
Produkttyp: Subaru Autos
Neuester Testbericht: ... lebt nur noch durch die Begeisterung derer, die ihn fahren und der Fans der Seiten zum Subaru Libero. Bei Subaru ist der Wagen so unbelieb... mehr
von Subaru ignoriert - zu Unrecht. Kultauto für Prakmatiker
Subaru Libero

Name des Mitglieds: heinzelmann4711
Produkt:
Subaru Libero
Datum: 25.07.10
Bewertung:
Vorteile: Multifunktionell, wie kein anderes Auto
Nachteile: Ersatzteilpreise, Service
Mein erster Subaru Libero war kein Zufallstreffer. Er war das logische Ergebnis aus einer großen Anzahl von Auswahlkriterien. So kam es, dass ich für meinen ersten Libero einige hundert Kilometer gefahren bin, um ihn zu erwerben.
Es wurde ein roter Superdeluxe mit Rammschutzbügel und Schwellerschutzrohren.
Dieser Wagen wurde niemals ordentlich beworben und hat doch seine Käufer gefunden.
Er kommt mit drei Sitzreihen daher. Die mittlere Sitzbank lässt sich durch umklappen der Lehne auf den Sitz in einen Tisch verwandeln. Nach hinten in mehreren Stufen klappbar, kann die Mittelbank entweder zum Sitzen in halb-Schlafposition verwendet werden, oder, wenn die Mittelbank an ihrem verstellbaren Untergestell nach vorn geklappt wird, in Zusammenhang mit der hinteren Rücksitzbank als ebene Liegefläche verstellt werden. Dazu kann dann die hintere Rücksitzbank-Lehne ebenfalls in mehreren Stufen von ganz vorn nach hinten ganz flach geklappt werden. Bei Versionen mit drehbarem Vordersitz kommt die Länge der Vordersitze noch als Liegeflächenlänge hinzu. Durch leichte Unebenheiten bei den Übergängen zwischen den einzelnen Bänken empfielt sich jd. einfach eine Matratze auf die Liegefläche aufzulegen.
Benutzt man den Libero zum Personentransport, haben standartmäßig sechs Personen bequem Platz - und wie angedeutet - auf allen Plätzen können die Rücklehnen in ihrer Neigung verstellt werden.
Im Sommer gibt das optionale Doppelglasdach mehr Dachfläche zum Himmel frei, wie ein Mazda MX-5, denn das Glasdach über der Mittelbank kann komplett motorisch nach hinten gefahren werden, wobei die Sonnenblende dann mitfährt und das Glashubdach über den Vordersitzen lässt sich aufstellen, so dass es den Wind von der offenen Dachfläche dahinter ablenkt.
Die Versenkfenster in den beiden Schiebetüren lassen sich bis zur vollen Höhe versenken - nach Überwinden der Kindersicherung am Boden der Schiebetür, die eine Versenkung der Fenster der Schiebetür auf etwa halber Höhe stoppt. Apropos Kindersicherung Schiebetür: Beide Schiebetüren lassen sich noch so einstellen, dass sie nur von Außen geöffnet werden können - wer´s braucht, der wird´s begrüßen. Die Fenster in den vorderen Türen sind ebenfalls voll versenkbar.
Für den Libero gab es eine Reihe Zubehör, wie den Dachträger, den ich bei meinem zweiten Libero mitbekam und einen Fahrradträger für die Heckklappe. Auch einen Unterfahrschutz unter dem im Heck eingebauten Motor hatte ich mal gesehen und natürlich gab es für den Libero auch eine Anhängerkupplung.
Das Fahrverhalten überrascht positiv: Es wäre kein Subaru, wenn trotz für die Technik des Wagens beengtester Platzverhältnisse nicht auch Allradantrieb integriert wären. Der Allradantrieb gestaltet sich Folgendermaßen: Die Hinterräder sind immer angetrieben und finden Drehmomentausgleich über ein Differential. Die Vorderräder sind ebenfalls über ein eigenes Differential miteinander und mit der nach hinten gehenden Kardanwelle verbunden, die sich auch immer mitdreht. Über einen Schalter auf dem Schalthebel wird elektrisch ein Luftventil betätigt, über welches eine Membran im Getriebe angesteuert wird, die mit einer Stellgabel die Kardanwelle machanisch einkupplelt. Ein Differentialausgleich zwischen Vorder- und Hinterachse findet nicht statt. Dieser Umstand macht Geradeausfahrten äußerst stabil und ist quasi eine Art machanische Antischlupfregelung. Im Winter auf glatter Straße kommt der Libero voran, wie kein Zweiter! Auf eine Kurve auf regennasser Straße zaubert der Allradantrieb Schienen - der Wagen schiebt bei zu hoch gewählter Kurvengeschwindigkeit über alle vier Räder gleichmäßig nach Außen, sehr gut berechenbar. Ach ja, apropos hohe Kurvengeschwindigkeit: Der Libero kippt nicht! Er sieht durch seine Höhe zwar sehr schmal aus, hat aber einen Leiterrahmen am Boden, in den alle schweren Teile tief und flach eingebaut sind. Die Breite ist gleich der eines Polos.
Leider wird der Libero nicht mehr gebaut und da die letzten Exemplare schon 1998 zugelassen wurden, nagt inzwischen der Zahn der Zeit am Libero. Es gibt kein Auto, was diesem Wagen den Rang ablaufen könnte. Bus mit 6 Personen regulär, Lieferwagen, Campingbus mit Schlafplätzen, Targa (Cabrio mit feststehendem Heck), Allradantrieb, wendiger, wie ein Smart, preiswert im Unterhalt, vernünftig in der Motorisierung.
Diese Wagen haben mir viel Spaß bereitet.
Ein heutiges Auto hat nur viel Patz und sechs Sitzplätze. Kein Allradantrieb mehr, keine verstellbaren Rückenlehnen, außer beim Fahrersitz, keine Glasdächer mehr, viel überflüssige Technik, die nur kaputt gehen kann, wie el. Fensterheber etc.
Schade, der Libero lebt nur noch durch die Begeisterung derer, die ihn fahren und der Fans der Seiten zum Subaru Libero. Bei Subaru ist der Wagen so unbeliebt, wie nur irgend möglich. Unbrauchbare, überteuerte Reparaturangebote, die nur eines aussagen: Diesen Wagen wollen wir hier nicht!
Fazit: Wer selbst schraubt, muß ihn einfach erhalten. Sowas tolles gibt´s anscheinend nie wieder.
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