
Produkttyp: Volvo Autos
Neuester Testbericht: ... bei tiefem Schnee und Eis zeigt er deutlich,dass er ein waschechter Volvo der guten Generation ist....er springt 1A an(ohne Gara... mehr
Elch oder störrischer Esel?
Volvo 480

Name des Mitglieds: DerNetscher
Produkt:
Volvo 480
Datum: 13.01.03, geändert am 13.01.03 (3056 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: stylisch, selten, anders
Nachteile: kompliziert, zeitaufwendig, störrisch
Autos kauft man aus dem Bauch. Weil sie gut aussehen oder dem Geldbeutel
entsprechen. Gerade der Volvo 480 gehört in diese Kategorie.
Volvo 480 - das verrät dem Kenner Serie 4 = Holland Volvo, 80 = Coupe.
Mit runden 82 Tausend bis 1995 gebauten Exemplaren, davon laufen derzeit noch
runde 4000 auf deutschen Straßen, gehört ein Volvo 480 zu den neuen Klassikern.
Der erste Eindruck.
Fromschön, sehr italienisch mutet er von vorne an. Die Klappscheinwerfer gut versteckt,
jede Menge Licht und durch den Grill unter dem Stoßfänger - ein bisschen bullig und böse.
So soll es sein.
Darauf folgt die A-Säule mit extremer Neigung. Da Heck erinnert stark an den legendären
Schneewittchensarg P1800ES. Die große Glasheckklappe suggeriert viel Platz (ist nicht!).
Im Innenraum - ein Mäusekino an Schaltern und Knöpfen.
Das Fahren
Nun kommt es darauf an, welcher Fahrertyp man ist. Ob man sich für einen B18F mit 102 PS,
einen 2.0 mit 110 PS oder einen 1,8 Liter turbo geladenen 120 PS starken Vertreter interessiert.
Eines haben sie alle gemeinsam. Trotz der gedrungenen Karosserieform ist vorne gut Platz.
Das Amaturenbrett erinnert mit seinen unzähligen schaltern und Knöpfen eher an ein Jet-Cockpit.
(Beim Aufschließen leuchten übrigends die Türschlösser;-)
Den Zündschlüssel ins Schloß und den Renault Motor zum Leben erwecken. Meist muss man ein oder zwei
Anlasserumdrehungen mehr in Kauf nehmen, bis sich der kleine Elch auf die Füße stellt.
Linke Hand an den großen Drehschalter links - Scheinwerfer auf.
Rechte Hand an den Schalter für den Bordcomputer, der sofort mit wichtigen Infos
(derzeitiger Spritkonsum/durchschnittlicher Spritkonsum/Reichweite/Öl-Temp/Wasser-Temp/Außente mp)
bereitsteht verbreitet gutes 80iger Plastikfeeling. Gang rein und los.
Bevor man aber den Pferdchen freien Lauf läßt, sollte man eine Öltemperatur von ca. 80 Grad abwarten.
Vor allem der Turbo, dessen
Garret Lader normalerweise gut 220tkm lang hält, wird sonst übermäßig
strapaziert. Hat der Kleine erstmal Temperatur sollte es eine enge Landstaße, oder die Autobahns ein.
Gemütlichem Rasen steht bis auf Windgeräusche ab 120km/h und verdutzen Blicken wenig im Wege.
Der 480 verhält sich relativ souverän, der Spritkonsum bleibt bei adäquater Fahrweise erfreulich unter 10 Litern.
Warum ist der 480 also eine Problemkind?
1. Karosse
Volvo Holland ist dafür berühmt Anfang der 90iger gerne mal den Stahllieferanten gewechselt zu haben.
Rostbefall ist vor allem an den Radläufen sichtbar. Meist hält sich der Rost aber in erträglichen Grenzen.
2. Motor
Der Motor kommt von Renault - was ansich nicht schlimm ist, bräliert beim 480 doch durch diverse Problemchen.
Kupplungswechsel werden zur Tortur. Wer bei Turbos das nachlaufen nach einem heißen ritt vernachlässigt und
auch sonst seine Öltemperatur nicht im Blick hat, sollte einen neuen Motor auf den nächsten Wunschzettel setzen.
3. Elektrik
Galt es als schick, mitte der 80iger weniger Relais dafür mehr Elektronik zu verbauenm, so wird das dem 480iger
oft zum Verhängnis. Beim Kauf sollten ALLE Spielereien funktionieren (Efh links öffnet auf einmal, ZV schließt
EfHs und GSD, Nebelscheinwerfer gehen beim Aufblenden aus. Bordcomputer sollte alles anzeigen (s.o.).
Zu empfehlen sind vor allem Modelle ab 11/91. Da hat Volvo das sog. CEM gegen das CEM II getauscht.
(CEM = Central electric/electronic Module). Ein Defekt im CEM kann bis zu 1000€ teuer kommen. Oder es
erfordert geübte Bastlerhände.
4. Karosse 2 - Das Feuchtbiotop
Um ein bisschen an die großen Traditionen des P1800 anzuknüpfen, hat der 480 eine Glasheckklappe mit Riesen-
Rückleuchten. Die Rückleuchten bleichen gerne aus (Ersatz: ca. 500 Euro). Die eckpartie ist oft undicht.
Beim Kauf unbedingt checken, ob es trocken ist im Fahrzeug. Ein Abdichten erforde
rt viel Gedlud und Zeit
und einiges an Geld.
5. Interieur
Plasik, wo man hinsieht. Das sollte soweit alles ganz sein. Defekte Teile kosten beim Händler viel Geld.
Allerdings gibt es immer genügend Schlachtfahrzeuge, zumindest derzeit, aus denen man zu etwas günstigeren
Preisen Teile beziehen kann. Das Sitzgestühl ... bequem, wenn nicht durchgesessen. Ansonsten heißt es erneuern.
6. Werkstatt
Muss der kleine elch mal in die Werkstatt, so empfiehlt es sich eine frei eWerkstatt mit 480er Erfahrung aufzusuchen.
Teile gibt es im Zubehör. Allerdings schlagen Coupe Teilchen gerne mal mit etwas mehr zu Buche.
Fast Fazit:
Ist der kleine Elch auch noch so schön, ein gutes Händchen mussman beim Kauf schon beweisen. Viele Mängel offenbart er
nämlich nicht gleich. Gut gepflegte Expemplare gelten allerdings als sehr zuverlässig.
Preise:
480iger bekommt man ab 1Euro. allerdings ollte man mindestens 1000 für eine halbwegs komplette Bastelbude ausgeben wollen.
Ein 1995er Collection mit 2 Litern Automatik wird je nach Zustand bis 6000 Euros gehandelt. Tendenz steigend.
Fazit:
Er ist klein, er macht viel Spaß, aber er ist nicht unproblematisch - der Volvo 480. Dank einer regen Clubszene gibt es noch
etlich viele 480er auf deutschen Straßen. Er ist nicht billig, aber eben eine Frage des Understatements.
einen Satz, den man als 480iger Pilot immer wieder zu hören bekommt:
"So einen wollte ich auch immer!" - Meine Antwort: "Ich fahre einen!"
Zu guter Letzt:
Ich fahre einen 92er 1.8 turbo - wegen des Turbo Bums. Auf tieferlegung und Spoiler verzichtet man, wozu kanten gibts eh genug.
Im Kofferaum liegt immer gut sichtbar das Tennis Reckett - man gönnt sich ja sonst nix.
Meine Bank, achja ... mein Teilehändler ist inzwischen ein guter Freund und der Tankwart?
Sieht mich wieder Erwarten eher selten.
In diesem Sinne
Frohes u
nd Gutes Rollen!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Auto


13.01.03
Super Bericht, Gruß BT