßig war und heute 470 Mark kostet) insgesamt 48309 Mark. Wenn man geschickt handelt kommt man vielleicht auf einen Preis um die 46000 Mark. Lassen Sie bloß nicht unsinnig viel Geld bei VW!
Wenn Sie ein vergleichbares Auto suchen, das einen schnelleren und leiseren Diesel hat und dabei viel besser ausgestattet ist, dann sollten Sie vielleicht an den neuen Ford Mondeo denken.
Die Qualität der VW Produkte, die Heuchelei in den Katalogen, die unglaubliche Preispolitik und die katastrophale Service-Einstellung der Händler veranlassen mich dazu, einem guten Freund lieber blind einen Ford zu empfehlen (obwohl ich keinerlei Erfa
hrung damit habe), anstatt ihn zu Volkswagen zu schicken.
Die Überlegung, ob man mit einem Gebrauchtwagen mehr Auto für weniger Geld bekommen könnte, dürfte aufgrund der gravierenden Qualitätsprobleme der alten Generation in den wenigsten Fällen sinnvoll sein. Betroffen davon sind vor allem die Modelle bis 1998.
Vorsicht ist geboten.
Der Passat ist durchaus ein attraktives und sympathisches Auto, und er hätte das Zeug dazu gehabt, zu den besten Autos dieser Welt zu gehören. Wer nicht so sehr auf die Qualität achtet, und wer wenige Kilometer im Jahr fährt, der könnte vielleicht doch noch fündig werden.
Wenn man ein Modell nimmt, dass bei den meisten Gebrauchtkunden keinen guten Ruf hat, dann kriegt man ein angenehmes Auto zu einem unschlagbaren Dumpingpreis. Hier einige Kriterien, die ihnen helfen können, einen guten Deal zu machen:
Die formale gelungene Limousine ist nicht unbedingt unpraktisch, aber dennoch in der Gunst der Gebrauchtkäufer im Keller.
Gepaart mit einem ungeliebten starken Benziner (mein Favorit: 1.8T) und einer nicht zu populären Farbe wie Fjordblau oder Brilliantweiß werden die Autos zu Ladenhütern, wodurch die Dumpingpreise zustande kommen. Eine Klimaanlage sollte allerdings schon an Bord sein.
Fazit:

