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Produkttyp: Seat Autos
Neuester Testbericht: ... liegt immer ca. bei 5,2L/100km bei zügiger Fahrweise!!! Ausstattung mit Lederlenkrad und Climatronic, Sprotsitze, das Aura-CD Radio mit 8 L... mehr
Der Leon 1,9 TDI 110 PS ist sein Geld wert.
Seat Leon 1.9 TDI

Name des Mitglieds: medoc2
Produkt:
Seat Leon 1.9 TDI
Datum: 02.10.01, geändert am 07.08.03 (2521 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Ausstattung, Fahreigenschaften, Verbrauch
Nachteile: Sicht nach Hinten, im Fond wenig Kopfraum, wenig Stauraum im Innenraum
Seit 26 Monaten oder 77.000 km bin ich nun stolzer Besitzer eines Leon 1,9 TDI 110 PS Sport.
Um es kurz zu machen: Meine Erfahrung mit diesem Auto ist ausgesprochen gut und den Vergleich mit anderen Fahrzeugen dieser Klasse (z.B. VW Golf TDI oder Peugeot 206) gewinnt der Leon für mich klar.
Für 16.600 ? inkl. Steuern (aus Dänemark importiert, sehr zu empfehlen, 4000 ? gespart zum Hauspreis in Deutschland) ist dieser Neuwagen sicherlich nicht zu teuer zumal die Ausstattung sich sehen lassen kann:
Neben Klimaautomatik, Metalliclackierung, Sonnendach, Sitzheizung und ESP ist die übliche Sportausstattung (Lederlenkrad, Fensterheber vorne, Sportsitze, Funkfernbediendung, usw.) auch nicht von schlechten Eltern.
Die Fahreigenschaften sind beeindruckend. Der Durchzug ist wie bei allen TDI -Fahrzeugen über jeden Zweifel erhaben, die Straßenlage ist aus meiner Sicht fast perfekt für ein Auto dieser Klasse. In Grenzsituationen neigt er auf trockener Straße zum untersteuern, das ist jedoch bei einem Fronttriebler normal und sogar gewollt so. Bei schneebedeckter Straße kann auch andeutungsweise ein übersteuern vorkommen, jedoch wird dieses sofort vom ESP unterbunden. Sollte man dennoch mal in heikle Grenzsituationen kommen, was auf trockener Straße aufgrund der sehr guten Straßenlage fast unmöglich ist (zumindest bekomme ich es vorher mit der Angst), regelt das ESP sicher ein.
Dieses Auto liebt Kurven, langezogene Bodenwellen, Anstiege und flottes Beschleunigen. Die Lenkung ist sehr direkt und vermittelt einen sehr guten Strassenkontakt.
Die Bremsen sind kraftvoll aber nicht überzogen bissig, die Bremskraftregulierung arbeitet zuverlässig und angenehm.
Auf längeren Strecken jedoch wirkt das straff abgestimmte Sportfahrwerk doch etwas ungemütlich, da jede Bodenunebenheit zum Fahrer durchschlägt. Langgezogene Bodenwellen schluckt der Leon sehr gut, Schlaglöcher jedoch weniger gut. Will man eine Reiselimousine, sol
lte man
dann doch auf das Sportfahrwerk verzichten. Auch wenn man langsam unterwegs ist (Tempo unter 50 km/h) so ist das der Fahrkomfort nicht üppig. Jeder Kanaldeckel und jede Bodenunebenheit schlägt dann durch. Bei höheren Geschwindigkeiten ist dieses Empfinden bei weitem weniger ausgepägt. Hier dominieren dann der Fahrspaß und die damit vermittelte Fahrsicherheit.
Ja, es macht Spaß dieses Auto zu fahren zumal der Verbrauch trotz sehr sportlicher Fahrweise, Dauerbetrieb der Klimaanlage (im Sommer) und ständigem Fahren mit Licht (dänisches Auto) sich bei 6 Litern eingependelt hat. Anfangs war der Verbrauch deutlich höher, aber der sinkt im Laufe der Zeit wie auch bei anderen Dieseln üblich.
Geschwindigkeiten von 215-220 laut Tacho sind kein Problem und werden auch sehr zügig erreicht. Die Geräuschkulisse im Innenraum ist einem Diesel angemessen und nicht weiter störend, auch nicht bei Geschwindigkeiten um die 200 km/h).
Positiv neben den Fahreigenschaften ist mir die Musikanlage Aura mit 8 Lautsprechern, die Sitze und die Ausstattung aufgefallen.
Apropos Musikanlage: Die Musikanlage regelt je nach Geschwindigkeit die Lautsärke selber nach. Endlich ist das leidige von Hand nachregeln beendet. Auch der Sound kann sich wirklich hören lassen, satte Bässe, brilliante Höhen haben mir schon so manche Fahrt aber auch so manchen Stau versüsst.
Negativ ist mir eigentlich nur die mangelnde Sicht nach Hinten aufgrund der massiven C-Säule der nicht gelungenen Rundumsicht und der mangelnde Stauraum für Karten und Kleinzeug aufgefallen (das Handschuhfach ist nur als ein solches verwendbar, da dort der CD-Wechsler den meisten Platz beansprucht).
Die Verarbeitung ist tadellos und erfüllt somit die von mir sehr hoch gestecketen Erwartungen an ein Fahrzeug aus dem VW-Konzern. Bilang gibt es kein Klappern, Knarzen oder ähnliches.
Apropos VW-Konzern, der Motor wurde von Audi gefertigt, ist kein Pumpe-Düse Motor und leistet ca.
23
Nm. Das Ambiente im Innenraum ist sehr angenehm (rote Armaturenbeleuchtung), teilweise höherwertige Kunststoffe, Dreispeichenlederlenkrad), aber das ist ja Geschmackssache.
Der Platz vorne ist völlig ausreichend selbst für größere Personen. Hinten hingegen kann es schon sein, dass großgewachsene Mitfahrer mit dem Kopf am Himmel anstossen, der Beinraum ist aber ausreichend. Hier bietet der Golf mehr Kopffreiheit als der Leon. Der Kofferraum ist ausreichend groß, jedoch hat er eine relativ hohe Ladekante. Nach dem Umklappen der Rücksitzbänke gelingt es gerade so ein Fahrrad ohne Vorderreifen zu verstauen ohne dass die Heckklappe offen bleiben muss. Für Umzüge oder dergleichen ist dieses Auto nicht besonders geeignet.
Der Service des Seat Händlers (Auto Plaza in Feldkirchen-Westerham; dort habe ich den auch die Test-Fahrt gemacht) war bislang bei mir profesionell und freundlich. Die Leute dort verstehen ihr Handwerk und sind zudem ausgesprochen hilfsbereit. Bislang hatte ich neben den Inspektionen nur ein leichtes Haken der Beifahrertür (ein gebroches Kunststoffteil in der Tür), welches auf Garantie (Garantie gilt EU-weit)behoben wurde.
Um es auf den Punkt zu bringen: der Leon ist jede Mark wert. Wenn ich dienstlich mit dem Firmenwagen Audi A6 unterwegs bin freue ich mich immer wieder auf den Leon umzusteigen. Er ist agiler, liegt besser auf der Straße und macht einfach mehr Laune solange die Strecken nicht zu lange sind. Für längere Strecken wäre mehr Fahrkomfort wünschenswert.
Ach ja, wer wissen will wie das bei mir mit dem Grauimport (obwohl der Name ja irreführend ist) gelaufen ist (selber geholt aus Dänemark) der kann mir gerne ein mail schreiben (Medoc2@web.de).
Da es nun bereits einmal Winter geworden ist, habe ich die Sitzheizung schätzen gelernt und würde den Entwicklern bei Seat nahelegen über eine Vorwärmung für die Heizung nachzudenken (analog zu BMW). Offensichtlich ist es typisch für die Dieselmaschin <
br>en, dass eine angenehme Innentemperatur erst nach ca. 8 Minuten Fahrzeit erreicht wird.
Das Anspringen bei -20°C ist überhaupt keine Thema, aber das soll ja typisch für Direkteinspritzer sein.
Ist das Auto jedoch eingeschneit, so ist es ohne vorherigen Putzaufwand nicht möglich die Fahrertür zu öffnen, ohne größere Mengen Schnee auf den Fahrersitz zu befördern. Die guten alten Zeiten mit der Regenrinne sind ja bekanntlich schon länger vorbei. Schade.
Ein Beschlagen der Scheiben kommt dank der Klimaanlage so gut wie nie vor. Die Belüftung ist angenehm und effektiv.
Mein Verbrauch ist weiter zurückgegangen, was auch am Winter und der damit verbunden reduzierten Geschwindigkeit zu tun haben kann. Vielleicht sollte ich mal meinen Fahrstil überprüfen.
Das ESP und die Traktionkontrolle sind im Winter nicht nur nützlich, sondern erhöhen die Sicherheit doch ungemein. Verschneite Berge waren bislang kein Hindernis, und nicht nur dort fahre ich gerne zügig an so manchem nur bedingt wintertauglichen BMW und Mercedes vorbei.
Nach 46.000 km ist alles immer noch in bester Ordnung. Keine Schäden, kein größeres Klappern oder erkennbarer Verschleiß, außer der Beule, die meine Frau reingefahren hat.
So soll es ja auch sein (nicht das mit der Beule).
Nach einem Polenbesuch (nur bedingt zu empfehlen diesen mit einem Sportfahrwerk durchzuführen) tauchen die ersten kleinen Knarzgeräusche auf, die aber bislang nur vereinzelt auftreten und nicht weiter störend sind. Bislang gabe es keine technischen Probleme (von einem Wackelkontakt an einem Blinker, welcher innerhalb von 5 Minuten selbst behoben werden konnte)abgesehen.
Es gelingt auch bei sehr disziplinierter Fahrweise mit einer Tankfüllung bis zu 1200 km zu fahren, wie ich in Polen festgestellt habe.
Der nachträgliche Einbau eines Tempomaten war zwar nicht ganz billig (200?) jedoch auf langen Strecken macht dieser Laune.
Wer wissen will wie genau der
r> Import aus Dänemark abgelaufen ist, kann meinen Bericht unter dooyoo oder zahlreiche andere dort Berichte nachlesen. Auch für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung unter medoc2@web.de
Nachtrag nach 77.000 km:
Der einzige bislang gravierende Scahden war der schleichende Ausfall des Luftmassenmessers. Die Leistung ging langsam aber stetig zurück bis Geschwindigkeiten von 190 Km/h nur noch bergab möglich waren und das nur durch gutes Zureden. Der Austausch dieses Teils (294? beim Seat Händler) war nicht gerade günstig aber nun fährt er wieder wie er soll. Sportlich agil. Der Luftmassenenmesser ist übrigens baugleich zum Golf, Sharan, Octavia, A3 und mehr und auch dort kommt es immer wieder zu Störungen. Dies ist eine alte VAG Krankheit. Wer übrigens billiger an das teil kommen will, unter ebay kann man sie erwerben.
Sonstige Störungen sind bislang nicht aufgetreten. Kein Klappern, kein Knarzen keine technischen Defekte.
Grüße
Werner
Fazit:

