
Produkttyp: Subaru Autos
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Solide, aber unpraktisch
Subaru Legacy 2.0 AWD

Autor-Name: chriwosch
Produkt:
Subaru Legacy 2.0 AWD
Datum: 07.09.05, geändert am 01.10.05 (1569 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: bequem, zuverlässig, pannensicher, geräumig, leise, sicher
Nachteile: teuer, hoher Verbrauch, nicht variabel, absolut nicht wendig
Fahrbericht Subaru Legacy GL 2.0 Limousine
Baujahr 2001, Automatik
Motor/ Verbrauch/ Fahren/ Komfort
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Subaru ist eine Langstreckenlimousine. Das straffe Fahrwerk bietet ausreichend Komfort, die Sitze sind groß, bequem und zumindest fahrerseitig mit Sitzhöhenregulierung und Lordosestütze gut einstellbar, das Geräuschniveau ist auch bei höheren Tempi angenehm niedrig und der Verbrauch liegt bei Autobahngeschwindigkeiten um die 150 km/h zwischen erstaunlichen 8 und 8,5 l/ 100 km.
Vorn sitzt man sehr bequem, auch hinten kann über Kniefreiheit nicht geklagt werden, Große bekommen aber Probleme mit der schräg abfallenden Dachkante.
Der Legacy verfügt Subaru-typisch über permanenten Allradantrieb in Kombination mit einem 4-Zylinder-Boxermotor.
Der Durchzug des Boxermotors ist zufriedenstellend, allerdings wird an stärkeren Steigungen die 4-Gang-Automatik zum zurückschalten genötigt, wenn man nicht deutlich an Geschwindigkeit verlieren will. In solchen Momenten dröhnt der Motor dann ziemlich laut, was nicht eben ein souveränes Gefühl vermittelt.
Für sportliches Fahren ist der Japaner sowieso nicht gedacht. Das verhindert - neben der dafür ungeeigneten Automatik - auch die Servolenkung, die außerhalb der Stadt ein gefühlvolles Händchen verlangt, wenn die Passagiere nicht seekrank werden sollen. Der Allradantrieb bietet zwar in Kurven ausreichend Traktion, die Sitze allerdings zu wenig Seitenhalt.
À propos Allradantrieb, wer jetzt an Geländeeinsätze denkt, ist auf dem Holzweg: Lange Überhänge und die geringe Bodenfreiheit bringen den Legacy schon an hohen Bordsteinkanten oder Fahrbahnrändern an die Grenzen seiner "Offroad-Möglichkeiten".
Von den etwa 130 PS spürt man wenig, zumal der Wandler der Automatik die Pferdestärken etwas zügelt.
Wer aber zügig und entspannt mit dem Legacy über die Autobahn cruisen will, liegt mit diesem Fahrzeug richtig. Etwa 190 km/h sind drin.
Absolut ungeeignet ist das Fahrzeug für die Stadt. Zumindest nach hinten wenig übersichtliche 4,60 m durch überfüllte Straßen, Parkhäuser oder gar in enge Parklücken zu bugsieren, ist keine Freude, besonders wenn man mit einem Wendekreis klarkommen muss, der einem LKW zur Ehre gereichen würde.
Der Verbrauch steigt im kombinierten Stadt-/ Überlandverkehr auf unerfreuliche 10,5 l/ 100 km, selbst wenn man das Gaspedal noch so vorsichtig streichelt.
Sicherheit
Der Subaru ist mit den inzwischen üblichen Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags ausgerüstet. Wo man heute auf jeden Fall noch Kopfairbags erwarten würde, scheint 2001 selbst in diesem Segment noch ein anderer Standard geherrscht zu haben.
Die Kopfstützen sind vorn zwar für Menschen bis etwa 1,75/ 1,80 m Körpergröße ausreichend, aber praktisch überhaupt nicht einstellbar. Auch die 3 Kopfstützen im Fond sind nicht einstellbar, außerdem aber noch viel zu niedrig und nicht arretiert - sie lassen sich mit einer Hand abziehen. Das ist für ein Auto im Preissegment von ehemals ca. 50.000 DM schwach.
Über die Crashsicherheit sind mir keine Fakten bekannt, die lange Motorhaube verspricht immerhin Reserven.
Austattung/ Variabilität
Die GL 2.0 - Limousine verfügt über eine ordentliche Ausstattung. Elektrische und elektronische Helferlein wie elektrische Fensterheber rundum, elektrisch einstellbare und beheizbare Aussenspiegel, eine Lautsprechervorrüstung in der Konsole sowie eine gut funktionierende Klimaautomatik, die aber nicht für Fahrer und Beifahrereingestellt werden kann, sind serienmäßig an Bord. Die schon erwähnte Fahrersitzeinstellung muss per Hand bewältigt werden. Das Lenkrad ist nur höhenverstellbar.
Die Variabilität dieses Autos erschöpft sich in einer Durchladeluke in der fest montierten Rücksitzlehne. Dieses Konzept trägt vermutlich zur spürbar guten Verwindungssteifheit der Karosserie bei, ist aber nichts für variabilitätsverliebte deutsche Autofahrer.
Wer auf sitztechnische Klapp-, Versenk- oder Ausbauspielereien verzichten kann, findet immerhin einen brauchbaren Kofferraum vor, der sich, mit etwas Geschick, mit zwei großen Koffern und ebenso vielen großen Rucksäcken beladen lässt. Das letzte Quäntchen Stauraum zu nutzen, wird aber durch die Bügel des Kofferraumdeckels verhindert. Die Decke des Gepäckabteils ist nicht verkleidet, so dass man sich beim Beladen an den Metallstreben und -schrauben verletzen kann.
Die Automatik wartet mit einer Anfahrhilfe und einer Hillholder-Funktion auf.
Eigentlich ist die Ausstattung gut, nur würde man bei einer Limousine, der oberen Mittelklasse doch etwas mehr erwarten.
Kosten/ Umwelt
Der Legacy Bj. 01 ist nach EURO 3 eingestuft.
Über die genauen Unterhalskosten, wie Werkstattpreise oder Versicherungseinstufung, habe ich keine Informationen (eventuell mal auf der ADAC-Homepage schauen). Allerdings gilt Subaru als äußerst solide und zuverlässig, so dass man zumindest mit außerplanmäßigen Reparaturen nicht zu rechnen braucht.
Gebraucht dürfte der Legacy jedenfalls in der Limousinenvariante günstig zu haben sein - wenn man ihn überhaupt findet: Über 90% der Legacy werden als Kombi verkauft.
Die Limousine gilt bei Gebrauchtwagenhändlern als absoluter Ladenhüter, denn sie hat nichts, was derzeit in Deutschland angesagt ist: Weder Variabilität, noch einen Diesel (es gibt keine Boxermotoren mit Dieselprinzip und Subarus Markenzeichen ist nun mal der Boxer...). Auch die Automatik , die, in dieser Form nicht zu Unrecht, als Spritfresser verschrien ist, trägt in Zeiten der hohen Benzinpreise gemeinsam mit dem Allradantrieb nicht gerade zur Steigerung der Beliebtheit dieses Modells bei. Wiederverkaufswert 6-, Setzen!
Fazit
Das Auto strebt in die obere Mittelklasse, ist aber nur bei den Kosten dort angekommen. Es ist bequem auf Reisen, sonst aber viel zu unpraktisch.
Wer auf Boxermotoren, Automatik und Allrad steht, sollte zugreifen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.
Fazit: Wer auf Boxermotoren, Automatik und Allrad steht, sollte zugreifen, ansonsten Finger weg.
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