
Produkttyp: Volvo Autos
Neuester Testbericht: ... dem Land der Elche findet sich jede Menge Fremdzubehör. Gefertigt wurde der 440/460 in Holland, der Motor entstammt dem Renault R19, die K... mehr
Langlebiger Schwedenstahl ?
Volvo 460

Name des Mitglieds: nwagener
Produkt:
Volvo 460
Datum: 24.01.01, geändert am 24.01.01 (2407 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: geringer Verbrauch, langlebigkeit
Nachteile: Hohe Werkstattkosten
Ich weiß nicht genau, was Volvo sich dabei gedachte hatte, die kantige Linie seiner Limousinenflotte zu verlassen und ein Auto zu produzieren, welches nicht wie eine deutsche Schrankwand wirk. Bodygard nannte man die neue 400-Reihe. Okay, der 480 sieht eher wie von Honda kopiert aus, der 440/460 beschritt aber für Volvo untypische neue Wege. Egal, mir gefiel er ausnahmslos gut.
Die Keilform hat etwas sehr sportliches an sich, was uns durch Werbung auch stark nahe gebracht wurde. Und Sicherheit ? Aber Hallo ! Es handelt sich um einen Volvo. Da kauft man die Sicherheit so einfach mit, wie beim BMW die linke Fahrspur. Misst man die Features jedoch am heutigem Standard, so ist der Volvo lediglich nur unteres Mittelmaß. Aber damals waren Fahrerairbag, Seitenaufprallschutz, 4 Bremsscheiben, Bremslichtkontrolle, hintere Kopfstützen, Wegfahrsperre und 4-Kanal ABS serienmäßig allenfalls in der Mittelklasse zu finden.
Also ein echter Volvo ? Weit gefehlt. Unter der Blechhaube aus dem Land der Elche findet sich jede Menge Fremdzubehör. Gefertigt wurde der 440/460 in Holland, der Motor entstammt dem Renault R19, die Klimaanlage ist Made in France und die Elektronik ist größtenteils von Bosch.
Aber das Zusammenspielt funktioniert nahezu perfekt.
Der Renault-Motor wurde von Volvo ein wenig modifiziert und in der 1.8l Version mit einer Single-Point Einspritzanlage versehen. Das mindert zwar die Leistung auf 90PS, verringert aber deutlich den Benzinverbrauch. Ich habe im Schnitt zwischen 6,8 und 7,5 Liter verbraten. Selbstverständlich werden die Abgase durch einen geregelten 3Wege-Kat gereinigt.
Der Innenraum ist wiederum Volvotypisch. Hier findet man die gewohnt kantige Form wieder. Aber, sie ist äußert funktionell. Alles liegt im Sichtbereich des Fahrers und sämtliche Bedienelemente inklusive Radio sind leicht erreichbar. Die Sitze sind auch auf längeren Fahrten sehr angenehm und lassen sich Dank Höhenverstellung der Fahrergröße leicht a
npassen.
Für den Winter sollte man unbedingt die beheizbaren Außenspiegel und für den Sommer die Klimaanlage nehmen. Beides funktioniert tadellos. Genauso wie der Rest des Autos.
Aber ich bin nicht nur voll des Lobes.
Wenn es irgendwie geht, nehmt keine Volvowerkstatt. Die Preise hauen einem die Füße weg. Genauso wie die original Zubehörteile. Ein Beispiel: Als meine Bremsscheiben nach ca. 60 TKM verschlissen waren, wollte mir Volvo diese für ca. 800 DM Materialkosten und 250 DM Personalkosten einbauen. Auf Nachfrage bei einem befreundeten freien Autohändler bekam ich die gleichen Scheiben für 450 DM. Eingebaut habe ich sie selber. Ist wirklich einfach. Der Volvo lässt sich überhaupt sehr einfach auseinander und wieder zusammenbauen. Die Teile lassen sich praktisch lösen und wieder aneinanderfügen. So konnte ich auch den Kühler nach 120 TKM leicht selber auswechseln. Ohne Spezialwerkzeug.
Wenn man auf Zubehör a la D&W steht, wird man stark enttäuscht. Für sehr viel Geld kann man den Motor bei Elia, einem Renault-Tuner, auf Zack bringen. Aber ansonsten findet man nicht mal getönte Rückleuchten.
Mich und meine Frau hat dieser Volvo viele Jahre treu begleitet. Bis auf die Sache mit dem Kühler, die uns unerwartet traf, gab und gibt es nichts zu bemängeln. Die jetzige Besitzerin ist ebenfalls sehr zufrieden. Und dieses Baby bekommt man schon ab moderate 10 TDM. Gut gepflegt versteht sich.
Wir haben uns jetzt einen 320d zugelegt (siehe Testbereicht). Und so habe ich den Volvo mit einem weinenden und einem lachenden Auge verkauft. Das weinende, weil man sich an dieses Auto einfach gewöhnt hatte und das lachende, weil unser jetziges Auto einfach besser ist.
So long....
Fazit:
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