
Produkttyp: Saab Autos
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Der erste RICHTIGE Saab!
Allgemeines zu Saab

Name des Mitglieds: gleitschirm
Produkt:
Allgemeines zu Saab
Datum: 08.01.03, geändert am 08.01.03 (485 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: s.u.
Nachteile: s.u.
Vor 35 Jahren entstand der erste Saab 99
Vorurteil:
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Turbomotor, hohe Sicherheit und ein Zündschloss, dass zwischen den Vordersitzen liegt: Das sind einige Dinge, die man üblicherweise mit den Autos der schwedischen Marke Saab in Verbindung bringt.
Dass all dies so fest in den Köpfen vieler Autofans verankert ist, liegt vor allem an einem Saab-Modell, das vor 35 Jahren erstmals in der Automobilenwelt für Aufsehen sorgte: dem Saab 99.
Allerdings brachte dieser Wagen nicht auf Anhieb alle dieser Saab-Eigentümlichkeiten mit: Die Turboladerversion zum Beispiel wurde erst gegen Ende der Laufbahn des Saab 99 Angeboten.
Ein wenig Automobilhistorie:
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Die Idee zum Saab 99 hatte wohl schon seit den fünfziger Jahren in den Köpfen der schwedischen Ingeneuren herumgespukt. Nachdem sich der ursprüngliche Flugzeughersteller Saab mit dem Model 96 (zu dem gibt´s übrigens einen Superbericht von Odile!) erstmals auch auf die Straße gewagt hatte, wurde im Hause Saab fleissig über weitere Automodelle nachgedacht. Im April 1964 fiel dann die Entscheidung für einen Nachfolger des 96ers und für ein größeres Auto ? der Saab 99 war geboren.
Die Motorisierung:
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Da der Saab 96 noch mit einem Zweitakter gebaut wurde und das Ende dieser Motorenart im Automobilbau schon damals abzusehen war, galt es also, sich um einen Ersatz für den Zweitakter zu kümmern. Zunächst vergaben die Schweden den Entwicklungsauftrag an eine britische Firma, einen kleinen Vierzylinder Viertakter mit 1,2 Liter Hubraum zu entwickeln. Scheinbar aufgrund Wirtschaftlicher und Kaufmännischer Überlegungen, fiel dann aber die Entscheidung für den Einkauf von Ford-V4-Motoren für den alten Saab 96.
Zurück blieb eine schon weit fortgeschrittene, aber nicht abgeschlossene Entwicklung eines 1,2 Liter Triebwerks bei der britischen Motorenschmiede.
Da lag es nahe bei der Einführung des Saab 99, aus dem ursprüngli
chen 1,2 Liter-Motor, einen Antrieb mit mehr Hubraum und Leistung zu machen, der im größeren neuen Saab eingesetzt werden könnte. Als sich dann noch herausstellte, dass der britische Hersteller Standard-Triumph genau wie Saab Kunde der besagten Motorenfabrik war und einen ähnlichen Motor brauchte, kam es logischerweise zu einer Kooperation der beiden.
So erhielt der Saab 99 einen ?neu entwickelten? 1,7 Liter-Motor mit knapp 80 PS.
Besonderheiten des 99ers:
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Die meisten Saab Spezialitäten verbargen sich aber unter der Karosse des neuen Saab 99: Vier (4!) Scheibenbremsen, das war in den sechziger Jahren alles andere als selbstverständlich. Auch Sicherheitsdetails wie eine Lenksäule mit Sollbruchstelle, Fahrer- und Beifahrerkopfstützen und Sicherheitsgurte vorn versprachen für Unfälle geringere Verletzungen als damals üblich.
Und dann war da noch das Zündschloss am neuen Platz zwischen den Vordersitzen - eine räumliche Verlegung, die ebenfalls den schwedischen Unfallforschern zu verdanken war. So manche Kniescheibe eines verunfallten Saab-Fahrers dürfte ihre Unversehrtheit dieser neuen Anordnung verdanken.
Die Weiterentwicklung des 99:
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Ab Herbst 1968 war der Saab 99 bei den Händlern zu kaufen. Mancher Fahrer beschwerte sich über die schwergängige Lenkung und das hackelige Getriebe und Saab machte sich daran, das Auto behutsam weiter zu entwickeln. So gab es ab 1970 ein 3 Gangautomatikgetriebe, kurz danach kam eine Benzineinspritzung. Die Leistung stieg damit bis auf 97 PS.
Auch eine damals sensationelle Scheinwerfer-Waschanlage, amerikanische stossabsorbierende Stossstangen oder eine Sitzheizung mit Thermostat brachten die Entwickler bereits in den frühen Siebzigern in den Saab 99.
Die schwedisch-britische Zusammenarbeit zwischen Saab und Triumph beim Motor entwickelte sich dagegen weniger erfolgreich - die Interessen waren zu verschieden geworden. Also bastelte Saab a
lleine weiter an dem Antrieb, was sich 1972 in Form eines überarbeiteten 2,0 Liter Motors mit damals protzigen 110 PS niederschlug.
Wie bei Saab üblich, machte man sich auch daran, den 99er in diversen Versionen anzubieten. 1974 wurde eine Karosserieform vorgestellt, die bis weit in die neunziger Jahre hinein als typisch für Saab galt: Das Combi-Coupe - mit einem schrägen Heck und großer Heckklappe sollte das Auto die Form eines Coupes mit dem Nutzwert eine Kombis verbinden.
Der Turbo:
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Der wohl größte Einschnitt wurde Ende 1976 und Anfang 1977 vorgenommen: Eine kleinen Turbine im Auspufftrakt sollte dem Motor zusätzliche Luft in die Brennräume zu drücken und so für eine effektivere Verbrennung des Kraftstoffs zu sorgen. Was sich simpel anhört, hatte einschneidende Folgen. Immerhin schaffte es dieser erste Turbolader, die Leistung des 2,0 Liter Motors auf 107 kW/145 PS zu steigern und ein Spitzentempo von bisher unglaublichen 190 Kilometer pro Stunde zu ermöglichen. Allerdings wurde dieser Zusatzboost teuer mit Spritverbräuchen von 15 Litern und grösser erkauft.
Den einzigen 99iger, den ich je selbst fahren durfte war ein Saab 99 Turbo Combi-Coupe Model 1977 und hatte damals mit rund 25000 DM einen recht ansehnlichen Anschaffungspreis, dafür bekam man auch einen BMW der gehobenen 5er Reihe. Wohl auch einer der Gründe warum so wenige Saab 99 hierzulande verkauft worden sind.
Das Ende:
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Auch wenn Saab im Jahr 1979 mit einem 99 Turbo noch die Schweden-Rallye gewann, war der Wagen schon ein Auslaufmodell. Schon ein Jahr vorher also 1978 war der Saab 900 erschienen, der den 99iger mit grösserem Radstand und längerer Karosserie in den Schatten stellte. Nach und nach dünnten die Schweden beim 99 nun die Modellpalette aus, bis schliesslich 1985 endgültig Schluss war.
Seine Stellung als Turbo-Erstling und Sicherheits-Pionier konnte ihm jedoch niemand mehr nehmen - genau wie seitdem die Sache mit dem Sc
hlüssel in der Mitte zwischen den Sitzen.
cu
Qmac © Jan 2003
(auch bei Ciao von mir zu finden ;-))
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Auto


14.01.03
Wie immer ein sehr schöner Bericht, freut mich, daß du wenigstens hier noch deine Berichte zum Besten gibst. Gruß Anja